Ernährung - de.LinkFang.org

Ernährung



Dieser Artikel behandelt Ernährung allgemein; zu den Besonderheiten beim Menschen siehe Ernährung des Menschen.

Ernährung oder Nutrition (spätlateinisch nutritio „Ernährung“, lateinisch nutrire „nähren“) ist die Aufnahme von organischen und anorganischen Stoffen, die in der Nahrung in fester, flüssiger, gasförmiger oder gelöster Form vorliegen. Mit Hilfe dieser Stoffe wird die Körpersubstanz aufgebaut oder erneuert und der für alle Lebensvorgänge notwendige Energiebedarf gedeckt.

In der Ökologie wird untersucht, welche Ansprüche ein Lebewesen bezüglich der Ernährung an seine Umwelt stellt (Autökologie), in welchen Wechselwirkungen es bei der Ernährung zu anderen Lebewesen steht (Synökologie) und welche Auswirkungen diese Beziehungen auf die Entwicklung einer Population haben (Populationsökologie). Darüber hinaus wird in der Ökologie das Gesamtnährstoffangebot (Trophie) eines Ökosystems untersucht.

Verschiedene Zweige der Biologie setzen sich mit weiteren Aspekten der Ernährung auseinander:

Inhaltsverzeichnis

Nahrungstypen


Eine Einteilung der Lebewesen nach Nahrungstypen erfolgt auf der Grundlage der Nahrungsquelle, also wovon sie sich ernähren. Bei Tieren besteht ein Zusammenhang zwischen ihrem Nahrungsspektrum und der Ausbildung der Mundwerkzeuge und des Verdauungstraktes. In der Regel ernährt sich ein Tier nicht ausschließlich von einem Nahrungstyp. So nehmen viele Fleischfresser regelmäßig, wenn auch in kleinen Mengen, Pflanzen auf. Andererseits nehmen Pflanzenfresser keine Tiere als Nahrung zu sich.

Das griechische Suffix -phage bzw. -phagie stammt von altgriechisch φαγεῖν phageín, deutsch ‚essen‘ ab. Das Suffix -vore stammt von lateinisch vorare „verschlingen“.

Deutsch Griechisches Fremdwort Bezeichnung des Verhaltens Lateinisches Fremdwort Griechisch Lateinisch
Aasfresser Nekrophage Nekrophagie νεκρός nekrós ‚tot‘
Allesfresser Pantophage Pantophagie Omnivore παντος pantos ‚alles‘ omnis ‚alles‘
Ameisenfresser Myrmekophage Myrmekophagie μύρμηκος mýrmekosAmeise
„Detritusfresser“ Detritovore detritus ‚zerrieben‘
„Faulstofffresser“ Saprophage Saprophagie Saprovor, Saprobier, Saprobiont, veraltet „Saprophyt“ σαπρός saprós ‚faulig‘
Fischfresser Piscivorie Piscivore piscis ‚Fisch‘
Fleischfresser Zoophage Zoophagie Karnivore ζῷον zóon ‚Tier‘ caro, carnis ‚Fleisch‘
Fruchtfresser Fructivorie, Frugivorie Fructivore, Frugivore fructus ‚Frucht‘
Holzfresser Xylophage Xylophagie ξύλον xylon ‚Holz‘
„Insektenfresser“*) Entomophage Entomophagie Insektivore insectum ‚eingeschnitten‘
Körnerfresser Granivore granum ‚Korn‘
Kotfresser Koprophage Koprophagie κόπρος kopros ‚Kot‘
Pflanzenfresser Phytophage Phytophagie Herbivore φυτόν phytón ‚Pflanze‘ herba ‚Gras, Pflanze‘
Pilzfresser Mykophage, Mycetophage Mykophagie, Mycetophagie Mykovore μύκης mykés, μύκητος mýketos ‚Pilz‘
Planktonfresser
„Schalenknacker“ Durophagie durus ‚hart‘
„Totholzfresser“ Saproxylophage Saproxylophagie
*) Die Bezeichnung „Insektenfresser“ im wörtlichen Sinn ist problematisch, weil Insektenfresser zugleich der Name einer Ordnung der Säugetiere ist.

Tiere


Die Einteilung erfolgt in drei Übergruppen:

Spezialisierungstypen

Je nach Grad der Spezialisierung (ökologische Valenz) im Nahrungsspektrum werden Tiere in verschiedene Gruppen und Untergruppen eingeteilt:

Art der Nahrungsaufnahme

Nach der Methode der Nahrungsaufnahme lassen sich Organismen verschiedenen Typen zuordnen.

Art des Nahrungserwerbs

Nach der Technik des Nahrungserwerbes kann man Tiere verschiedenen Typen zuordnen:

Pflanzen


Pflanzen decken ihren Nährstoffbedarf in der Regel durch die Photosynthese, sie sind „selbsternährend“ (autotroph). Dabei können Nährelemente über gasförmige, anorganische Moleküle, die Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff zum Aufbau organischer Moleküle enthalten, aufgenommen werden. Nährsalze (Nitrat, Phosphat und Sulfat), sowie Spurenelemente wie Bor, Chlor, Kupfer, Eisen, Mangan und dergleichen mehr nehmen Landpflanzen mit dem Wasser aus dem Boden auf, Wasserpflanzen aus dem umgebenden Wasser.

Unter den frei beweglichen, autotrophen Protisten (Einzellern) gibt es auch Formen, die bei Bedarf (Lichtmangel) zu einer heterotrophen Lebensweise übergehen können, sie sind mixotroph oder amphitroph wie zum Beispiel Euglena viridis.

Unter den Pflanzen gibt es auch Lebensweisen, die an den Nahrungserwerb von Tieren erinnern:

Um auf Böden gedeihen zu können, die zu wenig stickstoffhaltige Nährsalze enthalten, haben sich bei den Pflanzen zwei Strategien entwickelt.

Vorratshaltung


Alle Organismen speichern Nährstoffe in Zellorganellen, Speichergeweben oder Speicherorganen. Darüber hinaus haben sich im Tierreich Formen der Bevorratung von Nahrung entwickelt:

Die Vorratshaltung ist oft mit einer extrem ökonomischen Futternutzung verbunden, bei der auch kleinste Reste verwertet werden. Im anderen Extrem stehen Tiere, die ihr Futter sehr unökonomisch nutzen und jeweils nur geringe Mengen einer Portion aufnehmen und den Rest zurücklassen. Man bezeichnet sie als Futterverschwender. Viele Fruchtfresser gehören dazu.

Brutpflege


Jungtiere, die sich zunächst noch nicht selbständig ernähren können, werden entweder von einem Dottersack ernährt (Fische) oder von ihren Eltern gefüttert. Bei manchen Vögeln (Tauben) findet im Kropf der Elterntiere zunächst eine Vorverdauung statt. Der Nahrungsbrei („Kropfmilch“) wird an die Jungtiere weitergegeben (Trophallaxis). Bei allen Zitzentieren werden die Neugeborenen durch die Milch aus den Milchdrüsen ernährt.

Wechselwirkungen in der Biozönose


Innerhalb einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) eines Ökosystems sind viele Organismen aufgrund eines Austauschs von Nährstoffen voneinander abhängig.

Stoffkreislauf

Autotrophe Organismen wie die grünen Pflanzen stellen aus den anorganischen Stoffen Kohlenstoffdioxid, Wasser, Nitrat, Phosphat und Sulfat alle organischen Bau- und Energiestoffe durch Assimilation selbst her. Sie werden deshalb als Produzenten bezeichnet. In der Dissimilation wird ein Teil dieser Stoffe zur Energiegewinnung wieder zu anorganischen Stoffe abgebaut.
Organismen, in der Regel Bakterien, die das anfallende organische Material (Leichen, Abfall und Ausscheidungen) wieder zu den von den Autotrophen benötigten, anorganischen Nährsalzen zurückverwandeln, werden als Reduzenten oder Destruenten bezeichnet. Sie ermögliche als heterotrophe Organismen in einem Ökosystem zusammen mit den autotrophen einen geschlossenen, biologischen Kreislauf, der mit dem geologischen Stoffkreislauf verknüpft ist (siehe Kohlenstoffkreislauf, Stickstoffkreislauf und Schwefelkreislauf):
Da Bakterien zu den Mikroorganismen gehören, würde es sehr lange dauern, bis sie einen großen Pflanzenkörper wie einen Baum vollständig remineralisiert hätten. Tiere und Pilze zerkleinern und verteilen das organische Material, so dass es den Destruenten möglich ist, es in kürzerer Zeit abzubauen. Tiere und Pilze beschleunigen also den Stoffkreislauf in einem Ökosystem. Da sie als heterotrophe Organismen auf die von den Produzenten im Überschuss hergestellten Nährstoffe angewiesen sind, werden sie als Konsumenten bezeichnet.

Innerhalb der Konsumenten eines Ökosystem lässt sich eine Hierarchie der Ernährungsabhängigkeiten feststellen (siehe Nahrungskette, Nahrungsnetz und Nahrungspyramide): Konsumenten erster Ordnung (Primärkonsumenten) sind Tiere, die sich direkt von den Produzenten ernähren (zum Beispiel Pflanzenfresser), Konsumenten zweiter Ordnung ernähren sich wiederum von den Konsumenten erster Ordnung und so fort, am Ende dieser Hierarchie steht die „Endverbraucher“ (Spitzenprädatoren).

Produzenten werden als Primärproduzenten bezeichnet, da sie als erste in der Nahrungskette Körpersubstanz aufbauen, von welcher sich die Konsumenten ernähren. Da auch Konsumenten Körpersubstanz auf bauen, von der sich andere Konsumenten ernähren können, werden diese auch als Sekundärproduzenten bezeichnet.

Beziehungen und Wechselbeziehungen

Zwischen den Individuen einer Biozönose bestehen zahlreiche einseitige oder wechselseitige Beziehungen, von welchen zurzeit die Nahrungsbeziehungen am besten untersucht sind. Diese Beziehungen sind nicht nur auf der Ebene der Individuen, sondern auch auf der Ebene der Populationen der einzelnen Arten eines Ökosystems wirksam: Die Nährstoffversorgung hat nicht nur Einfluss auf die Überlebens- und Fortpflanzungsfähigkeit des Individuums (Fitness), sondern auch auf die Entwicklung der Populationsdichte einer Art in einem Ökosystem:

Beziehungen

Wechselbeziehungen In den meisten Fällen bestehen zwischen den Individuen eines Ökosystems zahlreiche Wechselbeziehungen. Dabei können Nahrungsbeziehungen auch mit anderen Wechselwirkungen kombiniert sein: Zum Beispiel erhält die Honigbiene von der Blütenpflanze Pollen und Nektar als Nahrung und ermöglicht die Bestäubung der Blüte.

Übersicht über die Wechselbeziehungen
  innerartlich (intraspezifisch) zwischenartlich (interspezifisch)
A(+)(+)B Allianz Allianz, Symbiose, Mutualismus
A(-)(-)B Konkurrenz
A(-)(+)B Brutvorsorge, Brutfürsorge, Brutpflege, Altruismus Prädation, Parasitismus
A(0)(+)B Pro-, Para- und Metabiose
A(0)(-)B Antibiose
A(0)(0)B Abiose

Deutsche Ernährungswissenschaftler


Weiterführende Literatur


Weblinks


Commons: Ernährung  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Ernährung – Lern- und Lehrmaterialien
Wiktionary: Ernährung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen


  1. Nicht zu verwechseln mit der taxonomischen Ordnung Raubtiere (Carnivora)
  2. Campbell fasst unter diesem Nahrungstyp die Pflanzenfresser (im eigentlichen Sinne) sowie die Pilz-, Protisten- und Bakterienfresser zusammen. Neil A. Cambell: Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1997, ISBN 3-8274-0032-5.



Kategorien: Ernährung



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Ernährung (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 07.05.2020 11:01:57 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.