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FK Željezničar Sarajevo

FK Željezničar Sarajevo
Basisdaten
Name Fudbalski klub Željezničar Sarajevo
Sitz Sarajevo
Gründung 19. September 1921
Farben blau-weiß
Mitglieder 6.193 (Juni 2019)
Präsident Admir Džubur
Vorstand Enis Džihanić
Website fkzeljeznicar.ba
Erste Fußball-Mannschaft
Cheftrainer Amar Osim
Spielstätte Grbavica
Plätze 16.100
Liga Premijer Liga
2018/19 4. Platz
Heim
Auswärts

Fudbalski klub Željezničar (Fußballverein Željezničar) ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Fußballvereine aus der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Der Vereinsname bedeutet Eisenbahner und wurde von einer Gruppe Bahnarbeiter am 19. September 1921 gegründet. In Bosnien ist der Verein dafür bekannt, dass er talentierte Spieler produziert eher er sie verpflichtet. Željezničar verkauft am Ende der Saison seine talentiertesten Spieler um seine finanziellen Probleme zu stabilisieren.[1] Der Verein ist mit sechs Meisterschaften derzeitiger Rekordmeister des Landes.

Während der Zeit des ehemaligen Jugoslawiens wurde der FK Željezničar in der Saison 1971/72 der 1. jugoslawischen Fußballliga Staatsmeister und qualifizierte sich somit zum ersten Mal in den europäischen Cup. Die größten Erfolge für den Verein waren der Einzug in das Halbfinale und das Viertelfinale des UEFA Pokals in den Saisons 1984/85 und 1971/72. Sie waren somit der erste bosnische Verein welcher das Halbfinale erreichte und einer von wenigen aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Željezničar hat sich nie für die UEFA Champions League qualifiziert. Am weitesten kamen sie in der Saison 2002/03 wo sie in der 3. Qualifikationsrunde gegen den Newcastle United ausschieden.

Laut der IFFHS Liste der Top 200 Klubs aus Europa, ist Željezničar der am Höchsten platzierte Verein aus Bosnien und Herzegowina.[2]

Die Spitznamen des Vereins sind Željo oder Plavi (Die Blauen).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Vor der Unabhängigkeit (1921–92)

Der Klub wurde am 15. September 1921 von Schaffnern und Schienenarbeitern der Eisenbahnen des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Sarajevo sehr viele Fußballvereine. Diese waren üblicherweise Reich und wurden durch ethnisch homogene Organisationen unterstützt. Željezničar war hingegen ein Verein der Arbeiterklasse welche alle Schichten der Stadt beinhaltete. Da der Verein finanziell damals sehr schlecht unterwegs war, organisierten die Spieler Tanz Nächte. Das davon erworbene Geld wurde genutzt um Fußbälle und Schuhe zu kaufen.

Finanzielle Probleme waren nicht die Einzigen des FK Željezničar. Das multiethnische Bild des Vereines wurde als Bedrohung von Vielen gesehen, so wurde der Klub jahrelang unterdrückt. Trotzdem überlebte der FK Željezničar. Das erste Spiel wurde in Kovačići, einem Stadtteil Sarajevos, gegen den NK SAŠK bestritten welches in einer 1–5 Niederlage endete. Das zweite Spiel verlor man gegen den Sarajevski ŠK mit 1–2.[3]

Als 1941 der Zweite Weltkrieg auch nach Sarajevo kam, kamen alle sportlichen Aktivitäten zum Stillstand. Sehr viele Mitglieder von Željo waren Anhänger von Widerstandsbewegungen und manche von ihnen wurden sogar umgebracht. Nach dem Krieg wurde Željezničar erneut gebildet und gewann gleich im Jahr 1946 die bosnische Meisterschaft. Dieser Erfolg garantierte ihnen einen Platz in der jugoslawischen Liga. Bald nachdem gründete die UDBA gemeinsam mit anderen Bürger Sarajevos den FK Torpedo, heute bekannt als FK Sarajevo.

Saison 1971/72

Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. FK Željezničar Sarajevo  34  21  9  4 055:200 +35 51:17
 2. FK Roter Stern Belgrad  34  19  11  4 057:210 +36 49:19
 3. OFK Belgrad  34  17  11  6 056:260 +30 45:23
 4. FK Vojvodina  34  15  12  7 050:380 +12 42:26
 5. FK Partizan Belgrad  34  15  9  10 041:350  +6 39:29

Der größte inländische Erfolg war der 1. Platz in der 1. jugoslawischen Fußballliga in der Saison 1971/72. Bemerkenswert ist auch dass der FK Željezničar in der darauffolgenden Saison in den Top 3 gelandet ist.

UEFA Pokal 1984/85

Željezničars größter Erfolg je war der Einzug ins Halbfinale des UEFA-Pokal 1984/85. Die Mannschaft, angeführt von Ivica Osim schied gegen den Videoton SC aus Ungarn aus. Ein Weiterkommen hätte der Mannschaft im Finale ein Aufeinandertreffen mit Real Madrid ermöglicht.

Nach der Unabhängigkeit (1992–heute)

Nach der Unabhängigkeitserklärung der Republik Bosnien und Herzegowina von Jugoslawien brach der Bosnienkrieg aus und der Fußball kam danach wieder zum Stillstand. Am 5. April 1992 wurde das Spiel zwischen dem FK Željezničar und dem FK Rad Belgrad nach 35 Minuten unterbrochen, nachdem mehrere Schüsse abgegeben worden waren.[4] Am 7. Mai 1992 wurde das Stadion von den serbischen Belagerern gezielt unter Beschuss genommen und daraufhin zerstört.[4] Der Krieg endete 1995. In der unmittelbaren Nachkriegszeit spielten in der neugegründeten Premijer Liga zunächst nur Mannschaften aus der Föderation Bosnien und Herzegowina; Vereine aus der Republika Srpska kamen erst in der Saison 2002/03 hinzu.

Fans


Die Ultras des Vereins nennen sich Manijaci (englisch The Maniacs) und wurden im Jahre 1987 gegründet. Es entstanden auch Untergruppen wie Blue Tigers, Stari Grad, Urban Corps und Joint Union. Der wichtigste und bekannteste Anführer war Dževad Begić-Đilda der im Bosnienkrieg während der Verteidigung der Stadt Sarajevo ums Leben kam. Sie befinden sich auf der Süd-Tribüne des Stadion Grbavica.

Erfolge


Europapokalbilanz


In der Saison 1984/85 spielte Željezničar im UEFA-Pokal. Das erste Spiel bestritt der Klub gegen den DFS Sliwen. In Bulgarien verlor er mit 0:1, im Heimspiel gewann Željezničar mit 5:1 und trat damit in die zweite Runde des UEFA-Cups ein. Gegen den FC Sion aus der Schweiz gewann Željezničar zuhause mit 2:1, in der Schweiz trennten sich die Klubs mit 1:1. Željezničar kam damit ins Achtelfinale. Dort traf er auf Universitatea Craiova aus Rumänien. In Rumänien verlor Željezničar überraschend mit 0:2, doch in Sarajevo gewann man mit 4:0 und stand damit im Viertelfinale. In der Runde der letzten Acht musste Željezničar gegen Dinamo Minsk aus der damaligen Sowjetunion spielen. Zuhause konnte Željezničar mit 2:0 gewinnen, in Minsk spielte man 1:1 und war damit im Halbfinale. Dort traf Željezničar auf den FC Videoton Székesfehérvár und verlor im ersten Spiel mit 3:1. In Sarajevo gewannen er nur mit 2:1 und schied damit aus dem UEFA-Pokal aus. Bester Torschütze in dieser Saison war Edin Bahtić von Željezničar mit 7 Toren.

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1970/71 Messestädte-Pokal 1. Runde  RSC Anderlecht 7:9 3:4 (H) 4:5 (A)
1971/72 UEFA-Pokal 1. Runde  FC Brügge 4:3 3:0 (H) 1:3 (A)
2. Runde  FC Bologna (a)3:3(a) 1:1 (H) 2:2 (A)
3. Runde  FC St. Johnstone 5:2 0:1 (A) 5:1 (H)
Viertelfinale Ungarn 1957 Ferencváros Budapest 3:3
(4:5 i. E.)
1:2 (A) 2:1 n. V. (H)
1972/73 Europapokal der Landesmeister 1. Runde  Derby County 1:4 0:2 (A) 1:2 (H)
1984/85 UEFA-Pokal 1. Runde Bulgarien 1971 DFS Sliwen 5:2 0:1 (A) 5:1 (H)
2. Runde Schweiz FC Sion 3:2 2:1 (H) 1:1 (A)
3. Runde Rumänien Universitatea Craiova 4:2 0:2 (A) 4:0 (H)
Viertelfinale Sowjetunion FK Dinamo Minsk 3:1 2:0 (H) 1:1 (A)
Halbfinale Ungarn 1957 Videoton SC 3:4 1:3 (A) 2:1 (H)
1998/99 UEFA-Pokal 1. Runde  FC Kilmarnock 1:2 1:1 (H) 0:1 (A)
2000/01 UEFA-Pokal Qualifikation  Wisła Krakau 1:3 0:0 (H) 1:3 (A)
2001/02 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde  Lewski Sofia 0:4 0:4 (A) 0:0 (H)
2002/03 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Island ÍA Akranes 4:0 3:0 (H) 1:0 (A)
2. Qualifikationsrunde Norwegen Lillestrøm SK 2:0 1:0 (A) 1:0 (H)
3. Qualifikationsrunde  Newcastle United 0:5 0:1 (H) 0:4 (A)
2002/03 UEFA-Pokal 1. Runde Spanien FC Málaga 0:1 0:0 (H) 0:1 (A)
2003/04 UEFA-Pokal Qualifikation  Anorthosis Famagusta 4:1 1:0 (H) 3:1 (A)
1. Runde  Heart of Midlothian 0:2 0:0 (A) 0:2 (H)
2004/05 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde  SS Pennarossa 9:1 5:1 (A) 4:0 (H)
2. Qualifikationsrunde  Litex Lowetsch 1:9 1:2 (H) 0:7 (A)
2010/11 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde  Hapoel Tel Aviv 0:6 0:5 (A) 0:1 (H)
2011/12 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde  Sheriff Tiraspol 1:0 1:0 (H) 0:0 (A)
3. Qualifikationsrunde  Maccabi Tel Aviv 0:8 0:2 (H) 0:6 (A)
2012/13 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde  NK Maribor 2:6 1:4 (A) 1:2 (H)
2013/14 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde  Viktoria Pilsen 4:6 3:4 (A) 1:2 (H)
2014/15 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Montenegro FK Lovćen Cetinje 1:0 0:0 (H) 1:0 (A)
2. Qualifikationsrunde Nordmazedonien FK Metalurg Skopje (a)2:2(a) 0:0 (A) 2:2 (H)
2015/16 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde  FC Balzan 3:0 2:0 (A) 1:0 (H)
2. Qualifikationsrunde  Ferencváros Budapest 3:0 1:0 (A) 2:0 (H)
3. Qualifikationsrunde  Standard Lüttich 1:3 1:2 (A) 0:1 (H)
2017/18 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Montenegro FK Zeta Golubovci 3:2 1:0 (H) 2:2 (A)
2. Qualifikationsrunde Schweden AIK Solna 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
2018/19 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde  JK Trans Narva 5:1 2:0 (A) 3:1 (H)
2. Qualifikationsrunde  Apollon Limassol 2:5 1:2 (H) 1:3 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 72 Spiele, 25 Siege, 15 Unentschieden, 32 Niederlagen, 90:104 Tore (Tordifferenz −14)

Jugendabteilung


Die Jugendabteilung und die Fußballschule des FK Željezničar ist eine der besten des ganzen Landes. Die U-19 ist regelmäßiger Teilnehmer der UEFA Youth League. Sie sind auch die erste Mannschaft aus Bosnien-Herzegowina welche in Europa überwintert hat.[5]

Gesamt Hinspiel Rückspiel
FC Salzburg   5:2   FK Željezničar Sarajevo 4:0 1:2
Ludogorez Rasgrad   3:4   FK Željezničar Sarajevo 1:1 2:3
NK Lokomotiva Zagreb   1:1 (a)   FK Željezničar Sarajevo 1:1 1:1
FK Željezničar Sarajevo   1:3 Spanien  Atlético Madrid 1:3

Bekannte Spieler


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Berjan: Željo je dobijao aplauz po cijeloj Jugoslaviji , fkzeljeznicar.ba. Abgerufen am 19. August 2015. 
  2. Europe's Club of the Century retrieved from www.iffhs.de, 13 September 2009
  3. Osnivanje kluba – FKZ , fkzeljeznicar.ba. Archiviert vom Original am 5. August 2015  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Abgerufen am 14. August 2015. 
  4. a b PALJBA NA GRBAVICI , oslobodjenje.ba. Archiviert vom Original am 9. April 2012. Abgerufen am 6. April 2012. 
  5. Joldić: Prva smo ekipa koja će prezimiti u Evropi , fkzeljeznicar.ba. Abgerufen am 25. November 2017. 



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