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Geretsried


Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Höhe: 606 m ü. NHN
Fläche: 24,59 km2
Einwohner: 25.438 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 1034 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82538
Vorwahl: 08171
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 126
Stadtgliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karl-Lederer-Platz 1
82538 Geretsried
Website: www.geretsried.de
Bürgermeister: Michael Müller (CSU)
Lage der Stadt Geretsried im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Geretsried ist die jüngste Stadt (seit Juni 1970) im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Der Ort wurde urkundlich das erste Mal im Jahr 1083 erwähnt. Geretsried ist zudem ein Teil der Metropolregion München und mit ca. 25.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geretsried in der Region Bayerisches Oberland liegt etwa 35 Kilometer südlich der bayerischen Landeshauptstadt München und rund zehn Kilometer östlich des Starnberger Sees.

Das Stadtgebiet liegt zwischen den Flüssen Loisach und Isar und grenzt nördlich unmittelbar an die Nachbarstadt Wolfratshausen. Daraus ergibt sich ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit über 40.000 Einwohnern bzw. ein gemeinsames Mittelzentrum in der Planungsregion Oberland.

Das Stadtgebiet besteht aus den sieben amtlich benannten Gemeindeteilen Buchberg, Einöde, Gartenberg (ca. 11.900 Einw.), Gelting (ca. 1800 Einw.), Geretsried (ca. 7800 Einw.), Schwaigwall und Ziegelei.[2] Weitere Orte sind Stein (ca. 2500 Einw.) sowie die kleineren Ansiedlungen Breitenbach, Breitenmoos und Inselhof.

Geschichte


Chronik

Zusammengefasst wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus einer Doppel-Schwaige eine Stadt:[3]

Vertriebenenstadt

Mit Kaufbeuren-Neugablonz, Neutraubling, Traunreut und Waldkraiburg ist Geretsried eine der bayerischen Vertriebenenstädte/-gemeinden mit vergleichbarer Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.

Eingemeindungen

Gelting wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Stadt Geretsried eingemeindet.[6]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 21.081 auf 25.275 um 4.194 Einwohner bzw. um 19,9 %.

Jahr Einwohner
1840 243
1900 263
1925 458
1938 167
1950 3.236
1961 7.341
1970 16.222
1991 21.924
Jahr Einwohner
1995 22.122
2002 23.332
2005 23.320
2010 23.306
2015 24.392
2016 24.483
2017 24.892

Politik


Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus dem ersten Bürgermeister und den Stadträten. Bei den Wahlen am 15. März 2020 wurde der Stadtrat wie folgt besetzt (in Klammern die Differenz zur Wahl 2014):[7]

Partei / Liste CSU FW GRÜNE SPD GL FDP Gesamt
Sitze 12 (− 1) 5 (− 2) 5 (+ 2) 4 (− 2) 3 (+ 3) 1 (± 0) 30
Stimmenanteil 41,1 % 17,3 % 17,0 % 11,9 % 8,8 % 3,8 % 99,9 %

Bürgermeister

Seit dem 1. Mai 2014 ist Michael Müller (CSU) Erster Bürgermeister.[8] Dieser wurde bei drei Mitbewerbern am 15. März 2020 mit 62,15 % der Stimmen wiedergewählt. Zweite Bürgermeisterin ist Sonja Frank (FW)[9], Dritter Bürgermeister ist Gerhard A. Meinl (CSU)[10].

Wappen

Blasonierung: „In Silber ein blauer Schrägwellenbalken; oben ein blaues Zahnrad, unten eine grüne Tanne.“[11]

Städtepartnerschaften

Seit der Erhebung Geretsrieds zur Stadt 1970 ist diese durch eine Städte-Patenschaft mit Amberg verbunden.

Verkehr


Geretsried liegt zwischen zwei in Nord-Süd-Richtung verlaufende von München kommende Hauptstraßen:

Diese sind verbunden über die nördlich von Geretsried verlaufende Staatsstraße 2369 (Tattenkofer Straße).

Über die Autobahn ist Geretsried wie folgt zu erreichen:

Es gibt eine ausschließlich dem Gütertransport vorbehaltene private Bahnstrecke nach Wolfratshausen (Eigentümer ist die Stadt Geretsried).

Geretsried gehört zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund und wird, weil es keine direkte Bahnanbindung gibt, vom Wolfratshausener Bahnhof ausgehend mit entsprechenden Busverbindungen versorgt. Weitere wichtige Regionalbuslinien führen über das Stadtgebiet und der südlichen Nachbargemeinde Königsdorf bis Bad Tölz, Bad Heilbrunn und Penzberg.

Eine direkte Anbindung an das Münchener S-Bahn-Netz ist in Planung. Mit einem Baubeginn ist nicht vor 2024 zu rechnen. Hierzu soll die S7 von Wolfratshausen (bisherige Endhaltestelle) über eine neu zu bauende Trasse ins Stadtgebiet verlängert werden. Die Kosten für die 9,3 km lange überwiegend eingleisige Strecke liegen nach einer aktuellen Planung bei etwa 150 Millionen Euro.

Wirtschaft


In Gelting befinden sich Stützpunkte diverser Logistikunternehmen, u. a. GLS, DPD, DHL und Hermes. Tyczka Totalgaz, Deckel Maho Gildemeister, Byk Gardner, Rudolf Chemie, Pulcra Chemicals, Unicomp und Gämmerler sind die größten Arbeitgeber in der Stadt. Die Geretsrieder Wurstfabrik Sieber, einst königlich-bayerischer Hoflieferant, erzielte zuletzt 25 Millionen Euro Umsatz, musste aber 2016 nach dem Fund von Listerien die Produktion stoppen, rückrufen und in der Folge Insolvenz anmelden.

Der Klavierbauer Kurt Wittmayer, dessen Unternehmen Klavichorde, Spinette und Cembali herstellte, hatte sich im Ortsteil Gartenberg niedergelassen.[12]

Öffentliche Einrichtungen


Bildungseinrichtungen

Überregionale Einrichtungen

Sportvereine

In Geretsried sind zahlreiche Sportvereine tätig. Der TuS Geretsried (Turn- und Sportverein Geretsried) ist mit circa 2200 Mitgliedern der größte Verein der Stadt. Er ist in elf Abteilungen aufgeteilt, zu denen neben vielen Ballsportarten und Leichtathletik zum Beispiel auch Badminton, Gesundheitssport, Leistungsturnen und Schach gehören. Der Eishockeyverein ESC Riverrats Geretsried wurde 2006 gegründet und ging aus der früher im TuS Geretsried integrierten Eishockeysparte hervor. Der SV Gelting 1966 e. V. ist der zweitgrößte Sportverein in Geretsried. Seine circa 500 Mitglieder betreiben ebenfalls Ballsportarten und Turnen sowie Gymnastik und Bogenschießen. Des Weiteren werden vom Edelweiß e. V. Boxen und Kickboxen, von den Vereinen WSV 72 (Wassersportverein 72) und der DLRG Schwimmen und von den FFG (Fußballfreunde Geretsried), dem TuS Geretsried, dem Fc (Fußballclub) Geretsried und seit letztem Jahr dem ASC Geretsried Fußball angeboten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Nikolaus-Kapelle

Die an der Bundesstraße 11 gelegene Nikolauskapelle ist das älteste Bauwerk der Stadt.

Pfad der Geschichte

Bei dem Pfad der Geschichte handelt es sich um einen Weg durch Geretsried, der mit Metalltafeln die Geschichte der Stadt beschreibt. Die Bilder der Tafeln zeigen Häuser und Bunker, wie sie um 1945–1950 aussahen, als das Gebiet zwischen Wolfratshausen und Bad Tölz noch der Wolfratshauser Forst genannt wurde.[13]

Museen

Das örtliche Heimatmuseum befand sich bisher im Dachgeschoss des Rathauses. Seit Oktober 2013 befindet sich das Heimatmuseum an der Graslitzer Straße in eigenen Räumlichkeiten. Hier werden Andenken aus dem Sudetenland, Ungarn, Siebenbürgen und Schlesien gezeigt.[14]

Isartalsternwarte e. V.

Der Verein Isartalsternwarte e. V. wurde 1976 als Volks- und Schulsternwarte Geretsried e. V. gegründet und betrieb im Schulzentrum an der Adalbert-Stifter-Straße eine Sternwarte, die an den Beobachtungstagen auch der Öffentlichkeit zugänglich war. Der Verein betreibt heute die neu erbaute Sternwarte „Rothmühle“ in der Nähe der Jugendsiedlung Hochland bei Königsdorf. Diese Sternwarte beherbergt ein 60-cm-Spiegelteleskop.[15]

Isarauen

Erwähnenswert ist auch eine der letzten europäischen Wildflusslandschaften, die sich in Geretsried befindet. Östlich des Gemeindegebietes schlängelt sich die Isar wie noch zu Urzeiten frei und wild durch den Endmoränenschotter. Das Gebiet gehört zum Naturschutzgebiet „Isarauen zwischen Bad Tölz und Schäftlarn“, welches seit 1986 besteht. Es beherbergt auch eine weitere Schutzzone für selten gewordene Vogelarten – die sogenannte Vogelinsel.

Lokalradio

Radio Geretsried ist ein Internetsender des Bürgernetzes Isar-Loisach e.V, der hervorging aus dem am 1. August 2016 gestarteten Internet-Radio BATSCH FM aus Geretsried.[16]

Bodendenkmäler


Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Geretsried  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Geretsried in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. Dezember 2017.
  3. Geschichte der Stadt Geretsried (Memento des Originals vom 30. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 142
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 595.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 568.
  7. Geretsried, Wahl des Stadtrats am 15. März 2020
  8. Michael Müller − Erster Bürgermeister. Gemeinde Geretsried, abgerufen am 18. Juli 2020.
  9. Zweite Bürgermeisterin. Abgerufen am 10. August 2020.
  10. Dritter Bürgermeister. Abgerufen am 16. September 2020.
  11. Eintrag zum Wappen von Geretsried  in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Erich Valentin: Handbuch der Musikinstrumentenkunde. Gustav Bosse, Regensburg 1954, S. 455 ff. (Instrumentenbauer).
  13. http://www.arbeitskreis-historisches-geretsried.de/weg-der-geschichte/
  14. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. Isartalsternwarte e. V.
  16. Aus Bartsch FM wird Radio Geretsried. www.radioszene.de, 11. Juli 2020, abgerufen am 28. Oktober 2020.









Kategorien: Geretsried | Gemeinde in Bayern | Ort im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen | Vertriebenengemeinde | Ort an der Isar | Ersterwähnung 1083 | Stadt in Bayern | Gemeindegründung 1950 | Stadtrechtsverleihung 1970




Stand der Informationen: 20.02.2021 02:14:24 CET

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