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Hanau Hauptbahnhof

Hanau Hbf
Bahnhofsvorplatz
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bauform ehem. Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 11
Abkürzung FH
IBNR 8000150
Preisklasse 2
Profil auf Bahnhof.de Hanau_Hbf
Lage
Stadt/Gemeinde Hanau
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 7′ 17″ N, 8° 55′ 47″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
i16i16i18

Der Hanauer Hauptbahnhof liegt südöstlich der Innenstadt von Hanau und ist unter den Bahnhöfen und Haltepunkten Hanaus der einzige Fernbahnhof. Im östlichen Rhein-Main-Gebiet dient er zudem als Bahnhof von Regionalbahn bzw. -Express und der S-Bahn.

Der Kreuzungsbahnhof mit 11 Bahnsteiggleisen gehört zu den 82 Bahnhöfen der Bahnhofskategorie 2 der DB Station&Service. Das Empfangsgebäude der Deutschen Bahn stammt aus den 1960er Jahren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Im Zuge des Baus der Bebra-Hanauer Bahn wurde am Standort des heutigen Hanauer Hauptbahnhofs der vorläufige Endbahnhof Hanau Ost errichtet und am 1. Mai 1867 eröffnet. Funktionaler Vorgänger des Bahnhofs war der 1848 als Kopfbahnhof eröffnete Endpunkt der Frankfurt-Hanauer Eisenbahn-Gesellschaft, der sich westlich der Innenstadt an der Stelle des heutigen Haltepunktes Hanau West befand.

Hanau Ost war der Verknüpfungsbahnhof zwischen der Main-Spessart-Bahn, die als Verlängerung der Bahnstrecke Frankfurt–Hanau nach Aschaffenburg gebaut worden war, und der Strecke nach Bebra. Gleichzeitig wurde das Bahnbetriebswerk Hanau Heideäcker errichtet. Hanau Ost erhielt ein Empfangsgebäude, das als Inselbahnhof zwischen der Strecke Richtung Bebra (nördliche Gleise) und der Strecke nach Aschaffenburg (südliche Gleise) errichtet wurde.

Die Lage des Bahnhofs ergab sich aus der Querung des Mains nach Steinheim über die Steinheimer Mainbrücke, die rechtwinklig über den Fluss führen sollte, und der anschließenden Trassierung südlich des Flusses weiter nach Frankfurt am Main. Der so gesetzte Zwangspunkt erklärt die Lage des Bahnhofs weitab vom Hanauer Stadtzentrum.

Noch heute ergibt sich daraus ein erhebliches Problem für die Linienführung des ÖPNV in Hanau, der so zwei Zentren bedienen muss: Den Hauptbahnhof und den innerstädtischen Busknoten Freiheitsplatz. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof von der Hanauer Straßenbahn angefahren.

Am 15. Mai 1927 wurde der Bahnhof „Hanau Ost“ in „Hanau Hbf.“ umbenannt.[1]

Im Zweiten Weltkrieg war der Bahnhof, sein großes Gleisfeld, sein Güterbahnhof und das benachbarte Bahnbetriebswerk Hanau Angriffsziel von Luftangriffen der Alliierten: Erstmals am 1./2. April 1942[2] und folgend am 5. November 1944[3], am 10. November 1944 (2250 Mehrzweckbomben – mehr als 100 Tonnen – wurden abgeworfen, neun Lokomotiven, 15 Güterwagen und ein Lokomotivschuppen zerstört)[4], am 11. Dezember 1944 (22 Tote im gesamten Stadtgebiet)[5], am 12. Dezember 1944 (145 Tote im gesamten Stadtgebiet, darunter 18 Zwangsarbeiter)[6], ein Ablenkungsangriff am 7. Januar 1945, der keine Schäden verursachte[7], und ein Angriff am 17. Februar 1945 (22,4 Tonnen Sprengbomben).[8] Der Hauptbahnhof war auch eines der Ziele bei dem Luftangriff auf Hanau am 19. März 1945, wobei weitere Schäden entstanden.[9]

Ungefähr 1965 entstand die nördliche Verbindungsstrecke von Hanau West nach Hanau Nordseite.

Das ursprüngliche Empfangsgebäude wurde 1966 abgerissen und durch ein nördlich der Gleisanlagen liegendes Empfangsgebäude mit einem großzügigen Bahnhofsvorplatz ersetzt. Die ursprüngliche Lage als Inselbahnhof ist heute noch an der Gleisnummerierung und der Straßenanbindung des zwischen den Gleisen gelegenen Park-and-ride-Parkplatzes zu erkennen. Die Fußbodenhöhe der Hauptebene des neuen Bahnhofs wurde wesentlich von der Lage der bestehenden Fußgängerunterführung bestimmt, die beibehalten wurde. Da der Bahnhof teilweise in einem ehemaligen Flussbett des Mains errichtet wurde, gibt es immer wieder, besonders aber nach Gewitterregen, Probleme mit eindringendem Wasser. Der den Fahrgästen zugängliche Teil des Empfangsgebäudes wurde nach Aufgabe der Gepäck- und Expressgutbeförderung Anfang der 1990er Jahre grundlegend umgestaltet.

Anbindung


Hanau ist ein zentraler Knotenpunkt im Eisenbahnnetz, dessen Bahnhof sechs Strecken verknüpft. Es treffen hier aufeinander die

Gleise


Der Hanauer Hauptbahnhof besitzt 11 Bahnsteiggleise: nördlich des alten Inselbahnhofs die Gleise 1–9 und südlich des alten Inselbahnhofs die Gleise 101–106.

Betrieb


Fernverkehr

Im Schienenpersonenfernverkehr ist die Stadt via Intercity-Express und Intercity mit einem großen Teil Deutschlands sowie einigen Städten im Ausland verbunden.

Linie Strecke Taktfrequenz
ICE 12 Berlin – Braunschweig – Hildesheim – Kassel-Wilhelmshöhe – Hanau – Frankfurt – Mannheim – Karlsruhe – Freiburg – Basel Zweistundentakt
ICE 20 Hamburg-Altona – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Hanau – Frankfurt – Wiesbaden einzelne Züge
ICE 31 IC 31 (Kiel –) Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Solingen – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt Flughafen Frankfurt – Hanau – Würzburg – Nürnberg – Passau/München einzelne ICE (Hamburg–Frankfurt/München),
ein IC (Kiel/Fehmarn–Burg–Passau)
ICE 91 Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt Flughafen Frankfurt – Hanau – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Plattling – Passau – Wels – Linz – St. Pölten Wien Meidling Wien (– Wien Flughafen) Zweistundentakt
ein ICE von Wien über Solingen – Wuppertal – Hagen nach Hamburg

Nahverkehr

Hanau ist im Schienennahverkehr durch mehrere Regional-Express- und Regionalbahn-Linien mit dem Umland verbunden. Seit 1995 enden zudem die Linien S8 und S9 der S-Bahn Rhein-Main am Hauptbahnhof. Am Bahnhofsvorplatz befindet sich zudem eine zentrale Bushaltestelle.

Linien
Beginn RB 49
Friedberg–Hanau
Hanau Nord
Offenbach (Main) Hbf RE 50
Kinzigtalbahn
Langenselbold
Offenbach (Main) Hbf RB 51
Kinzigtalbahn
Wolfgang (Kr Hanau)
Hanau West RE 54
Frankfurt–Maintal–Hanau / Main-Spessart-Bahn
Kahl (Main)
Offenbach (Main) Hbf RE 55
Frankfurt-Bebraer Eisenbahn / Main-Spessart-Bahn
Kahl (Main)
Beginn RB 56
Kahlgrundbahn
Großauheim (Kr Hanau)
Hanau West RB 58
Frankfurt–Maintal–Hanau / Main-Spessart-Bahn
Großauheim (Kr Hanau)
Maintal Ost RE 59
Frankfurt–Maintal–Hanau / Main-Spessart-Bahn
Großauheim (Kr Hanau)
Offenbach (Main) Hbf RE 85
Odenwaldbahn
Hainburg Hainstadt
Beginn RB 86
Odenwaldbahn
Hanau Klein-Auheim
Linie Verlauf
Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz Nord – Mainz Hbf – Mainz Römisches Theater – Mainz-Gustavsburg – Mainz-Bischofsheim – Rüsselsheim Opelwerk – Rüsselsheim – Raunheim – Kelsterbach – Frankfurt (Main) Flughafen – Frankfurt (Main) Gateway Gardens – Frankfurt am Main Stadion – Frankfurt-Niederrad – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost (– Mühlheim (Main) – Mühlheim (Main) Dietesheim – Steinheim (Main) – Hanau Hbf)
Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz-Kastel – Mainz-Bischofsheim – Rüsselsheim Opelwerk – Rüsselsheim – Raunheim – Kelsterbach – Frankfurt (Main) Flughafen – Frankfurt (Main) Gateway Gardens – Frankfurt am Main Stadion – Frankfurt-Niederrad – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost – Mühlheim (Main) – Mühlheim (Main) Dietesheim – Steinheim (Main) – Hanau Hbf

Veränderungen

Zum Fahrplan­wechsel 2005/2006 wurde Hanau von der ICE-Verbindung Ruhrgebiet–Rhein/Main–Nürnberg/München, die von der neuen ICE-3-Generation befahren wird, größtenteils abgekoppelt. Die Begründung – laut Deutscher Bahn – war nicht die mangelnde Wirtschaftlichkeit, sondern bauliche Bedingungen. Da am Bahnhof erst ein Umbau erfolgt war und die Deutsche Bahn ihre Entscheidung nicht mit den zuständigen Behörden absprach, brachte ihr das harsche Kritik seitens der Stadtverwaltung und der Politik ein.

Ein Fortschritt hingegen war die Modernisierung der Odenwaldbahn (RMV-Linie 64), die die Anzahl der Züge auf der Achse Odenwald–Frankfurt am Main deutlich steigerte und in weiteren Schritten steigern wird.

Im Zuge des Fahrplanwechsels 2006/2007 erhielt der Hanauer Hauptbahnhof eine Vielzahl neuer Fernverkehrsverbindungen:

Seit Dezember 2016 hält der private Fernzug Locomore regulär in Hanau Hbf.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 hat Hanau seine ICE-Direktverbindung nach Stuttgart verloren, da die ICE-Linie 11 Hanau nunmehr ohne Halt passiert.[10]

Planungen


Eine Nordmainische S-Bahn soll vom Frankfurter Innenstadttunnel und dem Frankfurter Ostbahnhof kommend bis Hanau Hauptbahnhof geführt werden. Vorbereitende Arbeiten dafür haben begonnen. Da mit diesem Ausbau künftig deutlich mehr Züge in Hanau enden sollen als bisher, soll die Anzahl der Gleise erhöht werden. Der Standard-Bahnsteig der S-Bahn-Gleise 1 und 2 soll für ein Gleis 1a eine dritte Bahnsteigkante als Zungenbahnsteig erhalten.

Der Bahnsteig an den Gleisen 5 und 6 soll in der Hauptverkehrszeit ebenfalls für die Nordmainische S-Bahn zur Verfügung stehen. Im Gegenzug wird der Bahnsteig von Gleis 7 durch ein neues, durchgehendes Gleis 8 zu einem Inselbahnsteig für den Regional- und Fernverkehr umgebaut.

Am Bahnsteig des von Regionalzügen genutzten Gleises 101 entsteht mit dem Stumpfgleis 100 eine weitere Bahnsteigkante im Bereich des heutigen Gleises 117. Die Bahnsteige 5/6, 7/8 und 100/101 sollen je einen Aufzug bekommen.[11] Zudem soll der Bahnhof grundlegend modernisiert und optisch verschönert werden.[12]

Unfälle


Literatur


Weblinks


Commons: Hanau Hauptbahnhof  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutsche Bahn AG:

weitere Belege:

Einzelnachweise


  1. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, Änderung von Bahnhofsnamen
  2. Stahl: Der Luftkrieg. S. 392.
  3. Stahl: Der Luftkrieg. S. 201.
  4. Stahl: Der Luftkrieg. S. 216.
  5. Stahl: Der Luftkrieg. S. 228 ff.
  6. Stahl: Der Luftkrieg. S. 235 f.
  7. Stahl: Der Luftkrieg. S. 305.
  8. Stahl: Der Luftkrieg. S. 314.
  9. Stahl: Der Luftkrieg. S. 329, 361.
  10. fr.de
  11. DB Projektbau GmbH: Nordmainische S-Bahn – Planfeststellungsabschnitt 3: Hanau. Erläuterungsbericht  (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . 8. November 2013
  12. Hauptbahnhof Hanau braucht mehr Gleise. Barrierefreiheit und Modernisierung des Eingangsgebäudes . In: Main-Netz, 18. März 2014. Abgerufen am 18. März 2014.
  13. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd. 1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 69; Erwin Rückriegel: Eisenbahnunglück am 14. November 1884 bei Hanau und seine Folgen für die Beteiligten. In: Grindaha [Zeitschrift des Geschichtsvereins Gründau] 15 (2005), S. 13–16 (16).



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