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Friedrich Kiel

Friedrich Kiel (* 8. Oktober 1821 in Puderbach; † 13. September 1885 in Berlin) war ein deutscher Komponist der Romantik und Musikpädagoge. Er war einer der angesehensten Kompositionslehrer seiner Zeit und gehörte zu den herausragenden Komponisten der Generation zwischen Robert Schumann und Johannes Brahms.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Die Eltern von Friedrich Kiel waren der Lehrer Johann Jost Kiel (1791–1863) und Johanne Marie Jung aus Puderbach (Bad Laasphe). Die Familie zog 1827, als Friedrich ungefähr sechs Jahre alt war, nach Schwarzenau (Bad Berleburg) um. Der Sohn fing aus eigenem Antrieb mit Klavierspielen und Komponieren an. In den nächsten Jahren erhielt er Musikunterricht bei seinem Vater und bei dem Elsoffer Lehrer Karl Batta (1807–1893). Ihm widmete er später VII Fugen für das Pianoforte, die er im Juli 1844 in Berlin komponierte.

Der Superintendent Appollo Kneip stellte ihn 1835 dem Fürsten Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg anlässlich einer Orchesterprobe der Hofkapelle vor. Daraufhin erhielt er Violinunterricht bei dem Bruder des Fürsten, Prinz Karl. Zudem durfte er in der Hofkapelle mitwirken, er erstellte Kompositionen für Solovioline mit Orchesterbegleitung sowie Variationen für Orchester.

In den Jahren 1838 bis 1840 erhielt er Kompositionsunterricht bei dem in Coburg lebenden Kammermusiker und Flötisten Caspar Kummer (1795–1870). Vom 1. Mai 1840 an bis 1842 war er Konzertmeister der Hofkapelle und Musiklehrer der Kinder des Fürsten Albrecht in Berleburg. In dieser Zeit erstellte er Kompositionen für Klavier mit Orchesterbegleitung, Ouvertüren für Orchester sowie Werke für Klavier mit 2 und 4 Händen.

Aufgrund eines Stipendiums von König Friedrich Wilhelm IV. studierte er 1842 bis 1844 bei Siegfried Dehn, dem Kustos der Musikalien[1] der Königlichen Bibliothek in Berlin. Ab 1844 wirkte er als freischaffender Komponist sowie als Klavier- und Harmonielehrer.

Die überaus erfolgreiche Uraufführung seines Requiems f-Moll op. 20 und eine weitere Aufführung in Leipzig machten ihn ganz plötzlich berühmt. Auch seine Missa solemnis c-Moll op. 40 und das Oratorium Christus fanden breite Anerkennung, so dass man ihm das Amt des Leipziger Thomaskantors antrug, das er allerdings nicht annahm, um in Berlin bleiben zu können. Ab 1866 wurde Friedrich Kiel für drei Jahre Kompositionslehrer am Stern’schen Konservatorium Berlin; er erhielt 1868 den Professorentitel zuerkannt. Ein Jahr später wurde Kiel ein Mitglied des Senats der Königlichen Akademie der Künste in der Sektion „Musik“.

1870 bekam er den Roter-Adler-Orden verliehen und wurde zugleich Ritter dieses Ordens. Am 21. Juni 1876 wurde ihm vom Herzogtum Sachsen-Altenburg das Ritterkreuz II. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens verliehen.

Weitere wichtige Stationen seiner Laufbahn waren die Akademische Hochschule für Musik (gegründet 1869), an der er Leiter einer Kompositionsklasse war und dort ab 1882 dem fünfköpfigen Direktorium der Königlich Akademischen Hochschule für ausübende Tonkunst (neben Joseph Joachim, Ernst Rudorff, Adolf Schulze und Philipp Spitta) angehörte, sowie die Akademie der Künste, an die er als Leiter einer Meisterklasse für Komposition berufen wurde.

Durch einen Verkehrsunfall im September 1883 mit einem Pferdewagen in Berlin wurde er gesundheitlich stark angeschlagen. Die Uraufführung seines Oratoriums Der Stern von Betlehem op. 83, erlebte er am 25. April 1884 im Haus der Königlichen Künste in Berlin. Im Winter 1884/85 trat er wegen der Folgen seines Unfalls von seinen Ämtern zurück; er starb am 13. September 1885 in Berlin. Begraben wurde er auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof in Berlin-Schöneberg. Am 7. Oktober 1971 wurde er auf den Friedhof seines Geburtsorts Puderbach umgebettet.

Werke


Kiel komponierte in allen Musikgattungen außer Sinfonie und Oper. Die Hälfte dieses Schaffens widmet sich, da er als Pianist wirkte und unterrichtete, der Klaviermusik zu 2 und 4 Händen. Daneben entstanden Kammermusikwerke für verschiedene Besetzungen, ein Klavierkonzert, kleinere Chorwerke a cappella und mit Instrumentalbegleitung sowie große Chorformen: zwei Requiems, eine Missa solemnis und zwei Oratorien. Seit 1993 arbeitet die Friedrich-Kiel-Gesellschaft mit dem Verlag Dohr Köln zusammen, um Kiels Werke in revidierten Neu- sowie in Erstausgaben zu verbreiten.

Verzeichnis seiner Werke (Opuszahl 1 wurde von Kiel doppelt vergeben!):

Klavierwerke

Klavier zweihändig

Klavier vierhändig

Klavier und Orchester

Kammermusik mit Klavier

Klavier und Violine

Klavier und Viola

Klavier und Violoncello

Klaviertrios

Klavierquartette

Klavierquintette

Klavier und Singstimme

Streichquartette

Chor a cappella/mit Klavier

Chor und Orchester

Orchester

Orgelwerke

Schüler


Friedrich-Kiel-Gesellschaft und Friedrich-Kiel-Archiv


Seit 1979 gibt es die Friedrich-Kiel-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Bad Laasphe, die jährlich die „Mitteilungen“ und seit 2007 einen Newsletter herausgibt. Von 1993 bis 2007 erschienen die „Friedrich-Kiel-Studien“ (5 Bde., Verlag Dohr). Das Friedrich-Kiel-Archiv befindet sich seit 2005 im Archiv der Universität der Künste in Berlin.

Literatur


Reihen
Lexikaeinträge
Monografien und Aufsätze

Tonträger (Auswahl)


Weblinks


 Commons: Friedrich Kiel  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Frank/Altmann: Tonkünstlerlexikon. 15. Auflage, Heinrichshofen’s Verlag, Wilhelmshaven 1971, S. 120.
  2. Pia Waldbröl: Das Te Deum für Soli, Chor und Orchester (op.46) von Friedrich Kiel. Eine Analyse unter besonderer Berücksichtigung der polyphonen Elemente. Bonn, 1982. In: Friedrich Kiel-Studien Band 5, hrsg. Peter Pfeil, i. A. d. Friedrich-Kiel-Gesellschaft e. V., Dohr, Köln 2006, ISBN 3-925366-40-7 (ISSN 0945-2036 ).



Kategorien: Komponist (Romantik) | Komponist (Deutschland) | Komponist (Kirchenmusik) | Musikpädagoge | Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) | Träger des Roten Adlerordens (Ausprägung unbekannt) | Geboren 1821 | Gestorben 1885 | Mann | Mitglied der Preußischen Akademie der Künste | Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Ritter II. Klasse) | Deutscher


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich Kiel (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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