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Goldene Aue




Die Goldene Aue (veraltet Güldene Aue) ist eine Landschaft zwischen Nordhausen und Sangerhausen im Grenzbereich von Thüringen und Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Lage


Die Goldene Aue erstreckt sich zwischen dem Südrand des Harzes im Norden und der Windleite und dem Kyffhäuser im Süden und wird von der Helme durchflossen. Bedeutende Zuflüsse zur Helme sind die Zorge, Thyra, Leine und Gonna. Südlich von Sangerhausen schließt sich die Landschaft der Diamantenen Aue an. Die flachen Talauen der Helme, wie das Lange Rieth bei Görsbach, wechseln mit hügeligen Landschaften wie der Haardt (186 m) und der Heide (am Mittelkopf: 244 m)[1] an seinen Rändern. Naturräumlich wird die Goldene Aue zur Gera-Unstrut-Helme-Niederung innerhalb des Thüringer Beckens (mit Randplatten) gerechnet.[2]

Geschichte


Ursprünglich wurde nur der Bereich um die Aumühle zwischen Görsbach und Auleben, in dem sich die Wüstung des Dorfes Langenrieth befindet, als Goldene Aue bezeichnet. Der Begriff tauchte erstmals in einer Urkunde des Klosters Walkenried auf, das 1144 in diesem Gebiet mit Kultivierungsarbeiten begonnen hatte und einen Klosterhof Ow, später Güldene Aue genannt, angelegt hatte. Von dieser Ortsbezeichnung leitete sich seit Mitte des 13. Jahrhunderts der Landschaftsname ab, als durch den erwünschten Zuzug flämischer Siedler der größte Teil der Auenlandschaft fruchtbar gemacht werden konnte. Von Martin Luther geht die Überlieferung aus, dass der 1494 vom Pilgerzug nach Jerusalem heimkehrende Graf Botho zu Stolberg verlauten ließ: „Er nehme lieber sein Land, die Güldene Aue genannt und wollte einem andern das gelobte Land lassen.“[3]

Heute wird unter dem Begriff Goldene Aue gewöhnlich nicht nur das mittlere, sondern oft auch das untere Helmetal verstanden. Das vorwiegend landwirtschaftlich geprägte Gebiet war bis in die 1960er Jahre durch die aus den Harzflüssen stammenden Hochwasser stark überschwemmungsgefährdet. Als Gegenmaßnahme wurde daher die 1966 fertiggestellte Talsperre Kelbra errichtet, die zusammen mit einem vorgeschalteten Hochwasserrückhaltebecken den Hochwasserschutz gewährleistet.

Verkehr


Durch die Goldene Aue führte die Heerstraße von Nordhausen nach Merseburg. Heute wird sie von der Bundesstraße 80, der Bundesautobahn 38 und der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden erschlossen. Am östlichen Rand beginnt die A 71 Sangerhausen–Schweinfurt.

Sehenswertes


Zu den Sehenswürdigkeiten der Goldenen Aue zählt das kleine Heimatmuseum im Humboldtschen Schloss in Auleben. Gleich daneben befindet sich das Museum „Neuer Rüxleber Hof“. Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Schloss Heringen/Helme, bekannt durch seinen mittelalterlichen Markt. Eine weitere Besonderheit bietet Heringen. Weil der Glockenturm zweimal hintereinander bei den verheerenden Feuern vernichtet wurde, wurde die Glocke einfach neben die Kirche gestellt. Weiter östlich befinden sich die Schlossanlagen in Roßla und Wallhausen.

Ein touristisches Zentrum ist rund um den Stausee Kelbra entstanden.

Natur


Bekannt ist Auleben auch durch die naheliegende Gipskarstlandschaft, mit einer recht einmaligen Flora und Fauna, die in dieser Zusammensetzung schützenswert ist. Zur Zeit der Vogelzüge kann man am nahegelegenen Stausee Kelbra viele Vögel beobachten, weil der Stausee ein sehr geeigneter Rastplatz ist. Folgende Schutzgebiete befinden sich im Bereich der Goldenen Aue:

Vom Europadorf Auleben führen viele Wege über den im Süden gelegenen Bergrücken der Windleite nach Sondershausen.

Der Boden besteht insbesondere aus Braunerde teilweise verbunden mit Regosol und Pararendzina. Er ist mit einer Ackerzahl von 80 bis 100 sehr fruchtbar.[4]

Weblinks


Commons: Goldene Aue  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. E. Meynen, J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960)
  3. Fritz Kirchner: Einige neue Erkenntnisse zur Geschichte der flämischen Siedlungen in der oberen Goldenen Aue. In: Meyenburg Museum (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 13. Nordhausen 1988, S. 34–44.
  4. https://www.thueringer-naturbrief.de/content/view/22/85/









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