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François Le Lionnais

François Le Lionnais (* 3. Oktober 1901 in Paris; † 13. März 1984 in Boulogne-Billancourt) war ein französischer Schriftsteller, Wissenschaftsjournalist und Verleger. Er veröffentlichte unter anderem populärwissenschaftliche Bücher über Mathematik und über Schach.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Le Lionnais war zunächst Chemieingenieur, veröffentlichte aber schon in den 1930er Jahren Bücher über Schach. Im Zweiten Weltkrieg war er ab 1942 in Lyon in der Résistance (Netz Marco Polo), wurde verhaftet und gefoltert und wurde ab April 1944 ins Lager Dora im Harz deportiert, wo die Gefangenen an der V2 arbeiten mussten. Im Lager richtete er eine Lageruniversität (École Supérieure de Guerre) ein. Kurz vor Ende des Krieges gelang ihm die Flucht.[1]

Nach dem Krieg arbeitete er in Frankreich an führender Stelle in der Popularisation der Wissenschaften. Er wurde Anfang der 1950er Jahre Leiter der Abteilung Unterricht und Verbreitung der Wissenschaften (Enseignement et Diffusion des Sciences) bei der UNESCO in Paris (deren Preis Prix Kalinga für Popularisierung der Wissenschaften er 1952 mit Jacques Bergier schuf) und gründete mit Louis de Broglie und seinem engen Freund Jacques Bergier die Vereinigung von Wissenschaftsautoren in Frankreich (Association des Écrivains Scientifiques de France), deren erster Präsident er war. Er war im Komitee der Académie des sciences für Wissenschaftssprache und im Komitee für die Wiederherstellung von Kunstwerken in den nationalen französischen Museen.

In den 1960er Jahren hatte er eine regelmäßige populärwissenschaftliche Sendung (La science en marche) im Radio bei France Culture und war im Wissenschaftskomitee von Office de Radiodiffusion Télévision Française (ORTF). Le Lionnais hatte auch Verbindungen zu vielen Künstlern, Literaten und Musikern. Er verkehrte in seinen Anfangsjahren in Surrealistenkreisen (er stand der Dada-Bewegung nahe und war mit Max Jacob bekannt) und war später Mitglied der Pataphysiker. Mit Raymond Queneau gründete er 1960 die Oulipo (OuLiPo, Ouvroir de Littérature Potentielle), die eine neue Art von Literatur auf den verschiedensten Gebieten verlegen wollten. Dort veröffentlichten unter anderem der Graphentheoretiker Claude Berge, Italo Calvino, Georges Perec, Jacques Roubaud. Le Lionnais war der Präsident von Oulipo bis zu seinem Tod.

Zu seinen Veröffentlichungen über Mathematik gehören ein Buch über bemerkenswerte Zahlen, ein Mathematiklexikon (das insbesondere Verbindungen zu anderen kulturellen Bereichen aufzeigt) und der Sammelband Die großen Strömungen der Mathematik von 1948, in der auch führende Bourbakisten (André Weil, Jean Dieudonné) ihre damals neuartige strukturelle Auffassung der Mathematik darlegten, neben anderen bekannten Mathematikern wie Paul Montel, Georges Valiron, Élie Cartan und Autoren wie dem Architekten Le Corbusier und Raymond Queneau.

Er besaß eine Privatbibliothek von über 30.000 Bänden.

Le Lionnais erhielt das Croix de guerre mit Palmen, die Médaille de la Résistance mit Rosette und war Kommandeur der Ehrenlegion.

Schriften


Populärwissenschaftliche Bücher:

Mathematik:

Literatur

Malerei:

Bücher über Schach:

Sonst:

Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Le Lionnais spricht über diese Zeit im Erinnerungsband von Colonel Rémy Autour de la plage Bonaparte, Librairie académique Perrin, 1970. Er taucht auch in den Erinnerungen von Maroussia Naïtchenko, Une jeune fille en guerre, Imago, 2003, auf



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