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Karstquelle




Eine Karstquelle ist eine Quelle, die Teil eines Karstsystems ist. Dazu gehört die unterirdische Entwässerung eines größeren Gebietes, was dazu führt, dass Karstquellen häufig eine sehr große Schüttung aufweisen.

Wenn eine Karstquelle eine trichter- oder kesselartige Form hat, werden solche Wasseraustrittsstellen auch als Quelltopf bezeichnet, was sich in Gewässernamen wie Aachtopf, Blautopf, Brenztopf oder Lonetopf widerspiegelt. Andere Karstquellen entspringen Felswänden, etwa die Kuhfluchtquelle, die Source du Lison, das Tote Weib oder die Rinquelle.

Zum Teil sind besonders große (oder alte) Karstquellen das Ende eines Höhlensystems, an dem ein Höhlenfluss die Erdoberfläche erreicht. So ist es häufig möglich, an der Karstquelle dieses Höhlensystem zu betreten und zu erforschen. Es gibt auch Austrittsstellen von Höhlen (Wasserhöhlen), die noch vollständig, oder jedenfalls bei hohen Niederschlagsmengen, vom Wasser erfüllt sind.

Karstquellen, deren Strömungsrichtung sich je nach Niederschlagsmenge umkehren kann, so dass diese dann als Ponor fungieren, werden als Estavelle bezeichnet.

Als Quelltopf oder Ain werden in Nordafrika Wasseraustrittsstellen bezeichnet, die durch den Effekt eines artesischen Beckens zu Tage treten und in den ariden Gebieten von besonderer Bedeutung sind. Sie können direkt ausfließendes Wasser fördern oder unter evaporitischen Salzkrusten austreten. Bekannte Beispiele finden sich in den Oasen der tunesischen Landschaft Bled el Djerid und im gesamten Umfeld der Depressionen Chott el Djerid und Chott el Gharsa. Hier sind es wasserführende Schichten, meist Sande oder Sandstein, die als Grundwasserleiter in Funktion treten.

Inhaltsverzeichnis

Hydrologische Besonderheiten


Die wichtigste Besonderheit von Karstquellen folgt aus der Tatsache, dass in Gebieten mit oberflächlichem Carbonatgestein dieser im Laufe der Zeit durch den Kohlensäuregehalt des Regenwassers in lösliches Calciumhydrogencarbonat verwandelt wird. Dadurch entstehen Höhlen und unterirdische Bäche, so dass das Wasser bereits nach wenigen Tagen an einer Quelle wieder austritt. Anders als bei Grundwasser erfolgt keine Reinigung und es kommt zu einer sehr unterschiedlichen Schüttung: Unwetter, Schneeschmelze und jahreszeitliche Schwankungen der Niederschlagsmenge sind an der Quelle deutlich bemerkbar. Eine Sonderstellung nimmt zum Beispiel die Aachquelle ein, denn ihr Wasser stammt nicht vom Regen, sondern aus Versickerungen der Donau in circa 12 km Entfernung.

Eine weitere Besonderheit stellen Karstquellen dar, die nach ihrem unterirdischen Weg im Festland (meistens durch Karbonatgestein) unter Wasser entspringen. Solche Unterwasser-Karstquellen sind ein Schwerpunkt moderner Forschungen rund um das Mittelmeer.

Viele Karstquellen fallen in niederschlagsarmen Zeiten trocken, man spricht dann von intermittierenden Quellen. Wieder andere sind die meiste Zeit des Jahres trocken und schütten nur nach starken Niederschlägen. Quellen, die nur in nassen Jahren schütten, werden häufig Hungerbrunnen genannt, was daran liegt, dass der Volksmund einen Zusammenhang zwischen dem Schütten der Quelle und einem schlechten Ertrag in einem verregneten Jahr sieht. Es handelt sich dabei jedoch eher um einen kulturell bedingten Aberglauben. Wissenschaftliche Untersuchungen an verschiedenen Hungerbrunnen konnten einen derartigen Zusammenhang nicht nachweisen.

Die Qualität von Karstquellwasser ist für die Trinkwasserversorgung wegen fehlender Reinigung und hoher Härte denkbar ungeeignet. Zudem steht ungleichmäßige Schüttung einem gleichmäßigen Verbrauch gegenüber, ja sogar niedrige Schüttung im Sommer einem erhöhten Bedarf. Aus diesen Gründen werden Karstquellen heute kaum noch für die Trinkwasserversorgung genutzt.

Beispiele


Einige ausgewählte Beispiele für Karstquellen:

Listen von Karstquellen


Siehe auch


Weblinks


Commons: Karstquellen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien








Kategorien: Speläologie | Quelltyp | Hydrogeologie | Karstquelle








Stand der Informationen: 04.07.2020 12:32:26 CEST

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