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Joseph Dalton Hooker

Sir Joseph Dalton Hooker (* 30. Juni 1817 in Halesworth, Suffolk; † 10. Dezember 1911 in Sunningdale, Berkshire) war ein englischer Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Hook.f.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken


Joseph Dalton Hooker war der zweite Sohn von William Jackson Hooker und dessen Frau Maria Sarah Turner (1797–1872). Er besuchte gemeinsam mit seinem älteren Bruder William zunächst die Glasgow High School.[1] 1832 begannen beide an der University of Glasgow zu studieren.[2] 1839 wurde er dort zum Doktor der Medizin (M.D.) promoviert. Ab 1839 bereiste er als Arzt und Naturwissenschaftler unter Kapitän James Clark Ross drei Jahre lang die Südpolregion und arbeitete über die Floren der Antarktis, Neuseelands und Tasmaniens. Er gehörte zu den Pionieren der Landbrücken-Hypothese: Zur Erklärung der Verbreitung von ähnlichen Blütenpflanzen in Südamerika und Australien nahm er an, dass die Kontinente einst durch eine seitdem überflutete Landbrücke verbunden waren. Von 1847 bis 1851 bereiste er Indien, 1860 Palästina, 1871 Marokko und 1877 die Vereinigten Staaten. Er entdeckte unter anderem die Kannenpflanze Nepenthes rajah und beschrieb die Welwitschie.

Von 1865 bis 1885 war er Direktor des Royal Botanic Garden in Kew. Daneben war er lange Zeit Herausgeber und Mitarbeiter der Zeitschriften Curtis’s Botanical Magazine (von 1865 bis 1904) und Hooker’s Icones plantarum (von 1867 bis 1890).

Hooker lernte nach Abschluss der Südpolexpedition Charles Darwin kennen und übernahm die Klassifikation der von Darwin auf den Galápagos-Inseln gesammelten Pflanzen. Die beiden Wissenschaftler wurden enge Freunde und Hooker stand Darwin seitdem mit Rat und Tat zur Seite. Zusammen mit Thomas Huxley verteidigte er am 30. Juni 1860 an der University of Oxford während der „Huxley-Wilberforce-Debatte“ Darwins Schrift Die Entstehung der Arten (On the Origin of Species). Kurz vor seinem Tod im Jahr 1882 betraute Darwin Hooker mit der Gesamtverantwortung für die Erstellung des Index Kewensis, einem Index aller zwischen 1753 und 1885 publizierten Namen von Blütenpflanzen. Als Autor und Bearbeiter beauftragte Hooker den Sekretär der Linnean Society of London, Benjamin Daydon Jackson.

Nach Hookers Tod boten der Dekan und das Kapitel von Westminster Abbey seiner Familie eine Beisetzung nahe dem Grab Darwins an, verlangten aber, dass Hookers Leichnam dafür eingeäschert würde. Seine Witwe Hyacinth lehnte beides ab und Hooker wurde gemäß seinen Wünschen neben seinem Vater auf dem Friedhof der St. Anne’s Church in Kew Green nahe den Royal Botanic Gardens beigesetzt.

Ehrungen (Auswahl)


Nach Hooker sind das Kap Hooker, der Hooker-Gletscher und der Mount Hooker in der Antarktis benannt.

Nach Hooker benannt sind Hookerella Tiegh. aus der Familie der Riemenblumengewächse (Loranthaceae), Hookerina Kuntze aus der Familie der Wasserhyazinthengewächse (Pontederiaceae), Hookerochloa E.B.Alexeev aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) und Josephia Wight aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae).[4]

Schriften (Auswahl)


Bücher

Mit Thomas Thomson:

Mit George Bentham:

Zeitschriftenbeiträge

Literatur


Einzelnachweise


  1. Leonard Huxley: Life & Letters of Sir Joseph Dalton Hooker. Band 1, J. Murray, London 1918, S. 22 (online ).
  2. Leonard Huxley: Life & Letters of Sir Joseph Dalton Hooker. Band 1, John Murray, London 1918, S. 24 (online ).
  3. Member History: Joseph D. Hooker. American Philosophical Society, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  4. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2018. [1]

Weblinks


 Commons: Joseph Dalton Hooker  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



Kategorien: Botaniker (19. Jahrhundert) | Polarforscher (Antarktis) | Präsident der Royal Society | Mitglied der Accademia dei Lincei | Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen | Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) | Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der American Academy of Arts and Sciences | Mitglied der American Philosophical Society | Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der National Academy of Sciences | Träger der Copley Medal | Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) | Träger des Order of Merit | Knight Grand Commander des Order of the Star of India | Brite | Geboren 1817 | Gestorben 1911 | Mann


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