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Głogów

Głogów
Glogau
Wappen von Głogów
Głogów
Glogau
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Głogów
Fläche: 35,37 km²
Geographische Lage: 51° 40′ N, 16° 5′ O Koordinaten: 51° 39′ 45″ N, 16° 5′ 8″ O
Einwohner: 68.292
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 67-200 bis 67-210
Telefonvorwahl: (+48) 76
Kfz-Kennzeichen: DGL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: PrzemkówLeszno
Schienenweg: PKP-Strecken Breslau–Stettin und Łódź–Forst (Lausitz)
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 35,37 km²
Einwohner: 68.292
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 1931 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0203011
Verwaltung (Stand: 2015)
Stadtpräsident: Rafael Rokaszewicz[2]
Adresse: Rynek 10
67-200 Głogów
Webpräsenz: www.glogow.pl



Głogów Audio-Datei / Hörbeispiel [ˈgwɔguf]?/i, deutsch Glogau (auch Groß-Glogau), ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Głogów ist die Kreisstadt des Powiat Głogowski (Powiat Glogau), bildet eine eigene Stadtgemeinde und ist darüber hinaus Sitz der Gmina Głogów, einer Landgemeinde, die die Dörfer nördlich und östlich der Stadt umfasst.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Die Stadt liegt im nördlichen Teil Niederschlesiens, rund 100 km nordwestlich der niederschlesischen Hauptstadt Breslau (Wrocław). Glogau liegt auf beiden Seiten der Oder, wobei sich der Großteil der Stadtfläche auf der linken Seite konzentriert. Die Bebauung auf der rechten Uferseite besteht lediglich auf der Dominsel. Der eigentliche alte Ortskern der Stadt befindet sich auf dem linken Oderufer, genauso wie die Kupferhütten, die im Westen der Stadt liegen.

Durch Glogau verlaufen mehrere überörtliche Straßen. Die Größte, die Staatsstraße Droga krajowa 12 verläuft in Nord-West-Richtung und bildet am alten Ortskern die einzige Oderüberführung. Weitere überörtliche Straße sind die Woischaftsstraßen Droga wojewódzka 292 und Droga wojewódzka 329.

Stadtteile

Weiterhin bestehen im Stadtgebiet folgende Siedlungen: Osiedle Brzostów (Brostau), Osiedle Chrobry, Osiedle Fabryczna (Weidisch), Osiedle Hutnik, Osiedle Kopernik, Osiedle Kościuszki, Osiedle Matejki, Osiedle Nadodrze, Osiedle Piastów Śląskich, Osiedle Żarków (Zarkau; 1937–45: Werften), Żukowice

Geschichte


Mittelalter und Frühe Neuzeit

Im Jahr 1010 wurde die Stadt als urbs Glogua von Thietmar von Merseburg erstmals urkundlich erwähnt. 150 Jahre später (1157) ließ Herzog Bolesław IV. als Seniorherzog von Polen die Stadt in Brand setzen, weil er glaubte, sie nicht gegen Kaiser Friedrich I. Barbarossa verteidigen zu können. Eine Glogauer Stiftsschule ist ab 1233 nachweisbar; sie gehörte somit zu den ersten Schulen Schlesiens.[3] Ab 1251 war Glogau Residenzstadt des Herzogtums Glogau. Zwei Jahre später erhielt Glogau, das damals über 2000 Einwohner zählte, das Magdeburger Stadtrecht. 1331 fiel Glogau zusammen mit dem Herzogtum Glogau als Lehen an das Königreich Böhmen.

Im Jahr 1484 ließ der Saganer Herzog Johann II. die Juden aus der Stadt verweisen und 1488 sieben Ratsherren einkerkern und verhungern. Von 1499 bis 1506 wurden Stadt und Herzogtum Glogau vom späteren polnischen König Sigismund I. regiert, der beides von seinem älteren Bruder, dem böhmischen König Vladislav II., als ein Lehen erhalten hatte.

Im Jahr 1630 begann der Bau von Befestigungen; die Einwohnerzahl war wegen der Zerstörung der Vorstädte von ca. 22.000 auf ca. 7.000 gesunken. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt 1632 von Protestanten erobert, 1633 von der Gegenreformation wiedergewonnen und schließlich 1642 von Schweden besetzt.

In der preußischen Provinz Schlesien

Im Ersten Schlesischen Krieg erstürmten Anfang März 1741 preußische Truppen die Festungsstadt Glogau, die fortan zu Preußen gehörte. Im Krieg mit Frankreich fiel Glogau am 3. Dezember 1806 in die Hände französischer Truppen,[4] die es auch nach dem Frieden von Tilsit besetzt hielten. In den Befreiungskriegen verteidigten etwa 9.000 französische Besatzer, geplagt von Kälte bis zu −26 Grad im Winter, Lebensmittelmangel und Desertionen, die Festung Glogau vierzehn Monate lang gegen preußische und russische Truppen. Am 10. April 1814 kapitulierten die 1.800 überlebenden Besatzer unter General Jean Grégoire Laplane vor den Belagerern.

Um 1900 hatte Glogau drei evangelische und drei katholische Kirchen (darunter der gotische Dom auf einer Oderinsel), eine Synagoge, ein königliches Schloss, ein Staatliches Katholisches und ein evangelisches Gymnasium, eine Reihe unterschiedlicher Fabrikationsbetriebe und war Sitz eines Landgerichts.[5]

Zwei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wurde zum 1. April 1920 aus der bisher kreisangehörigen Stadtgemeinde Glogau der Stadtkreis Glogau gebildet. Damit erhielt der bisherige Kreis Glogau die Bezeichnung Landkreis. Der Landrat für den Landkreis Glogau hatte weiterhin seinen Sitz in der Stadt.

Zum 1. Juli 1931 wurden Teile der Landgemeinden Brostau, Rauschwitz, Weidisch, Zarkau und Zerbau (1938–1945: Lerchenberg[6]) aus dem Landkreis Glogau in die Stadt eingegliedert. Mit Wirkung vom 31. März 1938 wurden weitere Teile der Gemeinden Brostau, Rauschwitz und Zarkau aus dem Landkreis Glogau nach Glogau eingemeindet. Im Jahr 1939 zählte die Stadt Glogau 33.558 Einwohner, der Landkreis Glogau 62.280 Einwohner. Bis 1945 gehörte Glogau zum Regierungsbezirk Liegnitz in der preußischen Provinz Niederschlesien.

Zerstörung und Vertreibung

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Glogau zur Festung erklärt. Der sechswöchigen Belagerung von Glogau durch die Rote Armee fielen über 90 Prozent der Bebauung zum Opfer, die Altstadt lag in Trümmern. Glogau wurde im Sommer 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Glogau die Ortsbezeichnung Głogów ein. In der Folgezeit wurde die einheimische deutsche Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Glogau vertrieben und durch Polen ersetzt.

Nach 1945

1952 bezog der Glogauer Heimatbund in Hannover, der Partnerstadt Głogóws, seinen Sitz im Hardenbergschen Haus.[7]

Nach 1945 entwickelte sich die Stadt in den Außenbezirken; die Ruinen-Gebäude in der Altstadt wurden abgetragen. Ein Aufschwung folgte erst mit dem Bau einer Kupferhütte im Jahre 1967, die noch heute den größten Industriebetrieb darstellt. Bis in die 1980er Jahre blieb das Stadtzentrum unbebaut, seither wird auch die Innenstadt auf den ursprünglichen Fundamenten und in Nachahmung der alten Bürgerhäuser wiederaufgebaut.

Bevölkerungsentwicklung vor 1945

Jahr Einwohner Anmerkungen
1795 9.991 darunter 1.791 Juden[8]
1809 unter 10.000 [9]
1810 9.489 darunter 1.752 Juden[10]
1816 8.087 darunter 4.310 Evangelische, 2.566 Katholiken und 1.199 Juden[10]
1880 18.630 [6]
1885 20.027 [6]
1890 20.529 darunter 13.614 Evangelische, 5.989 Katholiken und 863 Juden[6]
1900 22.147 mit der Garnison (zwei Bataillone Infanterie Nr. 58, ein Regiment Feldartillerie Nr. 41, ein Bataillon Fußartillerie Nr. 6 und ein Pionierbataillon), davon 6.500 Katholiken und 716 Juden[5]
1925 26.098 darunter 18.386 Evangelische, 6.954 Katholiken, vierzehn sonstige Christen und 550 Juden[6]
1933 28.229 darunter 19.770 Evangelische, 7.651 Katholiken, fünf sonstige Christen und 478 Juden[6]
1939 30.172 darunter 21.135 Evangelische, 8.067 Katholiken, 48 sonstige Christen und 123 Juden[6]

Sehenswürdigkeiten


Kirchen

Weitere Bauwerke

Städtepartnerschaften


Verkehr


Der Bahnhof Głogów liegt an der Kreuzung der Bahnstrecke Wrocław–Szczecin mit der hier nur noch im Güterverkehr betriebenen Bahnstrecke Łódź–Forst (Lausitz).

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Personen mit Verbindung zur Stadt

Siehe auch


Literatur


Weblinks


 Commons: Głogów  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Website der Stadt, Prezydent , abgerufen am 6. Mai 2017
  3. Kazimierz Bobowski: Entstehung und Entwicklung von verschiedenen schlesischen Schulgründungen im Mittelalter. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 23, 2004, S. 471–485; hier: S. 483.
  4. Großer Generalstab (Hrsg.): 1806 – Das Preußische Offizierkorps und die Untersuchung der Kriegsereignisse. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906, S. 40, 45
  5. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 45–46.
  6. a b c d e f g Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. glogau.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Helmut Knocke: Hardenbergsches Haus. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 270.
  8. Wolfgang Jäger: Geographisch-Historisch-Statistisches Zeitungs-Lexikon. Band 1: A – H, Nürnberg 1805, S. 787–788.
  9. Ferdinand Minsberg: Geschichte der Stadt und Festung Groß Glogau. Band 2, Glogau 1853, S. 290
  10. a b A. A. Mützell (Hrsg.): Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preußischen Staats. Band 6, Halle 1825, S. 28–30.
  11. Historische Angaben nach Glogau. Ein Führer durch Stadt und Kreis, bearbeitet von R. Scholz und P. Knötel, Verlag von Carl Flemming, Glogau o. J. [zwischen 1892 und 1895], Seite 1–7. Die Aktualität wurde anhand der Artikel in der englischen und polnischen Wikipedia sowie des Bildmaterials auf Commons überprüft.
  12. Siehe Kościół Łódź Chrystusowa w Głogowie in der polnischen Wikipedia.
  13. Nach Scholz/Knötel, Glogau, S. 2.
  14. Wiederaufbau Theater Aufgerufen am 25. Februar 2018 (poln.)
  15. Bilder zum Wiederaufbau des Theaters (poln.)
  16. Nach Scholz/Knötel, Glogau, S. 5f.
  17. Zespół Szkół Zawodowych in der polnischen Wikipedia
  18. Nach Zespół Szkół Zawodowych w Głogowie in der polnischen Wikipedia und der Website der Schule .
  19. Siehe Biblioteka Świętego Pielgrzyma und Pomnik Dzieci Głogowskich w Głogowie in der polnischen Wikipedia.
  20. Lebenslauf Arnheims bei epoche-napoleon, abgefragt am 8. Juni 2017



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Stand der Informationen: 20.10.2019 05:28:59 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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