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Königsberg (Adelsgeschlecht)




Die von Königsberg waren eine, über 500 Jahre bestehende, Ritterfamilie aus dem Hochmittelalter bis in die Frühe Neuzeit mit Besitzungen in der Steiermark, der Buckligen Welt und in Deutsch-Westungarn (heute Burgenland). In alten Urkunden aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert waren auch die Namen Chunigesperch, Chungesberch, Khunigsperg, Kungsperg und Künigsperger für die Familie gebräuchlich. Das im 17. Jahrhundert erloschene Herrenstandsgeschlecht trug den Titel „Freiherren zu Sebenstein und Pernstein“. Genealogische Bearbeitungen des Geschlechts der Königsberger wurden von Franz Karl Wißgrill (erschienen 1824 in „Schauplatz des n.ö. Adels V“) und von Gabr. Bucelini („Germania topochrono – stemmatograph. III“) erstellt. Zumindest bis 1804 besaß die Familie Jörger einen Stammbaum des Adelsgeschlechts.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Die erste urkundliche Erwähnung der Familie Königsberg ist aus dem 12. Jahrhundert überliefert. In einer Urkunde aus dem Jahr 1181 wird Otto I. von Königsberg (Chungesberch) genannt.[2] Otto I. gilt daher nach Wißgrill als der Stammherr des Geschlechts. Otto II. von Königsberg (Otto de Chungesberch, ca. 1212 bis 1240) scheint im Mai 1224 an einem Turnier in Friesach teilgenommen zu haben wobei er am 2. Mai auch gegen den Minnesänger und Dichter Ulrich von Liechtenstein einmal „ritterlich anrannte“ der daraufhin ein ehrenhaftes Zeugnis von Otto II. gab, indem er (in mittelhochdeutscher Sprache) von ihm sang:

Dar kom von Kungesperc ein helt:
so man gar uz welt (auswählt)
der (deren) muoz er immer einer sin.

Gundacher Ritter von Königsberg, ein Mann des „minderen Adels“, der ein eigenes Gefolge von Wehrleuten hatte, wird 1264 im Raum Steiermark erwähnt.[2] Die Königsberger waren Ministeriale der Salzburger und Gurker Bischöfe. Ihr Stammhaus, das alte Schloss und die Herrschaft Königsberg (heute Kunšperk in der Untersteiermark, Slowenien), lag im Cilli-Viertel in der Steiermark an der kroatischen Grenze. Mit dem Stammschloss (heute eine Ruine[3]), noch 1347 im Besitz Johanns von Königsberg, wurde 1389 Conrad Fruett durch den Bischof von Gurk belehnt.

Von der Steiermark kamen sie nach Österreich. Johann I. von Königsberg war der erste, welcher (1322) in der österreichischen Gegend wohnte. Nach Ehrenreich I. verzweigte sich das Geschlecht in eine ältere (Georg) und jüngere Linie (Johann IV.) der beiden Söhne Ehrenreichs. In der Steiermark sind Landsberg, Maierhöfen, Rabensberg und Tuchenstein als ehemalige Besitzungen der Königsberger bekannt. Im 14. Jahrhundert scheinen schließlich die ersten kleineren Besitzungen der Familie im westungarischen Raum auf. Die Burgherrschaften Bernstein, Aspang, Thomasberg, Zigersberg, Schwarzenbach[4], Katzelsdorf und Seebenstein waren in ihrem Besitz. Die Feste Seebenstein war von 1432 bis 1654 in Händen der Königsberger. Von Seebenstein aus versorgte der kaisertreue Johann von Königsberg „in einer finsteren Nacht“ im Jahr 1486, die durch den ungarischen König Matthias Corvinus belagerte Stadt Wiener Neustadt mit Proviant und Munition.[1] Wie viel Einfluss und Ansehen die Königsberger bis in die höchsten Kreise genossen ist unter anderem daran zu erkennen, dass Konrad von Königsberg einer der 14 Männer war, denen König Albrecht II. von Habsburg unterm 9. Februar 1438 zu Ofen die Regentschaft in Österreich übertrug, da sich dieser wegen der Regierungsgeschäfte für Böhmen und Ungarn hier am seltensten aufhalten konnte. Diese Würde bekleidete er wahrscheinlich bis zum Tode König Albrechts.[1]

Zur Zeit der Reformation holten einige Mitglieder der Königsberger evangelische Prediger in ihre Herrschaften. Christoph von Königsberg zu Aspang und Pinkafeld sowie Ulrich und Ludwig von Königsberg und viele weitere Familienmitglieder bekannten sich öffentlich zur neuen Glaubenslehre.[1] Bei den habsburgischen Regenten bekleideten sie meist hohe Ämter. Als Anhänger des Protestantismus waren sie zwar nicht mehr, wie ihre Herrschaftsvorgänger, in der Landesverwaltung tätig, im Militärdienst erwarben sie allerdings eine wichtige Stellung. Ab dem 16. Jahrhundert wurden sie neben anderen Herrschaftsinhabern verpflichtet, zum Schutz ihrer Region gegen die Türken, bestimmte Kontingente an Militär unter Waffen zu halten. Unter anderem haben sie 1532 „ihre“ Burg Bernstein erfolgreich gegen den türkischen Ansturm verteidigt. Im Gegenzug für ihre militärischen Dienste bekamen sie Gelder aus staatlichen Steuern.

Wolfgang von Königsberg wurde per Diplom vom 16. April 1589 von Kaiser Rudolf II. samt seinen Nachkommen in den Freiherrenstand erhoben. Im 16. Jahrhundert waren die Königsberger Ritter das mächtigste Adelsgeschlecht der Mark Pitten. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) gerieten die Königsberger, wie viele andere Adelsgeschlechter, in finanzielle Schwierigkeiten und sahen sich gezwungen Herrschaften zu verkaufen. 1653 erlosch mit dem Tod Wolfgang Matthias' von Königsberg der Mannesstamm der Königsberger, mit der Hochzeit der letzten Namensträgerin Maria Anna Johanna mit Johann Quintin Graf von Jörger im Jahr 1652 ging der Name des Geschlechts der Königsberger endgültig verloren. 1654 kaufte Johanna von Jörger, geborene Freiin von Königsberg, den Familiensitz in Seebenstein.

Das Wappen der Königsberger


Das Wappen besteht aus einem Schild mit zwei gekrönten Helmen. Der quadrierte Schild zeigt im ersten und vierten Feld ein liegendes Antoniuskreuz, im zweiten und dritten Feld zwei halbe sich mit Schaufeln berührende Mühlräder. Über dem Schild zwei Spangenhelme mit Kronen, die eine trägt wieder ein halbes Mühlrad, die andere einen stilisierten Federbusch.

Orte, Erinnerungen


Burgen, Schlösser, Ruinen


Namensträger


→ siehe: Stammliste von Königsberg und Stammliste von Pettau

Literatur


Einzelnachweise


  1. a b c d Verein für Geschichte der Stadt Wien: Berichte und Mittheilungen des Alterthums-vereines zu Wien, Band 1, in Commission der Buchhandlung Prandel und Meyer, 1854
  2. a b Albert Muchar: Geschichte des Herzogthums Steiermark, Band 2, Verlag Damian und Sorge, 1845
  3. Branko Nadilo: Védelmi építmények a Szutla folyó mellékén (ungarisch), abgerufen am 4. Dezember 2009
  4. Eintrag über Burg Schwarzenbach auf Burgen-Austria abgerufen am 24. Februar 2010
  5. Eintrag über Schloss Aspang auf Burgen-Austria (abgerufen am 1. August 2010)
  6. Geschichtliches zum Schloss Katzelsdorf auf der Website des Schlosses Katzelsdorf(abgerufen am 1. August 2010)
  7. Eintrag über Schloss Oberlanzendorf auf Burgen-Austria (abgerufen am 1. August 2010)
  8. Eintrag über Burg Pottendorf auf Burgen-Austria (abgerufen am 1. August 2010)
  9. Eintrag über Burg Thomasberg auf Burgen-Austria (abgerufen am 1. August 2010)
  10. Eintrag über Burgruine Ziegersberg auf Burgen-Austria (abgerufen am 1. August 2010)

Weblinks


Commons: Königsberg family  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien








Kategorien: Österreichisches Adelsgeschlecht | Geschichte des Burgenlandes | Geschichte Niederösterreichs








Stand der Informationen: 04.07.2020 11:57:52 CEST

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