Großer Fuchs - de.LinkFang.org

Großer Fuchs

Großer Fuchs
Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)
Gattung: Nymphalis
Art: Großer Fuchs
Wissenschaftlicher Name
Nymphalis polychloros
(Linnaeus, 1758)

Der Große Fuchs (Nymphalis polychloros) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Er wurde von der Umweltstiftung BUND zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung


Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 50 bis 55 Millimetern. Sie sehen dem Kleinen Fuchs (Aglais urticae) sehr ähnlich, sind aber etwas größer und in den Farben stumpfer gefärbt. Sie haben orangefarbene, mit schwarz-gelb-weiß gemusterte Flügeloberseiten. Der Rand der Hinterflügel ist deutlich schwächer blau gefärbt, aber gleichfalls dunkel umrandet. Die Hinterflügel sind fast gleichmäßig orange gefärbt und tragen je einen schwarzen Fleck.[2]

Die Raupen werden ca. 45 Millimeter lang. Sie sind dunkelgrau, fast schwarz gefärbt und haben am Rücken und auf den Seiten orange Binden. Daneben haben sie auch orange gefärbte, verästelte Dornenauswüchse.[2]

Ähnliche Arten

Vorkommen


Die Tiere kommen in Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa, in der Türkei, im Süden Russlands, im mittleren und südlichen Ural, in Kasachstan und im Himalayagebiet vor.[3] In Mitteleuropa kommen sie v. a. in den wärmeren Regionen vor, sind aber allgemein selten geworden. Im Mittelmeergebiet und den Südalpen sind sie dagegen noch häufig. Sie leben in lichten Wäldern und deren Rändern, auf verbuschtem Trockenrasen und in Obstgärten.[2]

Lebensweise


Die Falter saugen nur selten an Blüten, sondern bevorzugen austretende Baumsäfte. Im Frühjahr fliegen sie aber häufig blühende Weiden an.[2] Man entdeckt sie oft, wenn sie sich mit ausgebreiteten Flügeln sonnen. Die Falter fliegen in Mitteleuropa in einer Generation von Ende Juni bis August, im Süden fliegen sie in zwei. Überwinternde Falter fliegen schon von März bis April. Die Art fliegt oft aus dem Süden als Wanderfalter nach Mitteleuropa ein.[3]

Nahrung der Raupen

Die Raupen ernähren sich vor allem von den Blättern der Salweide (Salix caprea), aber auch von Blättern von Zitterpappel (Populus tremula), Apfelbaum (Malus domestica), Birnbaum (Pyrus communis) und von anderen Laubbaumarten.[2] Der Einsatz von Gift in der Obstbaumpflege wirkte sich negativ auf den Bestand der Falterart aus.

Entwicklung


Die Weibchen legen ihre Eier auf der Rinde von dünnen Zweigen ihrer Futterpflanzen ab. Die Raupen leben gesellschaftlich, fressen aber einen Zweig nicht vollständig ab, bevor sie zum nächsten wechseln. Sie verpuppen sich und schlüpfen noch vor dem Winter.[2]

Gefährdung und Schutz


Der Große Fuchs ist durch Intensivierungsmaßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft gefährdet, da diese die Lebensräume der Art erheblich beeinträchtigen. So wurden Streuobstbestände durch Umwandlung in Ackerland oder Siedlungsanlagen vernichtet, Salweiden ausgeschlagen, und verstärkt Biozide im Obst- und Gartenbau eingesetzt. Um die Art zu schützen, sollten vor allem die gesellig auftretenden Raupen nicht bekämpft werden.[4]
Da die Populationen des Großen Fuchses in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind, wird er mittlerweile in der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands als gefährdet (3) eingestuft.[5] Auch in Österreich ist die Art nur noch sehr selten zu finden, sie gilt als empfindlicher Bioindikator.[6] Allerdings gab es in den letzten Jahren auch gegenteilige Beobachtungen, ein wieder häufigeres Auftreten der Art, etwa in Oberbayern.[7]

Quellen


Einzelnachweise

  1. www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de: Schmetterling des Jahres 2018: „Großer Fuchs“ (Zugriff 12. November 2017)
  2. a b c d e f Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1, S. 176.
  3. a b Tom Tolman, Richard Lewington: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, S. 144, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07573-7
  4. Günter Ebert (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 1, Tagfalter I (Ritterfalter (Papilionidae), Weißlinge (Pieridae), Edelfalter (Nymphalidae)), Ulmer Verlag Stuttgart 1993. ISBN 3-8001-3451-9
  5. Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster 1998, ISBN 978-3-89624-110-8
  6. Gerfried Deschka, Josef Wimmer, Die Schmetterlingsfauna der Kreuzmauer, Beitr. Naturk. Oberösterreichs, 2000
  7. Nymphalis polychloros

Literatur

Weblinks


 Commons: Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien



Kategorien: Edelfalter



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Großer Fuchs (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 01.11.2019 02:00:37 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.