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Frankfurter Kunstverein




Der Frankfurter Kunstverein e.V. in Frankfurt am Main ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst widmet. Er ist einer der ältesten deutschen Kunstvereine.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Der Frankfurter Kunstverein wurde 1829 durch eine Gruppe einflussreicher Bürger von Frankfurt am Main gegründet, darunter der Senator und spätere Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt, Johann Gerhard Christian Thomas, der Historiker Johann Friedrich Böhmer und der Kunsthistoriker Johann David Passavant. Dem Verein gehörten bald nahezu alle bedeutenden Bürger und Künstler der Stadt an. Sein Zweck war die Förderung der Künste und des Kunstsinnes in der Kaufmannstadt, sowie der Ankauf von Kunstwerken für die Öffentlichkeit.

Da die Finanzkraft des Frankfurter Kunstvereins eingeschränkt war, wurde er 1855 aufgelöst. An seine Stelle trat die neu gegründete Aktiengesellschaft „Frankfurter Kunstverein“.[1]

Am 15. Dezember 1926 eröffnete der Kunstverein in der Junghofstraße seine große Verlosungsausstellung, gewinnen konnte man Werke von Joseph Kaspar Correggio, Friedrich Mook, Joachim Ringelnatz und Carl Stoltz. 1936 war die „Ausstellung der Städelschule im Frankfurter Kunstverein“, gezeigt wurde auch Grafikdesign aus der Klasse von Albert Windisch.

Das 1861 errichtete Gebäude des Kunstvereins in der Junghofstraße wurde 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Bereits vorher wurde der Kunstverein durch die Nürnberger Gesetze und die Verfolgung, Vertreibung oder Vernichtung seiner jüdischen Mitglieder geschwächt. Als der Reichskulturkammer angeschlossene Institution wurde er 1945 vorübergehend von der Amerikanischen Militärregierung verboten. 1948 bezog der Kunstverein ein neues Domizil an der Eschenheimer Anlage. Der Kunstverein machte sich zur Aufgabe insbesondere Künstler zu zeigen welche in der Nazi-Zeit nicht gezeigt wurden. Doch reichten die Einnahmen kaum für die Deckung der laufenden Kosten. Mitte der 1950er Jahre musste der Kunstverein diese Räume schließen.[1]

Steinernes Haus


1962 bezog der Kunstverein, nach zwischenzeitlichen provisorischen Quartieren, das Steinerne Haus am Römerberg, das bereits von 1905 bis zur Zerstörung bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main 1944 im Besitz des Vereins gewesen war. Beim Wiederaufbau erhielt das Gebäude einen modernistischen kubischen Anbau auf dem Bauplatz des früheren Hauses Mohrenkopf, der die Ausstellungsfläche erheblich auf etwa 900 Quadratmeter vergrößerte und Platz für Büros schuf. Mit verstärkter finanzieller Unterstützung durch die Stadt und unter dem neuen Direktor Ewald Radtke war nun die Ausstellung internationaler Kunst des 20. Jahrhunderts möglich.[2]

Inzwischen steht das komplette Ensemble unter Denkmalschutz. Markantes Element der Architektur des Frankfurter Kunstvereins ist das geschwungene Treppenhaus im Innenraum des Neubaus, das außerdem Ort der Wandarbeit „Treppenhaus II Experimenta 4 1971“ (Rekonstruktion 1999) von Blinky Palermo ist. Das Architekturbüro Turkali-Architekten verantwortete im Jahr 1993 umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen im Eingangsbereich und Foyer. Die ursprünglich als Ausstellungsflächen genutzten Arkaden im Erdgeschoss des Steinernen Hauses beherbergen seitdem ein Café.

Im Rahmen des Dom-Römer-Projektes wurden 2013 bis 2018 die historisch bedeutenden Gassen Markt und Hinter dem Lämmchen mit ihrer kleinteiligen, teilweise nach historischen Vorbildern rekonstruierten Bebauung neu. Der Frankfurter Kunstverein ergänzte im Rahmen des Projektes den modernen Anbau um einen zweiten Eingang, der sich nach Osten zur Gasse Hinter dem Lämmchen hin öffnet. Seit 2014 unter Leitung der Kunsthistorikerin und Kuratorin Franziska Nori realisierte der Kunstverein außerdem Außenskulpturen von Joko Avianto (2015) und dem Künstlerduo Winter/Hörbelt (2018), die einen direkten Bezug zur Architektur nahmen und über einen mehrmonatigen Zeitraum hinweg zu besichtigen waren. Dem Verein gehören heute etwa 1750 Mitglieder an.

Dem Kunstverein wird 2019 der Binding-Kulturpreis verliehen.

Direktoren des Kunstvereins (seit 1945)


Literatur


Weblinks


Commons: Frankfurter Kunstverein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. a b Curt Gravenkamp: Frankfurter Kunstverein 1829–1954.
  2. Birgit Weyel: Der Frankfurter Kunstverein in der Nachkriegszeit.
  3. Avantgarde. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. November 2012, Seite B4.



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