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Ahausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ahausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ahausen hervorgehoben

Koordinaten: 53° 4′ N, 9° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Sottrum
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 34,52 km2
Einwohner: 1873 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27367
Vorwahl: 04269
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 001
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Specken
27367 Ahausen
Website: www.gemeinde-ahausen.info
Bürgermeister: Claus Kock (CDU)
Lage der Gemeinde Ahausen im Landkreis Rotenburg (Wümme)

Ahausen ist eine Gemeinde im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen. Sie liegt südwestlich der Kreisstadt Rotenburg (Wümme) und ist Teil der Samtgemeinde Sottrum. Durch die Gemeinde fließt der Fluss Wümme und der Bach Aue. Die Gemeinde hat etwa 1.800 Einwohner (2004) und erstreckt sich auf einer Fläche von 34,41 Quadratkilometern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Ahausen liegt im Naturraum Stader Geest am Übergang der Teilbereiche Wümmeniederung und Achim-Verdener Geest.

Nachbargemeinden

Ahausen gehört zur Samtgemeinde und Schulbezirk Sottrum. Etwa zehn Kilometer liegt Sottrum von Ahausen entfernt. Auch zehn Kilometer von Ahausen entfernt liegt die Kreisstadt Rotenburg (Wümme). Die Stadt Verden (Aller) befindet sich circa 25 Kilometer von Ahausen entfernt. Von Ahausen aus sind über die Autobahnanschlüsse in Sottrum und Verden (Aller) die Großstädte Bremen, Hannover und Hamburg schnell zu erreichen.

Wald und Feldmark

Die Gemeinde Ahausen hat viele Waldflächen, wohl die größten im Landkreis Rotenburg (Wümme). Die Ahauser Feldmark umfasst circa 2.475 Hektar, davon sind 742 Hektar Wald, mithin fast dreißig Prozent ihres Areals, Eversen circa 964 Hektar, davon circa 184 Hektar Wald. Die Wälder hier sind ideale Wandergebiete. Weitere Wanderziele sind Heide- und Moorgebiete sowie die Ahauser Mühle mit ihrem neun Morgen großen Mühlenteich.

Geschichte


Ortsname

Frühere Ortsnamen von Ahausen waren in den Jahren 1226 Ouhusen, 1296 Ahusen, 1302 Ahusen, 1339 ouhusen, 1373 ouhusen, 1384 Ouwhuzen, 1390 ouhusen, 1435 Öwhusen, 1447 Ouhuzen, um 1540 Awhusen, 1567 Auhußenn, 1622 Auhausen, 1630 Ahaus, 1664 Ahusen, 1684 und 1718 Ahausen/Ausen. Hausen bedeutet Dorf, Dörfer, das Bestimmungswort ist der Flussname Ahe, Aue.[2]

Mittelalter

Die Ortschaft Ahausen ist urkundlich erstmals 1226 nachgewiesen. In der Urkunde tauchte der Name eines „Godefridus sacerdos de Ouhusen“ auf. Es lebten damals ungefähr 26 Familien, mehrheitlich Bauern, in Dorfgemeinschaften. Jeder hatte ein bestimmtes Maß an Ackerland und entsprechenden Anteil an Gemeineigentum. Es gab schon eine Kapelle oder Kirche mit einem eigenen Geistlichen, der der Domgemeinde in Verden unterstand. Das Dorf wuchs in jenen Zeiten unaufhörlich und es änderte sich im Laufe der Jahre der Name über Ouhusen, Auhusen, Ahusen (um 1700) in Ahausen.
1570 wurde Eversen erstmals urkundlich erwähnt

Verwüstung im Dreißigjährigen Krieg

Diese Entwicklung wurde durch den hereinbrechenden Dreißigjährigen Krieg unvermittelt unterbrochen. Die Truppen des Grafen von Tilly verwüsteten den Ort vollkommen. In der Bünte sind heute noch die Schanzengräben der Schweden zu erkennen, die dort ihr Hauptquartier aufgeschlagen hatten. Die zerstörte Kirche wurde aber noch während des Krieges wieder aufgebaut und erhielt 1637 eine neue Glocke, da man die alte nicht wiedergefunden hatte.

1700 bis 1900

Vom November 1829 bis zum November 1847 wurde die Verkoppelung der Ahauser Feldmark durchgeführt. Aus Ahausen gingen die sogenannten Hollandgänger mit eigenem Handwerkszeug nach Holland zum Grasmähen, um Geld zu verdienen.
1832 brannten aufgrund eines großen Feuers, welches vom Allermannschen Hof ausging, viele Höfe ab. Da die Gebäude vor dem Brand so eng beisammenstanden, siedelten einige der Höfe danach in den Ortsteil Bockel aus. Ein Schäfer hatte den Brand vorsätzlich gelegt. Er nahm sich das Leben.
1842 erfolgte der Bau der heutigen Dorfstraße.

Bis 1866 bestand in Ahausen die Amtsvogtei, wozu auch Unterstedt, Eversen, Haberloh und Ahausen mit Ahauser Mühle und Gut Stelle zählten. Als der Staat Geld brauchte, verkaufte die preußische Regierung die Vogtei.

1900 bis heute

Siedlungen abseits des Dorfes: 1910 bis 1912 wurden die Siedlungen Auf dem Adel und Auf der Bünte errichtet. Seinerzeit hatte Ahausen 432 Einwohner. Außerdem gibt es die Siedlung Bockel, gelegen hinter dem Alten Dorf (heute ein Wald, früher soll hier ein Siedlungsgebiet gewesen sein). Hinter dieser Siedlung, die vor allem aus einsam gelegenen Bauernhöfen besteht, schließt sich die Wald-, Weiden- und Feldmark Bortel an, von dort aus geht es weiter zur entlegenen Siedlung Breitenfeldermoor, die allerdings nicht mehr zur Gemeinde Ahausen zählt.

Von 1890 bis 1905 erfolgte der Bau der Straße Wittorf-Sottrum. Seit 1921 gibt es elektrisches Licht und seit 1925 die erste Straßenbeleuchtung. Die Kultivierung der Moore oberhalb der Wümme machte 1923–1924 den Bau der oberen Ahauser Schleuse und 1927 den Bau der unteren Schleuse notwendig.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Aus dem Gemeindeausschuss wurde der Gemeinderat, der keine Beschlüsse mehr fassen durfte, sondern nur noch beratende Funktion erhielt. Seine Mitglieder bestimmte der Landrat. Gemeindewahlen fanden nicht mehr statt, der Gemeindevorsteher hatte alleinige Entscheidungsgewalt.

Pfingsten 1933 wurde das Dorf Opfer eines verheerenden Brandes. Viele Häuser brannten ab. Dass dieser Brand von einer Frau mit dem sogenannten „Zweiten Gesicht“ in fast allen Einzelheiten vorher prophezeit wurde, ist dokumentiert. Das Feuer war von zwei kleinen Jungen (dreieinhalb Jahre alt) entzündet worden. Sie spielten in einer Scheune mit Streichhölzern. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, da fast alle Häuser aus Holz gebaut worden waren. Sehr viele Häuser brannten nieder.

Ab 1950 wurden neue Baugebiete erschlossen. 1974 trat die Gemeinde Ahausen der Samtgemeinde Sottrum bei. Seit dem 1. März 1974 gehört die Ortschaft Eversen zur Gemeinde.

Politik


Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Ahausen besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[3] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[4]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
CDU 51,61 % 6
SPD 18,87 % 2
Politik ohne Partei (PoP) 16,28 % 2
GRÜNE 13,22 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 63,93 %[4] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[5]

Bürgermeister

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Claus Kock (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[6]

Bürgermeister seit 1849

Wappen

Blasonierung: In rot ein silberner, mit blauem Wellenschrägbalken belegter Schräglinksbalken, oben begleitet von der silbernen Giebelfront der Ahauser Kirche, unten von einem silbernen Wolfskopf über zwei gekreuzten silbernen Heidekrautzweigen.

Das Wappen zeigt einen von nichtheraldisch links unten nach rechts oben verlaufenden Flusslauf (Wümme) mit weißem Balken. Im oberen Wappeneck findet sich eine silberne Kirche auf rotem Grund, im unteren Wappeneck ein silberner Wolfskopf, darunter zwei ebenfalls silberne Heidestrünke auf rotem Grund. Die Farbgebung des Wappens bezieht sich mit den Farben Rot und Silber auf Niedersachsen. Rot steht zudem für die Heideflächen in der Gemeinde Ahausen und ist auch die Grundfarbe im Wappen der Samtgemeinde Sottrum. Blau symbolisiert die Wasserflächen der Fließgewässer im Gemeindegebiet.

Bedeutung der drei Symbole und der Farben:

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke, Denkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

Sonstiges

Kulinarische Spezialitäten

Wirtschaft und Verkehr


In Ahausen gibt es Handwerksbetriebe und kleine Gewerbebetriebe sowie die Geschäftsstellen der Volksbank Wümme-Wieste eG und der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde.

Folgende Zeitungen sind im Ort vertreten:

Die Gemeinde liegt nahe der Bundesstraße 215 nach Verden (Aller).

Infrastruktur


Allgemein

Bildungs- und Sozialeinrichtungen

Kirchgemeinden

Verbreitet ist der evangelisch-lutherische Glauben. Zur Kirchengemeinde Ahausen, die im Kirchenkreis Rotenburg (Wümme) in der evangelischen Landeskirche Hannover organisiert ist, gehören: Ahausen, Eversen, Hellwege mit Gut Stelle und Unterstedt. Es gehört auch ein Teil von Haberloh (ohne die beiden Höfe 1 und 2, die zum Verdener Dom gehören) zum Kirchspiel Ahausen. 2008 zählt die Kirchengemeinde circa 2.400 Mitglieder. Taufen, Trauungen und Begräbnisse sind seit 1698 in Ahausen nachweisbar. Konfirmationen finden seit 1708 hier statt.

Kirchen

Vereine

Friedhöfe

Persönlichkeiten


Persönlichkeiten des Dorfes

Weitere Persönlichkeiten

Literatur


Weblinks


 Commons: Ahausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018  (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 7. Dezember 2015; abgerufen am 2. August 2019.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten , abgerufen am 2. März 2017.
  4. a b Gemeinde Ahausen – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016 , abgerufen am 2. März 2017.
  5. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 2. März 2017.
  6. Gemeinde Ahausen – Bürgermeister und Gemeinderat , abgerufen am 2. März 2017.



Kategorien: Ahausen | Gemeinde in Niedersachsen | Ort im Landkreis Rotenburg (Wümme) | Ort in der Stader Geest | Ersterwähnung 1226


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