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Johann Georg Büsch

Johann Georg Büsch (* 3. Januar 1728 in Altenmedingen bei Lüneburg; † 5. August 1800 in Hamburg) war ein deutscher Pädagoge und Publizist.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk


Im Alter von drei Jahren kam Büsch mit seinen Eltern nach Hamburg, wo sein Vater, Paul Christoph Büsch, eine Predigerstelle an der Hauptkirche St. Michaelis erhalten hatte. Büsch besuchte ab 1741 das Johanneum und ab 1746 das Akademische Gymnasium in Hamburg. Seine Lehrer waren Hermann Samuel Reimarus und Michael Richey. Von 1748 an studierte er in Göttingen an der Georg-August-Universität Theologie. Danach ging er als Privatlehrer zurück nach Hamburg. 1756 wurde er Lehrer für Mathematik am Akademischen Gymnasium. Diese Tätigkeit übte er bis zu seinem Tode aus.

Johann Georg Büsch übernahm 1771 die Leitung der Ende des Jahres 1767 von dem Kaufmann Friedrich Christian Wurmb gegründeten Handelsakademie[1], eine weit über Hamburg hinaus bekannte Privatschule zur Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses. Zu den bekanntesten Schülern zählten Alexander von Humboldt, Ernst-Wilhelm Arnoldi sowie Carsten Niebuhr, aber auch eine Reihe angesehener Hamburger Kaufleute (Georg Heinrich Sieveking, Johann Michael Hudtwalcker, Martin Johann Jenisch).

In zahlreichen Schriften[2] widmete er sich verschiedenen Problemen aus dem Bereich der Wirtschaftstheorie und -praxis und gab die Hamburgischen Anzeigen von gelehrten Sachen sowie – gemeinsam mit Christoph Daniel Ebeling – die Handlungsbibliothek heraus. Darüber hinaus gehörte Büsch zu den Mitbegründern und engagiertesten Mitgliedern der „Hamburgischen Gesellschaft zur Förderung der Künste und nützlichen Gewerbe“ (Patriotische Gesellschaft). 1794 publizierte er mit Ueber den Gang meines Geistes und meiner Tähtigkeit eine detaillierte Autobiographie.[3] Auch nachdem Büsch in den letzten Jahren seines Lebens nahezu erblindet war, arbeitete er unermüdlich bis zu seinem Tode im Jahre 1800.[A 1]

Johann Georg Büsch besaß eine Bibliothek von 3200 Büchern, die sich überwiegend mit dem Thema Mathematik befassten. Sie wurde nach seinem Tode mithilfe von Spendern und dem Admiralitätskollegium für die Stadtbibliothek aufgekauft.[4] Er besaß ebenso eine Sammlung physischer und mathematischer Instrumente, die der Sammlung Kirchhof ähnlich war.[5]

Büsch war unter anderem mit Friedrich Gottlieb Klopstock, Christian Adolph Overbeck und Gottlob Friedrich Ernst Schönborn befreundet; er gehörte zu Klopstocks Lesegesellschaft. Er war Freimaurer in einer bisher unbekannten Loge, wohl auch Illuminat.

Johann Georg Büsch hatte 1759 Margarete Augusta Schwalb geheiratet. Aus der Ehe stammen fünf Söhne und fünf Töchter. Die Tochter Friederike Elisabeth Büsch heiratete Piter Poel. Die Tochter Wilhelmine heiratete Hieronymus Sillem. Die Söhne Karl August und Ernst wurden Kaufmann.

Bereits 1794 hatte Büsch eine Stele mit seinem Porträt-Relief als Grabstein gekauft. 1797 wurde seine Ehefrau bestattet; heutiger Standort Heckengarten-Freilichtmuseum auf dem Ohlsdorfer Friedhof.[6][7] Die (heute unleserliche) Inschrift lautet: „ALS MENSCH EDEL - ALS LEHRER GROSS - FÜR MIT- UND NACHWELT - ZU WIRKEN - DAS WAR SEINES LEBENS - ZIEL“.[8] 1802 errichtete die Patriotische Gesellschaft ihm zu Ehren das Büsch-Denkmal. Es befindet sich heute am Theodor-Heuss-Platz nahe dem Dammtorbahnhof. Ihm zu Ehren trägt die Büschstraße in der Hamburger Neustadt seit 1841 seinen Namen.[9] Karl Marx zitiert Büschs Zusätze zu seiner theoretisch-praktischen Darstellung der Handlung in ihren mannigfaltigen Geschäften (Bd. 2, 1798, S. 232 f.) im dritten Band von Das Kapital.[10] Im Bereich des Ohlsdorfer Althamburgischen Gedächtnisfriedhofs befindet sich ein Sammelgrabmal (“Professoren am Gymnasium Academicum”) zu Ehren von Johann Georg Büsch und anderen.

Schriften


Literatur


Porträts


Weblinks


Wikisource: Johann Georg Büsch – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise


  1. Gründung 1767, Initiator Friedrich Christian Wurmb, Eröffnung 1768, siehe Johannes Classen, Die ehemalige Handelsakademie des Professors J. G. Büsch ... S. 6.
  2. Aufstellung siehe Hans Schröder: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller ...
  3. Johann Georg Büsch: Ueber den Gang meines Geistes und meiner Tähtigkeit. (= Erfahrungen. Band 4). Benjamin Gottlob Hoffmann, Hamburg 1794.
  4. Christian Petersen: Geschichte der Hamburgischen Stadtbibliothek, Verlag Perthes, Besser & Mauke, 1838, S. 92 ff, (online)
  5. J. Smidt (Hrsg.): Hanseatische Magazin. 5ter Band, Friedrich Wilmans, Bremen 1801, Friedrich Johann Lorenz Meyer, Physikalisches Kabinet des verstorbenen Herrn Senator Kirchhof in Hamburg. S. 28 (Fußnote).
  6. Eberhard Kändler: Begräbnishain und Gruft: die Grabmale der Oberschicht auf den alten Hamburger Begräbnisplätzen. (= Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg. Nr. 17). Verlag Christians, 1997, ISBN 3-7672-1294-3, S. 75 und S. 133 (Nr. 49, Johann Georg Büsch)
  7. Inschrift Grabstein-Vorderseite bei genealogy.net
  8. Barbara Leisner: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf, Band 2, Seite 20 Nr. 43
  9. Christian Hanke: Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte. 4. Auflage. Medien-Verlag Schubert, Hamburg 2006, ISBN 3-929229-41-2, S. 234.
  10. Marx-Engels-Werke. Band 25, S. 625 f. Siehe auch Marx-Engels-Gesamtausgabe Abteilung IV. Band 32, S. 167 f. Nr. 179, 180 und 181.

Anmerkungen


  1. .Wohnanschrift 1800 „Büsch, Joh. Georg, Professor, Neust. Fuhlentwiete, no. 94.“ in: Hamburgisches Adress-Buch bei Staatsbibliothek Hamburg



Kategorien: Pädagoge (18. Jahrhundert) | Publizist | Lexikograf | Aufklärer | Freimaurer (18. Jahrhundert) | Freimaurer (Deutschland) | Professor am Akademischen Gymnasium Hamburg | Deutscher | Geboren 1728 | Gestorben 1800 | Mann

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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Johann Georg Büsch (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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