Hispano Aviación HA-1112 - de.LinkFang.org

Hispano Aviación HA-1112




HA 1112 K1L Tripala
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland:

Spanien 1945 Spanien

Hersteller:

Hispano Aviación S.A.

Erstflug:

1954

Indienststellung:

1956

Die Hispano Aviación HA-1112 war eine spanische Weiterentwicklung der Messerschmitt Bf 109 G-2 durch den Flugzeugbauer Hispano Aviación.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Konstruktion


Die gesamte spanische (Rüstungs-)Industrie war nach dem Bürgerkrieg geschwächt und nicht in der Lage, mit dem technologischen Fortschritt anderer europäischer Staaten Schritt zu halten. Grund dafür war nicht nur die schlechte Infrastruktur, sondern auch die Tatsache, dass nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges überschüssige Rüstungsgüter anderer Staaten billig zu erwerben waren.

Eine erfolgreiche Firma war aber Hispano-Suiza, die nicht nur Luxusautomobile herstellte, sondern auch militärische Lastwagen und Flugmotoren. Nachdem Deutschland aufgrund der gespannten Kriegssituation nicht mehr in der Lage war, Spanien mit Rüstungsgütern zu versorgen oder technische Hilfe zu leisten, wurde eine Sparte der Firma, Hispano Aviación S.A., im Jahr 1943 damit beauftragt, 200 Jagdflugzeuge des Typs Messerschmitt Bf 109 G-2 in Lizenz zu bauen.

Ein Problem blieb die Motorisierung, da keine deutschen DB-605-Motoren mehr zur Verfügung standen. Aus diesem Grund entwickelte die Firma zwei Versionen dieses Flugzeugs, die sich durch die Motorisierung unterschieden. Für die ersten Versionen verwendete man den kurz vor dem Kriegsbeginn in Frankreich entworfenen Motor Hispano-Suiza 12Z, mit dem die elegante Linienführung (Bild) des Originals beibehalten wurde. Die Bewaffnung wurde ebenfalls überarbeitet und bestand nun aus Maschinenkanonen und Raketen. Bei den späteren Baulosen fiel die Wahl auf den Rolls-Royce-Merlin-500-45-Motor, der für Bomber konzipiert war und zehn Jahre nach dem Kriegsende aus England als Surplusware billig zur Verfügung stand. Aus der Kopplung zwischen diesem Motor mit seinem massivem, ohne Rücksicht auf Stromlinie ausgelegten Kühler im Verbund mit der grazilen Zelle der Bf 109 G-2 entstand die Version HA-1112 M1L. Der Rumpf und die Nase mussten überarbeitet werden, damit der größere Motor Platz fand, was dem unförmigen Gebilde sein charakteristisches Aussehen verlieh und aus dem der spanische Spitzname „Buchón“ hervorging (deutsch: Taube mit großem Kropf).

Die Modifikationen an Motorisierung, Bewaffnung, Rumpf und Zelle nahmen viel Zeit in Anspruch, sodass der Erstflug der HA-1112 M1L erst im Jahr 1954 stattfand. Die Indienststellung fand im Jahr 1956 statt. Insgesamt wurden 172 Maschinen in den Dienst der Spanischen Luftwaffe (Ejército del Aire) gestellt und sie flogen bis 1965. 25 davon stammten aus deutschen Zellen (ohne Leitwerk), der Rest wurde neu gebaut.

Die letzten Maschinen der späten 1950er-Jahre mit Merlin-Motoren waren nach der Ausmusterung noch flugfähig und wurden mit deutschen Hoheitszeichen des Dritten Reiches in verschiedenen englischen und US-amerikanischen Filmen eingesetzt. Nachdem man Daimler-Benz-Motoren aus schwedischer Fertigung lokalisiert hatte, wurden und werden diese nach und nach zu Repliken der Messerschmitt Bf 109 G umgebaut.

Versionen


Militärische Nutzer


Technische Daten


Typ Jagdeinsitzer mit Zweitrolle als Jagdbomber (auch eine zweisitzige Schulversion existierte)
Bezeichnung HA-1112 M1L (Hersteller), und C-4 (Ejército del Aire)
Länge 9,13 m
Spannweite 9,92 m
Höhe 2,60 m
Leermasse 2666 Kg
max. Startmasse 3330 Kg
Höchstgeschwindigkeit 665 km/h
Dienstgipfelhöhe 10.200 m
Reichweite 765 km
Triebwerk ein 12-Zylinder-V-Motor Rolls Royce Merlin 500-45
Leistung 1185 PS bei 3000/min
Bewaffnung zwei 20-mm-Maschinenkanonen Hispano-Suiza HS.404 und acht 80-mm-Oerlikon-Raketen

Quelle





Kategorien: Jagdflugzeug (1950–1959) | Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor | Militärluftfahrzeug (Spanien) | Erstflug 1954



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