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Hangneigung

Als Hangneigung wird der Neigungswinkel zwischen einer Hangfläche und dem Geoid bezeichnet. Die Hangneigung wird gewöhnlich in Grad (°) angegeben, während sie in der Landwirtschaft, im Straßenbau (Tiefbau) und im Bauwesen (Hochbau) in Prozent angegeben wird (45° entsprechen 100 %)

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung


Die Hangneigung ist die wichtigste Kenngröße:

Ebenso wichtig – insbesondere für die Geomorphologie, die Botanik und die Bewirtschaftung – ist die so genannte Exposition, worunter die Richtung des Hanggefälles verstanden wird. So bedeutet eine südliche Exposition eines steilen Hanges eine lange, intensive Sonneneinstrahlung im oberen Hangabschnitt, verbunden mit hochliegender Schneegrenze, oft jedoch auch wechselnder Bodenfeuchtigkeit.

Die zwei Größen Hangneigung und Exposition kann man auch ohne feine Messgeräte gut im Gelände erfassen. Sie bilden mit weiteren Parametern wie Vegetation, Art und Tiefe des Bodens, den Gesteinsarten, der Porosität oder dem Wasserhaushalt die Arbeitsgrundlage für orografische Analysen und für Arbeiten von Hydrologie und Geologie, von Bodenkunde und Naturschutz. Im Baurecht benötigt man die Höhenlagen eines Grundstückes zur Bestimmung der mittleren Höhe eines Gebäudes über dem Geländeverlauf. Gemäß Bauvorlageverordnung müssen dazu die Linien in Bauantragszeichnungen eingetragen, die den Geländeverlauf vor Beginn der Baumaßnahme und nach Fertigstellung darstellen. Ab 2 % Gefälle spricht man schon von Hanglagen. Dies entspricht einem Höhenunterschied von 20 cm auf 10 m waagerechte Strecke. Dieser Höhenunterschied ist im Regelfall im Allgemeinen auf einem Grundstück noch nicht wahrnehmbar. Tatsächlich sind aber nach 100 m schon 2 m Höhenunterschied vorhanden. Entsprechend besteht eine Erhebung nach 1 km dann schon aus 20 m Höhenunterschied. Deshalb sind zum Beispiel Hangneigung von mehr als 6 % schon als Problemfall einzustufen, weil es dann bereits auf einem kleinen Baugrundstück zu deutlichen Höhenunterschieden kommt. Nach 100 m sind dann schon 6 m Höhenunterschied vorhanden.

Erosion vs. Hangneigung


Die Stärke der Erosion bzw. der Bodenabtragung hängt in erster Linie von der Hangneigung ab; mit wachsendem Gefälle nimmt die Erosionsneigung fast quadratisch zu. Sie hängt ferner von Bewuchs und Bodentyp sowie der Menge und zeitlichen Verteilung des Niederschlags ab.
Bei landwirtschaftlich genutzten Böden ist auch die Nutzungsart und die Richtung der Pflügens entscheidend, denn horizontal verlaufende Acker­furchen lassen das Regenwasser langsamer abrinnen als solche in der Falllinie, die allerdings oft aus arbeitstechnischen Gründen bevorzugt wird.

Daher sind Steilhänge besonders von der Bodenauswaschung bedroht, die zudem eine schädliche Eutrophierung von tieferen Landschaften und Gewässern bedeuten kann. Nach starken Niederschlägen nimmt die Gefahr des Abgangs von Muren oder Lawinen zu, was die Wichtigkeit geeigneter Vegetation, Bewirtschaftung oder von Schutzwald betont. Gefährdete Zonen und Rutschgebiete sind auch an Bodenfließen und Sichelwuchs von Bäumen, und bisweilen an Plaiken erkenntlich.

Weitere Bodenparameter


Am anderen Ende der Skala – bei flachen Geländestücken – ist zwar meist die größere Fruchtbarkeit gegeben, doch auch stärkerer Bedarf an Bauland und Verkehrs­flächen. Bei der Bewirtschaftung, der Düngung und im Bauwesen sind die hydrogeologischen Bodenverhältnisse wichtig. Wasserstauende Böden wurden früher meist trockengelegt – siehe Stichwort „saure Wiesen“! – und Gewässer begradigt, was man heute skeptischer beurteilt.

Für die Zuteilung des Status von Bergbauern und die darauf basierenden Förderungsgelder ist nicht nur die Höhen­lage der Gehöfte und Siedlungen entscheidend, sondern ebenso die Hangneigung. Die neue Sichtweise des Landwirts (auch) als Landschaftspfleger ist damit und mit dem Wirtschaftszweig Fremdenverkehr stark verknüpft.

Literatur


Siehe auch


Weblinks





Kategorien: Geomorphologie


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