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Galenos




Galenos von Pergamon, auch (Aelius) Galenus (altgriechisch Γαληνός, deutsch Galen, in mittelalterlichen Handschriften und frühneuzeitlichen Drucken auch Galienus;[1] * zwischen 128 und 131[2] in Pergamon; † zwischen 199 und 216[3] in Rom), war ein vorwiegend in Rom tätiger griechischer Arzt und Anatom. Galen gilt als einer der bedeutendsten Ärzte des Altertums, dessen umfassende Lehre für 1500 Jahre die gesamte Heilkunde beherrschte.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Herkunft und Name

An Galens Geburtsort Pergamon befand sich das um die Mitte des 2. Jahrhunderts berühmteste Heiligtum des Asklepios. Sein Vater, der Architekt und Mathematiker Nikon, unterrichtete Galen in aristotelischer Philosophie, Mathematik und Naturlehre.

Häufig wird in Fachpublikationen außerhalb der Altertumswissenschaft angegeben, Galenos habe den Gentilnamen Claudius – abgekürzt Cl. – getragen. In den antiken Quellen und der handschriftlichen Überlieferung des Mittelalters ist dieser jedoch nicht bezeugt. Erst in neuzeitlichen Werken, beginnend mit dem 15. Jahrhundert, wurde dem Namen des Galenos bzw. des Galenus ein „Cl.“ vorangestellt.[4] Vermutlich handelte es sich dabei jedoch nicht um die Abkürzung von „Claudius“, sondern um die Kurzform des ehrenden Attributs „clarissimus“ („hochberühmt“), mit dem die humanistischen Schriftsteller der beginnenden Neuzeit den Arzt versahen.[5]

Eng mit dieser Problematik hängt die Frage zusammen, ob Galenos römischer Bürger war. Häufig wird davon ausgegangen, dass er über das Bürgerrecht verfügte, womit er notwendigerweise nach dem römischen Namensrecht einen dreiteiligen Namen (die tria nomina) getragen hätte. Neben dem Namen Claudius (der aber eben nicht antik bezeugt ist) werden vor allem die Namen Aelius und Iulius als Gentilnamen Galens in Betracht gezogen. Dies hängt damit zusammen, dass durch Inschriften aus Pergamon zwei Männer namens Aelius Nicon und Iulius Nicodemus bekannt sind, von denen einer möglicherweise mit Galens Vater „Nikon“ identisch sein könnte.[6] Letztlich lässt sich die Vaterschaft aber für beide nicht nachweisen und es ist auch überhaupt nicht eindeutig feststellbar, ob Galenos tatsächlich das römische Bürgerrecht besaß.[7]

Medizinische Tätigkeit

Ab etwa 146 beschäftigte sich Galen vornehmlich mit Medizin. Er studierte in der Nähe von Smyrna. Im Alter von 19 Jahren reiste er nach Alexandria, das zu jener Zeit ein Zentrum der Heilkunst und der einzige Ort war, an dem Humansektionen und Untersuchungen an Leichen durchgeführt werden durften. Die reichhaltige Bibliothek von Alexandria besaß auch viele Schriften mit detaillierten Zeichnungen, die seine wissenschaftliche Ausbildung unterstützten. Heilkuren und Pflege fanden zu der Zeit in einem Asklepieion statt, in dem sowohl Priester als auch Heilkundler tätig waren. 158 kehrte Galen nach Pergamon zurück. Dort betreute er als Sport- und Wundarzt Gladiatoren und unterhielt gleichzeitig eine eigene ärztliche Praxis. Während der Olympischen Spiele leistete er den Athleten medizinische Hilfe. Dabei versorgte er deren frische Verletzungen, die er so auch wissenschaftlich beschreiben konnte.

Ab 161 war Galen in Rom. Die Heilung des geachteten Philosophen Eudemos von Pergamon ermöglichte ihm eine Tätigkeit als Arzt der römischen Aristokratie. Um 166 verließ er Rom, wahrscheinlich wegen einer dort ausgebrochenen Epidemie (Antoninische Pest). Zurück in Pergamon nahm er seine Arbeit als Gladiatorenarzt wieder auf. 168 reiste er auf Bitte des römischen Kaisers Marcus Aurelius nach Aquileia, wo angeblich die „Pest“ unter den römischen Soldaten ausgebrochen war. Seine präzise Beschreibung der vorgefundenen Krankheitssymptome lässt aber vermuten, dass es sich eher um eine Pockenepidemie gehandelt hatte. Seinem Wunsch entsprechend wurde er ab 169 in Rom Leibarzt des Kaisersohnes Commodus, später vermutlich auch des Kaisers P. Septimius Severus. Bei einem Großbrand in Rom im Jahr 192 wurde auch Galens Bibliothek vernichtet, was er in einem erst 2007 entdeckten Werk namens Über die Unverdrossenheit[8] beklagte.[9]

Galen starb in Rom, der genaue Zeitpunkt ist unbekannt. Teile der Forschung gehen vom Sterbejahr 199 oder 200 aus,[10] doch wird mittlerweile sein Tod meist um das Jahr 216, oftmals zumindest nach 204 datiert.[11]

Werk


Galens medizinisches Hauptwerk ist der Methodus medendi, es besteht aus 14 Büchern. Der Leitgedanke darin ist, dass alle Erscheinungen in der Natur und beim Menschen einen bestimmten Zweck erfüllen. Galen begriff den Menschen als eine Leib-Seele-Einheit, die von zwei Seiten beeinflusst wird, vom Spirituellen und von der Materie.

Er nahm die in der Philosophie entwickelte Vier-Elemente-Lehre auf, wonach Feuer, Erde, Luft und Wasser in unterschiedlicher Zusammensetzung die Grundelemente allen Seins darstellen. Ebenso knüpfte er an die in der hippokratischen Medizin bereits in Ansätzen entwickelte Viersäftelehre an, welche den vier Körperssäften Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle jeweils die vier Qualitäten (Primärqualitäten) warm und feucht, kalt und feucht, warm und trocken und kalt und trocken zuordnete. Die von Galen postulierten vier Geschmacksqualitäten (Sekundärqualitäten)[12] sind: Blut – süß, Schleim – salzig, gelbe Galle – bitter, schwarze Galle – sauer und scharf. Darüber hinaus verknüpfte er die vier Säfte auch mit den vier Lebensphasen des Menschen. Krankheit war für ihn eine Dyskrasie, eine fehlerhafte Mischung der Säfte. Galen legte bei der Diagnose von Krankheiten besonderen Wert auf die Untersuchung von Puls[13] und Harn.

Diesem Ansatz folgend entwickelte Galen ein eigenständiges pharmakotherapeutisches System, das er in einigen seiner Schriften darlegte. Unter diesen der Medikamentenherstellung gewidmeten Schriften sind insbesondere sein De compositione medicamentorum in 17 und sein De simplicium medicamentorum temperamentis et facultatibus in 11 Büchern zu nennen. Ziel war eine aus Erfahrung abgeleitete, auf Erkenntnis ursächlicher Zusammenhänge und Vernunft basierende Pharmakologie, die mittels des geschriebenen Wortes weitergegeben, überprüft und weiterentwickelt werden konnte.[14] Denn „die Vernunft lehrt uns das allgemeine Ziel der Heilung bei jedem Leiden, die Erfahrung die Kräfte des Stoffes.“[15] Entsprechend stellte der erste Teil seines De compositione medicamentorum die theoretischen Grundlagen seiner Arzneimittellehre dar, während im zweiten Teil die speziellen Rezepte im Einzelnen folgten. Bei ihnen legte Galen Wert darauf, dass sie erprobt seien und auf Erfahrung beruhten und dass ihr Wert von den anerkanntesten Pharmakologen bestätigt würde.[16]

Die von ihm angewandten Medikamente unterteilte er in elementare, die nur eine der vier elementaren Qualitäten besaßen, kombinierte – sie wiesen zwei Qualitäten, eine Haupt- und eine Nebenwirkung auf – sowie spezifische für besondere Fälle, etwa Abführ-, Brech- oder Entwässerungsmittel. Während die simplicia genannten elementaren Medikamente zum Teil auf die materia medica des im 1. Jahrhundert wirkenden Arztes Pedanios Dioskurides zurückgingen, hatte Galen viele seiner composita durch empirische Untersuchungen entwickelt. Jede Krankheit verlangte nach einem eigenen Medikament, für dessen Auswahl und Dosierung man das temperamentum, das heißt die angemessene Mischung der Säfte des Kranken selbst, und des erkrankten Körperteils im Speziellen, sowie den Wirkungsgrad des Medikamentes beachten müsse. Er stellte damit die Therapie und Pharmakologie auf eine systematische Basis.

Die Wirkungsgrade (bzw. Intensitäten)[17] seiner Stoffe unterschied er folgendermaßen:

  1. kaum merklich
  2. mit den Sinnen deutlich wahrnehmbar
  3. heftig, leicht schädigend
  4. heftig, zerstörend.

Krankhaften Veränderungen der ausgewogenen Mischung der Säfte, die sich durch Erhitzen, Anfeuchten, Erkälten oder Austrocknen der betroffenen Körperteile zeigten, müsse mit entgegengesetzt wirkenden Medikamenten begegnet werden. Hierbei sei die Anziehungskraft eines Körperteils auf bestimmte Medikamente, die durch die ähnliche Beschaffenheit auf elementarer Ebene hervorgerufen werden könne, zu berücksichtigen.

An den komplizierten Rezepturen Galens orientierte sich die Pharmakologie des islamischen und des abendländischen Kulturraums bis ins Spätmittelalter. Erst unter dem Einfluss der medizinischen Lehre des Paracelsus verlor diese, Galenik genannte, Lehre von Herstellung und Zubereitung der Medikamente im Verlauf der frühen Neuzeit an Bedeutung, der Begriff blieb erhalten.[18]

In seinem Werk vereinigte Galen zwei über Jahrhunderte hinweg im Widerstreit stehende medizinische Herangehensweisen.

Diese methodische Synthese, die auch die Anatomie und Physiologie bzw. Naturphilosophie des Aristoteles[20] miteinbezog, begründete Galens maßgeblichen Einfluss auf die mittelalterliche Medizin bis hin zur Renaissance. Er führte umfangreiche Sektionen und Vivisektionen an Tieren durch und verfasste nahezu 400 Schriften, die nach seinem Tod durch Oreibasios (326–403) in 70 Büchern zusammengefasst wurden. Knapp ein Viertel davon ist im griechischen Original oder in lateinischen, arabischen oder syrischen Übersetzungen erhalten. Bis ins 17. Jahrhundert und darüber hinaus dienten sie als medizinische Lehrgrundlage an den Universitäten.

Viele von Galens Ansichten über die menschliche Anatomie waren jedoch falsch, da er die anhand seiner Sektionen von Schweinen, Affen und Hunden gewonnenen Erkenntnisse einfach auf den Menschen übertragen hatte. Seine Werke dienten als Grundlage anatomischer Vorlesungen und wurden als so vollständig angesehen, dass man lange Zeit keinen Anlass zur Überprüfung sah. Es war nicht üblich und häufig sogar verboten, menschliche Körper zu sezieren. Stellten Ärzte zufällig bei einer Leiche Abweichungen von Galens Lehre fest, hielten sie das untersuchte Organ für eine Missbildung. Vesalius war in den 1530er Jahren der Erste, der erkannte, dass Galen wohl nie einen Menschen seziert hatte.[21] Er beklagte, man hätte bei einem Metzger mehr über Anatomie lernen können als bei anatomischen Vorlesungen. Vesalius’ eigene Leichensektionen in den 1540er Jahren, die er dank guter Beziehungen zur Obrigkeit hatte durchführen können, belebten die anatomische Forschung.

Bis heute gültig sind die von Celsus beschriebenen, und später von Galen ergänzten, Kardinalzeichen der Entzündung:

Galens pathophysiologische Vorstellungen


Sind sämtliche Körperbestandteile – darunter versteht Galen die Säfte, das Pneuma und die res naturales (die „konstitutionellen Bedingtheiten“ des individuellen Lebens) – in ausreichender Qualität und Quantität vorhanden und diese körperlichen Funktionen im Sinne einer Zweckmäßigkeit (Teleologie)[22] im freien Fluss, resultiert Gesundheit, sanitas.

Für Galen gibt es fließende Übergänge zwischen dem Zustand der Gesundheit, sanitas, des Krankseins, aegritudo, und einem Zwischenzustand, neutralitas. Dieses Gleich- oder Ungleichgewicht wird durch Größen der res naturales, res non naturales (die nicht-konstitutionellen und damit „konditional-physiologischen Bedingtheiten bzw. prozessualen Abläufe“ im individuellen Organismus) und res praeter naturales geregelt. Die Einflussfaktoren jener drei Gruppierungen bestimmen den Umgang hinsichtlich einer Prophylaxe, praeservatio[23], Gesunderhaltung, conservatio sanitatis, oder Therapie, curatio. Als „res naturales“ betrachtet Galen:

Hingegen sind die sogenannten sex res non naturales (die Bezeichnung stammt nicht direkt von Galen[29]) jene sechs fundamentalen Bedingungen bzw. Grundgegebenheiten[30] menschlicher Gesundheit, welche die richtige Mischung der Körpersäfte beeinflussen:

Nachwirkung


Rezeption in der Medizin, Galenismus

Galens systematisch ausgebautes Werk, das im frühen Mittelalter von Hunain ibn Ishāq (808–873) auch ins Syrische und Arabische übersetzt wurde (siehe auch Articella), war in seinem Umfang und in seinem wissenschaftlichen Niveau[31] für die Nachwelt von solcher Autorität, dass es 1400 Jahre brauchte, bis es durch neuere Forschungen langsam überwunden wurde. Seine falsche Hypothese der Blutströmung vom Zentrum, wo das Blut in der Leber gebildet werde, zur Peripherie des Körpers wurde erst im 17. Jahrhundert durch William Harvey und Marcello Malpighi, zum Teil auch schon im 13. Jahrhundert von Ibn an-Nafīs, gegen erhebliche Widerstände revidiert.

Im 16. Jahrhundert standen sich die „Galenisten“ (etwa Leonhart Fuchs) als Anhänger der Lehren Galens und die „Arabisten“, welche sich vor allem auf Avicenna beriefen, gegenüber. Der „Galenismus“ nahm zu dieser Zeit zu, der „Arabismus“[32] ab.[33][34]

Galens Auffassung der Humoralpathologie hatte als Krankheitskonzept Bestand bis ins 19. Jahrhundert. Seine Lehren wurden, vor allem im Mittelalter, anderen gegenüber zu Recht bevorzugt und waren bis zum 19. Jahrhundert Grundlage des medizinischen Wissens an europäischen Universitäten.[35]

Galen als Namensgeber

Siehe auch


Ausgaben


Moderne Gesamtausgaben

Ausgaben der Renaissance

Einzelausgaben

Übersetzungen

Bibliographische Hilfsmittel

Literatur


Weblinks


Commons: Galenus of Pergamum  – Sammlung von Bildern

Anmerkungen


  1. In den englischen Canterbury Tales des 14. Jahrhunderts auch Galien.
  2. Siehe etwa Johannes Ilberg: Wann ist Galenos geboren? In: Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin. Band 23, 1930, S. 289–292 (dort explizit 129 n. Chr.); bisweilen wird in der älteren Literatur, insbesondere der fachfremden, auch das Jahr 131 als Geburtsjahr angegeben; Joseph Walsh: The Date of Galens Birth. In: Annals of Medical History. Neue Serie 1, 1929, S. 378–382 und Refutation of Ilberg as to the Date of Galen’s Birth. In: Annals of Medical History. Neue Serie 4, 1932, S. 126–146, vertrat mit Nachdruck 130 als Geburtsjahr.
  3. Diethard Nickel: Galenos von Pergamon. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner: Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 448–452, hier S. 448, gibt das Jahr 199 an, ohne ein späteres Jahr auszuschließen; ca. 216 vertrat beispielsweise Vivian Nutton: Galenos aus Pergamon. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 4, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01474-6, Sp. 748.
  4. Dies stellte erstmals fest: Elimar Klebs: Prosopographia Imperii Romani. Band 1, Georg Reimer, Berlin 1897, S. 374.
  5. Erstmals wurde diese Vermutung geäußert bei Karl Kalbfleisch: ‘Claudius’ Galenos. In: Berliner Philologische Wochenschrift. Jahrgang 22, 1902, Nummer 13, Sp. 413 (Digitalisat ). Außerdem zu dieser Frage: Walter von Brunn: Darf man Galenos „Claudius“ nennen? In: Ciba Zeitschrift. 4. Jahrgang, Nummer 43, März 1937, S. 1505.
  6. Ausführlich zu dieser Gleichsetzung Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte, De Gruyter, Berlin/New York 2003, ISBN 3-11-017850-8, S. 45–54.
  7. Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte De Gruyter, Berlin/New York 2003, ISBN 3-11-017850-8, S. 54–60.
  8. Kai Brodersen (Hrsg.): Galenos, Die verbrannte Bibliothek. Peri Alypias / Über die Unverdrossenheit (Zweisprachige Ausgabe). Marix, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-7374-0962-9.
  9. Galenos, Über die Unverdrossenheit 10; siehe auch Galenos, De compositione medicamentorum per genera 1,1; Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 27 mit Anm. 37.
  10. Siehe etwa Wolfgang U. Eckart: Geschichte der Medizin. Springer, Berlin 1990, S. 57, mit dem Todesjahr 199; oder derselbe: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Springer, Berlin 2013, S. 25.
  11. Die Suda gibt an, dass Galen im Alter von 70 Jahren starb, also um 199. Die Galen zugewiesene Abhandlung De antidotis liefert einen Hinweis auf Ereignisse im Jahr 204. Ishāq ibn Hunain gibt sein Sterbealter mit 87 Jahren an, nach 17 Jahren von der Geburt bis zum Ende seines Medizinstudiums und nach 70 Jahren Berufsausübung, also um das Jahr 217. Vivian Nutton: Ancient Medicine. Routledge, London / New York 2004, S. 226–227.) nimmt an, dass De antidotis echt ist, dass die arabische bei Abu Sulayman Sijistani erhaltene Überlieferung stimmt und dass die Suda irrigerweise die 70 Jahre, die nach der arabischen Quelle für Galens Karriere angegeben werden, für seine gesamte Lebensspanne hielt. Véronique Boudon-Millot (Galien: Introduction générale; Sur l'ordre de ses propres livres; Sur ses propres livres; Que l'excellent médecin est aussi philosophe, Les Belles Lettres, Paris 2007, S. LXXVII–LXXX) stimmt dem mehr oder weniger zu und favorisiert das Jahr 216 als sein Sterbejahr. Laut Heinrich Schlange-Schöningen (Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. De Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-017850-8, S. 147 f.) sollte das Lebensende ungefähr auf das Jahr 215 datiert werden.
  12. Georg Harig: Verhältnis zwischen Primär- und Sekundärqualitäten in der theoretischen Pharmakologie Galens. In: NTM 9, 1973, Heft 1, S. 64–81.
  13. Werner Friedrich Kümmel: Der Puls und das Problem der Zeitmessung in der Geschichte der Medizin. In: Medizinhistorisches Journal. Band 9, 1974, S. 1–22, hier: S. 3.
  14. Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologien. De Gruyter, Berlin u. a. 1972, S. 36–38.
  15. Galen, De compositione medicamentorum secundum locos 2,1. 12,501,13–15; Übersetzung: Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologien. De Gruyter, Berlin u. a. 1972, S. 36.
  16. Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologien. De Gruyter, Berlin u. a. 1972, S. 41–45.
  17. Georg Harig: Bestimmung der Intensität im medizinischen System Galens. Ein Beitrag zur theoretischen Pharmakologie, Nosologie und Therapie in der Galenischen Medizin. Akademie, Berlin 1974 (= Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin: Zentralinstitut für alte Geschichte und Archäologie. Schriften zur Geschichte und Kultur der Antike. Band 11).
  18. Wolf-Dieter Müller-Jahncke: Galenische Heilmittel. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 446 f.
  19. Gotthard Strohmaier: Avicenna. Beck, München 1999, ISBN 3-406-41946-1, S. 65.
  20. Paul Moraux: Der Aristotelismus bei den Griechen von Andronikos bis Alexander von Aphrodisias. Band 2: Der Aristotelismus im I. un II. Jh. n. Chr., De Gruyter, Berlin/ New York 1984 (= Peripatoi. Philologisch-historische Studien zum Aristotelismus. Band 6). ISBN 3-11-009919-5, S. 730 f.
  21. Vgl. Richard Toellner: „Renata dissectionis ars“. Vesals Stellung zu Galen in ihren wissenschaftsgeschichtlichen Voraussetzungen und Folgen. In: August Buck (Hrsg.): Rezeption der Antike. Zur Problematik der Kontinuität zwischen Mittelalter und Renaissance. Hamburg 1981, S. 85–95.
  22. Karl Groß: Galens teleologische Betrachtung der menschlichen Hand in „de usu partium“. In: Sudhoffs Archiv 58, 1974, S. 13–24.
  23. Hierzu zählte er auch Leibesübungen als eine Art Bewegungstherapie. Vgl. Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie. In: Präventivmedizin. Springer Loseblatt Sammlung, Heidelberg 1999, 07.06, S. 1–22.
  24. Jul. Wiberg: The anatomy of the brain in the works of Galen and ʿAli ʿAbbās: a comparative historical-anatomical study. In: Janus, Band 9, 1914, S. 17–32 und 84–104.
  25. Wolfram Schmitt: Medizinische Lebenskunst: Gesundheitslehre und Gesundheitsregimen im Mittelalter. LIT Verlag, Münster 2013, ISBN 3-643-11932-1, S. 42 f.
  26. Karl Eduard Rothschuh: Vom Spiritus animalis zum Nervenaktionsstrom. In: Ciba-Zeitschrift 8, 1958, S. 89.
  27. Irmgard Hort, Axel Karenberg: Überlegungen salernitanischer Magistri zur Apoplexie. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 18, 1999, S. 87–92, hier: S. 88.
  28. Gotthard Strohmaier: Avicenna. Beck, München 1999, ISBN 3-406-41946-1, S. 118 f.
  29. Saul Jarcho, Galen’s Six Non-Naturals: A Bibliographic Note and Translation. In: Bulletin of the History of Medicine: Band 44, Nr. 4, 1970, S. 372–377.
  30. Gundolf Keil: Vegetarisch. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015 (2016), S. 29–68, hier: S. 32 f.
  31. Vgl. etwa Iwan von Müller: Über Galens Werk vom wissenschaftlichen Beweis. In: Abhandlungen der königlichen bayerischen Akademie der Wissenschaften, I. Classe. Band 20, 2. Abteilung. München 1895, S. 405–478.
  32. Gerhard Baader: Medizinisches Reformdenken und Arabismus im Deutschland des 16. Jahrhunderts. In: Sudhoffs Archiv. Band 63, 1979, S. 261–296.
  33. Gotthard Strohmaier: Avicenna. Beck, München 1999, S. 153–156.
  34. Richard J. Durling: Leonhart Fuchs and his Commentaries on Galen. In: Medizinhistorisches Journal. Band 24, 1989, S. 42–47.
  35. Heinrich Schipperges †: Galenismus. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 447 f.
  36. Carl von Linné: Critica Botanica, Leiden 1737, S. 92; Carl von Linné: Genera Plantarum, Leiden 1742, S. 168.
  37. Gerhard Fichtner: Corpus Galenicum. Verzeichnis der galenischen und pseudogalenischen Schriften. Institut für Geschichte der Medizin, Tübingen 1985 und 1997 (PDF mit dem Bearbeitungsstand 2012).
  38. Magnus von Ephesus (Pseudogalen): Das Harnbüchlein Pseudogalens 'De urinis […]'. Aus dem Griechischen übersetzt von Renate Thieme. Dissertation München 1937.








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