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Friedrich Adler (Künstler)

Friedrich Adler (geboren am 29. April 1878 in Laupheim; gestorben 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau), ein Vertreter des Jugendstils und des Art Déco, war als Architekt, Möbelgestalter, Keramiker und vor allem durch seine Entwürfe für Metallarbeiten und Textildruck-Verfahren bekannt. Später (ab ca. 1929/30) entwarf er als einer der frühen Kunststoff- und Industriedesigner Haushaltsgegenstände aus Phenolharzen (Phenoplaste) und Harnstoffharzen (Aminoplaste).

Inhaltsverzeichnis

Leben


Friedrich Adler wuchs als Sohn einer jüdischen Familie im oberschwäbischen Laupheim auf. Sein Geburtshaus in der Kapellenstraße – im Stil der Neorenaissance erbaut – beherbergt heute ein Restaurant mit Friedrich Adler-Zimmer.

Er studierte von 1894 bis 1898 an der Kunstgewerbeschule (ab 1928 Landeskunstschule) in München. 1902 absolvierte er ein weiteres Studienjahr an den neugegründeten Lehr- und Versuchsateliers für angewandte und freie Kunst (Debschitz-Schule) bei Hermann Obrist und Wilhelm von Debschitz. Dort nahm er auch von 1903 bis 1907 seine erste Lehrtätigkeit auf. Diese setzte er dann von 1907 bis 1933 an der Kunstgewerbeschule in Hamburg fort. Parallel leitete er von 1910 bis 1913 vier Meisterkurse am damaligen Bayerischen Gewerbemuseum in Nürnberg und stellte in der Kölner Werkbundausstellung 1914 einen Synagogenraum aus.[1] Seine Hamburger Tätigkeit wurde von 1914 bis 1918 durch den Kriegsdienst als Offiziers-Stellvertreter im Ersten Weltkrieg unterbrochen. 1918 an die Kunstgewerbeschule Hamburg zurückgekehrt, wurde er dort 1927 zum Professor ernannt. In diese Zeit fallen zahlreiche Entwicklungen im Art déco und in der Kunsttechnik.

Nach seiner Entlassung bzw. Zwangspensionierung durch die Nationalsozialisten 1933 war er gezwungen, sich seinen Unterhalt durch private Tätigkeit zu verdienen. So entwarf Friedrich Adler ab ca. 1929/30 als einer der ganz frühen, nahezu vergessenen Industrie- und Kunststoffdesigner zahlreiche Haushalts-Gegenstände aus Pressstoff (Phenoplast, Aminoplast), u. a. für die Bebrit-Werke in Bebra. Von 1934 bis 1941 war es ihm möglich, zusätzlich als privater Kunstgewerbelehrer jüdische Schüler im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes zu unterrichten. Hier konnte er auch Vorträge halten und Ausstellungen organisieren.

Am 11. Juli 1942 wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, bei der Selektion als nicht arbeitsfähig eingestuft und kurze Zeit später ermordet.

Friedrich Adlers außerordentlich vielfältiges Werk umfasst Entwurfstätigkeiten für Architektur (Sakralbauten), Bildhauerei (Bauornamentik, Grabmäler), Glasfenster, Möbel- und Innenarchitektur, Metallarbeiten (Haushaltsgegenstände, Schmuck, Sakralkunst), Keramik, Textilien (Knüpf- und Stickmuster, Textildruck), Arbeiten in Holz, Elfenbein und Serpentin und Überfanggläser. Er lieferte Entwurfsarbeiten für über 50 kunstgewerbliche Betriebe, unter anderem für die Silberwarenfabrik P. Bruckmann & Söhne in Heilbronn, die Metallwarenfabrik für Kleinkunst „Osiris“ von Walter Scherf und die Kunstgewerbliche Metallwarenfabrik „Orion“ von Georg Friedrich Schmitt, beide in Nürnberg.

Einem breiten Publikum erschloss sich ab 1994 Friedrich Adlers Kunst mit der Ausstellung „Friedrich Adler - zwischen Jugendstil und Art Déco“ mit den Stationen Münchner Stadtmuseum, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Grassi-Museum Leipzig, Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, Museum Zons-Burg Friedestrom, Maurice Spertus Museum of Judaica in Chicago und Städtische Galerie Schranne in Laupheim.

Ehrungen


Literatur


Weblinks


 Commons: Friedrich Adler  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Peter Jessen: Deutsche Form im Kriegsjahr, Die Kölner Ausstellung. In: Deutscher Werkbund (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Werkbundes. Band 1915. F.Bruckmann A.-G., München 1915, S. 64 - 65.



Kategorien: Industriedesigner | Keramiker des Art déco | Architekt des Jugendstils | Architekt des Art déco | Architekt (Deutschland) | Keramiker | Opfer des Holocaust | Todesopfer im KZ Auschwitz | Person (Laupheim) | Person des Judentums (Laupheim) | Württemberger | Deutscher | Geboren 1878 | Gestorben 1942 | Mann



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