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Europäische Grüne Partei

Europäische Grüne Partei
Partei­vorsitzende Evelyne Huytebroeck,
Thomas Waitz
General­sekretärin Mar Garcia Sanz
Schatz­meisterin Ute Michel
Gründung 21. Februar 2004
Gründungs­ort Rom
Haupt­sitz Wiertzstraat 31
B-1050 Brüssel
Jugend­organisation Federation of Young European Greens
Parteinahe Stiftung Green European Foundation
Aus­richtung Grüne Politik
Farbe(n) grün und gelb
Parlamentssitze
52/705
Staatliche Zuschüsse 1.798.090 € (2016, vorläufig)
EP-Fraktion Grüne/EFA
Website europeangreens.eu

Die Europäische Grüne Partei (englisch European Green Party; EGP) ist eine europäische politische Partei, die 39 grüne Parteien aus 34 europäischen Staaten umfasst. Sie wurde am 21. Februar 2004 in Rom gegründet und folgt der Europäischen Föderation Grüner Parteien (EFGP). Die EGP ist einer der vier Regionalverbände der Global Greens. Zusammen mit der Europäischen Freien Allianz bildet sie im Europäischen Parlament die Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Vorgeschichte

Im Vorlauf der Europawahl 1979 gründete sich auf Initiative der deutschen Grüne Liste Umweltschutz die Europäische Ökologische Aktion (ECOROPA), die Parteien und Wählervereinigungen aus 14 Ländern umfasste.[1] Nur die italienische Partito Radicale konnte jedoch ins Parlament einziehen. Im Nachlauf wurde die Platform of Ecopolitical Action for a Peaceful Change of Europe in Strasbourg (PEACE) gegründet.[2] Aus dieser entwickelte sich die 1980 die Koordination grüner und radikaler Parteien (KGRP), der neben grünen auch radikaldemokratische, linke und andere alternative Parteien angehörten.[3]

„Reine“ grüne Parteien auf der einen und ältere radikaldemokratische Parteien, wie die Partito Radicale und die niederländische Politieke Partij Radikalen, konnten sich jedoch nicht auf eine gemeinsame politische Linie einigen.[4] Nachdem die beiden radikaldemokratischen Parteien die KGRP verlassen hatten, wurde am 26. März 1983 von den grünen Parteien eine gemeinsame Wahlplattform verabschiedet und am 31. März/1. April 1984 im belgischen Lüttich die Europäische Koordination Grüner Parteien (EKGP) gegründet. Dieser gehörten Parteien aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden an.[3] Bei der Europawahl 1984 entfielen elf Sitze auf grüne Parteien, davon sieben auf die deutschen Grünen. Zusammen mit anderen linken und radikaldemokratischen Parteien sowie den Mitgliedsparteien der regionalistischen Europäische Freie Allianz gründeten die grünen Abgeordneten die Regenbogen-Fraktion: Föderation von: Grün-Alternatives europäisches Bündnis, Agalev-Ecolo, Dänische Volksbewegung gegen die Mitgliedschaft der Europäischen Gemeinschaft, Europäische Freie Allianz im Europäischen Parlament. Die grünen Parlamentarier bildeten in der Fraktion eine Gruppe namens Green Alternative European Link (GRAEL).[4]

Aus der Europawahl 1989 gingen die grünen Parteien gestärkt hervor und bildeten eine eigene Fraktion Die Grünen im Europäischen Parlament. Die Fraktion verstärkte die Zusammenarbeit der europäischen grünen Parteien und so wurde am 20. Juni 1993 die Europäische Föderation Grüner Parteien (EFGP) gegründet. Im Gegensatz zu den etablierten europäischen Parteien beschränkte sich die EFGP nicht auf die Mitgliedsländer der EU, sondern hatte zum Beispiel auch Mitglieder aus Bulgarien, Estland und Georgien. Die EFGP verstand sich selbst auch nicht als Partei, sah aber in den Statuten explizit die Möglichkeit einer Gründung einer europäischen Partei im Sinne des 1992 verabschiedeten Vertrag von Maastricht vor.[5]

Nachdem die grünen Parteien zehn Jahre lang eine eigene Fraktion im Europaparlament hatten, nahm die Fraktion 1999 wieder die Abgeordneten der EFA mit auf. Die Fraktion trägt seitdem den Namen Die Grünen/Europäische Freie Allianz und umfasst aktuell 68 Abgeordnete, wobei die EGP den Großteil (52) der Abgeordneten stellt.

Mitglieder der EGP und ihrer Vorläufer im Europaparlament jeweils zu Beginn der Legislatur
Jahr Abgeordnete Fraktion
1979 ECOROPA
3/410
CDI
1984 EKGP
11/434
RBW
1989 EKGP
30/518
Grüne
1994 EFGP
23/567
Grüne
1999 EFGP
38/626
G/EFA
2004 EGP
35/732
G/EFA
2009 EGP
46/736
G/EFA
2014 EGP
40/751
G/EFA
2019 EGP
56/751
G/EFA

Gründung

Für die Europawahl 2004 beschloss die EFGP, als erste Parteigruppe ein europaweites, gemeinsames Wahlmanifest zu verabschieden.[1] Als Zeichen für das gemeinsame Bekenntnis der Grünen zu einem vereinigten Europa wurde zudem die Europäische Grüne Partei (EGP) gegründet. Die Unterzeichnung der Gründungscharta der EGP fand in demselben Saal des Konservatorenpalasts statt, in dem am 25. März 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet worden waren. Die beiden Fraktionsvorsitzenden im Europaparlament, der deutsche Europaparlamentsabgeordnete Daniel Cohn-Bendit und Monica Frassoni aus Italien, galten als inoffizielle Spitzenkandidaten der Partei. Beide waren im Vorfeld des Gründungskongresses auch als Parteisprecher gehandelt worden; zuletzt wurde allerdings der Vorstand der EFGP beibehalten.

Weiterer Verlauf

Die Spitzenkandidaten zur Europawahl 2014 wurden erstmals in Vorwahlen bestimmt. Die Grünen zogen mit Ska Keller und José Bové in den Wahlkampf.[6]

Parteien


Mitglieder

Folgende Parteien sind Mitglied der EGP:[7]

Land Partei Europa-
parlamentarier
Nationale
Parlamentarier
 Albanien Partia e Gjelbër nicht in der EU -
 Andorra Els Verds d’Andorra nicht in der EU -
 Belgien Groen
1/21
8/150
Ecolo
2/21
13/150
 Bulgarien Selenite - -
Selena Partija - -
Danemark Dänemark Socialistisk Folkeparti
2/14
14/179
Deutschland Deutschland Bündnis 90/Die Grünen
21/96
67/709
 Estland Eestimaa Rohelised - -
 Finnland Vihreä liitto
3/14
20/200
 Frankreich Europe Écologie-Les Verts
9/79
1/577
 Georgien Sakartvelo’s mtsvaneta partia nicht in der EU -
Griechenland Griechenland Ikologi Prasini - -
 Irland Green Party
2/13
12/160
 Italien Federazione dei Verdi - -
 ItalienSudtirol Südtirol Verdi Grüne Vërc - -
Luxemburg Luxemburg Déi Gréng
1/6
9/60
 Malta Alternattiva Demokratika - -
 Moldau Partidul Ecologist Alianța Verde din Moldova nicht in der EU -
 Niederlande GroenLinks
3/29
14/150
Nordmazedonien Nordmazedonien Demokratska Obnova na Makedonija nicht in der EU
2/112
Norwegen Norwegen Miljøpartiet De Grønne nicht in der EU
1/169
 Österreich Die Grünen – Die Grüne Alternative
3/19
26/183
 Polen Partia Zieloni -
3/460
 Portugal Partido Ecologista Os Verdes -
2/230
Rumänien Rumänien Partidul Verde - -
 Russland Aljans Seljonych nicht in der EU -
Schweden Schweden Miljöpartiet de Gröna
3/21
16/349
Schweiz Schweiz Grüne Partei der Schweiz nicht in der EU
28/200
 Slowakei Strana zelených (Slowakei) - -
 Slowenien Stranka mladih – Zeleni Evrope - -
Spanien Spanien EQUO - -
 Tschechien Strana Zelených - -
 Ukraine Partija Selenych Ukrajiny nicht in der EU -
 Ungarn Lehet Más a Politika -
8/199
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich Green Party of England and Wales nicht in der EU
1/650
Scottish Green Party -
Green Party in Northern Ireland1 -
 Zypern Kinima Ikologon – Synergasia Politon -
2/56
1 Die Green Party NI ist kein selbständiges Mitglied der EGP, sondern als Teilorganisation der irischen Green Party

Die Jugendorganisation der EGP ist die Federation of Young European Greens (FYEG)

Einzelmitglied

Folgende Abgeordnete im Europaparlament sind „Spezielles Mitglied“ der EGP, gehören aber keiner EGP-Mitgliedspartei an:[7]

Kandidaten für die Mitgliedschaft

Staat Partei MdEP
 Kroatien Održivi razvoj Hrvatske -
Turkei Türkei Yeşiller ve Sol Gelecek Partisi nicht in der EU

Assoziierte Mitglieder

Staat Partei MdEP
 Aserbaidschan Azərbaycan Yaşıllar Partiyası nicht in der EU
 Russland Seljonaja Rossija nicht in der EU
 Weißrussland Biełaruskaja Partyja „Zialonyja“ nicht in der EU

Sonstiges

Ehemalige Mitglieder

Staat Partei Anmerkung
Danemark Dänemark De Grønne bis April 2008, Ausschluss wegen Wahlbündnis mit Folkebevægelsen mod EU
 Ungarn Zöld Demokraták Szövetsége wurde am 28. Februar 2009 aufgelöst
Spanien Spanien Confederación de Los Verdes im Mai 2012 ausgeschlossen
Iniciativa per Catalunya Verds seit Juli 2019 insolvent[8]
 Niederlande De Groenen seit November 2017 ist die Partei kein Mitglied mehr in der EGP.
Lettland Lettland Latvijas Zaļā partija am 10. November 2019 ausgeschlossen[9]

Weblinks


Einzelnachweise


  1. a b Andreas von Gehlen: Europäische Parteiendemokratie? Dissertation, FU Berlin 2005, S. 293–294.
  2. Cédric Van de Walle: The European Federation of Green Parties Common Manifesto. Disclosing Distinctive Views of European Integration. In: Les Cahiers du Cevipol, 2000, Nr. 4, S. 3.
  3. a b Andreas von Gehlen: Europäische Parteiendemokratie? 2005, S. 294.
  4. a b Elizabeth Bomberg: Green Parties and Politics in the European Union. Routledge, London/New York 2005, ISBN 978-1-134-85145-4, S. 70.
  5. Andreas von Gehlen: Europäische Parteiendemokratie? 2005, S. 296.
  6. Our leading candidates
  7. a b http://europeangreens.eu/sites/europeangreens.eu/files/EGP%20Rule%20Book%20as%20amended%20Istanbul%202014%20-%20overview%20member%20parties.pdf
  8. El juez declara ICV en concurso de acreedores. In: elpais.com. 22. Juli 2019, abgerufen am 20. Oktober 2019 (spanisch).
  9. https://eng.lsm.lv/article/politics/politics/latvian-green-party-expelled-from-european-green-party.a337974/



Kategorien: Europäische Grüne Partei | Gegründet 2004

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Stand der Informationen: 01.03.2020 03:54:25 CET - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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