Internationale Fernmeldeunion - de.LinkFang.org

Internationale Fernmeldeunion

(Weitergeleitet von ITU-T)

Internationale Fernmeldeunion
International Telecommunication Union

Logo der ITU

ITU-Gebäude in Genf
Organisationsart Sonderorganisation
Kürzel ITU, UIT, МСЭ (MSE)
Leitung Houlin Zhao[1]
China Volksrepublik Volksrepublik China
Status aktiv
Gegründet 17. Mai 1865
Hauptsitz Genf
Schweiz Schweiz
Oberorganisation Vereinte Nationen Vereinte Nationen
www.itu.int

Die Internationale Fernmeldeunion (englisch International Telecommunication Union, ITU; spanische und französische Abkürzung UIT; deutsch auch Weltnachrichtenverein) mit Sitz in Genf ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und die einzige Organisation, die sich offiziell und weltweit mit technischen Aspekten der Telekommunikation beschäftigt. Sie ist Veranstalter der Weltfunkkonferenz (engl. World Radiocommunication Conference, WRC), die die Vollzugsordnung für den Funkdienst (engl. Radio Regulations, RR) fortschreibt, sowie der Weltweiten Konferenz für internationale Fernmeldedienste (World Conference on International Telecommunications, WCIT), die die Vollzugsordnung für internationale Fernmeldedienste (engl. International Telecommunication Regulations, ITR) fortschreibt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick


Die ITU geht zurück auf den am 17. Mai 1865 gegründeten Internationalen Telegraphenverein und ist damit, nach dem 1863 gegründeten Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, die zweitälteste internationale Organisation. Heute hat sie als UN-Sonderorganisation 191 Mitgliedstaaten. Ihr Gründungstag wurde von 1969 bis 2006 jährlich als Weltfernmeldetag oder Weltkommunikationstag (engl. World Telecommunication Day) gewürdigt. Nachdem die Generalversammlung der Vereinten Nationen im März 2006 beschlossen hatte, den 17. Mai ebenfalls als Welttag der Informationsgesellschaft (engl. World Information Society Day) zu begehen, beschloss im November 2006 die Konferenz der Regierungsbevollmächtigten bei der ITU, fortan den 17. Mai als Welttag der Kommunikation und der Informationsgesellschaft (engl. World Telecommunication and Information Society Day, WTISD) zu feiern[2].

Die Ziele der ITU sind Abstimmung und Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Nachrichtenwesen durch:

In ihrem Rahmen arbeiten Staatsregierungen, Unternehmen des privaten Sektors, sowie weitere regionale und nationale Organisationen zusammen. Grundlage der ITU ist die Konstitution und Konvention der Internationalen Fernmeldeunion (Genf 1992), die Aufgaben, Rechte und Pflichten der ITU-Organe festlegt.

Die Amts- und Arbeitssprachen der ITU sind arabisch, chinesisch, englisch, französisch, russisch und spanisch, wobei in Streit- oder Zweifelsfällen der französische Wortlaut maßgebend ist. Entsprechend hat die Union auch sechs verschiedene Namen, unter denen sie Dokumente veröffentlicht.

Die übergeordneten Gremien der ITU, die Plenipotentiary Conference und die World Conference bearbeiten allgemeine Prinzipien und generelle Konventionen. Die Studiengruppen der ITU hingegen leisten die eigentliche Arbeit: Sie bearbeiten technische Fragestellungen, die sie in regelmäßigen Sitzungen diskutieren. Die Ergebnisse werden als Empfehlungen (Recommendations) veröffentlicht und haben erst durch die Übernahme durch normative Organisationen wie der ISO, ANSI oder ETSI oder durch nationale Regulierungsbehörden wie der Bundesnetzagentur in Deutschland den Charakter von Normen. Die Zusammenarbeit der ITU-T mit Foren und Konsortien wird insbesondere in den Empfehlungen A.4, A.5, A.6 und A.23 (zusammen mit A.23, Annex A) geregelt.

Die ITU organisiert die Fachmessen ITU Telecom, mit Weltmessen seit 1971 und Regionalmessen in Asien, Afrika und Lateinamerika seit 1985.

Struktur der ITU


Die ITU teilt sich auf in

ITU-R

Der ITU-R Sektor ist beauftragt über die technischen und betrieblichen Fragen, speziell Funkkommunikation betreffend, Studien durchzuführen und Empfehlungen zu erlassen, ohne Beschränkungen hinsichtlich der Frequenzbereiche[3]. Dabei umfasst die Zuständigkeit dieses Sektors die Bereiche Weltraumfunkdienste, terrestrische Funkdienste und die Vollzugsordnung für den Funkdienst (VO-Funk), einschließlich der zugehörigen Studiengruppen.

Für weitere Informationen siehe auch

ITU-T

Die meisten Standards (streng genommen „Empfehlungen“, englisch „recommendations“) werden innerhalb der ITU von der ITU‑T (Telecommunication Standardization Sector) verabschiedet. Diese Empfehlungen werden im Gegensatz zu nationalen Normen wie DIN, RS oder ANSI weltweit anerkannt.

Die Bereiche der ITU-T sind:

Empfehlungen sind mit einem Buchstaben für den Bereich, einem Punkt und einer Nummer gekennzeichnet. Ähnliche Versionen werden z. B. durch ein nachgestelltes „bis“ oder „ter“ gekennzeichnet. Bekannte Beispiele für ITU-T-Empfehlungen sind V.24 (Schnittstellenleitungen für die Datenübertragung), JPEG (Bildkompression), H.264 (Videokompression) oder E.164 (internationales Telefonnummernschema).

Diese Empfehlungen wurden ursprünglich jeweils nach Ende einer Studienperiode (im Rhythmus von vier Jahren) in einzelnen Bänden geordnet nach Themen und Zuordnung zu Studiengruppen veröffentlicht; alle Bände hatten jeweils die gleiche Farbe. Der inoffizielle Sprachgebrauch benutzt deshalb die Begriffe „Yellow Book“ (1972–1976), „Orange Book“ (1976–1980), „Red Book“ (1981–1984) und „Blue Book“ (1985–1988). Danach wurden die Empfehlungen jeweils einzeln veröffentlicht und zwar frühestens nach zwei aufeinanderfolgenden Plenarsitzungen der zuständigen Studiengruppe (in der Regel neun Monate). Derzeit werden die Empfehlungen entweder nach dem TAP- (Traditional Approval Process) oder dem AAP-Verfahren (Alternative Approval Process) veröffentlicht. Das TAP-Verfahren (nach zwei aufeinanderfolgenden Plenarsitzungen) wird benutzt, wenn neben technischen zusätzlich regulatorische Aspekte berührt werden. Das AAP-Verfahren wird bei rein technischen Empfehlungen benutzt; eine Veröffentlichung ist dann schon nach vier Wochen (nach der Plenarsitzung der zuständigen Studiengruppe) möglich.

Direktoren und Generalsekretäre der ITU


Direktoren der ITU
Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Land
Louis Curchod 1. Januar 1869 24. Mai 1872 Schweiz Schweiz
Karl Lendi 24. Mai 1872 12. Januar 1873 Schweiz Schweiz
Louis Curchod 23. Februar 1873 18. Oktober 1889 Schweiz Schweiz
August Frey 25. Februar 1890 28. Juni 1890 Schweiz Schweiz
Timotheus Rothen 25. November 1890 11. Februar 1897 Schweiz Schweiz
Emil Frey 11. März 1897 1. August 1921 Schweiz Schweiz
Henri Étienne 2. August 1921 16. Dezember 1927 Schweiz Schweiz
Joseph Raber 1. Februar 1928 30. Oktober 1934 Schweiz Schweiz
Franz von Ernst 1. Januar 1935 31. Dezember 1949 Schweiz Schweiz
Generalsekretäre der ITU
Léon Mulatier 1. Januar 1950 31. Dezember 1953  Frankreich
Marco Aurelio Andrada 1. Januar 1954 18. Juni 1958 Argentinien Argentinien
Gerald C. Gross 1. Januar 1960 29. Oktober 1965 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Manohar Balaji Sarwate 30. Oktober 1965 19. Februar 1967 Indien Indien
Mohamed Ezzedine Mili 20. Februar 1967 31. Dezember 1982 Tunesien Tunesien
Richard E. Butler 1. Januar 1983 31. Oktober 1989  Australien
Pekka Tarjanne 1. November 1989 31. Januar 1999  Finnland
Yoshio Utsumi[4] 1. Februar 1999 31. Dezember 2006  Japan
Hamadoun Touré[5] 1. Januar 2007 31. Dezember 2014 Mali Mali
Houlin Zhao[6] 1. Januar 2015 China Volksrepublik Volksrepublik China

Literatur


Weblinks


Commons: International Telecommunication Union  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Zeitschriften-Artikel

Einzelnachweise


  1. Office of the Secretary-General. Abgerufen am 16. April 2016 (englisch).
  2. ITU-Seite zu WTISD. Abgerufen am 18. Dezember 2012 (englisch).
  3. INTERNATIONALER FERNMELDEVERTRAG, NAIROBI, 1982; 1984 deutsche Übersetzung; Herausgeber BMPT, Bonn; … BMV, Generaldirektion PT, Wien; Regierung Fürstentum Liechtenstein, Vaduz; Generaldirektion Schweiz PTT, Bern; Artikel 11, Paragraph: 83.
  4. pressinfo: Biography of the Secretary-General Yoshio Utsumi. In: www.itu.int. Abgerufen am 9. Juni 2016.
  5. Biography – Hamadoun Touré. In: ITU. Abgerufen am 9. Juni 2016.
  6. Biography – Houlin Zhao. In: ITU. Abgerufen am 16. April 2016.



Kategorien: Internationale Fernmeldeunion | Internationale Organisation (Völkerrecht) | UN-Sonderorganisation | Normungsorganisation | Internationale Organisation (Genf) | Organisation (Telekommunikation) | Gegründet 1865

Werbung:


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale Fernmeldeunion (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 29.02.2020 07:06:58 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.