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Karl Hans Strobl



Karl Hans Strobl (Pseudonym: Matthias Rongstock, * 18. Jänner 1877 in Iglau (Jihlava), Mähren; † 10. März 1946 in Perchtoldsdorf bei Wien) war ein österreichischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Strobl studierte ab 1894 Rechtswissenschaft an der Prager Karl-Ferdinands-Universität und wurde dort im Corps Austria aktiv.[1] Nach dem mit der Promotion abgeschlossenen Studium wurde er 1900 Schriftführer am Kreisgericht Iglau und später Finanzkommissär in Brünn. Sein Engagement in der Deutschnationalen Bewegung brachte ihn in Konflikt mit seinen tschechischen Vorgesetzten. Er schied daraufhin aus dem Staatsdienst aus und wurde 1913 Herausgeber des Turmhahn in Leipzig. Im Ersten Weltkrieg war er von 1915 bis 1918 Kriegsberichterstatter. Nach dem Erwerb der österreichischen Bundesbürgerschaft war er freier Schriftsteller in Iglau und Perchtoldsdorf.[2] Er verfasste über 100 Werke, meist Romane und Novellen, auch Biographien und zahlreiche Zeitschriftenbeiträge.

Strobl begann seine schriftstellerische Karriere 1900 mit der Veröffentlichung phantastisch-grotesker Spukgeschichten. Der breiten Öffentlichkeit wurde er durch seine Prager Studentenromane bekannt. In Die Vaclavbude beschreibt Strobl seine eigene Verbindung, das Corps Austria in den Tagen des sog. Badeni-Aufstands 1897. Zugleich verewigt er Sigmund Pick. Der Schipkapaß spiegelt das Leben im Wirtshaus Schipkapaß wider. Später trat Strobl als Sudetendeutscher in zahlreichen Werken für die Reichsidee ein.

Von 1919 bis 1921 gab er – in enger Zusammenarbeit mit Alfons von Czibulka – die Zeitschrift Der Orchideengarten heraus, eine Heftenreihe für Phantastik und erotische Literatur, in der er auch eigene Werke veröffentlichte. „In Anerkennung seines hervorragenden poetischen Schaffens“ wählte die Deutsch-österreichische Schriftsteller-Genossenschaft Strobl 1925 zu ihrem Präsidenten.[2] Die Literaturwissenschaft zählt Strobl neben Gustav Meyrink und Hanns Heinz Ewers heute zu den „großen Drei der deutschen Fantastik nach 1900“.[3]

Politik

Im Ständestaat (Österreich) gehörte Strobl seit 1933 der (gegnerischen) Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an.[4] 1934 wurde er aus der Tschechoslowakei wegen „staatsgefährlicher Betätigung“ ausgewiesen. Ab 1938 war er Landesleiter der Reichsschrifttumskammer in Wien.[4] Nach dem Anschluss Österreichs beteiligte Strobl sich mit einem Beitrag am Bekenntnisbuch österreichischer Dichter, herausgegeben vom Bund deutscher Schriftsteller Österreichs.[5] Das Buch begrüßte den Anschluss begeistert.

1945 von der Roten Armee verhaftet und für kurze Zeit zur Arbeit im Straßenbau gezwungen, starb er nach mehreren Schlaganfällen 1946 verarmt im Altersheim von Perchtoldsdorf. Sein Grab befindet sich am Perchtoldsdorfer Friedhof (Gruppe 2c, Reihe 14, Grabnummer 12).

In der Sowjetischen Besatzungszone wurden Strobls Werke Ein gute Wehr und Waffen (Leipzig 1915), Zwischen Weichsel und Karpathen (Weimar 1915), Dorf im Kaukasus (Leipzig 1936), Feuer im Nachbarhaus (Wien, Leipzig 1938), Die Heimkehr (Berlin 1941) und Die Weltgeschichte und das Igelhaus (Budweis 1944) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[6][7] In der Deutschen Demokratischen Republik folgte noch Tschechen (Leipzig 1920).[8]

Corps

Als ehemaliger Corpsstudent erhielt er nach dem Ersten Weltkrieg von drei Kösener Corps in Österreich: Frankonia Brünn (1920), Frankonia Prag (1922) und Saxonia Wien (1935) die Bänder verliehen. Am corpsstudentischen Leben in der Tschechoslowakei nahm er durch zahlreiche Besuche der Veranstaltungen in Prag und Brünn regen Anteil.[9]

Werke (Auswahl)


Prager Studentenromane

Phantastische und andere Romane

Essays

Theaterstücke

Autobiographische Schriften

Verfilmungen

Literatur


Weblinks


Commons: Karl Hans Strobl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Kösener Corpslisten 1960, 25/160
  2. a b Karl Hans Strobl. Zum 50. Geburtstag des Dichters. In: Badener Zeitung, 15. Jänner 1927, S. 2 (Online bei ANNO).
  3. Stefan Weber: Kulturhistorische Bedingungen der fantastischen Literatur um 1900. Materialismuskritik bei Meyrink, Ewers und Strobl. Diplomarbeit Universität Wien, Wien 2010, S. 9 (PDF )
  4. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 601.
  5. Bund Deutscher Schriftsteller Österreichs (Hrsg.): Bekenntnisbuch Österreichischer Dichter. Krystall Verlag, Wien 1938.
  6. Auszusondernde Literatur 1946
  7. Auszusondernde Literatur 1947
  8. Auszusondernde Literatur 1953
  9. Kösener Corpslisten 1960, 17/82; 121/86; 136/281



Kategorien: Karl Hans Strobl | Autor | Literatur (Deutsch) | Literatur (20. Jahrhundert) | Roman, Epik | Dichterjurist | Mitglied der Reichsschrifttumskammer | Corpsstudent (19. Jahrhundert) | Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn) | NSDAP-Mitglied | Österreicher | Person (Jihlava) | Person (Perchtoldsdorf) | Geboren 1877 | Gestorben 1946 | Mann | Studentenroman



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