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Fürstenbund

Am 23. Juli 1785 schlossen sich Preußen, Hannover und Sachsen zum Drei-Kurfürstenbund zusammen, der sich rasch durch den Beitritt von 14 weiteren, allerdings mindermächtigen Reichsfürsten zum Fürstenbund erweiterte. Zu den Mitgliedern zählten bald Hessen-Kassel und Zweibrücken, Braunschweig-Wolfenbüttel, Sachsen-Gotha und Sachsen-Weimar, Mecklenburg, Baden und Brandenburg-Ansbach.

Wesentlich am Konzept dieses Bundes war, dass Reichsstände sich hier nicht nur zur Reform des Reichssystems, sondern – angesichts der preußisch-österreichischen Rivalität im Reiche – vor allem zu dessen Verteidigung zusammentaten, als drittes Element einer zu bildenden Trias.

Außer protestantischen Reichsfürsten traten auch der katholische Reichserzkanzler bei, der Kurfürst-Erzbischof von Mainz (Friedrich Karl Freiherr von Erthal), und 1787 dessen Koadjutor Karl Theodor Freiherr von Dalberg. Obwohl der Fürstenbund auf die Wahrung der Reichsverfassung und der bestehenden Besitzverhältnisse angelegt war, instrumentalisierte Friedrich II. (nach Abschluss des Siebenjährigen Krieges genoss der Preußenkönig im Reich hohes Ansehen) den Fürstenbund als antihabsburgisches Gegengewicht unter den Reichsständen.

Anlass war die Reichspolitik Kaiser Josephs II., territorialen Zugewinn im süddeutschen Raum zu erzielen, da der bayerische Kurfürst Karl Theodor bereit war, ganz Bayern gegen die Österreichischen Niederlande zu tauschen.

Als dieses Tauschgeschäft nicht zustande kam, hatte der Widerstand des Fürstenbundes vor allem aus preußischer Sicht seinen Zweck erfüllt. Die kurmainzische Politik wurde von Preußen hintertrieben, das sich 1788 vom Bund zurückzog. Mit der 1790 vollzogenen Annäherung der beiden deutschen Großmächte, Österreich und Preußen, die sich 1791 auf gemeinsames Vorgehen gegen die in Frankreich ausgebrochene Revolution verständigten, geriet der Fürstenbund unter dem Nachfolger Friedrichs ins Abseits und zerfiel.

Literatur





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