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Girondins Bordeaux




Girondins Bordeaux
Basisdaten
Name Football Club des Girondins de Bordeaux
Sitz Bordeaux, Frankreich
Gründung 1. Oktober 1881
Farben dunkelblau-weiß
Präsident Jean-Louis Triaud
Website girondins.com
Erste Fußball-Mannschaft
Cheftrainer Gustavo Poyet
Spielstätte Stade Matmut-Atlantique
Plätze 42.052
Liga Ligue 1
2019/20 12. Platz (Quotientenregelung)
Heim
Auswärts
Alternativ

Der Football Club Girondins de Bordeaux ist ein französischer Fußballverein aus der südwestfranzösischen Stadt Bordeaux, die am Gironde genannten Mündungstrichter des Flusses Garonne liegt – daher hat der Verein seinen Namen. Er wurde um den Jahreswechsel 1881/82 gegründet, seine Fußballabteilung dauerhaft allerdings erst 1919; der Name wechselte aufgrund von Fusionen und wegen eines Konkurses (1991) mehrfach, wobei aber stets der Namensbestandteil „Girondins“ erhalten blieb. Die Vereinsfarben sind Dunkelblau und Weiß.

Die erste Fußballmannschaft spielte zunächst im Stade Vélodrome (später in Parc Lescure umbenannt) und danach im Stade Jacques-Chaban-Delmas. Seit Mitte 2015 ist das Stade Matmut-Atlantique die neue Spielstätte, die Platz für rund 42.000 Zuschauer bietet. Die Aktienmehrheit des Vereins besaß bis zum Herbst 2018 der Fernsehprivatsender M6, dessen Anteile der US-Investmentfonds GACP Sports (General American Capital Partners L.L.C) übernommen hat.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Anfänge

Der Verein wurde am 1. Oktober 1881 als Gymnastik- und Schützenverein gegründet. Unter dem Vorsitz von André Chavois fügte der Club Rudern, Reitsport, Schwimmen und weitere Sportarten zu seinen Aktivitäten hinzu. Erst 1910 und nach starken Nachdruck aus dem Verein, insbesondere durch den Vereinspräsidenten Raymond Brard, wurde Fußball probeweise zu den Aktivitäten hinzugefügt. Das Fußball-Experiment überdauerte nur ein Jahr und wurde danach erst knapp zehn Jahre später 1919 wieder aufgenommen. Das erste offizielle Spiel wurde 1920 mit 12:0 gegen Section Burdigalienne gewonnen.

Bordeaux erlangte seinen Profifußballstatus am 2. Juli 1936 durch Fusion mit dem benachbarten bordelaiser Sportverein Girondins Guyenne Sport, der zu dem heute bekannten Club führte. Bordeaux Aufstieg als Profiteam ging zeitgleich mit der fortschreitenden Professionalisierung der Französischen Fußball Föderation vonstatten, die vor 1932 nicht bestand. Der Verein wurde der zweiten französischen Liga zugeteilt und gab in der Saison 1937/38 sein Debüt. Der erste Trainer des Vereins war der Spanier Benito Diaz. Dieser brachte die spanischen Spieler Santiago Urtizberea und Jaime Mancisidor zum Verein. Letztgenannter diente dem Verein später als Kapitän. Die bekanntesten französischen Spieler des Vereins waren der Stürmer Henri Arnaudeau und der Torwart André Gérard. Das erste offizielle Spiel endete mit 2:1 und fand am 23. Mai 1937 gegen den Alpen-Verein FC Scionzier statt. Das erste Ligaspiel endete mit 2:3 gegen Toulouse. Der erste Sieg konnte gegen Nîmes Olympique errungen werden. Die Saison beendete der Verein auf dem 6. Platz der Abschlusstabelle. Der enttäuschende Abschluss führte dazu, dass Bordeaux an der Abstiegsrelegation teilnehmen musste, wo die Mannschaft aber einen respektablen 3. Platz belegen konnte. Ein Jahr später zog Bordeaux in das heutige Stadion Chaban-Delmas um, welches zuvor als Parc Lescure bekannt war. Das Stadion wurde speziell für die Weltmeisterschaft 1938 errichtet und war anschließend für Girondins Bordeaux bestimmt. Zuvor hatte der Verein seine Spiele im Stade Galin ausgetragen, welches heute als Trainingsgelände genutzt wird.

Erfolg und Stabilität

Am 15. Oktober 1940 fusionierte Bordeaux mit dem lokalen Sportclub AS Port und übernahm die bis heute bekannte Tradition des Skapuliers, des Dreiecks im Vereinswappen und auf den Trikots. Unter dem neuen Namen Bordeaux ASP lief der Verein mit dem Skapulier im Finale des Coupe de France des Jahres 1941 auf. Das im besetzten Frankreich durchgeführte Spiel wurde im Stadion in Saint-Ouen ausgerichtet und endete 2:0 gegen SC Fives mit Urtizberea als doppeltem Torschützen.[2] Der Sieg im Coup de France war der erste große Triumph des Vereins. Bereits 1943 stand man wieder im Finale des Coupe de France gegen Olympique Marseille. Das Spiel wurde jedoch mit 2:0 verloren.[3] Es war die erste Finalniederlage in einer Serie von sieben Niederlagen, die bis in die 1980er Jahre andauern sollte. Nach der Befreiung Frankreichs stieg Bordeaux wieder in den Ligabetrieb ein und stieg in die erste Liga auf, nachdem sie zuvor einen 2. Platz in der Saison 1948/49 belegten. Nach der Saison engagierte der damalige Trainer André Gérard den Niederländer Bertus de Harder. Durch die Spieler de Harder, Édouard Kargu und Camille Libar errang Bordeaux in der Folgesaison 1949/50 den ersten Ligatitel seiner Vereinshistorie in der ersten Saison seiner Erstligazugehörigkeit.[4] Der Verfolger Lille konnte mit sechs Punkten distanziert werden. Der Erfolg berechtigte den Verein an der Teilnahme des Coupe Latine, in dem er im Finale 3:3 gegen Benfica Lissabon spielte und erst in der Nachspielzeit des WIederholungsspiels durch das einzige Tor des Tages unterlag.

Zwei Saisons nach ihrem Titelgewinn manefestierte Bordeaux ihren Titelanspruch indem sie hinter OGC Nizza als zweitplatzierte die Saison beendeten. 1952 und 1955 konnte das Coupe de France-Finale erreicht werden. Im ersten Anlauf scheiterten sie dabei erneut am OGC Nizza in einem Match mit acht Toren, fünf davon in den ersten 40 Minuten, mit 5:3.[5] Henri Baillot hatte zwischenzeitlich zum 3:3 ausgeglichen. Im Pokalfinale von 1955 wurde Girondins von Lille mit 5:2 geschlagen, nachdem Lille nach 35 Minuten mit 4:0 in Führung ging.[6] Die Niederlagen des Pokals strahlten auch auf die Liga ab, als Bordeaux in der Saison 1955/56 abstieg. Dem erneuten Aufstieg in der Saison 1959/60 folgte der sofortige Wiederabstieg als Tabellenletzter mit nur 21 Punkten.

In den 1960er Jahren konnte Bordeaux, mit dem früheren Spieler Salvador Artigas als Trainer, zu alter Stärke zurückfinden. Unter Artigas Regie wurde der Aufstieg in der Saison 1961/62 perfekt gemacht, dem ein respektabler vierter Platz in der Saison 1962/63 folgte. In der Folgesaison war Bordeaux erneut im Finale des Pokals vertreten, in dem man allerdings erneut verlor, diesmal mit 2:0 gegen Olympique Lyon. Beide Tore wurden vom Argentinier Nestor Combin erzielt.[7] Der zweite Platz berechtigte zumindest an der Teilnahme am Messepokal der Saison 1964/65. Nach einem 4:3 nach Hin- und Rückspiel schied man bereits früh gegen Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb aus. Vier Jahre später konnte erneut das Coupe de France-Finale erreicht werden – die siebte Teilnahme am Pokalfinale. Auch gegen den AS Saint-Etienne war ihnen nach einem 2:1 kein Triumph vergönnt.[8] Die achte Teilnahme, eine Saison später, brachte keine Änderung. Erneut scheiterte man mit 2:0 gegen Olympique Marseille.[9] Die Mannschaft erlebte trotz des Zugangs von Alain Giresse einen starken qualitativen Niedergang während der 70er Jahre. Die Mannschaft hatte mit sieben verschiedenen Trainern zu arbeiten und landete stetig in der unteren Tabellenhälfte. 1979 wurde der Verein an den einflussreichen und ambitionierten Immobilien-Mogul Claude Bez verkauft, der sich selbst als Präsident einsetzte.

Im Sommer 1983 organisierte der Verein ein Jahrhundert-Turnier. Bordeaux gewann dabei 2:0 gegen den FC Barcelona im Halbfinale des Turniers. Im Finale des eigenen Turniers wurde man allerdings vom VfB Stuttgart geschlagen.

Rückkehr zu alter Größe

Angeführt durch die Siebziger-Jahre-Größen Giresse und Gernot Rohr gewann Bordeaux in der Saison 1983/84 seinen ersten Meistertitel seit 1950. Am Ende der Saison war man punktgleich mit dem AS Monaco an der Spitze der Tabelle. Aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs wurde Bordeaux Meister.[4] In der Folgesaison 1984/85 konnte mit vier Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten FC Nantes erneut der Meistertitel errungen werden. Auf europäischer Bühne erreichte man in der Saison 1984/85 das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister nach Siegen über Athletic Bilbao, Dinamo Bukarest und Dnipro Dnipropetrowsk bevor man gegen Juventus Turin verlor. Im 1986er Coupe de France konnte schließlich Olympique Marseille mit 2:1 geschlagen werden. Tigana und Giresse waren die beiden Torschützen für Bordeaux.[10] Der Sieg im Finale des Coupe de France war der erste nach acht Versuchen und der erste Pokalgewinn seit 1941. In der Folgesaison wurde der Pokal erneut gewonnen. Marseille konnte nach Toren von Phillippe Fargeon und Zlatko Vujović geschlagen werden.[11] Bordeaux schloss die Saison 1986/87 mit dem Gewinn des Meistertitels ab.[12]

Unter der Führung von Claude Bez, der Millionen in den Club pumpte, gelang es dem Verein drei Meisterschaften zu gewinnen, zwei Coupe-de-France-Titel und im Europapokal von sich zu überzeugen. Während der Bez-Ära gingen aus der Bordeaux-Mannschaft verschiedene französische Nationalspieler hervor, z. B. Bernard Lacombe, Jean Tigana, René Girard, Jean-Christophe Thouvenel und Thierry Tusseau. Bez engagierte zudem den etablierten Trainer Aimé Jacquet.

Nach den Erfolgen der 80er Jahre konnte die französische Meisterschaft zuletzt in den Jahren 1999 und 2009 nach Bordeaux geholt werden.[4]

In der Saison 2012/13 des Coupe de France konnte Girondins das Endspiel gegen den Zweitligisten Evian TG mit 3:2 gewinnen und so erneut den Pokal erringen.[13]

Die Ligamannschaft wurde im Sommer 2014 von Willy Sagnol übernommen.[14] Am 14. März 2016 gab der Verein bekannt, dass Willy Sagnol als Übungsleiter freigestellt wurde – bis zum Saisonende übernahm der frühere französische Nationaltorwart Ulrich Ramé die Mannschaft.[15] Ende Mai stellte Girondins Jocelyn Gourvennec, zuvor sechs Jahre lang bei EA Guingamp, als neuen Trainer vor. Dieser wurde wegen Erfolglosigkeit am 18. Januar 2018 von seinem Amt enthoben.[16]

Ligazugehörigkeit


Die Girondins gehörten der höchsten Spielklasse (Division 1, seit 2002 Ligue 1 genannt) 1939–1943, 1944–1947, 1949–1956, 1959/60, 1962–1991 und, nach Konkurs und Neugründung, seit 1992 bis heute an. Mit 14 Punktspielsiegen in Folge – vom 28. Spieltag der Saison 2008/09 bis zum dritten Spieltag der Saison 2009/10 einschließlich – haben sie einen neuen Erstligarekord aufgestellt.

Erfolge


National

International

Aktueller Kader 2019/20


Stand: 22. Mai 2020[17]

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis
Tor
01 Benoît Costil (C) 03.07.1987 2017 2022
16 Gaëtan Poussin 13.01.1999 2017 2023
Abwehr
03 Pablo 21.06.1991 2015 2021
04 Mosambik Mexer 08.09.1988 2019 2023
06 Laurent Koscielny 10.09.1985 2019 2024
14 Vukasin Jovanovic 17.05.1996 2017 2021
20 Senegal Youssouf Sabaly 05.03.1993 2017 2021
23 Schweiz Loris Benito 07.01.1992 2019 2022
25 Enock Kwateng 09.04.1997 2019 2023
29 Maxime Poundjé 16.08.1992 2011 2021
41 Paul Baysse 18.05.1988 2018 2021
Mittelfeld
05 Otávio 04.05.1994 2017 2022
08 Spanien Rubén Pardo 22.10.1992 2020 2022
17 Marokko Youssef Aït Bennasser 07.07.1996 2019 2020
19 Yacine Adli 29.07.2000 2019 2023
24 Albert Lottin 29.08.2001 2018 2021
26 Toma Basic 25.11.1996 2018 2022
Sturm
07 Jimmy Briand 02.08.1985 2018 2022
09 Nigeria Josh Maja 27.12.1998 2019 2023
10 Nigeria Samuel Kalu 26.08.1997 2018 2023
11 Guinea-a François Kamano 01.05.1996 2016 2021
12 Nicolas de Préville 08.01.1991 2017 2021
18 Ui-jo Hwang 28.08.1992 2019 2023
28 Rémi Oudin 18.11.1996 2020 2024
Gabun Aaron Boupendza 07.08.1996 2017 2021

Für den Klub wesentliche Spieler und Trainer in der Vergangenheit


Frauenfußball


Seit Mitte 2015 gehört erstmals auch eine Frauenfußballabteilung, die Girondines, zum Verein. Diese entstand durch den Übertritt der Frauen der benachbarten Entente Sportive Blanquefortaise, deren Startplatz in der zweiten Liga Bordeaux für die Saison 2015/16 übernommen hat. Die Teams im Jugend- und Erwachsenenbereich trainieren weiterhin im Stade Jean-Pierre Delhomme von Blanquefort, in dem sie auch den Großteil ihrer Spiele austragen. Zur Saison 2016/17 sind die Girondines in die erste französische Liga aufgestiegen, in der sie sich seit 2018 zu einem Spitzenteam entwickelt haben.

Literatur


Weblinks


Commons: Girondins Bordeaux  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Artikel „Bordeaux.Métropole erteilt sein Einverständnis zum Verkauf der Girondins an die amerikanische GACP “ vom 12. Oktober 2018 bei francefootball.fr
  2. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000036454
  3. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000036554
  4. a b c http://www.lequipe.fr/Football/HIST_D1.html
  5. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000036703
  6. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000036753
  7. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000036899
  8. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000036971
  9. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000037002
  10. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000037492
  11. http://www.lequipe.fr/Football/match/10000000000000000000037521
  12. Archivlink (Memento des Originals vom 16. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. http://www.lequipe.fr/Football/match/292203
  14. Willy Sagnol wird neuer Trainer bei Girondins Bordeaux auf sportal.de, abgerufen am 5. Juli 2014
  15. Französischer Fußball: Girondins Bordeaux entlässt Trainer Sagnol auf spiegel.de, abgerufen am 14. April 2016
  16. Jocelyn, Eric, Kevin, au revoir et merci. In: girondins.com. Girondins Bordeaux, abgerufen am 18. Januar 2018 (französisch).
  17. https://www.transfermarkt.de/fc-girondins-bordeaux/startseite/verein/40



Kategorien: Girondins Bordeaux | Französischer Fußballverein | Gegründet 1881 | Sportverein (Bordeaux)



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Girondins Bordeaux (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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