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Feldberger Seenlandschaft




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 199,59 km2
Einwohner: 4433 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17258
Vorwahlen: 03964, 039820, 039831, 039882
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 033
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Prenzlauer Straße 2
17258 Feldberger Seenlandschaft
Website: www.gemeinde.feldberger-seenlandschaft.de
Bürgermeisterin: Constance von Buchwaldt (SPD)
Lage der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Die amtsfreie Gemeinde Feldberger Seenlandschaft liegt im Südosten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist durch den Tourismus geprägt und bildet für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2] Historisch ist sie Teil der Kulturregion Mecklenburg-Strelitz.

Der Ortsteil Feldberg ist seit Oktober 2015 als Kneipp-Kurort zertifiziert. Die Ortsteile Carwitz, Fürstenhagen, Lichtenberg, Schlicht, Waldsee und Wittenhagen sind staatlich anerkannte Erholungsorte.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Die Gemeinde ist mit fast 200 km² die flächengrößte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie liegt im Südosten Mecklenburg-Vorpommerns an der Landesgrenze zu Brandenburg. Der Name bezieht sich auf die frühere Stadt Feldberg und die zahlreichen Seen in diesem Gebiet, das zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte und den uckermärkischen Seen liegt. Die flächenmäßig größten der Seen im Gemeindegebiet sind Carwitzer See, Breiter Luzin, Zansen, Schmaler Luzin, Feldberger Haussee, Dreetzsee, Dolgener See und Krüselinsee.

Die Landesgrenze zu Brandenburg verläuft entlang des Bibelsees, des Südufers des Carwitzer Sees, des Ostufers des Dreetzsees sowie des Krüselinsees, des Küstriner Baches, des Kleinen Mechowsees und des Großen Mechowsees. Das Gebiet gehört zur Endmoräne des Pommerschen Stadiums der Weichseleiszeit. Mit der Vogelkirsche (nördlich des Breiten Luzin) wird eine Höhe von 166,2 m ü. NHN erreicht. Die Gemeinde liegt im Naturpark Feldberger Seenlandschaft. Der Ortsteil Waldsee befindet sich im östlichsten Teil des Müritz-Nationalparkes.

Umgeben wird die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft von den Nachbargemeinden Möllenbeck im Norden, Woldegk im Nordosten, Nordwestuckermark im Osten, Boitzenburger Land im Südosten, Lychen im Süden, Wokuhl-Dabelow im Südwesten sowie Carpin und Grünow im Westen.

Gemeindegliederung

Ortsteile der Gemeinde sind:[3]

  • Fürstenhagen
  • Gnewitz
  • Gräpkenteich
  • Hasselförde
  • Koldenhof
  • Krumbeck
  • Labee
  • Laeven
  • Lichtenberg
  • Lüttenhagen
  • Mechow
  • Neugarten
  • Neuhof
  • Schlicht
  • Schönhof
  • Tornowhof
  • Triepkendorf
  • Waldsee
  • Weitendorf
  • Wendorf
  • Wittenhagen
  • Wrechen

Geschichte


Am 13. Juni 1999 schlossen sich die Stadt Feldberg und die Gemeinden Conow, Dolgen, Lichtenberg und Lüttenhagen zur neuen Gemeinde Feldberger Seenlandschaft zusammen.[4]

Geschichte der Ortsteile

Seit 1701 gehörten heutige Ortsteile der Feldberger Seenlandschaft zum Teilherzogtum, Teilgroßherzogtum und Freistaat Mecklenburg-Strelitz bis zu dessen Wiedervereinigung mit dem Landesteil Mecklenburg-Schwerin im Jahr 1934.

Carwitz:

Dolgen

Bei Mäharbeiten wurden im August 2009 mehrere über fünf Meter tiefe Löcher auf Feldern bei Dolgen entdeckt. Nach geologischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass dies geologische Erkundungsbohrungen aus den 1970er Jahren waren, die in Vorbereitung der Bohrung Feldberg 1/87 durchgeführt wurden. Diese Bohrung diente der Suche nach Erdöl und/oder Erdgas und hatte eine Teufe von 4920 m.[5][6][7]

Feldberg:

Krumbeck war seit 1313 teilweise und seit 1317 vollständig im Besitz des Klosters Himmelpfort und dadurch später brandenburgische Exklave in Mecklenburg-Strelitz. Seit 1797 war das Gut im Besitz der Familie von Dewitz. 1811 kam das Gut zu Mecklenburg-Strelitz. Seine Besitzer wurden 1825 in die Ritterschaft inkorporiert.

Schlicht war Domäne. Gutspächter war u. a. August Weißenborn, der um 1880 das Gutshaus bauen ließ. Unweit des Gutshauses befinden sich die Reste des Festen Hauses (Turmhügels) „Maledei“.

Tornowhof wurde 1730 als Meierei von Wittenhagen aus angelegt. 1870 wurde diese zu einem selbstständigen Gut und das zweigeschossige Gutshaus erbaut, verbunden mit einem eingeschossigen Verwalterhaus.

Waldsee wurde 1900 in Fachwerkbauweise als Jagdhaus für Erbgroßherzog Adolf Friedrich V. gebaut. Seit 1933 wurde das Jagdhaus von Reichsstatthalter und Gauleiter Friedrich Hildebrandt genutzt. Seit 1952 war es Lehrlingswohnheim des Forstwirtschaftsbetriebes Neustrelitz. Heute ist es ein Jagdhotel.

Weitendorf war nach 1648 ein fürstlicher Meierhof. Das Gutshaus stammt von 1908 und war nach 1947 u. a. Schule mit Lehrerwohnung und Kindergarten.

Wendorf war ein Gutsdorf mit vielen verschiedenen Besitzern. Das Gutshaus stammt von 1857 und war nach 1958 Sitz der LPG und des Konsums.

Wittenhagen: Gutsbesitzer war u. a. von 1506 bis 1796 die Familie von Tornow, es folgte bis 1838 die Familie von Rhade. 1758 wurde eine Kirche gebaut. Das klassizistische Gutshaus stammt von um 1800.

Das ehemalige, auf dem heutigen Gemeindegebiet befindliche Dorf Krüselin liegt seit 1945 wüst.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1999 5178
2000 5198
2005 5006
2010 4651
Jahr Einwohner
2015 4452
2016 4459
2017 4443
2018 4433

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[8]

Politik


Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung besteht aus 15 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Sie verteilen sich seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wie folgt:[9]

Partei / Liste Sitze Stimmenanteil
CDU 5 36,8 %
SPD 3 20,8 %
Die Linke 2 13,0 %
Freie Wähler Feldberger Seenlandschaft 2 10,5 %
Wählergemeinschaft Dolgen 1 08,2 %
Einzelbewerberin Benita Kunde 1 05,1 %
Bündnis 90/Die Grünen 1 04,4 %
Einzelbewerber Tino Dec 01,2 %
Gesamt 15 100 %

Bürgermeister

Lindheimer wurde bei der Bürgermeisterwahl am 24. September 2017 mit 54,6 Prozent der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von acht Jahren gewählt.[12]

Wappen

Blasonierung: „In Silber über blauem Schildfuß, darin drei silberne Wellen übereinander, eine rote Mauer mit einem gezinnten roten Turm zwischen zwei Mauerzinnen, der Turm mit einem quadratischen schwarzen Fenster.“[13]

Das Wappen wurde nach einem Vorschlag von Dr. Hans Witte Hauptarchiv Neustrelitz gestaltet und 1928 angenommen. Es wurde am 17. September 2013 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 347 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Das Wappen ist bereits 1928 von der damaligen Stadt Feldberg angenommen worden und unter der Nr. 43 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert. Dieses Wappen wurde bis zum 12. Juni 1999 von der aufgelösten Stadt Feldberg als Hoheitszeichen geführt. Somit verlor zunächst das 1928 angenommene Wappen zum 13. Juni 1999 durch die Gemeindefusion seinen Status als Hoheitszeichen. Da seine Symbolik und Tingierung auch für die neue Gemeinde repräsentativ sind und die Möglichkeit besteht das ehemalige Hoheitszeichen einer in ihr aufgegangenen Kommune weiterführen zu können, wurde das bisherige Hoheitszeichen von Feldberg zum neuen Gemeindewappen von Feldberger Seenlandschaft.

In dem Wappen soll mit dem Schildfuß auf die seenreiche Umgebung hingewiesen werden. Die Mauer mit dem Zinnenturm erinnert an die Burg der Familie Veldberghe, die zum Schutz der mecklenburgischen Grenze gegen die Uckermark errichtet wurde. Diese Burg, von deren Turm heute nur noch ein Stumpf erhalten blieb, war bis ins 18. Jh. Amtssitz. Die Stadt Feldberg verdankt ihren Namen der Familie Veldberghe.

Flagge

Die Gemeinde verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.[14]

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Wappenbild des Gemeindewappens mit der Umschrift „GEMEINDE FELDBERGER SEENLANDSCHAFT“.[14]

Sehenswürdigkeiten und Kultur


Bauwerke

Carwitz
Cantnitz
Feldberg
Krumbeck
Lichtenberg
Laeven
Lüttenhagen
Mechow
Schlicht
Triepkendorf
Waldsee
Wendorf
Wittenhagen
Wrechen

Veranstaltungen

Im Jahr 1965 wurde der Feldberger Karneval Klub (FKK) gegründet, erster Präsident war Johannes Hübner („Hannes der Himmelhund“). Der Karneval fand zunächst in Carwitz und im Hotel Hullerbusch statt, bevor die Veranstaltung sich in Feldberg etablierte. Dort entstand der Schlachtruf „Schlaewitzberg Huneu“, der für die Ortsteile steht (Schlicht, Laeven, Carwitz, Feldberg, Hullerbusch, Neuhof). Es gibt über 100 Mitglieder und eine Kindertanzgruppe mit rund 30 Kindern, das Waldhotel Stieglitzenkrug ist seit den 2000ern das Stammhaus. In Feldberg gibt es zudem einen eigenen Rosenmontagsumzug, was eine Besonderheit für Mecklenburg-Vorpommern ist.[21]

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

1855 eröffnete August Friedrich Erfurth (um 1820–1904) in Feldberg eine Wasserheilanstalt. Seither gibt es Kurbetrieb in Feldberg. 1998 wurde die Rehaklinik am Haussee mit 235 Betten eröffnet, eine Klinik mit den Abteilungen Kardiologie, Neurologie, Orthopädie, Psychosomatik und Medical Wellness. Die Klinik ist ein zertifiziertes MS-Zentrum. Ebenfalls 1998 wurde die Luzin-Klinik als Fachklinik für Suchtkrankheiten mit 52 Plätzen eröffnet. Behandelt wird sowohl Alkohol- als auch Medikamentenabhängigkeit.

Verkehr

Die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft liegt an der Landesstraße L 34 zwischen Möllenbeck (an der Bundesstraße B 198 NeustrelitzWoldegk), Feldberg und der Landesgrenze zu Brandenburg südlich des Ortsteils Conow sowie an der L 341, die die Ortsteile Triepkendorf, Feldberg und Schönhof miteinander verbindet.

Die Gemeinde verfügt über keinen Eisenbahnanschluss. Bis zum 28. Mai 2000 gab es eine Anbindung über die Bahnstrecke Neustrelitz Süd–Feldberg mit den Haltepunkten Dolgen (Meckl), Weitendorf (b Feldberg) (bis 1995) und dem Bahnhof Feldberg (Meckl). Im November 2000 fuhren nochmals Züge zum 90-jährigen Bestehen der Strecke, sie wurde jedoch zum 22. Dezember 2000 stillgelegt. Im Jahr 2005 erwarb die Firma ELS Eisenbahn Logistik und Service die Strecke, bis 2015 wurden gelegentliche Sonderfahrten angeboten.[22]

Bildung

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der heutigen Ortsteile

Carwitz

Feldberg

Wrechen

Mit der Gemeinde und ihren heutigen Ortsteilen verbundene Persönlichkeiten

Carwitz

Conow

Feldberg

Krumbeck

Lüttenhagen

Literatur


Weblinks


Commons: Feldberger Seenlandschaft  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2018 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011) , Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. § 12 der Hauptsatzung der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. Nordmagazin, NDR Fernsehen, 11. August 2009
  6. "Der Spannungszustand im Norddeutschen Becken (pdf)"
  7. "Regionalgeologisch bedeutsame Rotliegendbohrungen im Bereich der Norddeutschen Senke (pdf)"
  8. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Wahlen: Kröpelin beginnt. In: Ostsee-Zeitung, 18. Februar 2017.
  11. Feldberger Bürgermeisterin hat geheiratet. In: Nordkurier, 15. Mai 2019.
  12. In Feldberg regiert die SPD. In: Nordkurier, 24. September 2017.
  13. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 433/434.
  14. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  15. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 1. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 494–504.
  16. Sabine Bock: Die Dorfkirchen von Cölpin, Holzendorf und Krumbeck. Thomas Helms Verlag Schwerin 2013, ISBN 978-3-944033-04-4, S. 38–45.
  17. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 539–544.
  18. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  19. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 999–1004.
  20. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 1005–1023.
  21. Feldberger Karneval Klub (FKK): Vereinsgeschichte , abgerufen am 19. Februar 2018
  22. Kein Zug in Sicht zwischen Feldberg und Neustrelitz. In: Nordkurier, 5. Januar 2018.








Kategorien: Feldberger Seenlandschaft | Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern | Seengruppe | Staatlich anerkannter Erholungsort in Mecklenburg-Vorpommern | Gemeindegründung 1999








Stand der Informationen: 04.07.2020 04:30:52 CEST

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