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Karl Albiker

Karl Albiker (* 16. September 1878 in Ühlingen; † 26. Februar 1961 in Ettlingen) war ein deutscher Bildhauer, Lithograf und Hochschullehrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk


Albiker war Meisterschüler der Karlsruher Kunstakademie und seit der gemeinsamen Studienzeit dort unter anderem mit dem expressionistischen Maler Karl Hofer befreundet. Er bildete sich in den Jahren 1899/1900 in Paris an der Académie Julian und bei Antoine Bourdelle weiter. In Paris lernte er den von ihm bewunderten Bildhauer Auguste Rodin kennen, der ihn schließlich ausbildete. Von 1900 bis 1903 lebte und arbeitete Albiker in München, von 1903 bis 1905 folgte ein Studienaufenthalt in Rom. Im Jahr 1905 bezog er in Ettlingen ein eigenes Atelierhaus.[1] Die Auszeichnung mit dem Villa-Romana-Preis ermöglichte ihm 1910 einen Studienaufenthalt in Florenz, wo er sich mit dem Philosophen Leopold Ziegler anfreundete, der Albiker sein Werk Florentinische Introduktion (1911) über die Kunst widmete.

Im Jahr 1919 wurde Albiker als Professor an die Dresdner Kunstakademie berufen, außerdem war er auch an der Kunstgewerbeschule Dresden tätig. Er gehörte zu den bedeutenden Lehrern dieser Bildungsstätten und trat sowohl der 1927 gegründeten Badischen Secession als auch der neuen Neuen Münchener Secession bei.

Das nationalsozialistische Regime, dem es zunächst an Künstlern fehlte, die seine Ideologie zum Ausdruck hätten bringen können, begünstigte die künstlerische Tätigkeit durch den Kunst-am-Bau-Erlass (1934) und beauftragte Bildhauer wie Karl Albiker, Richard Scheibe, Joseph Wackerle, die sich bereits in den 1920er Jahren einen Namen gemacht hatten, mit der Schaffung von Großplastiken für den öffentlichen Raum, unter anderem im Rahmen des Umbauprojektes des Berliner Sportforums zum „Reichssportfeld“. Albiker wurde in das Programm der plastischen Gestaltung der Anlage mit einbezogen, deren Gesamtkonzeption dem Architekten Werner March übertragen worden war. Albiker wirkte in den 1930er Jahren auch in der Jury „Deutsche Kunst“. 1943 nahm er mit neun Arbeiten an der von Reichsleiter Baldur von Schirach organisierten Ausstellung Junge Kunst im Deutschen Reich in Wien teil. Albiker wurde auf der Gottbegnadeten-Liste als einer der wichtigsten bildenenden Künstler des Dritten Reichs aufgeführt.[2]

Während der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs wurden Karl Albikers Wohnung und sein Atelier in Dresden zerstört. 1947 kehrte er in seine badische Heimat zurück und gründete die Karl-Albiker-Stiftung, dank derer seine eigenen Werke sowie Werke aus seiner privaten Kunstsammlung, darunter etwa 80 Arbeiten von Karl Hofer, in den Besitz des Museums der Stadt Ettlingen kamen.

Karl Albiker war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[3] Er starb 1961 im Alter von 82 Jahren in Ettlingen.

Seine Frau Helene Albiker geb. Klingenstein (1878–1952) war Malerin.[4] Sein Sohn Carl Albiker (1905–1996) war Kunsthistoriker und Fotograf.

Auszeichnungen


Ausstellungen (Auswahl)


Werk


Neben seinen Plastiken für den öffentlichen Raum setzte Karl Albiker sich für die Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe mit Tonarbeiten auseinander, schuf Medaillen, Medaillons und Lithografien.

Seine Werke sind unter anderem in der Städtischen Galerie Ettlingen im Schloss Ettlingen und im Städtischen Museum Zwickau zu sehen.

Plastiken

Schriften

Schüler


Literatur


Weblinks


 Commons: Karl Albiker  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Melanie Mertens: Reformbau und Refugium. Das Wohn- und Atelierhaus Karl Albiker in Ettlingen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 39. Jahrgang 2010, Heft 2, S. 107–112. (PDF )
  2. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945 (= Die Zeit des Nationalsozialismus. Band 17153). Vollständig überarbeitete Ausgabe. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-17153-8, S. 16.
  3. kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Albiker, Karl (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (abgerufen am 1. März 2016)
  4. leo-bw.de: Albiker, Helene (abgerufen am 19. Januar 2016)
  5. Sigrid Walther: Eine Göttin für den „Tempel der Gesundheit“. Die Plastik „Hygiena“ von Karl Albiker im Deutschen Hygiene-Museum. Deutsches Hygiene-Museum / DZA Verlag für Kultur und Wissenschaft GmbH, Dresden 1996.
  6. Abbildung der Hygiea (1929/31) auf www.das-neue-dresden.de
  7. Abbildung der Hygiea  (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven i Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf den Seiten des Deutschen Hygiene-Museums.
  8. Abbildung der Skulptur Die Staffelläufer in der Ausstellung Skulpturen im Olympiagelände (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  9. Gebäude des Luftgaukommandos IV in Dresden auf www.das-neue-dresden.de



Kategorien: Bildhauer (Karlsruhe) | Bildhauer (Dresden) | Hochschullehrer (HfBK Dresden) | Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes | Träger des Villa-Romana-Preises | Mitglied im Deutschen Künstlerbund | NSDAP-Mitglied | Ehrenbürger von Ettlingen | Badener | Deutscher | Geboren 1878 | Gestorben 1961 | Mann | Teilnehmer einer Biennale di Venezia



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Karl Albiker (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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