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Iasos (Karien)




Iasos (Griechisch: Iασoς oder Iασσoς) war eine antike Stadt an der Küste Kariens in Kleinasien (heute Türkei, in der Nähe des Dorfes Kıyıkışlacık bei Milas). Sie lag ursprünglich auf einer ca. 900 Meter langen und 500 Meter breiten Insel, die später mit dem Festland verbunden wurde.

Iasos zählt zu den ionischen Städten in Kleinasien (obwohl es angeblich von Argos aus gegründet wurde). Neuere Ausgrabungen haben gezeigt, dass der Ort bereits während der Frühen Bronzezeit besiedelt war.[1] In Schichten der Mittleren Bronzezeit traten viele Funde kretischen Ursprungs zu Tage, so dass eine minoische Kolonie für wahrscheinlich gehalten wird.[2] Ab dem späten 15. Jahrhundert v. Chr. (SH III A1) war der Ort mykenisch besiedelt, wovon sowohl Mykenische Keramik (importierte und lokal hergestellte) und andere Kleinfunde, wie Terrakotta-Idole, als auch mykenische Mauerreste zeugen.[3] Ähnlich wie in Milet wurde offenbar eine minoische Siedlung von einer mykenischen abgelöst. Es gibt Vermutungen, die Iasos in Verbindung mit dem Seevolk der Wešeš (W3šš) ägyptischer Quellen bringen.[4] Demnach sei die ägyptische Bezeichnung W3šš von Iasos, oder den Varianten Iassos bzw. Ouassos abgeleitet.

Wie seine Nachbarstädte (z. B. Milet) gehörte Iasos in klassischer Zeit zeitweilig zum Attischen Seebund und zum Perserreich, seit 129 v. Chr. zur römischen Provinz Asia. Die Besiedlung bestand bis zum 15./16. Jahrhundert fort, dann wurde der Ort verlassen.

Die Stadtanlage aus hellenistischer und römischer Zeit (u. a. Stadtmauer, Agora, Theater, Rathaus, Aquädukt) wird seit 1960 durch italienische Archäologen (zunächst unter Leitung von Doro Levi) erforscht. Zahlreiche Inschriften wurden dabei gefunden, die Einblick in die inneren Verhältnisse der Stadt geben.

Iasos war in der Spätantike Sitz eines Bischofs. Auf das Bistum, das der Kirchenprovinz Stauropolis angehörte, geht das Titularbistum Iasus (so die lateinische Form des Namens) der Römisch-Katholischen Kirche zurück.

Einzelnachweise


  1. Ekin Kozal: Anatolien im 2. Jt. v.u.Z. und die Hinterlassenschaften materieller Kultur aus dem Ostmittelmeerraum, insbesondere Zyperns. Dissertation Tübingen 2006, S. 31 (Volltext) .
  2. Ekin Kozal: Anatolien im 2. Jt. v.u.Z. und die Hinterlassenschaften materieller Kultur aus dem Ostmittelmeerraum, insbesondere Zyperns. Dissertation Tübingen 2006, S. 31; Christopher Mee: Anatolia and the Aegaean in the Late Bronze Age. In: E. H. Cline, D. Harris-Cline (Hrsg.): The Aegean and the Orient in the second millennium. Proceedings of the 50th anniversary symposium, Cincinnati, 18-20 April 1997. Université de Liège, Liège 1998, S. 137ff.
  3. Jorrit M. Kelder, Mycenaeans in Western Anatolia, in: J.P. Stronk - M.D. de Weerd (Hrsg.), TALANTA. Proceedings of the Dutch Archeological and Historical Society XXXVI-XXXVII (2004-2005), 2006, S. 61f.
  4. Alexander Herda: Karkiša-Karien und die sogenannte Ionische Migration. In: Frank Rumscheid (Hrsg.): Die Karer und die Anderen. Internationales Kolloquium an der Freien Universität Berlin 13. bis 15. Oktober 2005 (2009), S. 57f Anm. 158 (mit Belegen).

Literatur


Weblinks





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