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Erich Adickes




Erich Adickes (* 29. Juni 1866 in Lesum; † 8. Juli 1928 in Tübingen) war ein deutscher Philosoph.

Inhaltsverzeichnis

Vorfahren


Erich Adickes wurde als Sohn des aus dem friesischen Land Wursten (bei Cuxhaven) stammenden pietistischen Amtsrichters Wilhelm Adickes (1817–1896) (Richter am Amtsgericht Lesum 1854–1894) und der aus einer Hugenottenfamilie stammenden Therese Chappuzeau (1822–1898) geboren. Auch beide Großväter bekleideten öffentliche Ämter, Erich Friedrich Adickes (1778–1838) war 1819–1838 Mitglied der Ständeversammlung des Königreichs Hannover, Christoph Wilhelm Chappuzeau war Amtmann in Bederkesa.[1] Die Mutter war eine Nachfahrin des französischen Reisenden und Schriftstellers Samuel Chappuzeau[2] (1625–1701), der 1682 nach Niedersachsen (Celle) gekommen war.

Sein Bruder war der Kommunalpolitiker und langjährige Oberbürgermeister Franz Adickes (1846–1915).

Leben


Adickes besuchte bis 1884 das Christianeum in Altona. Dann studierte er an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und bei Friedrich Paulsen an der Humboldt-Universität zu Berlin Philosophie, ferner Geschichte, Geografie und ev. Theologie. Mit seiner Arbeit Kants Systematik als mitbildender Faktor bei der Entstehung des Systems wurde er 1887 promoviert. Nach seinem Studium nahm er die Lehrerstellen in Barmen und Kiel an. 1895 habilitierte er an der Christian-Albrechts-Universität Kiel im Fach Philosophie.

1898 erhielt er einen Ruf als außerordentlicher Universitätsprofessor. Im Jahre 1902 nahm er einen Ruf an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster an. In Tübingen wurde er 1904 Nachfolger von Christoph von Sigwart. Als bedeutende Arbeit leistete er die Aufarbeitung des handschriftlichen Nachlasses von Immanuel Kant, was er auf den Rat von Wilhelm Dilthey ausführte. Er gab ihn als 14. – 19. Band der Kantausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften heraus.

Adickes erstellte als kritischer Idealist eine Erkenntnislehre und entwickelte eine eudaimonistische Ethik. Schließlich gelangte er zu einer spiritualistischen Weltanschauung mit pantheistischen Zügen. Er galt als ein entschiedener Gegner von Hans Vaihinger.

Er wandte sich gegen den Materialismus sowie gegen die „monistische Naturphilosophie“ des Darwinisten Ernst Haeckel und behauptete, die Materie existiere nicht objektiv, sie sei eine „Angelegenheit unseres Geistes“, ein „Zustand des Bewußtseins“. Die Atome seien nur Hilfsbegriffe des Verstandes. Er negierte die Möglichkeit der wissenschaftlichen Erkenntnis der objektiven Welt.

Adickes war seit 1884 Mitglied der Tübinger Burschenschaft Derendingia.[3][4]

Schriften (Auswahl)


Literatur


Weblinks


Quellen


Schmidt, Raymund (Hg): Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen, Bd. II, 1–30, 2. Auflage (Leipzig 1923)

Werner Stark: Nachforschungen zu Briefen und Handschriften Immanuel Kants, Berlin 1993, passim [Zur Geschichte der Kant-Ausgabe der Preussischen Akademie der Wissenschaften: mit ausführlicher Darstellung von Adickes Arbeit an der Nachlaß-Abteilung; 1896ff.].

Schirren, Carl; Schirren, Carl (Hg); Lenz, Wilhelm (Hg:) Vorlesungen über livländische Geschichte. Nachschrift von Johannes Lossius. Mit einem Anhang: Carl Schirrens Briefwechsel mit dem Philosophen Erich Adickes 1902/03 über Geschichte, Theologie und die Deutschen [285 S.] (Lüneburg 2013) [Schriftenreihe Baltische Seminare, Bd. 20-1]

  1. GenWiki: Artikel „Franz Adickes“
  2. Descendants of Samuel Chappuzeau (1625–1701) auf der privaten Website zur Familie.
  3. Kratsch, Werner (Hrsg.): Das Verbindungswesen in Tübingen, Tübingen 1977, S. 69.
  4. Ernst Elsheimer (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande vom Wintersemester 1927/28. Frankfurt am Main 1928, S. 2.



Kategorien: Philosoph (19. Jahrhundert) | Erkenntnistheoretiker | Kantianer | Hochschullehrer (Westfälische Wilhelms-Universität) | Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen) | Burschenschafter (19. Jahrhundert) | Deutscher | Geboren 1866 | Gestorben 1928 | Mann



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Erich Adickes (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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