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Herwig Schopper

Herwig Franz Schopper (* 28. Februar 1924 in Landskron, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Physiker und ehemaliger Direktor des CERN sowie des DESY.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk


Schopper erwarb sein Physik-Diplom 1949 an der Universität Hamburg, an der er 1951 promoviert wurde. Als Post-Doc forschte er in Stockholm bei Lise Meitner und am Cavendish-Laboratorium in Cambridge bei Otto Robert Frisch. Dort führte er 1957 eines der Experimente aus, die die Verletzung der Spiegelsymmetrie (Parität) bewiesen. 1954 habilitierte er sich an der Universität Erlangen über optische Themen. In den 1950er Jahren entwickelte er mit Clausnitzer und Rudolf Fleischmann die erste Quelle für polarisierte Protonen, die später am Zyklotron in Karlsruhe installiert wurde. 1958 bis 1961 war er Direktor des Instituts für Kernphysik an der Universität Mainz (und außerordentlicher Professor in Mainz). 1960/61 war er an der Cornell University bei Robert R. Wilson.[1]

1961 bis 1973 war er Direktor der Institute für experimentelle Kernphysik der Technischen Hochschule Karlsruhe und des Kernforschungszentrums sowie ordentlicher Professor (ab 1960) an der TH Karlsruhe.

Mit einer Gruppe führte er eines der ersten Experiment am Deutschen Elektronsynchrotron DESY in Hamburg aus. In Karlsruhe untersuchte eine von ihm initiierte Gruppe als erster in Europa supraleitende Hohlraumresonatoren, was zu einer Zusammenarbeit mit dem CERN führte. In Karlsruhe war er auch an verschiedenen Beschleunigerplänen beteiligt, die aber nicht realisiert wurden (Electron Ring Accelerator ERA, sowie ein 30-GeV-Protonen-Synchrotron).

Er arbeitete 1966 bis 1967 als Gastprofessor beim CERN, wobei das sogenannte 'Hadron Calorimeter' zum Nachweis von Neutronen erfunden wurde, danach 1970 bis 1973 als Abteilungsleiter der Abteilung für Kernphysik sowie im Direktorium als verantwortlicher Direktor für die Koordination der Experimente, Vorsitzender des ISR-Komitees (Intersecting Storage Rings) beim CERN von 1973 bis 1976, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats (Scientific Policy Committee) und schließlich als General-Direktor von 1981 bis 1988. In dieser Zeit wurde am CERN der LEP genehmigt und gebaut.

Von 1973 bis 1980 war er Vorsitzender des Direktoriums des Deutschen Elektronen-Synchrotrons. In dieser Zeit wurde dort der PETRA Ring gebaut. Ab 1973 war er außerdem Professor an der Universität Hamburg.

Ab 1999 setzte sich Herwig Schopper für die Gründung des Internationalen Zentrums für Synchrotron-Strahlung für experimentelle Anwendungen im Nahen Osten (SESAME) in Jordanien unter dem Dach der UNESCO nach dem Vorbild des CERN ein. Ziel ist es sowohl die Wissenschaft im Nahen Osten zu fördern, als auch zur Friedensstiftung beizutragen. Mitgliedsländer wurden Ägypten, Bahrein, Iran, Israel, Jordanien, Palästina, Türkei und Zypern. Dem Rat von SESAME stand er seit 2003 vor.

1993 bis 2002 war er im Rat des Vereinigten Instituts für Kernforschung (JINR) in Dubna.

1977 bis 1979 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen (heute Helmholtz-Gemeinschaft). 1992 bis 1994 war er Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und 1994 bis 1996 der European Physical Society. Er war Mitglied verschiedener beratender Gremien der Max-Planck-Gesellschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Bundesministeriums für Forschung und Technologie, der Europäischen Union und der UNESCO.

Auszeichnungen


Er ist seit 1967 Mitglied der Leopoldina,[2] deren Carus-Medaille er 1957 erhielt, und weiterer deutscher und internationaler Akademien der Wissenschaften und Künste.

Schriften


Literatur


Weblinks


 Commons: Herwig Schopper  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen


  1. Schoppers erste Begegnung mit Wilson war beim Besuch des verlassenen Labors an einem Sonntag. Er unterhielt sich mit dem Mann, der den Flur fegte und den er erst für den Hausmeister hielt. Wilson klärte ihn über eine ähnliche Begegnung auf, die er in Berkeley mit Luis Walter Alvarez hatte. Sessler, Wilson Engines of Discovery, 2007, S. 92
  2. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Herwig Schopper (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 22. Juli 2016.



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