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Gelber Fleck (Auge)

Als Gelber Fleck (lateinisch macula lutea), Macula lutea oder kurz Makula wird ein eng umschriebenes Areal im hinteren, zentralen Bereich der Netzhaut bezeichnet, durch das die Sehachse verläuft und in dessen Mitte die Verteilung farbempfindlicher Sinneszellen (Zapfen) ihre größte Dichte erreicht.[1] Das Zentrum der Makula bildet die Sehgrube Fovea centralis mit der Foveola; der sie umgebende Randbereich wird Parafovea und, weiter peripher, Perifovea genannt. Abhängig von der perifovealen Abgrenzung wird der Durchmesser des gelben Flecks beim erwachsenen Menschen mit etwa 3 mm[1][2] bzw. rund 5 mm[3][4] angegeben.

Die Färbung des Areals wird u. a. durch in die Netzhaut eingelagerte Pigmente (Lutein und Zeaxanthin) hervorgerufen, ist jedoch beim Lebenden wenig auffällig. Die erste anatomische Beschreibung als „gelber Fleck“ stammt von Samuel Thomas von Soemmerring, der sich auf Sektionsbefunde beim Menschen stützte.

Etwa 15° nasal (nasenwärts) der Macula lutea liegt die – bei Spiegelung des Augenhintergrunds auffallend hell erscheinende – knapp 2 mm große Sehnervenpapille, im Gesichtsfeld die Ursache des Blinden Flecks. Hier befinden sich keine Sehzellen, da an dieser Stelle die innenseits verlaufenden Nervenfasern der Ganglienzellen der Netzhaut das Auge gebündelt als Sehnerv verlassen, die aus der Makularegion schläfenseitig. Daneben treten hier die Zentralarterie und die Zentralvene in das Auge ein bzw. aus (siehe Abbildung).

Inhaltsverzeichnis

Aufbau und Funktion


Die Sehachse des Auges verläuft durch den gelben Fleck, wobei das projizierte Bild in der Regel auf den trichterförmig eingesenkten zentralen Netzhautbereich fällt, der auch als „Sehgrube“ oder Fovea bezeichnet wird. Hier sind die inneren Schichten der Netzhaut seitwärts verlagert, sodass die Sinneszellen im Zentrum – fast ausschließlich Zapfenzellen des M- und L-Typs – von dem einfallenden Licht ohne Streuung durch darüberliegende Zellschichten erreicht werden können.

Außerhalb der Makula nimmt die Häufigkeit von Zapfen in der peripheren Netzhaut rasch ab. Auf die gesamte Netzhaut bezogen beträgt das Verhältnis von Zapfen zu Stäbchen etwa 1:20 (6 Millionen Zapfen stehen 120 Millionen Stäbchen gegenüber).

Durch die Augenbewegung werden ständig wechselnde Bereiche der Umgebung auf die Fovea projiziert. Der Eindruck eines scharfen Gesamtbildes entsteht in den der Netzhaut nachgeschalteten Instanzen des Gehirns.

Erkrankungen


Literatur


Einzelnachweise


  1. a b Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-13-129243-8, S. 591.
  2. Web-Atlas Anatomie der Universität Mainz mit elektronenmikroskopischen Abbildungen .
  3. Franz Grehn: Augenheilkunde. 30., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Springer, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-75264-6, S. 255.
  4. Heinz Feneis (Begründer), Wolfgang Dauber: Feneis' Bild-Lexikon der Anatomie. 10., komplett überarbeitete Auflage. Georg Thieme, Stuttgart u. a. 2008, ISBN 978-3-13-330110-7.



Kategorien: Anatomie des Auges



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