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Flächenstaat




Als Flächenstaat bezeichnet man Staaten mit vergleichsweise großem Staatsgebiet, nicht notwendigerweise auch mit großer Bevölkerungszahl (so genannter Großstaat). Gegensatz sind die Kleinstaaten.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines


Flächenstaaten sind das Erkenntnisobjekt der Politikwissenschaft und Geografie, doch lässt sich hier eine allgemeingültige Definition des Begriffs Flächenstaat nicht finden.[1] Die Fachliteratur geht für Flächenstaaten mit einer Bevölkerungszahl von mehr als 15 Millionen Einwohnern aus,[2] die Fläche muss 5.000 km² überschreiten.[3] Erich Obst kategorisierte sie 1972 als makrotope (Flächenstaaten mit mehr als 800.000 km²), mesotope (zwischen 40.000 und 800.000 km²) und minitope Staaten (bis 1000 km²)(Mikrostaaten).[4] Das wissenschaftliche Interesse galt seit jeher den Großstaaten;[5] das sind Staaten mit großem Staatsgebiet und hoher Bevölkerungszahl.

Flächenstaaten weltweit


Alle Staaten lassen sich weltweit im Hinblick auf ihr Staatsgebiet in Großstaaten mit kontinentalen Ausmaßen (Russland, Kanada, USA, China, Brasilien und Australien), Flächenstaaten (Indien, Argentinien, Kasachstan, Algerien) und Kleinstaaten aufteilen.[6] Nach Kontinenten und Fläche (von der Größe absteigend) geordnet gibt es folgende Flächenstaaten:

Die von der Einwohnerzahl abhängende Bevölkerungsdichte ist in Flächenstaaten tendenziell gering bis mittel. Während in Namibia oder Australien lediglich 3 Einwohner/km² leben, liegt die Dichte in Italien bei 201 Einwohnern/km² oder in Deutschland bei 231 Einwohnern/km². Die höchste Dichte weisen die Kleinstaaten Malta (1386 Einwohner/km²), Vatikanstadt (1884 Einwohner/km²), Bahrain (1974 Einwohner/km²), Singapur (8178 Einwohner/km²) und Monaco (18.900 Einwohner/km²) auf.

Bundesstaaten


Innerhalb von Bundesstaaten (wie den USA, Brasilien, Deutschland oder Österreich) gibt es eine Anzahl von großflächigen Untergliederungen, die jeweils national als Flächenstaaten eingestuft werden. Dazu gehören unter anderem Alaska, Texas, Kalifornien oder Montana (USA), Amazonas, Pará, Mato Grosso oder Minas Gerais (Brasilien), Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen (Deutschland) sowie Niederösterreich, Steiermark, Tirol und Oberösterreich (Österreich).

Wirtschaftliche Aspekte


Flächenstaaten benötigen hohe Investitionsausgaben für Infrastruktur wie Straßen, Wasserwege oder Leitungsverlegung, weil hiermit eine große Fläche abzudecken ist. Teilweise große Distanzen können nur durch Luftverkehr überbrückt werden. Um Transportrisiken auszuschalten, muss die Logistik höhere Anforderungen erfüllen. Bei großer Ost-West-Ausdehnung weisen viele Flächenstaaten mehrere Zeitzonen auf. Die Fläche vergrößert auch die Wahrscheinlichkeit von Rohstoffvorkommen, sodass die Tendenz zur Autarkie möglich ist. Wirtschaftlich hoch entwickelte Flächenstaaten können zu Industriestaaten aufsteigen. Nur wenige Flächenstaaten sind Wirtschaftsmächte, noch weniger eine Großmacht.

Siehe auch


Einzelnachweise


  1. Sven Pastoors/Loek Geeraedts/Amand Berteloot, Anpassung um jeden Preis?, 2005, S. 24
  2. Wolfgang Ismayr (Hrsg.), Die politischen Systeme Westeuropas, 1997, S. 677
  3. Albert Manke/Katerina Brezinová (Hrsg.), Kleinstaaten und sekundäre Akteure im Kalten Krieg, 2016, S. 56
  4. Erich Obst/Martin Schmithüsen (Hrsg.), Allgemeine Staatengeographie, 1972, S. 347
  5. Robert Haas, Kleinstaaten in den internationalen Beziehungen im 21. Jahrhundert, 2015, S. 5
  6. Lucien Bürcker, Staaten der Welt im Überblick, 2016, S. 15








Kategorien: Politische Geographie | Staatsmodell








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