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Instandhaltung



Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die Instandhaltung in der Denkmalpflege siehe Denkmalpflege
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DIN 31051
Bereich Instandhaltung
Titel Grundlagen der Instandhaltung
Letzte Ausgabe 2019-06
ISO -
DIN EN 13306
Bereich Instandhaltung
Titel Instandhaltung - Begriffe der Instandhaltung
Kurzbeschreibung: Deutsche, englische und französische Fassung
Letzte Ausgabe 2018-02
ISO -

Instandhaltung ist nach DIN EN 13306 und DIN 31051 die Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus eines Objekts, die dem Erhalt oder der Wiederherstellung ihres funktionsfähigen Zustands dient, sodass es die geforderte Funktion erfüllen kann.[1]

Der Begriff der Instandhaltung wird in nationalen und internationalen Normen und Regelwerken bis dato unterschiedlich definiert. Aus diesem Grund hat das Europäische Komitee für Normung (CEN) die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung der Definition der Grundbegriffe für alle Arten der Instandhaltung und des Instandhaltungsmanagements – unabhängig von der Art des betrachteten Objekts – erkannt, mit dem Ziel eine umfassend strukturierte Norm zu verfassen, die in Form eines Instandhaltungswörterbuchs die Hauptbegriffe, einschließlich ihrer Definitionen enthält. Um Doppel- und Mehrfachnormungen zu vermeiden, soll es für die Begriffsbestimmung nur noch die EN 13306 geben. Die Instandhaltung ausschließlich von Software ist von dieser Norm ausgenommen. Die DIN 31051 wurde im Jahr 2019 zuletzt fortgeschrieben und soll bei der nächsten Überprüfung zurückgezogen werden, um durch die DIN EN 13306 als nationale Norm ersetzt zu werden.[2]

Während ältere technische Normen und Regelwerke unter Instandhaltung vornehmlich technische Maßnahmen beschreiben, um die Funktionssicherheit eines Objekts dauerhaft zu erhalten, hat sich der Anspruch an die Instandhaltung dahingehend verändert, dass sich Instandhaltung eben nicht nur auf technische Maßnahmen allein beschränkt, sondern auch administrative Maßnahmen wie, Planung, Handhabung von Dokumentationen, Analyse, Rückmeldung u. v. m. beinhaltet.[3] Instandhaltung ist nicht mehr allein – je nach verwendeter Norm - eine bestimmte Abfolge von Maßnahmen, sondern bildet den Prozess eines auf die jeweilige Situation maßgeschneiderten Instandhaltungsmanagements ab.

Die europäische Norm EN 13306 legt die Grundbegriffe für die technischen und administrativen Bereiche sowie für das Instandhaltungsmanagement fest. Die DIN 31051 und die DIN EN 13306 unterscheiden sich sowohl in der Struktur als auch in der Verwendung von Begriffen derzeit noch. Während die DIN EN 13306 nach Instandhaltungsarten und Instandhaltungstätigkeiten strukturiert, gliedert die DIN 31051 die Instandhaltung in Grundmaßnahmen, was aber nicht im Widerspruch zu den Anforderungen in der DIN EN 13306 steht. Ferner wird in der DIN 31051 der Begriff des Abnutzungsvorrates definiert, der bisher noch in der Terminologie der DIN EN 13306 fehlt. Nach Implementierung der Inhalte der DIN 31051 in die DIN EN 13306 wird die DIN 31051 zurückgezogen.[4]

Inhaltsverzeichnis

Normative Verweise


Die DIN-Norm DIN 31051 strukturiert die Instandhaltung in die vier Grundmaßnahmen

  1. Wartung
  2. Inspektion
  3. Instandsetzung
  4. Verbesserung

Die DIN EN 13306 unterteilt die Instandhaltung in die zwei Kategorien

  1. Vorbeugende Instandhaltung
  2. Korrektive Instandhaltung

Ziele der Instandhaltung


Instandhaltung kann zur Vorbeugung von Systemausfällen betrieben werden. Weitere Ziele können sein:

Instandhaltung ist besonders dort wichtig, wo das Versagen technischer Systeme Menschenleben unumkehrbar schädigt. In solchen Fällen ist die Überwachung von Instandhaltungsaufgaben meist eine hoheitliche Aufgabe, die in der Verantwortung des Staates liegt, wie beispielsweise beim Arbeitsschutz. Wegen der daraus resultierenden Kosten werden die damit im Zusammenhang stehenden Sicherheitsvorschriften im globalen Wettbewerb je nach Interessenlage als Standortnachteil oder als Standortvorteil betrachtet.

Die Instandhaltung von Flugzeugen ist besonders genau geregelt.

Instandhaltung heute


Werkzeugmaschinen und Produktionsanlagen haben sich in den letzten Jahren in ihrem Aufbau und ihrer Technik enorm weiterentwickelt. Es wird somit immer schwieriger, den Zustand einzelner Bauteile oder Baugruppen zu erfassen, da an modernen Anlagen wesentlich mehr Schwachstellen aufzufinden sind, als es noch bei ursprünglichen Maschinen der Fall war. Hinzu kommt, dass Konstrukteure nicht mehr zur Überdimensionierung neigen, sondern eher Platz sparendere und leichtere Anlagen entwickeln. Somit reagieren allerdings auch eine Vielzahl von Bauteilen sensibler auf Verschleißerscheinungen und Defekte.

Heute haben Wartungs- und Instandhaltungskonzepte primär die Aufgabe, eine möglichst hohe technische Verfügbarkeit der Anlage zu gewährleisten. Immer mehr Unternehmen kommen von der veralteten Ansicht ab, dass die Instandhaltung nur ein notwendiges Übel oder lediglich ein Kostenverursacher sei. Der ständig wachsende Druck im Wettbewerb um Qualität und Produktivität zwingt die Unternehmen zu Einführungen von Wartungs- und Instandhaltungssystemen, um somit ungewollten Anlagenausfällen aus dem Wege zu gehen. Dabei ist das firmeninterne Know-how von sehr großer Bedeutung.

Wissen ist eine der wichtigsten Quellen zur Schaffung und Erhaltung von Wettbewerbsvorteilen, insbesondere bei der Instandhaltung. Zwar ist das Grundgerüst eines Instandhaltungssystems auf standardisierte Maßnahmen zurückzuführen, jedoch wird hier ein erhebliches Maß an Erfahrung der Mitarbeiter, bzw. der durchführenden Personen unbedingt erforderlich sein. Nur so kann die Aktualität der angewendeten Maßnahmen gewährleistet bleiben. In der Praxis entstehen nicht selten Probleme, die von Herstellerfirmen noch nicht erkannt wurden. Hier ist das Wissen der Mitarbeiter zur Lösung dieser Probleme und zur Bewertung der aktuellen Systemzustände gefragt, denn nur jemand mit Erfahrung im täglichen Umgang der Maschinen kann sie auch bewerten.

Hier muss sich ein Unternehmen auch die Frage zwischen Eigen- oder Fremdinstandhaltung (Outsourcing) stellen. Die Eigeninstandhaltung hat zwangsläufig den Vorteil, dass sich das firmeneigene Know-how über die eigenen Maschinen mit der Zeit immer mehr ausbaut, was bei der Fremdinstandhaltung nicht mehr der Fall wäre. Bei einer Übergabe der Wartungsarbeiten an Instandhaltungsunternehmen geht ein hohes Maß an Erfahrung der Mitarbeiter im Umgang mit der Maschine verloren.

Der Markt für Industrieservices in Deutschland


2016 bestimmten die folgenden Anbieter maßgeblich den deutschen Markt für Industriedienstleistungen:[5]

Rang Unternehmen Umsatz in Deutschland in Mio. Euro Mitarbeiterzahl in Deutschland
1 Bilfinger SE, Mannheim 1.004,0 08.961
2 Wisag Industrie Service Holding GmbH, Frankfurt am Main 740,0 13.000
3 Remondis Maintenance & Services GmbH, Köln 1) 670,0 05.200
4 Leadec-Gruppe, Stuttgart 2) 438,0 07.583
5 Kaefer Isoliertechnik GmbH & Co. KG, Bremen 335,0 03.210
6 Weber Unternehmensgruppe GmbH & Co. KG, Pulheim 262,0 01.830
7 Hertel Industrie Service GmbH, Lingen *) 260,0 0.0987
8 Kiel Industrial Services AG, Wesseling 185,7 01.621
9 Babcock Industry and Power GmbH, Oberhausen 3) 155,8 01.124
10 InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG (heute YNCORIS GmbH & Co. KG), Hürth 113,5 0.0783

1) Teil der Remondis-Gruppe und Gesellschafter der Unternehmensverbunde Xervon und Buchen, die seit 2014 konsolidiert melden

2) vormals Voith Industrial Services: Umsätze und Mitarbeiter der Leadec und Veltec

3) inklusive Umsätze und Mitarbeiterzahlen der Ritter-Gruppe und der Bachtrup GmbH

*) Daten teilweise geschätzt

Die Aufnahme in dieses Ranking unterliegt genau definierten Kriterien. Mindestens 50 Prozent des Inlandsumsatzes werden mit Industrieservices (Instandhaltungsleistungen nach DIN 31051, Anlagen- und Maschinenreinigung, Gerüstbau, Rohrleitungsbau usw. sowohl in der Prozess- als auch Fertigungsindustrie ohne Anlagenbau, Software-Verkauf oder Energiemanagement/Energieversorgungsdienstleistungen) erwirtschaftet. Keine OEMs (Original Equipment Manufacturer) sowie Industrieparks, keine Kraftwerk-Services. Mindestens 66 Prozent des Umsatzes resultieren aus externen Aufträgen.

Die Lünendonk & Hossenfelder GmbH betrachtet seit 2009 kontinuierlich den Markt für Industrieservices in Deutschland. Als Industrieservices definiert sie die Leistungen, die nach DIN 31051 erbracht werden. Darunter fallen Diagnose, Wartung, Inspektion sowie Instandsetzung. Dabei erhebt das Marktforschungsunternehmen nicht den Anspruch, den Gesamtmarkt abzubilden. Es konzentriert sich vielmehr darauf, die führenden Anbieter in einem bestimmten Marktsegment zu betrachten. Daneben werden einige mittelgroße und kleine Industriedienstleister zu Vergleichszwecken in die Analysen einbezogen. Diese Unternehmen repräsentieren zusammen die Grundstruktur des Marktes und so hohe Umsatzanteile am Markt, dass Folgerungen für die Gesamtsituation und -entwicklung möglich sind.

Vorbeugende Instandhaltung


Mit der Einführung eines vorbeugenden Instandhaltungskonzeptes werden im Hinblick auf die Anlagenproduktivität folgende Ziele gesetzt:

Für die Umsetzung dieser Ziele reicht es jedoch nicht aus, lediglich Wartungsaufgaben zu definieren und durchzuführen oder regelmäßige Inspektionen durchzuführen, sondern ebenfalls von großer Bedeutung ist eine reibungslose Ersatzteilversorgung. Dabei sollte das Unternehmen allerdings hohe Ersatzteilbestände vermeiden und nur jene Bauteile als Ersatzteile lagern, die zur Erhaltung der erforderlichen Maschinenverfügbarkeit notwendig sind, oder Absprachen mit dem Anlagenlieferanten über die Vorhaltung von Ersatzteilen treffen. Hierzu sind Erfahrungswerte wie z. B. die Bestellhäufigkeit bestimmter Teile hilfreich. Auch Teleservice kann helfen, Stillstandszeiten zu minimieren.

Strategien in der Instandhaltung


Weiterhin steht neben dem technischen Aspekt auch die Betrachtung der betrieblichen Kosten, die für den Wartungs- und Instandhaltungsbereich anfallen. Bei einem Maschinenausfall kommen auf einen Betrieb in der Serien- oder Massenfertigung nicht nur die Kosten zu, die durch eventuelle Reparaturarbeiten oder Neuanschaffung defekter Bauteile entstehen, sondern während des Ausfalls kann das Unternehmen die Fertigung an der ausgefallenen Maschine nicht weiter ausführen. Termintreue und Erhaltung der Produktqualität spielen dabei eine sehr wichtige Rolle.

In der heutigen Instandhaltung werden unterschiedliche Strategien genutzt. Die wichtigsten Strategien sind dabei:

Begriffe der Instandhaltung


Die Instandhaltung wird nach DIN 31051:2003-06 definiert als:

„Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus einer Betrachtungseinheit zur Erhaltung des funktionsfähigen Zustandes oder der Rückführung in diesen, so dass sie die geforderte Funktion erfüllen kann.“

„Die Instandhaltung kann vollständig in die Grundmaßnahmen Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Verbesserung, Schwachstellenanalyse unterteilt werden.“

Weitere Begriffe sind (nach DIN 31051:2003-06):

Begriffe der früheren Fassung der DIN 31051:1985-01, die in der Neufassung von 2003 nicht mehr enthalten sind:

Die englische Bezeichnung maintenance, repair and overhaul, kurz MRO, hat sich international als Oberbegriff im Bereich Instandhaltung etabliert.[6]

Instandhaltungsplanung


Instandhaltungsplanung ist die systematische Vorbereitung und Festlegung aller Aktionen, die erforderlich sind, um die Funktionsfähigkeit der Produktionsanlagen einer Industrieunternehmung bis zum Ende der wirtschaftlichen Nutzungsdauer vor Beeinträchtigungen zu schützen bzw. bei Verschleiß und Störungen wiederherzustellen (vorbeugende Instandhaltung). Der Instandhaltungsplan ist eine Antwort auf Fragen, wann und was für Wartungsarbeiten zu tun sind.

Aus- und Weiterbildung in der Instandhaltung


Die klassische Laufbahn eines „Instandhalters“ ist die Berufsausbildung (z. B. zum Schlosser, Elektromechaniker) mit anschließender Meisterausbildung. Gerade in größeren Industriebetrieben stehen aber auch Instandhalter immer öfter vor Führungs- und Marketingaufgaben. Strategische Planungsprozesse, Teamaufgaben (z. B. Bildung, Führung) und auch Marketing („Verkauf“ der Instandhaltungsleistung bei der Geschäftsleitung) stellen immer öfter auch Tätigkeitsschwerpunkte von Instandhaltungsmitarbeitern dar. In Deutschland besteht seit 1999 der Berufsakademie-Studiengang zum Diplom-Ingenieur Service Engineering (BA), dieser wird dort als duales Studium in Zusammenarbeit mit Praxisunternehmen durchgeführt.

In Österreich wurde im Herbst 2011 der FH-Lehrgang AMMT - Asset Management and Maintenance Technologies gestartet. Der berufsbegleitende Weiterbildungslehrgang richtet sich an Fachkräfte in Instandhaltung und Produktion.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Wiktionary: Instandhaltung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. DIN-TERMinologieportal, verfügbar unter: https://www.din.de/go/din-term bzw. https://www.din.de/de/service-fuer-anwender/din-term/anmeldung
  2. DIN 31051:2019-06, Vorwort: https://www.beuth.de/de/norm/din-31051/303020440
  3. DIN EN 13306:2018-02, Einleitung: https://www.beuth.de/de/norm/din-en-13306/270274780
  4. DIN 31051:2019-06, Vorwort: https://www.beuth.de/de/norm/din-31051/303020440
  5. Lünendonk-Liste 2017: Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland
  6. Maintenance, Repair and Overhaul (MRO). (Memento des Originals vom 20. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Lexikon auf der Website der VerkehrsRundschau, abgerufen am 4. Dezember 2016



Kategorien: Instandhaltung



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