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Hermann Sello



Ludwig Hermann Sello, meist nur Hermann Sello genannt (* 25. September 1800 in Caputh; † 28. Dezember 1876 in Potsdam) war ein Königlicher Hofgärtner in Preußen. Sein botanisches Autorenkürzel lautet Sello, es ist nicht zu verwechseln mit dem Kürzel Sellow, welches zu Friedrich Sello gehört.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Hermann Sello wurde am 25. September 1800 in Caputh bei Potsdam als ein Spross der preußischen Hofgärtner-Dynastie Sello (Sohn von Ludwig Sello; 1775–1837) geboren.

Nach der traditionellen Ausbildung als Hofgärtner und der obligatorischen Bildungsreise, die ihn nach Wien, Italien und Frankreich und England führte, wurde Hermann Sello 1828 kronprinzlicher Hofgärtner. Bis 1837 war er im Landschaftsgarten von Schloss Charlottenhof bei Potsdam tätig und gestaltete diesen unter der Leitung von Peter Joseph Lenné, der seit 1824 Gartendirektor war.

Als Dienstwohnung wurde ein eigenes Hofgärtnerhaus für ihn errichtet, die sogenannten Römischen Bäder. Nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel war sein Schwager Ludwig Persius, der 1827 seine Schwester Pauline geheiratet hatte, mit der Bauausführung betraut. Das Gärtnerhaus besaß Gästezimmer für die Gäste des Kronprinzen (u. a. Alexander von Humboldt).

1837 übernahm Hermann Sello von seinem verstorbenen Vater Hofgärtner Ludwig Sello die Leitung des Terrassenreviers in Sanssouci. Seine neue Dienstwohnung wurde das Hofgärtnerhaus an der Maulbeerallee; 1841/42 wurde es von Ludwig Persius auf Wunsch Friedrich Wilhelm IV. im italienischen Stil umgebaut. Hermann Sello legte unter anderem das „Italienische Kulturstück“ vor den Römischen Bädern an und das „Paradeisgärt'l“ jenseits der Maulbeerallee. Er gestaltete die Terrassen von Sanssouci neu nach den Wünschen der königlichen Familie, in enger Zusammenarbeit mit Ludwig Persius. Hermann Sello soll als einer der ersten Gärtner dekorative Blattpflanzen wie die Herkulesstaude in Gärten eingesetzt und das „Fensterblatt“ (Monstera deliciosa) als Zimmerblattpflanze eingeführt haben.

Zu seinen Schülern gehörte unter anderem Hermann Walter (der spätere Hofgartendirektor von den Schlossgärten Eisgrub). Er ging 1856 allerdings, um eine Bildungsreise nach England zu unternehmen. Auch Theodor II. Nietner, später ebenfalls ein bekannter Hofgärtner in Potsdam, Gartengestalter mehrerer privater Parkanlagen sowie Autor von Gartenbüchern, absolvierte seine Gärtnerlehre bei ihm. Hermann Sello war ein Onkel Nietners mütterlicherseits.

Hermann Sello starb am 28. Dezember 1876 in Potsdam. Er ist auf dem privaten Familienfriedhof der Sellos in Bornstedt begraben, dort liegt auch die Grabstätte von Peter Joseph Lenné. Der sogenannte „Sello-Friedhof“ ist ein kleiner Teil des Bornstedter Friedhofs und wurde 1844 von Hermann Sello als Familienfriedhof der Sello angekauft. Zu seinem 200. Geburtstag wurde sein Grabmal und das seiner Frau Aline mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert. Die Grabdenkmale der Familie Sello stehen als bedeutende Zeugnisse der Sepulkral-Architektur des 19. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Die Familienstiftung ist von Hermann Sello 1872 begründet worden und besteht als Familienstiftung Hofgärtner Hermann Sello bis heute. Sie setzt bedeutende Mittel für den Erhalt und die Restaurierung ihres Friedhofs ein.

Werke


Siehe auch


Stammtafel der Gärtnerfamilie Sello (Auszug)

Literatur


Anmerkung: Ein Exemplar der Schrift ist vorhanden in der Handschriftenabteilung d. Univ.-Bibl. Basel, im dortigen Katalog ist der Autor „Sello“ ohne Vornamen angegeben, daher ist die Zuschreibung zu Hermann Sello nicht definitiv, aber aufgrund der Lebensdaten und des Werkes zu vermuten. Es könnte sich auch um Wilhelm Sello handeln, da dessen Baumschule Pflanzen an Schulen u. a. Einrichtung abgab. Allerdings war Wilhelm Sello zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon verstorben. Bei Emil Sello passen zwar die Lebensdaten, eine Befassung mit der Pflanzung von Maulbeeren ist jedoch nicht bekannt.

Weitere Informationen im neueröffneten „Hofgärtnermuseum“ im Schloss Glienicke (Dauerausstellung „Hofgärtner in Preußen“).

In der Staatsbibliothek Berlin u. a. findet sich: „Hinterlassene Gedichte“ von Aline Sello (Ehefrau von Hermann Sello), Berlin: Boesche, [ca. 1865/1866/1867].

Weblinks





Kategorien: Hofgärtner (Potsdam) | Deutscher | Geboren 1800 | Gestorben 1876 | Mann



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann Sello (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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