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Homberg (Efze)



Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Höhe: 222 m ü. NHN
Fläche: 99,99 km2
Einwohner: 14.035 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34576
Vorwahl: 05681
Kfz-Kennzeichen: HR, FZ, MEG, ZIG
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 009
Stadtgliederung: 22 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausgasse 1
34576 Homberg (Efze)
Website: www.homberg-efze.eu
Bürgermeister: Nico Ritz (parteilos)
Lage der Stadt Homberg im Schwalm-Eder-Kreis

Die Reformationsstadt[2] Homberg (Efze) ist eine Kleinstadt mit ca. 14.000 Einwohnern und Kreisstadt des nordhessischen Schwalm-Eder-Kreises. Ihr Name kommt von der Hohenburg auf dem Basaltkegel oberhalb der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Homberg liegt im Übergangsgebiet zwischen Westhessischer Senke – einem Senkungsgebiet des Tertiärs – und dem Knüll. Die Stadt selbst erstreckt sich über mehrere Hügel, die größtenteils aus basaltischem Untergrund bestehen. Vom Knüll kommend wird Homberg von der Efze durchflossen, die Entwässerung durch diese vollzieht sich über Schwalm und Eder zur Fulda. Es existierten geringere Kohlevorkommen in der direkten Umgebung.

Nachbargemeinden

Homberg grenzt im Norden an die Gemeinde Wabern, die Stadt Felsberg und die Gemeinde Malsfeld, im Osten an die Gemeinde Knüllwald, im Süden an die Stadt Schwarzenborn sowie im Westen an die Gemeinde Frielendorf und die Stadt Borken (alle im Schwalm-Eder-Kreis).

Stadtgliederung

Homberg besteht neben der Kernstadt aus den folgenden Stadtteilen:

Die Stadt Homberg (Efze) schloss sich im Rahmen der Gebietsreform in Hessen zunächst am 1. Februar 1971 mit den Gemeinden Dickershausen, Holzhausen bei Homberg, Lützelwig, Mörshausen und Welferode zusammen, denen am 1. Oktober 1971 dann Wernswig folgte. Schließlich kamen am 31. Dezember 1971 noch die Gemeinden Allmuthshausen (seit 1. September 1968 bereits bestehend aus den Gemeinden Allmuthshausen und Rückersfeld), Berge, Caßdorf, Hombergshausen, Hülsa, Lembach, Mardorf, Mühlhausen, Relbehausen, Rodemann, Roppershain, Sondheim, Steindorf und Waßmuthshausen hinzu. Sitz der Verwaltung ist Homberg (Efze). Die Einwohner verteilen sich mit gut 8.000 auf die Kernstadt Homberg und mit insgesamt knapp 6.000 auf die Eingemeindungen.

Geschichte


Homberg ist eine Gründung der hessisch-thüringischen Landgrafen und wurde als Stadt urkundlich erstmals 1231 beurkundet. Der Name stammt von der Hohenburg, der Burg über Homberg. Als Stadtgründungsjahr kann das Jahr 1231 angenommen werden. Im Jahr 1231 wurden in einer Urkunde die burgenses von Homber und ein vicillicus Eberhard erwähnt. Landgraf Konrad und seine Nachfolger förderten die Stadt weiter, um die landgräfliche Herrschaft gegen die Erzbischöfe von Mainz im benachbarten Fritzlar zu sichern und zu stärken. Die Efzeaue diente bereits vorher als strategischer Stützpunkt an der Handelsstraße Lange Hessen (von Frankfurt nach Leipzig) und der Straße von Fritzlar nach Hersfeld. Schon 1231 war von einer Doppelstadt unterhalb der Burg die Rede, mit der Altstadt als Oberstadt und der sogenannten Freiheit als Unterstadt. Im Jahr 1269 gründeten Prämonstratenserinnen aus dem Kloster Eppenberg bei Gensungen ein Stift in Homberg, das Kloster St. Georg.

Die Freiheit war von 1356 bis 1536 ein selbständiger Ort mit eigenem Bürgermeister, Verwaltung und Kirche. Die Bürger umgaben die neugegründete Stadt mit einem bis zu zwei Meter dicken und je nach Lage acht bis zehn Meter hohen Mauerring aus heimischem Basalt. 15 Türme sicherten die Befestigungen. Die Oberstadt hatte drei Stadttore, die Unterstadt zwei. 1536 wurden Stadt Homberg und Stadtteil Freiheit durch das heute noch erhaltene Neue Tor miteinander verbunden.

Von 1346 bis 1349 wütete die Pest in Homberg.

Die Handwerker- und Handelsstadt Homberg blühte auf, Wollhandel und wollverarbeitende Berufe legten den Grundstein für die Entwicklung zu einer der wohlhabendsten Städte der Landgrafschaft. Die Zunftbriefe der Schuhmacher und Lohgerber 1345, der Böttcher und Wagner von 1404 und der Leineweber 1428 belegen die Bedeutung der Zünfte in Homberg. Zeichen dieses Wohlstandes war auch die Grundsteinlegung für den Bau der Stadtkirche St. Marien im Jahr 1340. 1318 und 1356 legten Brände die Stadt in Schutt und Asche. 1372 brannte die Freiheit nieder.

Landtage der hessischen Stände fanden auf Grund der guten Erreichbarkeit in den Jahren 1508, 1509, 1514, 1518 und 1536 in Homberg in der Stadtkirche statt. Die von Landgraf Philipp dem Großmütigen einberufene Homberger Synode vom 20. bis 22. Oktober 1526 markiert einen Höhepunkt in der Homberger Geschichte, als die Einführung der Reformation in Hessen beschlossen wurde. Der Beiname Reformationsstadt Hessens weist auf dieses Ereignis hin. 1572 tagte der Landtag erneut in Homberg.

Im Laufe der Jahrhunderte brannte die Stadt mehrfach nieder. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Burg und Stadt Homberg 1636 und 1640 bis auf wenige Häuser zerstört. Die Burg wurde zur Ruine.

Matthäus Merian der Jüngere schrieb 1655 in der Topographia Hassiae et regionum vicinarum: „Homberg/in Niederhesen/Schloss/Ampt/und Statt ist aus den vornembste Oertern Einer“

Von 1783 bis 1831 war Homberg Sitz des freiadligen Damenstifts Wallenstein. Im Jahre 1807 wurde unter der französischen Herrschaft das Kanton- und Friedensgericht Homberg eingerichtet. 1809 ging ein Aufstand gegen Jérôme Bonaparte unter der Führung von Wilhelm von Dörnberg von Homberg aus. 1814 wurde das Amt Homberg geschaffen, aus dem 1821 der Kreis Homberg und das Justizamt Homberg hervorgingen. Nach der Annexion des Kurfürstentums Hessen-Kassel wurde Homberg 1867 Sitz einer preußischen Kreisverwaltung und eines Amtsgerichtes. Im Jahre 1932 wurden die Kreise Homberg und Fritzlar zum Kreis Fritzlar-Homberg (1939 umbenannt in Landkreis Fritzlar-Homberg) zusammengelegt und Homberg verlor den Sitz der Kreisverwaltung. Mit der hessischen Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 wurde Homberg Kreisstadt des neuen Schwalm-Eder-Kreises.

Der amtliche Name der Stadt war Homberg, Bezirk Kassel. Dieser wurde am 1. Januar 1974 in Homberg und schließlich am 1. Januar 1977 in den heutigen Namen Homberg (Efze) geändert.[3]

Im Jahre 2006 feierte Homberg die Verleihung der Stadtrechte vor 775 Jahren. Zwei Jahre später war der Hessentag in Homberg zu Gast. Das größte Landesfest Deutschlands zog rund 810.000 Gäste an.[4] Der Hessentag bescherte der Stadt jedoch ein Defizit von ca. drei Millionen EUR.[5]

Bis 2006 bestand das Amtsgericht Homberg (Efze). Im Jahr 2014 wurde der Stadt die Bezeichnung Reformationsstadt verliehen.[2]

Geschichte der Burg

Homberg lag im Schnittpunkt zweier historischer Handelsstraßen, der Straße von Fritzlar über Homberg nach Hersfeld und der Langen Hessen. Aufgrund der Lage des Schlossberges, eines steil aus der Efzeaue aufragenden Basaltkegels, kam dem Standort eine wichtige strategische Bedeutung zu.

Die einstige Burg Homberg ist vermutlich vor 1190 durch Mitglieder der Familie derer von Homberg erbaut worden. Das Geschlecht der Hohenberg (oder Hohenberc), das erstmals mit Rentwich de Hohenberc 1162 urkundlich erwähnt wurde, starb 1427 mit Simon vom Hohen Berg aus. Um 1190 wurde die Burg als landgräflich bezeichnet. Sie war Amtssitz der landgräflichen Verwaltung. Zusammen mit der Stadt bildete die Burg eine Einheit.

1508 war der Bruder des hessischen Landgrafen, Erzbischof Hermann IV. von Köln, Eigentümer der Burg und ließ sie aufwendig umbauen. Eine Bronzetafel, die bei Grabungsarbeiten auf der Burg gefunden wurde, trägt die Inschrift: Herman von Gotzes gnaden Erzbyschoff zu Colne, des heiligen romschyn richs durch Ytalien, Ertzcantzler, Kurfürst, Herzog zu Westvaln und Engern, des Stifts zu Paderborn, Administrator A(nno) 1508. Die Bronzeplatte befindet sich im Heimatmuseum der Stadt Homberg. Sie zeichnet sich durch bemerkenswerte Ziselierarbeit aus und wird von dem erzbischöflichen und landgräflichen Wappen geschmückt.

Landgraf Moritz ließ von 1605 bis 1613 für 25.000 Gulden (6100 Reichstaler) den wieder freigelegten Burgbrunnen, welcher mit einer Tiefe von 150 Meter zu den tiefsten Brunnen Deutschlands gehört, errichten. Wenn man den Feingoldgehalt des Guldens in dieser Zeit zugrunde legt (0,245 Gramm), entspricht diese Summe einem Goldklumpen von über sechs Kilogramm. Die Landgrafen von Hessen-Kassel wahrten im Dreißigjährigen Krieg zunächst bis 1631 Neutralität. Ab 1634 wurde der Krieg nach Hessen hereingetragen. Am 16. Juli 1636 wurde die Stadt Homberg durch kaiserliche Truppen besetzt. Die Belagerung der Burg durch General Johann von Götzen mit einem kaiserlichen Heer von 13.000 Mann konnte jedoch erfolgreich abgewehrt werden. Eine erneute Belagerung am 3. August 1636 führte wegen mangelnder Wasserversorgung der Burginsassen zur Kapitulation von Burg und Stadt. Die Burg wurde bis auf wenige erhalten gebliebene Gebäude gebrandschatzt. Generalwachtmeister Rabenhaupt belagerte vom 28. bis 30. Januar 1648 die Burg und konnte sie für die Landgrafschaft Hessen-Kassel zurückerobern. Am 9. Februar 1648 kam es zur erneuten Kapitulation. Die stark zerstörte Burg verfiel im Laufe der Jahrhunderte. Teilweise wurde sie als Steinbruch für den Wiederaufbau der ebenfalls stark zerstörten Stadt Homberg genutzt, sodass noch heute viele Bauteile der ehemaligen Burg im Stadtbild wiederzufinden sind.

Stadtplanung

Wie die meisten deutschen Städte dürfte Homberg in der Regierungszeit der Staufer (1138–1254) planmäßig angelegt worden sein. Bauliche Besonderheiten in dem Stadtbild von Homberg weisen auf eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Stadtplanung hin. Homberg ist an sich eine Doppelstadt, sie besteht aus der Altstadt, 1231 erstmals urkundlich erwähnt, und der Freiheit. Die Freiheit war eine selbstständige Stadt, sie wurde 1356 gegründet und 1536 mit der Altstadt vereinigt. Die Altstadt selbst bestand aus drei Geburden (Gebündnis). In der Aufsicht auf den Stadtplan erkennt man die drei Hauptzugänge der Stadt über die ehemaligen Toreingänge: Westheimer Tor, Obertor und Holzhäuser Tor.

Mittelpunkt und Zielpunkt aller Wegeverbindungen ist der Marktplatz, überragt von der Stadtkirche St. Marien, die ehemals von dem Friedhof der Stadt umgeben war. Einen regelmäßigen Grundriss weist die Stadt nicht auf. Doch eines ist der Stadt mit vielen mittelalterlichen Stadtgründungen gemein, das erst auf den zweiten Blick erkennbar wird: Die mittelalterlichen Stadtplaner verwandten bei der Anlage von Straßen das bewusste Krümmen und das Versetzen der Kreuzungen oder Einmündungen von Straßen und Gassen. Insbesondere wurde die Straßenkrümmung als ästhetisches Mittel bei der Anlage der heutigen Untergasse eingesetzt. Durch eine gekrümmte Straßenführung wurde der Straßenraum optisch begrenzt, es entstand ein geschlossener Straßenraum, am Endpunkt war ein in die Blickachse geschobenes Haus zu erkennen. In der Untergasse war es das ehemalige Brauhaus der Stadt, ein Eckhaus der Enten- und Untergasse. In der Untergasse ist die ehemalige Straßenführung im Rahmen der Stadtsanierung verschwunden, sie ist nur noch an der Häuserstellung oder in der Aufsicht auf die Stadt zu erkennen.

Der gleiche Effekt wurde erreicht, indem die Stadtplaner die Seitengassen gegeneinander versetzt oder ohne gradlinige Fortsetzung auf eine der Hauptstraßen münden ließen. Durch diese geschickten Planungen wurden Zugerscheinungen vermieden. Eine weitere Möglichkeit, Zugluft in den Städten zu vermeiden, war das Versetzen bzw. Vorspringen einzelner Häuser oder Straßenabschnitte aus der Straßenachse. Dieser stadtplanerische Trick ist noch im Bereich der Oberen Westheimer Straße sehr gut zu erkennen. Auch im Bereich der unteren Westheimer Straße bestand ein solcher Versprung, der aber im Laufe der Jahrhunderte verschwunden ist.

Eingemeindungen

Am 1. Februar 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Dickershausen, Holzhausen bei Homberg, Lützelwig, Mörshausen und Welferode als Stadtteile der Stadt Homberg, Bezirk Kassel, eingegliedert.[6] Am 1. Oktober 1971 kam Wernswig hinzu. Allmuthshausen, Berge, Caßdorf, Hombergshausen, Hülsa, Lembach, Mardorf, Mühlhausen, Relbehausen, Rodemann, Roppershain, Sondheim, Steindorf und Waßmuthshausen folgten am 31. Dezember 1971.[3]

Politik


Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[8][9]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,0 10 35,5 13 40,5 15 45,5 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,8 10 33,5 12 42,6 16 36,4 14
FWG Freie Wählergemeinschaft 24,0 9 15,0 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,4 3 11,3 4 8,3 3 9,1 3
FDP Freie Demokratische Partei 7,0 3 4,8 2 8,6 3 9,0 3
BL Homberg Bürgerliste Homberg 6,9 2
Gesamt 100 37 100 37 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 52,5 53,8 52,1 58,8

Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. Januar 2008 entschied Amtsinhaber Martin Wagner (CDU) die Wahl mit 54 % der Stimmen vor seiner Gegenkandidatin Marianne Hühn (SPD) mit 46 % der Stimmen für sich. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,3 %.

Als Nachfolger wurde in der Stichwahl am 15. Juni 2014 Nico Ritz als unabhängiger Kandidat mit 63,3 Prozent gegen Markus Opitz (FWG) gewählt, der 36,7 % erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 49,6 %.[10][11]

Wappen

Das Wappen wurde am 19. Dezember 1968 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In blauem Schild oben ein rechtsgewendeter, unten zwei zur Mitte gewendete, rotbezungte und -bewehrte goldene Löwen.“[12]

Städtepartnerschaften

Homberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Religion


Evangelisch

Die evangelische Homberger Stadtkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und steht am Marktplatz 15.

Katholisch

Die katholische Pfarrkirche Christus Epheta wurde in 1956/57 errichtet. Das katholische Gemeindezentrum befindet sich in der Kasseler Straße 6/6A neben dem Pfarrhaus und der Pfarrkirche.

Jehovas Zeugen

Jehovas Zeugen haben in Homberg (Efze) zwei Gemeinden (in deutscher und russischer Sprache).[13] Beide Gemeinden treffen sich im Königreichssaal in der August-Vilmar-Straße 21. Den beiden Gemeinden gehören circa 150 Mitglieder an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Homberg an der Efze ist eine der wenigen Städte, die ihren mittelalterlichen Stadtkern mit zahlreichen historischen Bauten bis heute weitgehend erhalten haben. Der Kupferstich von Matthäus Merian Ansicht von Homberg/Efze zeigt die Stadtansicht, wie sie in der Topographia Hassiae von 1655 wiedergegeben ist. Zahlreiche der dort abgebildeten Gebäude sind noch heute vorhanden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann die Besiedlung der Bereiche außerhalb der Stadtmauer.

Von 2004 bis 2007 wurde die Altstadt aufwändig saniert. Der Marktplatz wurde zur Fußgängerzone umgestaltet.

Durch Homberg führt die Deutsche Märchenstraße.

Das linke Bild zeigt aus einem Fehldruck nach Merian die Tor- und Turmanlagen der westlichen Altstadtbefestigung. Zu erkennen sind die Doppeltüren des äußeren Westheimer Tores. Der wuchtige rechteckige Torturm des inneren Westheimer Tores, der Tiefe Turm (noch heute vorhanden) sowie der untergegangene Turm im Bereich des Bischofschen Hauses. Der Torturm war nicht bündig in die Stadtmauer eingebunden, sondern ragte teilweise aus der Stadtmauer heraus. Der eckige Obertorturm grenzte unmittelbar an das Amtshaus und wies nach dem Stich von Merian 1655 Ähnlichkeiten mit dem Westheimertorturm auf. Das Holzhäusertor war durch eine Bastion und ein Torgebäude gesichert. Die ehemalige zwischen 1356 und 1526 selbständige Stadt „Die Freiheit“ bei Homberg verfügte über eine eigene Verwaltung, nach außen deutlich mit Stadtmauer und zwei Toranlagen sowie vier Turmanlagen abgegrenzt. Im Laufe der Stadtentwicklung wurde die Stadtbefestigung um das Vordere Westheimer Tor erweitert. 1526 wurde das Neue Tor an der heutigen Wallstraße als Verbindungstor zwischen Altstadt und Freiheit geschaffen.

“M tria C anno sexagesimo minus anno (1368) Presbyter Henricus Bischoff cognomine dictus Ecclesiam struxit, altaria quinquedotavit Ad Christii laudem cunctis aegrisque solanem. Hic sibi retinuit conferre, quot ipse dotavit, Jus patronatus haeredibus attulit actus.”

„Im Jahre 1369 weniger einem Jahr
Hat der Priester Henrich mit Beinamen Bischoff genannt
Die Kirche erbaut, fünf Altäre gestiftet zum Lobe Christi und allen Kranken zum Trost
Dieser behielt er sich vor, über so viel, wie er beigetragen hat, zu bestimmen.
Das Patronatsrecht übertrug er seinen Erben.“

Museen

Homberg verfügt über vier Museen und ein Heimatkundliches Archiv.[17]

Sport

Sportliches Aushängeschild Hombergs ist die 1. Damenmannschaft der Tischtennisabteilung der Homberger Turnerschaft, die zu den festen Größen im deutschen Tischtennis gehörte. Nach dem Rückzug aus der 2. Bundesliga der Frauen startet die Mannschaft in der Saison 2009/10 nur noch in der Oberliga.[18] Größter Mannschaftserfolg bisher ist der Gewinn des europäischen ETTU-Cups am 31. März 2006 in der Besetzung Wenling Tan Monfardini, Zhenqi Barthel und Yin Na. Gegner im Finale war 3B Berlin.

Zhenqi Barthel von der Homberger Turnerschaft gewann 2006 den Einzel-Titel bei den 74. Nationalen Deutschen Meisterschaften in Minden. Außerdem siegte sie mit ihrem Doppel-Partner, dem Jugend-Weltmeister Patrick Baum, im Mixed. Im Doppel wurde sie zusammen mit Desirée Czajkowski (Watzenborn-Steinberg) Dritte.

Homberg liegt am Wanderweg Löwenweg als Teilstrecke des Hessenweges 2, am Abschnitt Lange Hessen des Jakobswegs und ist Startpunkt des Höhenwanderweges nach Bad Hersfeld.

Regelmäßige Veranstaltungen

Am ersten Wochenende im August feiert die Stadt im Stadtpark Alter Friedhof das Homberger Weinfest.[19]

An drei bis fünf Tagen rund um den Nikolaustag findet auf dem historischen Marktplatz der Stadt der als „Clobesmarkt“ bekannte Weihnachtsmarkt statt.[20]

Im Ortsteil Hombergshausen findet seit 2004 am Himmelfahrtswochenende das Open-Air-Festival Musikschutzgebiet statt.

Wirtschaft und Infrastruktur


In Homberg sind verschiedene Logistikdienstleister wie die Zentrale des Dänischen Bettenlagers angesiedelt. Diverse Speditionsunternehmen wie CTL Logistics, Rauter Spedition oder S. t. a. R. Logistik haben ihren Standort im Industriegebiet. Die Firma Ehring produziert ebenfalls im Industriegebiet Kindermöbel. Die Firma AKH (Antriebstechnik KATT Hessen GmbH) ist ein Hersteller von Spezial-Elektromotoren.

Behörden

Bis zum 31. Dezember 2004 bestand das Amtsgericht Homberg (Efze). Seine Aufgaben werden heute durch das Amtsgericht Fritzlar wahrgenommen.[21]

Schulen

Die Stadt verfügt über neun Schulen in sieben Schulformen.[22]

Weitere Bildungseinrichtungen

Kinder- und Jugendeinrichtungen

Zur politischen Mitsprache ist eine Stadtjugendvertretung eingerichtet. Es steht ein Jugendzentrum zur Verfügung.[23]

In der Stadt und ihren Stadtteilen stehen neun Kindergärten zur Verfügung.[24]

Senioren- und Pflegeeinrichtungen

Weitere Sozialeinrichtungen

Für Menschen mit Behinderungen sowie für Menschen, die von einer Behinderung bedroht sind, stehen verschiedene Betreuungs- und Anlaufstellen zur Verfügung.[25][26]

Medien

Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine ist die einzige in Homberg erscheinende Tageszeitung mit Regionalteil. Das Amtsblatt Homberg aktuell und die Regionalzeitung Homberger Anzeiger werden wöchentlich an alle Homberger Haushalte verteilt.

Verkehr

Homberg gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an.

Die Stadt liegt an der Bundesstraße 254, von der die Bundesstraße 323 abzweigt. Über Letztere ist Homberg mit der auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Knüllwald gelegenen Anschlussstelle Homberg (Efze) der Bundesautobahn 7 verbunden.

Die Bahnstrecke Leinefelde–Treysa, ein Teilstück der Kanonenbahn, führte über Homberg. Die Gleisanlagen auf dem Abschnitt Treysa–Homberg sind noch vorhanden, jedoch wurde der Personenverkehr 1981 und der Güterverkehr 2002 eingestellt.

Persönlichkeiten


Ehrenbürger der Stadt

Am 28. März 1933 wurde Adolf Hitler und Hermann Göring die Ehrenbürgerwürde der Stadt Homberg verliehen. Obwohl diese mit dem Tode endet und sie ohnehin Kriegsverbrechern nach dem Beschluss der Direktive 38 des Alliierten Kontrollrats in Deutschland vom 12. Oktober 1946 entzogen worden war, wurde im Januar 2009 darüber beraten, Hitler und Göring in einem symbolischen Akt die Ehrenbürgerschaft der Stadt Homberg formal zu entziehen.[27] Das Stadtparlament erkannte den Ehrentitel schließlich formell am 22. Januar 2009 ab.

Söhne und Töchter der Stadt

Mit der Stadt verbundene Personen

Literatur


Weblinks


Commons: Homberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Homberg (Efze) – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Hessisches Ministerium des Innern und für Sport: Verleihung einer Bezeichnung nach § 13 Abs. 2 Satz 2 der Hessischen Gemeindeordnung an die Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis; Staatsanzeiger für das Land Hessen Nr. 11/2014 Seite 237 vom 10. März 2014.
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 391–393, 415.
  4. www.hessentag2008.de.
  5. Homberg Efze aktuell. Jahrgang 18, 26. März 2009.
  6. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 55 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  7. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Homberg
  11. Bürgermeisterwahl in Homberg: Nico Ritz ist der klare Sieger. In: HNA. 15. Juni 2014, abgerufen am 15. Juni 2014.
  12. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Homberg Bez. Kassel, Landkreis Fritzlar-Homberg, Regierungsbezirk Kassel vom 19. Dezember 1968. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1969 Nr. 2, S. 50, Punkt 43 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,7 MB]).
  13. https://apps.jw.org/ui/X/meeting-search.html#/weekly-meetings/search/any/Homberg%20(Efze),%20Deutschland/51.031435,9.412724/
  14. Start für neues Museum: Homberger Hohenburgmuseum eröffnet in Engelapotheke. In: HNA. 14. März 2019, abgerufen am 6. April 2020.
  15. Burgmuseum
  16. Bettina Toson: Mittelalterliche Hospitäler in Hessen zwischen Schwalm, Eder und Fulda. Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen, Darmstadt und Marburg, 2012, ISBN 978-3-88443-319-5.
  17. Museen . Magistrat der Stadt Homberg (Efze). Abgerufen am 18. April 2013.
  18. Homberger Tischtennis-Damen spielen nächste Saison in der Oberliga , HNA online, 27. Mai 2009.
  19. Homberg (Efze) » Weinfest. Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  20. Homberg (Efze) » Clobesmarkt. Abgerufen am 7. Dezember 2019.
  21. Geschichte des Amtsgerichts Homberg . Amtsgericht Fritzlar. Abgerufen am 18. April 2013.
  22. Bildung wird in Homberg groß geschrieben . Magistrat der Stadt Homberg (Efze). Archiviert vom Original am 19. April 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Abgerufen am 18. April 2013.
  23. Unsere Jugendzentren . Magistrat der Stadt Homberg (Efze). Abgerufen im Dezember 2018.
  24. Kinderbetreuung . Magistrat der Stadt Homberg (Efze). Abgerufen im Dezember 2018.
  25. Überörtliche Sozialhilfe – für Menschen mit seelischer Behinderung . Landeswohlfahrtsverband Hessen. Archiviert vom Original am 2. Juni 2013. Abgerufen am 18. April 2013.
  26. Überörtliche Sozialhilfe – für Menschen mit geistiger Behinderung . Landeswohlfahrtsverband Hessen. Archiviert vom Original am 7. Juli 2013. Abgerufen am 18. April 2013.
  27. M. Apel, A. Bernhard: Späte Erinnerung. In: mb-media, 8. Januar 2009.



Kategorien: Homberg (Efze) | Gemeinde in Hessen | Ort im Schwalm-Eder-Kreis | Kreisstadt in Hessen | Ersterwähnung 1231



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