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Jaspis



Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Jaspis (Begriffsklärung) aufgeführt.

Jaspis ist eine mikrokristalline, feinkörnige Varietät des Minerals Quarz (SiO2) und eng verwandt mit dem stets faserig aufgebauten Chalcedon. Die Verwandtschaft ist so eng, dass sogar Stücke vorkommen, bei denen körnig und faserig aufgebaute Quarzmaterialien miteinander verwachsen sind.

Aufgrund seiner polykristallinen Struktur ist Jaspis im Allgemeinen undurchsichtig weiß und kann durch Beimengungen wie unter anderem verschiedene Eisenoxide alle Farbtönungen von Gelb über Rot und Braun bis Schwarz, aber auch rosa und grünliche Farbtöne annehmen.

Jaspis wird ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet, die aufgrund der Mohshärte von 6,5 bis 7[1] sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischer Beanspruchung sind. Geschliffen und poliert weisen die Steinoberflächen anschließend einen glas- bis fettähnlichen Glanz auf.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte


Das Wort „Jaspis“ leitet sich über das lateinische iaspis aus dem griechischen ἴασπις, íaspis für „gesprenkelter Stein“ ab. Diese Bezeichnung wiederum stammt ursprünglich aus einer orientalischen Sprache, möglicherweise aus dem Altägyptischen oder Persischen (yashp). Im Hebräischen heißt es Jaspheh. Jaspis ist der einzige Edelsteinname im Nibelungenlied: dort schmückt ein grasgrüner Jaspis Siegfrieds Schwert Balmung (Strophe 1783).[2]

Eigenschaften


Jaspis ist nur sehr selten in reiner Form zu finden. Durch Verwachsungen mit Achat und Opal, aber auch durch Fremdbeimengungen von bis zu 20 % wie Aluminiumoxid, Eisenoxid, Eisenhydroxid und Manganhydroxid schwanken seine chemischen und physikalischen Eigenschaften sehr stark. Da die Menge und Verteilung dieser Beimengungen über das Erscheinungsbild entscheiden, ist der Farb- und Varietätenspielraum des Jaspis außerordentlich groß. Zudem ändert sich auch die Strichfarbe je nach Beimengung und lässt sich kaum zur Echtheitsprüfung heranziehen.

Das hat zur Folge, dass viele ähnlich geformte und gemaserte Minerale bzw. Varietäten und sogar Gesteine, deren Farbe und Zeichnung denen des Jaspis ähnlich sehen, unter diesem Namen im Handel vertrieben werden.

Varietäten


Die Namen beziehungsweise Handelsnamen der vielen Varietäten spiegeln oft ihren Herkunftsort, aber auch ihre Farbe und Zeichnung wider.

Der Heliotrop wird zwar oft fälschlich mit dem Synonym Blutjaspis belegt, ist jedoch eine eigenständige Quarzvarietät von lauchgrüner Farbe mit rosa bis roten Flecken. Im Gegensatz zum körnigen Jaspis ist Heliotrop jedoch radialstrahlig aufgebaut, kann aber dem Jaspis durch Bildung kugeliger Aggregate ähnlich sehen.

Bildung und Fundorte


Jaspis findet sich derb, eingesprengt, in Kugeln und Geschieben meist als Gangfüllung oder Knollen, selten auch in trauben- oder nierenförmigen Gestalten.

Neben den bereits bei den Varietäten benannten Fundorten wird Jaspis darüber hinaus unter anderem an folgenden Stellen gefunden: Erzgebirge, Harz, Auggen, Kleinkems und Istein bei Efringen-Kirchen sowie Idar-Oberstein in Deutschland, Jekaterinburg und Ochotsk in Sibirien, auf der italienischen Insel Sizilien und der französischen Insel Korsika, sowie in Tirol.

Verwendung als Schmuckstein


Jaspis war im Altertum bei den Griechen und Römern ein höchst angesehener Schmuckstein.

In der Bibel heißt es über das dem Apostel Johannes offenbarte Himmlische Jerusalem:

„Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Karneol, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth und der zwölfte ein Amethyst.“

(Offb 21,19 EU )

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Jaspis an Bedeutung und Wertschätzung verloren und wird gegenwärtig zu Siegelsteinen, Dosen, Vasen, Tischplatten, Kannen, Mosaik, architektonischen Arbeiten etc. genutzt.

Größte Schmucksteine

Manipulationen und Imitationen

Die Vielfalt an Farben und Zeichnungen beim Jaspis macht es leicht, ihn mithilfe ähnlich aussehender Gesteine und Varietäten anderer Minerale nachzuahmen. Beispielsweise wird auch die Serpentin-Varietät Silberauge unter der Bezeichnung Zebra-Jaspis vertrieben. Blumenjaspis ist eigentlich Unakit und ebenso ein Gestein wie der als Leopardenfell-, Regenwald- oder Augen-Jaspis verkaufte Rhyolith.

Esoterik


Der im späten Mittelalter berühmte Naturforscher Conrad Gessner überlieferte: „Der Jaspis ist ein Schild vor der Brust, das Schwert in der Hand und die Schlange unter den Füßen. Er schirmt gegen alle Krankheiten und erneuert Geist, Herz und Verstand.“ Bei den alten Griechen glaubte man, dass der Jaspis seinem Träger innerliche Harmonie beschere und Frauen durch das Tragen des Steins eine harmonievolle Schwangerschaft haben. Der rote Jaspis solle am besten bei Übelkeit und übermäßiger Esslust helfen.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Commons: Jaspis  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Jaspis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. 16., überarbeitete Auflage. BLV Verlag, München 2014, ISBN 978-3-8354-1171-5, S. 162.
  2. Hermann Tertsch: Das Geheimnis der Kristallwelt. Roman einer Wissenschaft. Gerlach & Wiedling, Wien 1947, S. 100.
  3. Porzellanjaspis im Edelsteinlexikon des Wiener Edelstein Zentrums
  4. Mineralienatlas: Porzellanit
  5. Die Kolyvan-Vase, größter polierter Jaspis-Edelstein mit zirka 19 Tonnen Gewicht
  6. Größte Kugel aus rotem Jaspis mit 1 Tonne Gewicht
  7. Schon gewusst. In: Berliner Zeitung, 13. Mai 1995



Kategorien: Schmuckstein | Varietät (Mineralogie) | Trigonales Kristallsystem



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Jaspis (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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