Königsstuhl (Rügen) - de.LinkFang.org

Königsstuhl (Rügen)



Königsstuhl

Der Königsstuhl – von der Victoria-Sicht aus gesehen

Höhe 118 m ü. NN
Lage Rügen, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
Koordinaten 54° 34′ 23″ N, 13° 39′ 45″ O
Gestein Kreide

Der Königsstuhl ist die berühmteste Kreidefelsformation der Stubbenkammer im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen. Seine Höhe beträgt 118 m ü. NN.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Lage

Der Königsstuhl befindet sich 7 km nördlich von Sassnitz und 4 km südöstlich von Lohme. Über einen insgesamt etwa 11 km langen Hochuferweg, der von Sassnitz bis nach Lohme führt oder vom 3 km entfernten Großparkplatz in Hagen (Ortsteil der Gemeinde Lohme) erreicht man per Bus-Pendelverkehr das Nationalpark-Zentrum. Der Eintritt in das Zentrum und damit der Zugang zum Königsstuhl selbst sind kostenpflichtig. Der Königsstuhl auf Rügen ist ein Touristenmagnet. Rund 300.000 Besucher kommen jedes Jahr auf den Königsstuhl, um von dort aus den Blick auf die Ostsee und die Kreidefelsen zu genießen. Allerdings wird der Zugang über das sogenannte Königsgrab durch Felsabbrüche immer schmaler. Die Stadt Sassnitz plant daher eine neue Aussichtsplattform.

Das Gebiet des Königstuhls ist auch gut mit dem Fahrrad erreichbar, z. B. über den Ostseeküsten-Radweg.[1]

Geologie

Rügener Kreide ist die Bezeichnung für einen sehr reinen, sehr feinkörnigen, weißen, mürben und hochporösen Kalkstein der höchsten Oberkreide (Maastrichtium). Er ist unter anderem im Kliff des Jasmund im Nordosten der Insel Rügen aufgeschlossen – „Kreidefelsen“. Die Rügener Kreide gehört geologisch zur Hemmoor-Formation der Schreibkreide-Gruppe und wird dort als Rügen-Member bezeichnet. Chronostratigraphisch fällt das Rügen-Member in das späte untere bis ins späte obere Untermaastricht – ca. 70 Mio. Jahre vor heute. Im nordöstlichen Teil der Insel Rügen, auf der Halbinsel Jasmund, befinden sich umfangreiche Kreidevorkommen. Am bekanntesten sind die „Rügener Kreidefelsen“ der Kliffküste in der Umgebung von Sassnitz. Diese Küstenformationen sind Bestandteil des Nationalparks Jasmund und stehen unter strengem Naturschutz.

Beschaffenheit, Name und Geschichte


Die schmalen, aber wuchtigen Granitstufen, die zu dem 200 m² großen Plateau auf dem Königsstuhl führen, liegen über einem bronzezeitlichen Hügelgrab (2200 bis 800 v. Chr.). Von dem Plateau bietet sich ein weitläufiger Ausblick auf die Ostsee. Den Königsstuhl selbst betrachtet man besser von der etwas südlicher gelegenen Victoria-Sicht.

Der Kreidefelsen und die benachbarten Formationen fallen fast senkrecht zum Strand ab. Durch die geologische Beschaffenheit, das Grund- und Oberflächenwasser sowie dem Wellenschlag am Klifffuß kommt es immer wieder zu kleineren und größeren Abbrüchen am gesamten Kliff, einschließlich der Felsformationen. Beispiel dafür sind die durch ein Gemälde C. D. Friedrich bekannten Wissower Klinken, die es so nicht mehr gibt.

Der Name Königsstuhl soll auf ein Ereignis im Jahre 1715 zurückgeführt sein, bei dem der schwedische König Karl XII. von dieser Stelle ein Seegefecht gegen die Dänen geleitet haben soll. Das Gefecht ermüdete den Herrscher angeblich derart, dass er sich einen Stuhl bringen ließ.

Allerdings wird schon in einem Reisebericht des Pfarrherren Rhenan, der im Auftrag des Pommern-Herzoges Mineralquellen ausfindig machen sollte, im Jahre 1584 der Name „Konigsstuel“ gebraucht, sodass die Namensgebung viel früher anzusiedeln ist.[2]

Einer weiteren Sage zufolge soll der Name daher kommen, dass in alter Zeit derjenige zum König gewählt wurde, dem es als Erstem gelang, von der Seeseite aus den Kreidefelsen zu erklimmen und sich auf den oben aufgestellten Stuhl zu setzen.

Auf der dänischen Insel Møn gibt es analog eine ähnliche Formation, den „Dronningestolen“ = Königinnenstuhl.[3]

Eine ähnliche Formation, der „Kleine Königsstuhl“ befindet sich im aufgelassenen Kreidebruch Gummanz bei dem dortigen Kreidemuseum.

Unweit südlich vom Königsstuhl zum Strand hinunter führt seit alter Zeit eine Holztreppe mit 412 Stufen vorbei am alten Pumpenhaus (Baudenkmal). Sie wurde 1996 umfangreich erneuert und ständig gewartet. Seit 2016 ist sie jedoch wegen der Gefahr von weiteren Abbrüchen an der Kreideküste gesperrt und soll auch nicht mehr erneuert werden.[4]

Weblinks


Commons: Königsstuhl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.: Ostseeküsten-Radweg. In: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (auf-nach-mv.de [abgerufen am 11. Mai 2017]).
  2. Julius von Bohlen: Bericht des M. Johann Rhenan, Pfarrherrn und fürstlichen Saltzgrauen zu Soeden bei Allendorff in Hessen über seine Reisen durch Vor-Pommern und Rügen im J. 1584. In: Pommersches Jahrbuch für Geschichts- und Alterthumsforschung sowie für Statistik und wissenschaftliche Besprechung der socialen Fragen, II. Jahrgang 1868, Stralsund 1869, S. 57–73 (Digitalisat )
  3. Heinz Lehmann, Renate Meyer: Rügen A–Z (Arkona – Zudar). Wähmann-Verlag, Schwerin 1976, S. 44
  4. Artikel Minister: Keine neue Treppe am Königsstuhl – Entscheidung zum Abstieg von Rügens Wahrzeichen fiel in einer Beratung des Umweltministers mit Kommunen, Ämtern und Bürgerinitiative in der Ostsee-Zeitung vom 13. Februar 2018



Kategorien: Berg in Europa | Berg in Mecklenburg-Vorpommern | Berg unter 1000 Meter | Felsen in Mecklenburg-Vorpommern | Sassnitz | Geographie (Rügen) | Deutsche Ostseeküste | Kliff



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Königsstuhl (Rügen) (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 05.05.2020 12:43:24 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.