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Sittensen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sittensen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sittensen hervorgehoben

Koordinaten: 53° 17′ N, 9° 30′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Sittensen
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 18,55 km2
Einwohner: 5899 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 318 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27419
Vorwahl: 04282
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 044
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 11
27419 Sittensen
Website: www.sittensen.de
Bürgermeister: Stefan Tiemann (SPD)
Lage der Gemeinde Sittensen im Landkreis Rotenburg (Wümme)

Sittensen ist eine Gemeinde und der Verwaltungssitz in der gleichnamigen Samtgemeinde Sittensen im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Sittensen liegt in der Zevener Geest im Süden der Samtgemeinde umgeben von den Gemeinden Klein und Groß Meckelsen, Lengenbostel, Tiste und Vierden. Südlich grenzt die Gemeinde Hamersen und die Samtgemeinde Fintel mit den Gemeinden Helvesiek und Stemmen an. Der Fluss Oste verläuft durch die Gemeinde, der in der früheren Ortsmitte eine Wassermühle angetrieben hatte. An dieser Stelle staut sich der Fluss auf und bildet den Mühlenteich, der von einem kleinen Park umgeben ist.

Nachbargemeinden

Bremervörde
40 km
Stade
40 km
Buxtehude
28 km
Zeven
17 km
Nachbargemeinden Tostedt
16 km
Rotenburg (Wümme)
23 km
Scheeßel
13 km
Schneverdingen
32 km

Geschichte


Die erste Erwähnung von Sittensen datiert auf das Jahr 1020. Es handelt sich um eine Urkunde des Bistums Verden, die den Ort als Chessinhusen benennt. Das Land muss jedoch schon viel früher besiedelt worden sein. Es wird angenommen, dass die ersten Siedlungen im frühen Mittelalter zwischen Sittensen und Klein Meckelsen entstanden sind,[2] genaue Daten sind jedoch nicht bekannt.

Der historische Dorfkern Sittensens befindet sich im heute südlichen Teil des Ortes, wo sich der Marktplatz, die St. Dionysius-Kirche sowie die alte Wassermühle befinden, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde.[3] Seit jener Zeit hat sich der Ortsmittelpunkt vom ursprünglichen Kern wegentwickelt, zeigt sich dort jedoch noch in seinem historischen Bild.

Die Gemeinde Sittensen entstand 1960 per Gesetz als Zusammenschluss der Gemeinden Groß Sittensen und Klein Sittensen.

In der jüngeren Geschichte hat Sittensen insbesondere durch eher negative Medienpräsenz an Bekanntheit gewonnen. So gab es in den 1990er Jahren Schlagzeilen um eine erhöhte Rate von Leukämie-Erkrankungen bei Kindern in Sittensen. Ein ähnlicher Fall in der Gemeinde Tespe im Landkreis Harburg wurde auf eine erhöhte Strahlenbelastung durch das Kernkraftwerk Krümmel und das GKSS-Forschungszentrum Geesthacht zurückgeführt, was für Sittensen jedoch nicht zutreffen konnte. Gutachten, die von der Universität Bremen angefertigt wurden, begründeten die Fälle mit einem defekten Röntgengerät, waren letztlich aber nicht schlüssig.[4]

Ein weiterer Aufsehen erregender Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 5. Februar 2007, als im China-Restaurant „Lin Yue“ sieben Menschen erschossen aufgefunden wurden.

Darüber hinaus fand im Jahr 2008 ein Brandanschlag auf einen muslimischen Gebetsraum statt. Die Täter, die am gleichen Abend über die Gründung eines NPD-Ortsvereines in Sittensen sprachen, gehörten zur rechtsextremen Szene.[5][6][7]

Im Jahr 2010 fand in Sittensen ein Überfall auf einen Rentner statt. Ein Täter wurde von dem Rentner erschossen. Die Angehörigen des erschossenen Täters verklagten daraufhin den Rentner. Lange Zeit sorgte der Überfall und die Anklage vor Gericht in zahlreichen überregionalen Medien immer wieder für Schlagzeilen.[8][9][10][11][12][13][14] Auf Betreiben der Familie des Räubers wurde der Rentner des Totschlags angeklagt. Am 23. April 2014 begann der Prozess vor dem Landgericht Stade,[15] am 27. Oktober 2014 wurde der Rentner wegen Totschlags zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung legten dagegen Revision ein.[16] Der Bundesgerichtshof verurteilte den Rentner mit Urteil vom 25. Oktober 2015 zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung wegen Totschlags.[17]

Religion


In Sittensen besteht eine evangelisch-lutherische Gemeinde (St. Dionysiuskirche), der die meisten konfessionell gebundenen Bürger angehören, sowie eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (Christuskirche) und eine freie evangelische Gemeinde; daneben noch eine geringe Anzahl von Zeugen Jehovas und von Gläubigen des Islam. Die römisch-katholischen Christen des Ortes gehören zur Herz-Jesu-Gemeinde in Tostedt.

Politik


Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 17 gewählten Mitgliedern. Die Gemeindewahl vom 11. September 2016 führte zu folgendem Ergebnis:[18]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 31,6 % 5
SPD 48,1 % 8
Grüne 8,4 % 2
FDP 4,1 % 1
WFB* 7,8 % 1

* Wählergemeinschaft Freier Bürger Sittensen

Bürgermeister

Bürgermeister ist Diedrich Höyns (SPD). Er wurde in der Ratssitzung am 3. November 2016 gewählt.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist längs zweigeteilt. Auf der nichtheraldisch linken Seite findet sich eine Heiligengestalt (der heilige Dionysius) auf rotem Grund, auf der nichtheraldisch rechten Seite die St. Dionysius-Kirche des Ortes auf einer grünen Fläche und einem silbernen Flusslauf (die hier fließende Oste).

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Naturdenkmäler

Das Hochmoor und Naturschutzgebiet Ekelmoor mit dem NSG Tister Bauernmoor und einem Aussichtsturm

Sport

Verkehr


Schiene

Der Haltepunkt Sittensen liegt an der Bahnstrecke Wilstedt–Tostedt, die jedoch nicht im SPNV befahren wird. Der nächste Bahnhof befindet sich in Tostedt.

Straße

Durch die Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 1 mit der Anschlussstelle 47 Sittensen, die Sittensen an das überregionale Verkehrsnetz anschließt.

Persönlichkeiten


Weblinks


 Commons: Sittensen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018  (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wohnste (Hrsg.): Wohnste Kreis Rotenburg (Wümme) ISBN 3-922913-08-3
  3. Webseite des Landschaftsverbandes Stade
  4. Energie-Chronik auf der Webseite von Udo Leuschner
  5. Sittensen – Brandanschlag auf islamischen Gebetsraum. In: sueddeutsche.de. 11. Mai 2010, abgerufen am 29. November 2014.
  6. http://www.mopo.de/news/sittensen-nach-brandanschlag--taeter-will-rieger-als-anwalt,5066732,5385048.html
  7. http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/brandanschlag-in-sittensen-hauptverdaechtiger-neonazi-lernte-bei-der-npd/1197142.html
  8. Rentner schoss jugendlichem Räuber in den Rücken. In: Spiegel Online. 15. Dezember 2010, abgerufen am 29. November 2014.
  9. http://www.bild.de/regional/hamburg/hamburg-regional/haben-die-huren-den-millionaer-erpresst-15133138.bild.html
  10. Bruno Schrep: Hey Hase, lebst du noch? In: Der Spiegel. Nr. 21, 2011 (online ).
  11. http://www.abendblatt.de/region/article2136701/War-Todesschuss-auf-Einbrecher-doch-keine-Notwehr.html
  12. http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Sittensen-Polizei-findet-Masken-und-Waffe-der-Taeter-id9069686.html
  13. http://www.rhein-zeitung.de/nachrichten/deutschland-und-welt_artikel,-Rentner-toetet-Raeuber-mit-Schuss-in-den-Ruecken-_arid,178014.html
  14. Emilia Smechowski: Wenn die Grenzen verschwimmen. In: taz.de. 5. August 2011, abgerufen am 29. November 2014.
  15. Tödliche Schüsse auf jungen Räuber. 80-Jähriger vor Gericht. In: Focus Online. 23. April 2014, abgerufen am 23. April 2014.
  16. Thorsten Penz: Revision gegen Urteil im Sittensen-Prozess. In: kreiszeitung-wochenblatt.de. 6. November 2014, abgerufen am 29. November 2014.
  17. Wolfgang Janisch Karlsruhe: Schuss in den Rücken. In: sueddeutsche.de. 2015, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 30. Mai 2018]).
  18. Kommunalwahlergebnis 2016, Gemeinde Sittensen , abgerufen am 17. September 2019



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Stand der Informationen: 22.10.2019 09:43:06 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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