Gaienhofen



Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 12,55 km2
Einwohner: 3388 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78343
Vorwahl: 07735
Kfz-Kennzeichen: KN, STO
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 025
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Kohlgarten 1
78343 Gaienhofen
Website: www.gaienhofen.de
Bürgermeister: Uwe Eisch (CDU)
Lage der Gemeinde Gaienhofen im Landkreis Konstanz

Gaienhofen ist eine Gemeinde am Bodensee im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Gaienhofen liegt auf der Süd- und Ostseite der Halbinsel Höri am Untersee gegenüber der Schweizer Gemeinde Steckborn und der (deutschen) Insel Reichenau.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Südwesten an Öhningen, im Nordwesten an Moos. Den Rest der Gemeindegrenze bildet das Ufer des Untersees.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Gaienhofen mit den seit 1974 eingemeindeten, ehemals selbstständigen Gemeinden Gundholzen, Hemmenhofen und Horn gehören acht Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.[2]

Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Gaienhofen, ebenso der Sitz des Gemeindeverwaltungsverband Höri, dem die Gemeinden Gaienhofen, Moos und Öhningen angehören.

Zur Gemeinde Gaienhofen in den Grenzen von 1973 gehören das Dorf Gaienhofen und das Gehöft Honisheim, ebenso die abgegangene Ortschaft Stöckenhof.

(Zum alten Wappen siehe auch → Liste der Wappen mit dem Emblem der Pfalzgrafen von Tübingen)

Zur ehemaligen Gemeinde Gundholzen gehören das Dorf Gundholzen und die Häuser Im Mettental – letztere grenzen unmittelbar an den Ortsteil Iznang der Nachbargemeinde Moos – sowie die die Wüstung Hof im Turbental – der Flurname Ob dem Hof deutet auf die abgegangene Siedlung hin.
Zur ehemaligen Gemeinde Hemmenhofen gehört das Dorf Hemmenhofen.
Zur ehemaligen Gemeinde Horn gehören das Dorf Horn, der Weiler Hornstaad, das Gehöft Balesheim sowie die Wüstungen Himmern und Hofstetten. Horn liegt vom See aus gesehen zwischen den Seezeichen (für Untiefen) zwei bis sechs. Der Ort liegt an einem steil zum See abfallenden Hang. Direkt am See befindet sich das ehemalige Schloss Hornstaad (heute Seerestaurant Schlössli). Weiter landeinwärts erstreckt sich der unwegsame Höhenrücken Schiener Berg. Durch die Seelage und die geschützte Westflanke zum Schiener Berg ist Obstanbau möglich.[3]

Als Wahrzeichen der Höri gilt die Katholische Pfarrkirche St. Johann in Horn mit ihrem alten Kirchfriedhof. Über die einmalige Sicht von der Pfarrkirche in Horn aus auf den Untersee bis zum Turm des Konstanzer Münsters ist der Ausspruch des badischen Großherzogs Friedrich I. überliefert: „Wenn ich nicht Großherzog von Baden wäre, wollte ich Pfarrer von Horn sein.“[4]

Geschichte


Jungsteinzeit

Auf der Gemarkung der Gemeinde Gaienhofen befinden sich mehrere Siedlungen aus der Jungsteinzeit, so zum Beispiel in Hemmenhofen, Gewann „Im Leh“, und Hornstaad, Gewann „Hinterhorn“.[5] Die Pfahlbausiedlungen Hornstaad-Hörnle I–V sind steinzeitliche Pfahlbausiedlungen aus dem Zeitraum 3918–2690 v. Chr. Untersuchungen in den Jahren 1973 bis 1993 erbrachten wichtige Ergebnisse zur Wirtschafts-, Hausbau-, Siedlungsweise und sozialen Struktur sowie zu den Handelsbeziehungen. Bemerkenswert ist insbesondere Hornstaad-Hörnle IA am Ufer der Hörispitze, die in einer über zehn Jahre dauernden Ausgrabung großflächig untersucht wurde und über dendrochronologische Untersuchungen auf rund 3900 v. Chr. datiert wird. Letztere ist seit 2011 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.[6][7] Funde und Rekonstruktionen sind im Hermann-Hesse-Höri-Museum Gaienhofen und im Archäologischen Landesmuseum Konstanz zu sehen. Im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen findet sich das Hornstaad-Haus als Nachbau zu Forschungszwecken.

Mittelalter

Urkundlich erwähnt wurde Gaienhofen erstmals 1295.

Neuzeit, Moderne

In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich eine Gauschule des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) in Gaienhofen; vormals das „Seeheim des Vereins Badischer Lehrerinnen am Bodensee“. In der NSLB-Gauschule Gaienhofen, der ersten von drei festen Schulungsstätten des badischen NSLB, fanden seit Anfang 1934 (nach anderen Angaben: 1935) regelmäßig sogenannte „Lehrerlager“ zur „weltanschaulichen Schulung“ im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie statt.[8] Referent war unter anderem der ortsansässige Schriftsteller und NS-Propagandist Ludwig Finckh.

Die heutige Gemeinde wurde am 1. Oktober 1974 durch Vereinigung der Gemeinden Gaienhofen, Hemmenhofen und Horn neu gebildet. Bereits am 1. Januar 1974 war die Gemeinde Gundholzen nach Horn eingemeindet worden.[9]

Politik


Gemeinderat

Die letzte Gemeinderatswahl fand am 26. Mai 2019 statt. 2.761 Personen waren wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung stieg von 66,6 % im Jahr 2014 auf 69,3 %.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in Gaienhofen[10][11]
Partei / Liste Stimmen % Sitze Ergebnis 2014 Ergebnis 2009
Freie Wähler Gaienhofen (FWG) 9.272 36,95 5 31,9 %, 4 Sitze 21,7 %, 3 Sitze
Unabhängige Bürgerliste (UBL) 7.407 29,52 4 26,2 %, 4 Sitze 32,2 %, 5 Sitze
Die Aktiven 5.274 21,02 3 22,5 %, 3 Sitze 23,0 %, 3 Sitze
CDU 4.142 16,51 2 19,5 %, 3 Sitze 23,0 %, 3 Sitze
gesamt 25.095 14
Gewinne und Verluste
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%

Bürgermeister

Bürgermeister der Gemeinde Gaienhofen ist seit 1999 Uwe-Michael Eisch (CDU).

Partnerschaften

Wappen

Das alte Wappen von Gaienhofen zeigt in Silber ein rotes Kreuz, belegt mit einem silbernen Herzschild, darin eine rote dreilätzige Kirchenfahne mit drei goldenen Ringen.

Das neue Wappen zeigt in Silber ein rotes Kreuz, belegt mit einem schwarzen Herzschild, darin ein doppelreihig rot-silbern geschachter Schrägbalken.

Wirtschaft und Infrastruktur


Bildungseinrichtungen

Ein kommunaler Kindergarten besteht im Ortsteil Horn.

Dort ist auch der Grundschulzweig der Hermann-Hesse-Schule beheimatet. Die weiterführende Hermann-Hesse-Werkrealschule befindet sich im Ortsteil Gaienhofen.

In Gaienhofen ist auch das Schulzentrum Schloss Gaienhofen – Evangelische Schule am Bodensee beheimatet. Die frühere Internatsschule umfasst heute das Ambrosius-Blarer-Gymnasium mit drei Schulzweigen: Allgemeinbildendes Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und Realschule.[13]

Friedhöfe

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen

Bauwerke

Kirchen

Schlösser, Museen u. a.

Skulpturen und Kunstwerke im öffentlichen Raum

Peter Lenk schuf eine über die Durchgangsstraße verlaufende Skulptur.

Fährbetrieb

Im „Zick-Zack“ zwischen dem Ortsteil Horn, dem schweizerischen Berlingen, Gaienhofen und dem schweizerischen Steckborn fährt sonn- und feiertags die Höri-Fähre.

Natur

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben oder wirken

Weblinks


Commons: Gaienhofen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Gaienhofen – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2019 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 738–740.
  3. Wilhelm Büsing: Bodensee-Uferbeschreibung mit Übersichtskarte. Verlag Paula Büsing, Konstanz 1984, S. 80.
  4. Gedenktafel an der Außenmauer der Pfarrkirche von Horn durch den Verkehrsverein Horn-Gundholzen
  5. Quelle: Vorarlberger Landesmuseum Bregenz, in: Aufgelistet! Funde von Pfahlbauten am Untersee. In: Südkurier. 9. September 2011.
  6. UNESCO World Heritage Centre: Six new sites inscribed on UNESCO’s World Heritage List. 27. Juni 2011
  7. UNESCO World Heritage Centre: Prehistoric Pile dwellings around the Alps, Nummer 1363-074, Hornstaad-Hörnle
  8. Vgl. hierzu: Ingeborg Wiemann-Stöhr: Die pädagogische Mobilmachung. Schule in Baden im Zeichen des Nationalsozialismus. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2018, ISBN 978-3-7815-2217-6, S. 76 ff.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 519.
  10. Gemeinderatswahlen 2019 – Gaienhofen (Kreis Konstanz). In: statistik-bw.de. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, abgerufen am 29. Juli 2019.
  11. Höri-Woche. Jahrgang 19, Nr. 22, 31. Mai 2019, S. 9 (gaienhofen.de (Memento vom 29. Juli 2019 im Internet Archive) [PDF]).
  12. Partnerschaft mit Ungarn wird von dort nicht mehr gepflegt, siehe [1] (unter Zusatzbericht "Partnerschaft")
  13. Schloss Gaienhofen. Evangelische Schule am Bodensee
  14. Grabstätte Otto Dix auf dem Friedhof in Hemmenhofen.
  15. Aufgelassenes Grab von Erich Heckel auf dem Friedhof von Hemmenhofen
  16. Torsten Lucht: Rebellion gegen die letzte Ruhe. In: Südkurier. 26. März 2016, S. 21.
  17. Grab Hans Leip in Horn, Ortsteil von Gaienhofen auf www.gaienhofen.de
  18. Hesse-Museum-Gaienhofen.de
  19. Artikel: Geheim-Tipps für Parks & Gärten: Gaienhofen – Hesses Refugium, In: Monumente, Ausgabe 4/2020, S. 14.
  20. Monumente Online 5.2012
  21. Birgit Kölgen: Die Profis sollen übernehmen. In: Schwäbische Zeitung. 28. April 2010.
  22. Birgit Kölgen: Otto-Dix-Haus. Der Mann, der die Frauen liebte. In: Schwäbische Zeitung. 28. April 2010.
  23. Bericht der Stuttgarter Zeitung zur Wiedereröffnung des Otto-Dix-Hauses
  24. Museum Haus Dix, Hemmenhofen
  25. Gaienhofen.de: Ateliers und Galerien









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Stand der Informationen: 07.06.2021 10:55:39 CEST

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