Günter Reimann - de.LinkFang.org

Günter Reimann

Günter Reimann (* 13. November 1904 in Angermünde als Hans Steinicke; † 5. Februar 2005 in New York) war ein deutscher, marxistisch orientierter Ökonom und Journalist.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Steinicke wurde als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in der Uckermark geboren. In Berlin verfolgte er begeistert die Novemberrevolution. Er trat dem Kommunistischen Jugendverband bei, studierte ab 1923 Nationalökonomie und trat in diesem Jahr, aus konspirativen Gründen unter dem Namen Günter Reimann, der KPD bei. Er gehörte zu den Anhängern von Rosa Luxemburg. Ab 1925 hatte er eine führende Stellung im „Revolutionären Studentenbund“ inne.

Er wurde Diplom-Volkswirt und Kaufmann und schrieb als Redakteur für (Welt)wirtschaftsfragen für das KPD-Zentralorgan Rote Fahne. 1930 wurde er durch Jürgen Kuczynski ersetzt und bereiste als freier Schriftsteller die Sowjetunion, wo er zu der Einsicht gelangte, das der Stalinsche Staatssozialismus mit nachgeholter Industrialisierung nach westlichem Vorbild nicht praktikabel war.

Als die Gestapo ihn im Sommer 1933 verhaften wollte, floh er über Prag, Wien, Paris und Amsterdam (1937) nach London. 1936 brach er mit der KPD und fuhr 1938 in die USA. Bei Vanguard Press in New York erschien 1939 sein in Amsterdam geschriebenes Buch „The Vampire Economy“ über die NS-Wirtschaft im Deutschland. Von 1940 arbeitete er beim International Statistical Bureau und schrieb weitere Bücher. Seine Schwester Margot starb im KZ Auschwitz.

Nach Kriegsende engagierte er sich gegen den Morgenthau-Plan einer Deindustrialisierung Deutschlands und für Hilfslieferungen. Er hielt auch Kontakte zu seinem Freund Herbert Wehner, der in Schweden festsaß. Die Briefe erschienen 1998 unter dem Titel Zwischen zwei Epochen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er 1947 eine Agentur, die wöchentliche International Reports on Finance and Currencies herausgab. Die Agentur wurde zu einer Institution der Finanzwelt, die weltweit ihre Informationen aus 50 Büros und Zuträgern erhielt. Sie versorgte Unternehmer, Banken und Finanzbeamte in den USA mit Statistiken über Finanzmärkte. Er verkaufte das Blatt 1981 an den Verlag der Financial Times.

Zu seinem 90sten Geburtstag wurde Reimann Preisstifter des Förderpreis der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V., der alle zwei Jahre an Studierende und junge Wissenschaftler ausgeschrieben wird[1]. Ihm wurde am 11. Dezember 2003 das Verdienstkreuz Erster Klasse verliehen. Am 19. Februar 2004 wurde ihm diese Ehrung durch den deutschen Generalkonsul in New York, Uwe-Karsten Heye (SPD), übergeben. Er hat sich mit seinem Lebenswerk um die deutsch-jüdische Aussöhnung verdient gemacht.

Er lebte zuletzt in Manhasset, Long Island, Bundesstaat New York.

Werke


ISBN 3-89401-222-6

Einzelnachweise


  1. [1] Vita und Nachruf der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Februar 2005

Literatur


Weblinks





Kategorien: KPD-Mitglied | Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse | Ökonom (20. Jahrhundert) | Ökonom (21. Jahrhundert) | Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus | Journalist (Deutschland) | Deutscher | Geboren 1904 | Gestorben 2005 | Hundertjähriger | Mann



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Günter Reimann (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 21.10.2019 09:49:00 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.