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Eschenlohe




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs­gemeinschaft: Ohlstadt
Höhe: 640 m ü. NHN
Fläche: 55,04 km2
Einwohner: 1593 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82438
Vorwahl: 08824
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 114
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
82441 Ohlstadt
Website: www.eschenlohe.de
Bürgermeister: Anton Kölbl (CSU/Zukunft für Eschenlohe[2])
Lage der Gemeinde Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Eschenlohe ist eine Gemeinde und eine Ortschaft im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Die Gemeinde liegt nördlich des Estergebirges am Ausgang des Loisachtals aus den Alpen. Innerhalb des Ortsbereichs von Eschenlohe münden der Mühlbach und die Eschenlaine in die Loisach. Nördlich des Ortes befindet sich das Murnauer Moos. Außerdem gehört Eschenlohe dem Planungsverband Region Oberland an.

Die Gemeinde hat fünf amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Geschichte


Ursprünglich eine Burg der Grafen von Eschenlohe (Burg Eschenlohe), gehörte der Ort seit 1332 bis zur Säkularisation 1803 zum Gericht Murnau des gefreiten ehemals reichsunmittelbaren Klosters Ettal, das wiederum später zum Kurfürstentum Bayern gehörte. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Diese gehörte bis zur Gründung des Kreises Garmisch-Partenkirchen zum Bezirksamt und Finanzamt Garmisch und zum Amtsgerichtsbezirk Garmisch.

Beim Pfingsthochwasser 1999 und beim Alpenhochwasser 2005 wurde Eschenlohe jeweils stark betroffen, als schützende Dämme brachen.

Geheime Flugzeug-Produktionsstätte während des Zweiten Weltkriegs

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die beiden Straßentunnel der „Olympiastraße“ (die heutige Bundesstraße 2) südwestlich des Dorfs im Rahmen der U-Verlagerung an den Enden bombensicher vermauert und dienten als geheime Produktionsstätte mit dem Tarnnamen „Ente“ u. a. für die Flugzeugwerke Messerschmitt AG. Die Anlage wurde von der sogenannten Oberbayerischen Forschungsanstalt in Oberammergau aus geführt und war ähnlich aufgebaut wie die U-Verlagerung im Engelbergtunnel. An dem Bau waren zahlreiche KZ-Häftlinge beteiligt, die in den Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau in Seehausen bei Murnau und bei Oberammergau untergebracht waren.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1.425 auf 1.593 um 168 Einwohner bzw. um 11,8 %.

Jahr Einwohner
1961 1309
1970 1351
1987 1391
1991 1489
1995 1619
2000 1611
2005 1633
2010 1545
2015 1569

Religion


Die Bevölkerung ist mit 67,7 % mehrheitlich römisch-katholisch, 12,6 % sind evangelisch-lutherisch (Stand 2011).[4]

Ein besonderes Schmuckstück ist die in den Jahren 1764 bis 1782 im Spätbarockstil mit Anzeichen des frühen Rokoko, nach Plänen von Johann Michael Fischer erbaute St.-Clemens-Kirche.

Politik


Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt.

Gemeinderat

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 ergab folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 44,67 % 5 Sitze
Freie Wähler Eschenlohe (FWE) 24,73 % 3 Sitze
Bayernpartei (BP) 17,71 % 2 Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 12,89 % 2 Sitze

Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern, hinzu kommt der ehrenamtliche Bürgermeister Anton Kölbl (CSU).[5][6]

Gemeindefinanzen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 1.356.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 472.000 Euro.[4]

Wappen

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot; vorne am Spalt ein halber schwarzer Adler, hinten ein silberner Balken.“[7]

Wie die Gemeinden Garmisch-Partenkirchen und Telfs führt Eschenlohe sein Wappen auf die Grafen von Eschenlohe zurück.[8][9][10]

Baudenkmäler


Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

In den Jahren 1927–2000 war in Eschenlohe das Hartsteinwerk Werdenfels in Betrieb, das u. a. Schotter für den Eisenbahnbau produzierte.

Insgesamt gab es 2011 463 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Darauf entfielen auf den Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, auf das Produzierenden Gewerbe 252, auf den Bereich Handel und Verkehr 154 und auf den Bereich öffentlicher und privater Dienstleister 48. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 557. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe ebenfalls drei Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2010 27 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 948 ha Dauergrünfläche.[4]

Verkehr

Der Ort ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 2, die zu den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen als „Olympiastraße“ ausgebaut wurde. Sie führt von München über Murnau nach Garmisch-Partenkirchen und über den Grenzort Mittenwald ins österreichische Innsbruck.

Einen Kilometer nordwestlich des Ortskerns liegt die Autobahn-Ausfahrt 11 der aus München kommenden A 95 (Europastraße 533) Richtung Garmisch. Diese Schnellstraße findet 1,5 km südlich der Ausfahrt ihr provisorisches Ende und mündet dort in die Bundesstraße 2 ein. Das Autobahnende sorgt an verkehrsreichen Tagen für Stauungen.

Ein Bahnhof an der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen bindet Eschenlohe an das Netz der Deutschen Bahn AG an.

Eschenlohe verfügte über einen kleinen Flugplatz, der 2011 nach Ohlstadt verlegt wurde. Das Gelände am Murnauer Moos soll in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden, was durch die Anlage von Magerrasenflächen erfolgen soll. Im Jahr 2013 kommt es zu einem Gerichtsverfahren, das klären soll, wer die Kosten hierfür zu tragen hat.[11]

Bildung

In Eschenlohe gibt es einen zweigruppigen Kindergarten mit 50 Plätzen und momentan 41 Kindern, dessen Träger die Kath. Kirchenstiftung St. Clemens ist. Weiterhin gibt es am Ort eine Grundschule für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 mit aktuell 60 Schülern.[4]

Hochwasserschutz

Nach dem Hochwasser von 2005 wurden umfangreiche Baumaßnahmen zum Schutz gegen Hochwasser durchgeführt. Die Uferdämme wurden erhöht und mit einer Mauer versehen. 2006 wurde eine neue Brücke errichtet, die die Loisach ohne Mittelpfeiler überspannt.

Weblinks


Commons: Eschenlohe  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Eschenlohe – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat. Gemeinde Eschenlohe, abgerufen am 28. Juni 2020.
  3. Gemeinde Eschenlohe in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. September 2019.
  4. a b c d Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2012: Eschenlohe (PDF-Datei; 1,67 MB)
  5. Gemeinderat. Gemeinde Eschenlohe, abgerufen am 2. März 2015.
  6. Kommunalwahl 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) Landratsamt Garmisch - Partenkirchen, archiviert vom Original am 18. März 2014; abgerufen am 2. März 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Eintrag zum Wappen von Eschenlohe  in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. GEMEINDE ESCHENLOHE — Wappengeschichte. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 3. Juni 2014.
  9. Ärger um "Garmisch-Partenkirchner" Wappen am Eschenloher Rathaus. Münchener Zeitungs-Verlag, abgerufen am 3. Juni 2014.
  10. Telfs. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 3. Juni 2014.
  11. Sportflieger auf Kollisionskurs. Merkur-Online, 25. Februar 2013, abgerufen am 29. April 2013.



Kategorien: Eschenlohe | Gemeinde in Bayern | Ort im Landkreis Garmisch-Partenkirchen | Gemeindegründung 1818



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Eschenlohe (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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