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Großer Preis von Großbritannien 1998

 Großer Preis von Großbritannien 1998
Renndaten
9. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1998
Name: LI RAC British Grand Prix
Datum: 12. Juli 1998
Ort: Silverstone
Kurs: Silverstone Circuit
Länge: 308,4 km in 60 Runden à 5,14 km

Wetter: nass und teilweise Sturm
Zuschauer: ~ 110.000
Pole-Position
Fahrer:  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes
Zeit: 1:23,271 min
Schnellste Runde
Fahrer: Deutschland Michael Schumacher  Ferrari
Zeit: 1:35,704 min (Runde 12)
Podium
Erster: Deutschland Michael Schumacher  Ferrari
Zweiter:  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes
Dritter: Vereinigtes Konigreich Eddie Irvine  Ferrari

Der Große Preis von Großbritannien 1998 (offiziell LI RAC British Grand Prix) fand am 12. Juli auf dem Silverstone Circuit in Silverstone statt und war das neunte Lauf der Formel-1-Weltmeisterschaft 1998. Michael Schumacher gewann das Rennen vor Mika Häkkinen und Eddie Irvine.

Inhaltsverzeichnis

Bericht


Hintergrund

Williams setzte ab dem Qualifying einen aktualisierten, stärkeren Motor ein und der Radstand wurde verlängert.

Erstmals an diesem Wochenende wurden Informationen zum neuen Team ab der kommenden Saison 1999 bekannt. So wird Craig Pollock, der bisherige Manager von Jacques Villeneuve, der neue Teamchef zur kommenden Saison und das Hauptquartier in Brackley wurde ebenfalls fertiggestellt. Ab etwa Herbst sollte die Arbeit am neuen Wagen aufgenommen werden laut Pollock. Des Weiteren wurde bekannt gegeben, dass Supertec 1999 neben Benetton und Williams auch das neue BAR-Team mit Motoren beliefert. Als konkreter Fahrer wurde Villeneuve genannt, als Zweitfahrer wurde versucht, den CART-Champion von 1997, Alessandro Zanardi, zu verpflichten. Allerdings hatte Zanardi schon einen Zweijahresvertrag mit Williams unterschrieben.

Training

Freitagstraining

David Coulthard setzte sich mit 1:25,640 Minuten vor Mika Häkkinen. Mit knapp einer halben Sekunde Rückstand lag Heinz-Harald Frentzen auf Platz drei, gefolgt von Jacques Villeneuve, Eddie Irvine, Giancarlo Fisichella, Michael Schumacher und auf Platz acht Alexander Wurz. Alle Fahrer waren innerhalb von viereinhalb Sekunden platziert.[1][2]

Samstagstraining

Erneut belegten beide McLaren die ersten zwei Positionen, doch diesmal Häkkinen vor Coulthard mit einer Zeit von 1:23,639 Minuten. Dahinter folgten die Schumacher-Brüder, Damon Hill und Jacques Villeneuve. Alle Fahrer lagen innerhalb von fünf Sekunden.[3][4]

Qualifying

Die nächste Pole-Position ging an Mika Häkkinen, der Michael Schumacher rund eine halbe Sekunde hinter sich ließ. Auf den Plätzen dahinter folgten Villeneuve, Coulthard, Irvine und Frentzen. Ralf Schumacher drehte sich früh in der Qualifying-Session und musste mit dem Ersatzwagen seine Bestzeit setzen, doch diese und Panis’ schnellste Rundenzeit wurden im Nachhinein annulliert. Der Grund war ein misslungener Sicherheitstest bei der technischen Abnahme nach der Qualifikationssitzung. Alle offiziell gewerteten Rundenzeiten lagen innerhalb von fünfeinhalb Sekunden.[5][6]

Warm-Up

Coulthard und Häkkinen waren die schnellsten Fahrer in dieser Session, nur rund elf Tausendstel trennten die beiden McLaren-Piloten voneinander. Mit rund zwei bis drei Sekunden Rückstand folgen Fisichella, Irvine, Michael Schumacher und Alexander Wurz. Durch einsetzenden Regen lag der letzte Fahrer, Ricardo Rosset, rund elf Sekunden hinter der schnellsten Zeit zurück.[7][8]

Rennen

In der Früh bildete sich eine Gewitterzelle über der Rennstrecke, was zu einem heftigen Gewitter mit starkem Wind führte. Zwar zog der Sturm vor Rennstart weiter, doch waren nur vereinzelt trockene Stellen sichtbar. Bis auf die beiden Stewart-Piloten begannen alle Fahrer mit der Intermediate-Reifenmischung, Barrichello und Verstappen wählten Trockenreifen.

Während der ersten Runden ereignete sich nichts Nennenswertes, bis in Runde 13 Damon Hill die Kontrolle über seinen Wagen auf der feuchten Strecke verlor und im Kiesbett strandete. In Runde 16 fing es wieder heftiger zu regnen an und viele Teams wechselten auf Regenreifen um. In Runde 20 fing sich Häkkinen eine Union Jack-Flagge ein und verstopfte beinahe einen der seitlichen Kühler. Herbert, der nicht auf Regenreifen wechselte, drehte sich in Runde 28 ins Kiesbett. Er konnte mithilfe der Streckenposten weiterfahren, musste aber kurz darauf in der Box aufgeben. In Runde 38 drehte sich Coulthard mit den Intermediate-Reifen raus und touchierte die Wand bei der Club-Kurve, als er einen anderen Fahrer überrunden wollte. Nur zwei Runden später passierte Barrichello dasselbe wie Coulthard.

Währenddessen hatte Häkkinen seinen Vorsprung auf Schumacher um rund 50 Sekunden ausgebaut, als er sich in Runde 44 einmal komplett drehte. Er konnte das Rennen fortsetzen, verlor aber zehn Sekunden Vorsprung und beschädigte seinen Frontflügel. Als nun weitere Fahrer sich durch die schlechten Bedingungen drehten, wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt. In Runde 50 wurde das Rennen wieder freigegeben mit Häkkinen vor Schumacher in Führung, allerdings machte Häkkinen in Runde 52 einen Fehler und Schumacher konnte die Führung übernehmen. Schumacher fuhr sofort einen Vorsprung auf Häkkinen heraus.

Allerdings wurde zwei Runden vor Schluss eine Stop-and-Go-Strafe gegen Michael Schumacher ausgesprochen, weil er während der Safety-Car-Phase Alexander Wurz überrundet hatte. Schumacher hatte drei Runden Zeit, die Strafe abzusitzen, und tat dies in der letzten Runde. Jedoch überquerte er dadurch die Ziellinie in der Boxengasse, bevor er seinen Boxenplatz erreichte. Dadurch gewann Schumacher das Rennen, bevor er seine Strafe ordnungsgemäß abgesessen hatte. Es gab Beschwerden auf beiden Seiten, Ferrari argumentierte, dass die Nachricht der Bestrafung erst 31 Minuten nach dem Vorfall handgeschrieben mitgeteilt wurde. Dadurch wurde die normale Frist um sechs Minuten übertroffen und die handgeschriebene Nachricht war nicht eindeutig formuliert. So war nicht klar, ob eine Stop-and-Go-Strafe verhängt wurde oder der Rennzeit von Schumacher am Ende des Rennens zehn Sekunden addiert würden. Letzteres wurde dann nach dem Rennen verhängt; allerdings war dies unzulässig, da eine derartige Strafe nur bei einem Vorfall zwölf Runden vor dem Ende des Rennens vergeben werden dürfte. Nachdem dies nun auch als ungültig angesehen wurde, wurde die Strafe von Schumacher aufgehoben und nicht weiter verfolgt. McLaren legte daraufhin Protest mit der Begründung ein, die Strafe sei nicht korrekt ausgeführt worden. Der Protest wurde in der letzten Instanz von der FIA abgelehnt.[9][10]

Für Wurz, der das Rennen als Vierter beendete, sollte dies die letzte Punkteplatzierung des Jahres bleiben.

Meldeliste


Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich Winfield Williams 1  Jacques Villeneuve Williams FW20 Mecachrome 3.0 V10 G
2 Deutschland Heinz-Harald Frentzen
 Scuderia Ferrari Marlboro 3 Deutschland Michael Schumacher Ferrari F300 Ferrari 3.0 V10 G
4 Vereinigtes Konigreich Eddie Irvine
 Mild Seven Benetton Playlife 5  Giancarlo Fisichella Benetton B198 Playlife 3.0 V10 B
6  Alexander Wurz
Vereinigtes Konigreich West McLaren Mercedes 7  Mika Häkkinen McLaren MP4/13 Mercedes-Benz 3.0 V10 B
8 Vereinigtes Konigreich David Coulthard
 Benson & Hedges Jordan 9 Vereinigtes Konigreich Damon Hill Jordan 197 Mugen-Honda 3.0 V10 G
10 Deutschland Ralf Schumacher
 Gauloises Prost Peugeot 11  Olivier Panis Prost AP01 Peugeot 3.0 V10 B
12  Jarno Trulli
Schweiz Red Bull Sauber Petronas 14  Jean Alesi Sauber C17 Petronas 3.0 V10 G
15 Vereinigtes Konigreich Johnny Herbert
Vereinigtes Konigreich Danka Zepter Arrows 16  Pedro Diniz Arrows A19 Arrows 3.0 V10 B
17  Mika Salo
Vereinigtes Konigreich Stewart Ford 18  Rubens Barrichello Stewart SF2 Ford Zetec-R 3.0 V10 B
19  Jos Verstappen
Vereinigtes Konigreich Tyrrell 20  Ricardo Rosset Tyrrell 026 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 G
21  Toranosuke Takagi
 Fondmetal Minardi Team 22  Shinji Nakano Minardi M198 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 B
23 Argentinien Esteban Tuero

Klassifikation


Qualifying

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start
01  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes 1:23,271 01
02 Deutschland Michael Schumacher  Ferrari 1:23,720 02
03  Jacques Villeneuve Vereinigtes Konigreich Williams-Mecachrome 1:24,102 03
04 Vereinigtes Konigreich David Coulthard Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes 1:24,310 04
05 Vereinigtes Konigreich Eddie Irvine  Ferrari 1:24,436 05
06 Deutschland Heinz-Harald Frentzen Vereinigtes Konigreich Williams-Mecachrome 1:24,442 06
07 Vereinigtes Konigreich Damon Hill  Jordan-Mugen-Honda 1:24,542 07
08  Jean Alesi Schweiz Sauber-Petronas 1:25,081 08
09 Vereinigtes Konigreich Johnny Herbert Schweiz Sauber-Petronas 1:25,084 09
10  Giancarlo Fisichella  Benetton-Playlife 1:25,654 10
11  Alexander Wurz  Benetton-Playlife 1:25,760 11
12  Pedro Diniz Vereinigtes Konigreich Arrows 1:26,376 12
13  Mika Salo Vereinigtes Konigreich Arrows 1:26,487 13
14  Jarno Trulli  Prost-Peugeot 1:26,808 14
15  Jos Verstappen Vereinigtes Konigreich Stewart-Ford 1:26,948 15
16  Rubens Barrichello Vereinigtes Konigreich Stewart-Ford 1:26,990 16
17  Toranosuke Takagi Vereinigtes Konigreich Tyrrell-Ford 1:27,061 17
18 Argentinien Esteban Tuero  Minardi-Ford 1:28,051 18
19  Shinji Nakano  Minardi-Ford 1:28,123 19
20  Ricardo Rosset Vereinigtes Konigreich Tyrrell-Ford 1:28,608 20
107-Prozent-Zeit: 1:29,100 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:23,271 min)
21 Deutschland Ralf Schumacher  Jordan-Mugen-Honda 21
22  Olivier Panis  Prost-Peugeot 22

Rennen

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
01 Deutschland Michael Schumacher  Ferrari 60 2 1:47:02,450 02 1:35,704
02  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes 60 2 + 22,465 01 1:35,961
03 Vereinigtes Konigreich Eddie Irvine  Ferrari 60 2 + 29,199 05 1:36,530
04  Alexander Wurz  Benetton-Playlife 59 2 + 1 Runde 11 1:37,982
05  Giancarlo Fisichella  Benetton-Playlife 59 2 + 1 Runde 10 1:38,424
06 Deutschland Ralf Schumacher  Jordan-Mugen-Honda 59 3 + 1 Runde 21 1:37,389
07  Jacques Villeneuve Vereinigtes Konigreich Williams-Mecachrome 59 3 + 1 Runde 03 1:37,199
08  Shinji Nakano  Minardi-Ford 58 1 + 2 Runden 19 1:43,755
09  Toranosuke Takagi Vereinigtes Konigreich Tyrrell-Ford 56 2 + 4 Runden 17 1:41,629
 Jean Alesi Schweiz Sauber-Petronas 53 2 DNF 08 1:37,202
 Pedro Diniz Vereinigtes Konigreich Arrows 45 2 DNF 12 1:37,887
 Olivier Panis  Prost-Peugeot 40 1 DNF 22 1:42,346
 Rubens Barrichello Vereinigtes Konigreich Stewart-Ford 39 1 DNF 16 1:40,097
 Jos Verstappen Vereinigtes Konigreich Stewart-Ford 38 1 DNF 15 1:41,114
Vereinigtes Konigreich David Coulthard Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes 37 1 DNF 04 1:36,120
 Jarno Trulli  Prost-Peugeot 37 1 DNF 14 1:44,083
 Ricardo Rosset Vereinigtes Konigreich Tyrrell-Ford 29 1 DNF 20 1:40,948
Argentinien Esteban Tuero  Minardi-Ford 29 DNF 18 1:44,700
Vereinigtes Konigreich Johnny Herbert Schweiz Sauber-Petronas 27 DNF 09 1:37,343
 Mika Salo Vereinigtes Konigreich Arrows 27 1 DNF 13 1:38,160
Deutschland Heinz-Harald Frentzen Vereinigtes Konigreich Williams-Mecachrome 15 DNF 06 1:36,884
Vereinigtes Konigreich Damon Hill  Jordan-Mugen-Honda 13 DNF 07 1:37,223

WM-Stände nach dem Rennen


Fahrerwertung

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01  Mika Häkkinen McLaren-Mercedes 56
02 Deutschland Michael Schumacher Ferrari 54
03 Vereinigtes Konigreich David Coulthard McLaren-Mercedes 30
04 Vereinigtes Konigreich Eddie Irvine Ferrari 29
05  Alexander Wurz Benetton-Playlife 17
06  Giancarlo Fisichella Benetton-Playlife 15
07  Jacques Villeneuve Williams-Renault 11
08 Deutschland Heinz-Harald Frentzen Williams-Mecachrome 8
09  Rubens Barrichello Stewart-Ford 4
10  Jean Alesi Sauber-Petronas 3
10  Mika Salo Arrows 3
12 Vereinigtes Konigreich Johnny Herbert Sauber-Petronas 1
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
12  Pedro Diniz Arrows 1
12 Danemark Jan Magnussen Stewart-Ford 1
12 Deutschland Ralf Schumacher Jordan-Mugen-Honda 1
Vereinigtes Konigreich Damon Hill Jordan-Mugen-Honda 0
 Olivier Panis Prost-Peugeot 0
 Jarno Trulli Prost-Peugeot 0
 Ricardo Rosset Tyrrell-Ford 0
Argentinien Esteban Tuero Minardi-Ford 0
 Shinji Nakano Minardi-Ford 0
 Toranosuke Takagi Tyrrell-Ford 0
 Jos Verstappen Stewart-Ford 0

Konstrukteurswertung

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich McLaren-Mercedes 86
02  Ferrari 83
03  Benetton-Playlife 32
04 Vereinigtes Konigreich Williams-Mecachrome 19
05 Vereinigtes Konigreich Stewart-Ford 5
06 Schweiz Sauber-Petronas 4
Pos. Konstrukteur Punkte
06 Vereinigtes Konigreich Arrows 4
07  Jordan-Mugen-Honda 1
Vereinigtes Konigreich Tyrrell-Ford 0
 Prost-Peugeot 0
 Minardi-Ford 0

Einzelnachweise


  1. motorsportarchiv.de Freitagstraining Großbritannien 1998 (Memento vom 29. Oktober 2005 im Internet Archive)
  2. motorsport-magazin.com Freitagstraining Großbritannien 1998
  3. motorsportarchiv.de Samstagstraining Großbritannien 1998 (Memento vom 29. Oktober 2005 im Internet Archive)
  4. motorsport-magazin.com Samstagstraining Großbritannien 1998
  5. motorsportarchiv.de Qualifying Großbritannien 1998 (Memento vom 7. November 2005 im Internet Archive)
  6. motorsport-magazin.com Qualifying Großbritannien 1998
  7. motorsportarchiv.de Warm-Up Großbritannien 1998 (Memento vom 29. Oktober 2005 im Internet Archive)
  8. motorsport-magazin.com Warm-Up Großbritannien 1998
  9. motorsportarchiv.de Rennen Großbritannien 1998 (Memento vom 7. November 2005 im Internet Archive)
  10. motorsport-magazin.com Rennen Großbritannien 1998

Weblinks


Commons: Großer Preis von Großbritannien 1998  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



Kategorien: Großer Preis von Großbritannien | Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1998 | Sportveranstaltung in Northamptonshire | Sport (South Northamptonshire)

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