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Harm Klueting

Harm Klueting (* 23. März 1949 in Iserlohn) ist ein deutscher Historiker, Theologe, Universitätsprofessor und römisch-katholischer Priester. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Kirchengeschichte und allgemeine Geschichte der frühen Neuzeit. Er hat auch Arbeiten zur Geschichte Westfalens vorgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken


Harm wurde als Sohn von Hermann Klueting (1920–2017) und Esther Hanna Lydia Klueting geb. Grabow in Iserlohn geboren. Nach dem Besuch der Hohenlimburger Volksschule ging er auf das Friedrich-Harkort-Gymnasium in Herdecke. Dieses verließ er vorzeitig und absolvierte eine Buchhändlerlehre. Später erlangte Klueting mit einer Begabtensonderzulassung des nordrhein-westfälischen Kultusministers die Allgemeine Hochschulreife, bevor er die Ergänzungsprüfungen zum Reifezeugnis in Latein (großes Latinum), Griechisch (Graecum) und Hebräisch (Hebraicum) ablegte.

Ab 1969 studierte Klueting Geschichte, Historische Hilfswissenschaften, Slavistik, Germanistik, evangelische und katholische Theologie, Rechtswissenschaft und Kirchenrecht an den Universitäten in Bochum und Köln, der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, sowie in Edinburgh, Münster und am Institut Catholique in Paris. In Bochum promovierte er 1974 in Slavistik zum Doktor der Philosophie. 1978 schloss er in Köln sein Geschichtsstudium mit dem Magistergrad in Mittlerer und Neuerer Geschichte ab. Von 1981 bis 1983 war er Habilitandenstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1984 habilitierte er sich an der Universität Köln in Neuerer Geschichte und wurde dort Privatdozent.

1984 erfolgte seine Zuwahl als ordentliches Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen. Es folgten Lehrstuhlvertretungen an der Universität Osnabrück für Geschichte der Frühen Neuzeit von 1985 bis 1987, an der Universität Bonn (Lehrstuhl Konrad Repgen) 1989/90 und an der Universität Göttingen in Neuerer Geschichte 1990/91. 1989 wurde Klueting zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Köln ernannt. Es folgten ein Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule in Halle an der Saale für Neuere Geschichte sowie Gastprofessuren an der Universität Leicester in England 1991 und an der Emory University in Atlanta in den USA, jeweils in Neuerer Geschichte.

1998 schloss Klueting das Studium der evangelischen Theologie an der Universität Münster als Diplom-Theologe ab. Er wurde 2000 in der evangelischen Kirche ordiniert. Im Wintersemester 2001/02 war er Gastprofessor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich. 2002 erhielt er einen Lehrstuhl für Kirchengeschichte am Protestantisch-theologischen Institut (Institutul Teologic Protestant) in Sibiu in Rumänien. Im folgenden Jahr promovierte er an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster in Kirchengeschichte zum Doktor der Theologie. Er habilitierte sich 2004 für Kirchen- und Dogmengeschichte durch Umhabilitierung von Sibiu an die Augustana Hochschule in Neuendettelsau.

Im Jahr 2004 konvertierte Klueting zur römisch-katholischen Kirche. 2005 erlangte er die päpstliche Nostrifikation seines theologischen Doktorgrades im Sinne des Apostolischen Doktorates. 2007 wurde er von Neuendettelsau an die katholische Theologische Fakultät der Universität Fribourg (Schweiz) für Mittlere und Neuere Geschichte umhabilitiert. Am 28. September 2009 wurde er im Erzbistum Köln zum Diakon geweiht. Von November 2009 bis Februar 2011 war Klueting als katholischer Diakon Mitglied des Seelsorgeteams von St. Pantaleon in Köln, wiewohl er nach eigener Aussage mit dem Opus Dei, das den Klerus der Pfarrei stellt, nicht näher in Verbindung steht.[1][2] Am 22. Februar 2011 empfing Klueting trotz des Umstandes, dass er verheiratet ist, mit einer Ausnahmegenehmigung gemäß can. 1047 § 2 Nr. 3 CIC vom Kölner Kardinal und Erzbischof Joachim Meisner die Priesterweihe und wurde als Diözesanpriester in den Klerus des Erzbistums Köln inkardiniert.[2][3]

Klueting ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität zu Köln (Philosophische Fakultät, Historisches Institut) und zugleich assoziiertes Mitglied des Instituts für katholische Theologie der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln für das Fach Historische Theologie (Mittlere und Neuere Kirchengeschichte). Klueting engagiert sich als Seelsorger in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln und betrachtet Studentenseelsorge als ein großes Anliegen.[1] Er wurde nach seiner Priesterweihe zum Subsidiar in der Hochschulseelsorge Köln ernannt.[3]

Harm Klueting ist verheiratet mit Edeltraud Klueting, die ebenfalls Historikerin und katholische Theologin ist und dem Dritten Orden der Deutschen Provinz der Karmeliten vorsteht.[4] Auch sie ist zur katholischen Kirche konvertiert.[3] Das Paar hat zwei erwachsene Kinder.

Kluetings denkerische und religiöse Vorbilder sind Edith Stein und Dietrich Bonhoeffer,[1] die er in einer 2006 erschienenen Doppelbiografie miteinander verglichen hat.[5] Er ist Herausgeber der im Lit Verlag erscheinenden Reihe Historia profana et ecclesiastica mit Monographien und Aufsatzsammlungen zur Allgemeinen Geschichte und zur evangelischen und katholischen Theologie- und Kirchengeschichte vom Zeitalter der Konfessionalisierung bis ins 19. Jahrhundert, zu der er mehrere Bände selbst beigesteuert hat,[6] und Mitherausgeber der Innsbrucker Historischen Studien. Er schreibt regelmäßig für Die Tagespost, für die er unter anderem Würdigungen des Opus-Dei-Gründers Josemaría Escrivá verfasst, den er in seinen Rezensionen eines vom Opus Dei herausgegebenen mehrbändigen Werks über dessen Theologie mit Martin Luther vergleicht und dessen Organisation er gegen Kritiker in Schutz nimmt.[7]

Schriften (Auswahl)


Kirchengeschichte
Allgemeine Geschichte der Neuzeit
Westfalica
Slavistik

Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. a b c Harm Klueting Homepage , abgerufen am 11. Januar 2019.
  2. a b Raimund Neuß: Meisner weiht Vater und Ehemann zum Priester. In: General-Anzeiger, 21. Februar 2011, abgerufen am 11. Januar 2019.
  3. a b c Meldung des Erzbistums Köln vom 21. Februar 2011 (Memento vom 10. September 2012 im Webarchiv archive.today).
  4. Edeltraud Klueting Homepage , abgerufen am 11. Januar 2019.
  5. Joseph Overath: Buchbesprechung zu Harm Klueting, Edith Stein und Dietrich Bonhoeffer. In: Theologisches, Jg. 36, Nr. 5/6 (Mai/Juni 2006), Sp. 190–192.
  6. Verlagsinformation , abgerufen am 11. Januar 2019.
  7. Harm Klueting: Der Heilige des Alltäglichen. In: Die Tagespost, 2. Januar 2019, abgerufen am 5. Januar 2019.



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Stand der Informationen: 08.11.2019 08:22:14 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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