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Herders Conversations-Lexikon




Herders Conversations-Lexikon (kurz: Herders Lexikon) ist eine ab 1854 von den beiden Söhnen Raphael und Benjamin des Verlagsgründers Bartholomä Herder (1774–1839) herausgegebene Enzyklopädie.

Inhaltsverzeichnis

Eine Vorarbeit: Die Systematische Bilder-Galerie


Der Herder Verlag in Freiburg (Breisgau) veröffentlichte zwischen 1825 und 1827 unter dem Titel Systematische Bilder-Galerie zur Allgemeinen deutschen Real-Encyclopädie den ersten Bildergänzungsband zu einem Konversationslexikon; er enthält rund 4.000 Abbildungen. Zum Vergleich: Das Brockhaus’ Conversations-Lexikon wurde erst sechs Jahrzehnte später bebildert: ab der 13. Auflage (1882–1887) durch Bildtafeln und ab der 14. Auflage (1892–1897) auch im Text.

Die erste Auflage


Herders Conversations-Lexikon erschien zwischen 1854 und 1857 in Freiburg im Breisgau im Verlag Herder mit einem Umfang von fünf Bänden und rund 35.500 Hauptstichwörtern. Es war das vierte bedeutende Konversationslexikon des 19. Jahrhunderts, neben dem Brockhaus, Meyers Konversationslexikon und Pierers Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit.[1] Es wurde in einer – in der damaligen Zeit für ein Lexikon dieses Umfangs unerhört hohen – Auflage von 10.000 Exemplaren gedruckt, der mehrere Nachdrucke folgten.

Leiter der Redaktion war der Altphilologe, Historiker und Schriftsteller Johannes Bumüller. Herders Conversations-Lexikon war der nach den Kölner Wirren entstandenen Bewegung des Politischen Katholizismus verpflichtet, die nicht nur die Piusvereine für religiöse Freiheit und die Generalversammlungen des katholischen Vereins Deutschlands hervorbrachte, sondern auch zahlreiche Initiativen, um den Bildungsrückstand der Katholiken in Deutschland und in der Schweiz gegenüber den Protestanten aufzuholen.

Spätere Auflagen von Herders Conversations-Lexikon


Die zweite Auflage von Herders Conversations-Lexikon erschien von 1875 bis 1879 in vier Bänden. Leiter der Redaktion waren Johannes Bumüller und der Theologe und Pädagoge Cornelius Krieg.

Die acht Bände umfassende, völlig neu bearbeitete dritte Auflage der Herderschen Verlagshandlung zu Freiburg im Breisgau erschien in den Jahren 1902 bis 1907 als Herders Konversations-Lexikon (geänderte Schreibweise infolge der Orthographischen Konferenz von 1901). Sie wurde durch drei bis 1922 erschienene Ergänzungsbände (= Bände IX bis XI des Gesamtwerkes) aktualisiert. Chefredakteur war der Historiker Franz Meister (1847–1933). Beworben wurde das Lexikon um 1911 insbesondere mit den Vorzügen „Handlichkeit, Billigkeit, Vollständigleit und Zuverlässigkeit“.

Herders Konversations-Lexikon fand seine Fortführung im Konversationslexikon Der Große Herder, das bis in die späten 1960er Jahre erschienen ist.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Martin Peche (Bearb.): Bibliotheca Lexicorum. Kommentiertes Verzeichnis der Sammlung Otmar Seemann – eine Bibliographie der enzyklopädischen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart, unter besonderer Berücksichtigung der im deutschen Sprachraum ab dem Jahr 1500 gedruckten Werke. Antiquariat Inlibris, Wien 2001, ISBN 3-9500813-5-6, S. 228–229.



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