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Innenstadt




Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Innenstadt (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Innenstadt (in der Schweiz mancherorts auch Innerstadt) ist der innere Teil einer Stadt, auch unter Betonung der Funktion im Stadtgefüge als City oder allgemein Stadtzentrum, Zentrum, Centrum[1] oder Stadtmitte bezeichnet, in dem sich meist alle wichtigen Verkehrswege und Versorgungswege treffen, ineinander münden oder kreuzen. Des Weiteren konzentrieren sich hier Handel, Dienstleistungs­einrichtungen der Stadt und, je nach Status der Stadt, regionale Verwaltungen, Bahnhöfe und Busbahnhöfe (ZOB) – also Einrichtungen des tertiären Sektors. Wegen der hohen Bodenpreise gibt es eine Tendenz zur Bebauung mit Hochhäusern und zu hoher Bebauungsdichte sowie einer geringen Wohnbevölkerung und einer hohen Zahl von Einpendlern. Eine genauere Abgrenzung kann über den Schaufensterindex, den CBD-Höhenindex und den CBD-Intensitätsindex erfolgen.

In vielen Städten fällt der Bereich der Innenstadt mit dem Gebiet des historischen Stadtkerns, der städtischen Keimzelle zusammen, so dass hier Sehenswürdigkeiten (Kirchen, Bau- und Kulturdenkmäler, historische Gebäude) konzentriert sind. Als Innenstadt wird der Stadtteil bezeichnet, der keinen eigens ausgewiesenen Namen trägt, aber umgangssprachlich als solche bezeichnet wird.

Die Innenstadt wird in den Raumwissenschaften auch als Typ eines Zentrums (Zentrentyp) betrachtet und von anderen Zentren typologisch unterschieden. Nach dieser Betrachtung wird unter Innenstadt zumeist ein historisch gewachsener Kern einer Stadt verstanden, dem im Falle eines Zentrensystems weitere Zentren (z. B. weitere Innenstädte oder Neben- bzw. Stadtteilzentren, Nahversorgungszentren, spezielle oder atypische Zentren) zugeordnet sind. Im Regelfall bilden sich in einem Zentrensystem besondere Merkmale heraus, die unter Gesichtspunkten einer funktionalen oder hierarchischen Abstufung klassifiziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung


Innenstädte können in Deutschland je nach örtlichen und regionalen Verhältnissen sehr unterschiedliche Ausprägungen entwickeln. Idealtypisch sind Innenstädte die verdichteten Altstadtkerne von Städten, die in historischen Dimensionen gewachsen sind. Meist ist in ihnen das Wohnen von Ober- und Mittelschicht, manchmal sogar das Wohnen generell weitgehend verschwunden oder auf Einzel- und Randlagen bzw. auf obere Geschosse zurückgedrängt. Im Regelfall dominieren tertiäre Nutzungen (Geschäfte, Büros, öffentliche Gebäude) und Verkehrsanlagen das Bild der Innenstädte. Die von allen sozialen Schichten bewohnte Innenstadt, deren wichtige Straßen und Plätze die Wohn- und Geschäftsgebäude der Ober- und Mittelschicht prägen, ist heute in Deutschland kaum noch zu finden. Insbesondere in den deutschen Großstädten haben Verkehrs-, Handels- und Verwaltungsnutzungen das Wohnen verdrängt und die einstmals bewohnte Altstadt zu einem Hauptgeschäftszentrum (central business district) der Stadt verändert.

Zugleich ist bei Gewerbetreibenden in manchen Innenstädten, so auch bei fast allen Schweizer Innenstädten, eine Abnahme der die Zahl der Kundenbesuche zu beobachten. Der Präsident des Schweizerischen Städteverbandes Kurt Fluri nennt als Ursachen den Einkaufstourismus und den Onlinehandel und befürwortet Investitionen zur Belebung der Innenstädte.[2]

In den 2010ern ist von einer „Renaissance der Innenstädte“ in Europa die Rede, als dass die Attraktivität der Innenstädte als Wohnstandort zunehme, während zugleich der Leerstand vielerorts noch hoch sei.[3]

Methoden zur Abgrenzung der Innenstadt von Subzentren


Schaufensterindex

Der Schaufensterindex ist der Prozentanteil der Gesamtlänge aller Schaufenster in einer Straße oder einem Block an der Gesamtlänge aller Häuserfronten oder der Straßen. Es gibt keine allgemein gültigen Grenzwerte, die die zentrale Funktion eines Gebiets anzeigen – wegen der starken regionalen Unterschiede in der Art der Bebauung ist es schwer, Innenstädte mit diesem Index zu vergleichen. Im Allgemeinen steigt der Anteil von Schaufensterflächen, je moderner die Bebauung ist. Es ist aber möglich, innerhalb einer Region relative Abgrenzungen zu finden. Mitunter zeigt der Schaufensterindex, dass innerhalb einer Stadt neben einem historischen Stadtkern eine neue kommerzielle Innenstadt entstanden ist.

CBD-Höhenindex

„CBD“ (Central Business District) ist als englischer Fachausdruck auch in Deutschland als Synonym für Innenstadt geläufig. Der CBD-Höhenindex ist das Verhältnis aller geschäftlich genutzten Geschossflächen eines Baublocks zur Gebäudegrundfläche. Dieser Begriff wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von den US-amerikanischen Geographen James E. Vance und R. E. Murphy eingeführt, die sich eingehend mit Stadtplanung beschäftigt haben.

CBD-Intensitätsindex

Auch der CBD-Intensitätsindex wurde von Murphy und Vance eingeführt. Hier handelt es sich jedoch um den Prozentanteil der aller CBD-typisch genutzten Geschossflächen in einem Baublock zur Gesamtgeschossfläche eines Baublocks.

Siehe auch


Weblinks


Wiktionary: Innenstadt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. zeit.de: Wieso heißt es in Hamburg auf den Schildern Centrum statt Zentrum?
  2. Warum historische Ortskerne drohen zu Geisterstädten zu verkommen. In: nzz.ch. 10. Dezember 2019, abgerufen am 15. Dezember 2019.
  3. Umgang mit Leerstand. Lokale Experten berichten aus der Praxis im Stadtumbau. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, abgerufen am 15. Dezember 2019. Kapitel „1.3 Wohnungsnachfrage und Investitionsverhalten von Eigentümern“, S. 26.



Kategorien: Innenstadt | Stadtgliederung | Kommunalpolitik



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