Genesis (Installation)


Genesis ist der Titel einer geplanten Installation des Künstlers Markus Lüpertz an sieben Haltestellen der im Bau befindlichen neuen Strecke der Karlsruher Straßenbahn. Das private und ausschließlich über Spenden finanzierte Projekt ist inhaltlich und strukturell stark umstritten.[1]

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund


Die Karlsruher Straßenbahn wird derzeit um eine weitere, teilweise unterirdisch laufende Linie erweitert. Seit 2010 laufen die Arbeiten für die sieben unterirdischen Haltestellen.[2] Dort sollen nach der Idee des Initiators Anton Goll die Tafeln angebracht werden. Der ehemalige Geschäftsführer der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe Anton Goll steht hinter der Idee, und die Badischen Neuesten Nachrichten bezeichneten ihn als „Motor und geistigen Vater“ des Projekts.[3] Die geschätzten Kosten für das Vorhaben sollten sich laut Stuttgarter Zeitung zunächst auf etwa eine Million Euro belaufen. Mittlerweile wurde diese Schätzung auf 500.000 bis zu einer Million Euro nach unten korrigiert; möglich sei dies u. a. durch einen deutlichen Honorarverzicht seitens Lüpertz.[4] Groll sammelt in der Karlsruher Wirtschaft Sponsorengelder.

Geplante Installationen


Markus Lüpertz will 14 Kunstwerke für die künftigen sieben Haltestellen der U-Straßenbahn gestalten. Dafür plante Lüpertz einen Zyklus, in dem er die biblische Schöpfungsgeschichte („Genesis“) mit ihren sieben Schöpfungstagen abbildet. Die Installationen bestehen aus zwei mal vier Meter großen Keramikreliefs. Sie sollen bei der Keramikmanufaktur Majolika Manufaktur Karlsruhe produziert werden.

Politische Entscheidung und Kontroverse


Allgemeine Kritik

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und die städtische Gesellschaft Kasig, die den Tunnel für die neue Bahn baut, signalisierten ihre Zustimmung zu dem Projekt. Anfang August 2017 entschied der Gemeinderat von Karlsruhe mit 28 Ja- zu 17 Nein-Stimmen, dem Projekt zuzustimmen. Die Stadt stellt jedoch Bedingungen bei der Umsetzung: die Installationen sollen temporär angelegt sein und zunächst nur für sechs Jahre in den Haltestellen hängen. Danach will der Gemeinderat entscheiden, ob sie am Ort verbleiben. Die Finanzierung für Genesis soll vollständig von privaten Geldgebern getragen werden.[5]

In Karlsruhe ist das Vorhaben umstritten. Insbesondere das nach Auffassung einiger Beobachter intransparente Verfahren steht in der Kritik, da es für das Projekt nie eine Ausschreibung oder einen Wettbewerb gab. Die SWR-Redakteurin Marie-Dominique Wetzel sagte zu der Kritik an dem Projekt: Und dann gibt es eine junge Kunstszene, die sagt, jetzt mal ganz provokant: ‚Bitte keine alten Männer mit biblischen Themen!‘

Viele Karlsruher sehen kritisch, dass der Initiator des Projekts Goll ehemaliger Geschäftsführer eben jener Keramikfabrik ist, die durch diesen Auftrag wirtschaftlich begünstigt werde.[6]

Beim Regensburger „Aschermittwoch der Künstler“ äußerte sich Lüpertz im Februar 2018 über die Reaktionen in Karlsruhe mit den Worten: „Dort empörte sich über die Idee die gesamte Künstlerschaft. Gott möge sie strafen.“[7]

Festival „7 Tage sind nicht genug“

Als Reaktion auf die Entscheidung der Stadt, Lüpertz' religiöse Kunst im öffentlichen Raum zu installieren, rief die Karlsruher Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung unter dem Titel „7 Tage sind nicht genug“ ein „interdisziplinäres Festival an den Grenzen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst“ ins Leben.[8] In Kooperation mit bekannten Karlsruher Einrichtungen wie dem Zentrum für Kunst und Medien fand unter dieser Überschrift im Zeitraum von März bis September 2018 eine inhaltlich zusammenhängende Reihe verschiedener Veranstaltungen statt, darunter Vorträge, Ausstellungen, Wettbewerbe und Weiterbildungen.[9]

Nach Aussage des Veranstalters war das Ziel des Festivals, „den Zauber der Wirklichkeit [zu] betonen und ein Plädoyer für ein aufgeklärtes Weltbild [zu] präsentieren“. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Evolution als zentralem Prinzip bei der Entstehung der Vielfalt des Lebens.

Weblinks


Einzelnachweise


  1. Entscheidung über Lüpertz-Werke: Umstrittene Kunst für Karlsruher Untergrund | Baden-Württemberg | SWR Aktuell. In: swr.online. (swr.de [abgerufen am 6. August 2017]).
  2. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, Germany: Keramiktafeln von Markus Lüpertz: Kunst für den Karlsruher Untergrund. In: stuttgarter-zeitung.de. (stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 6. August 2017]).
  3. Starkünstler Markus Lüpertz soll die Karlsruher U-Strab ausgestalten. In: Badische Neueste Nachrichten. 29. April 2017 (bnn.de [abgerufen am 6. August 2017]).
  4. Theo Westermann: Trägerverein präsentiert sich. In: Badische Neueste Nachrichten. Badische Neueste Nachrichten Badendruck GmbH, Karlsruhe 17. Februar 2018.
  5. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, Germany: Keramiktafeln von Markus Lüpertz: Kunst für den Karlsruher Untergrund. In: stuttgarter-zeitung.de. (stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 6. August 2017]).
  6. Umstrittenes Kunstprojekt – Markus Lüpertz und die Kacheln von Karlsruhe. In: Deutschlandfunk Kultur. (deutschlandfunkkultur.de [abgerufen am 6. August 2017]).
  7. mittelbayerische.de: Mein Gott, dieser Lüpertz! In: Mittelbayerische Zeitung. (mittelbayerische.de [abgerufen am 16. Februar 2018]).
  8. 7 Tage sind nicht genug (Website zum Festival). gbs Karlsruhe e.V., abgerufen am 17. Februar 2018.
  9. 7 Tage sind nicht genug - Festivalprogramm. gbs Karlsruhe e.V., abgerufen am 17. Februar 2018.









Kategorien: Kunstwerk (Installation) | Bildende Kunst (Karlsruhe) | Kunstwerk im öffentlichen Raum




Stand der Informationen: 06.11.2021 12:38:30 CET

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