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Energiedienst Holding




Energiedienst Holding AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0039651184
Gründung 1998
Sitz Laufenburg, Schweiz Schweiz
Leitung
Mitarbeiterzahl 987 (2019)[1]
Umsatz 942 Mio. Euro (2019)[1]
Branche Stromproduktion und Stromversorgung
Website www.energiedienst.de
Stand: 31. Dezember 2019

Die Energiedienst Holding AG mit Sitz in Laufenburg (Schweiz) ist ein deutsch-schweizerisches Energieversorgungsunternehmen, das in Südbaden und der Schweiz elektrischen Strom und energienahe Dienstleistungen anbietet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung (1894) erhielt die Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG (KWR) die Konzession für ein Rheinkraftwerk in Rheinfelden. 1898 nahm das Wasserkraftwerk – das erste am Hochrhein und das damals größte Wasserkraftwerk in Europa – seinen Betrieb mit 20 Turbinen auf. Es hatte eine installierte Leistung von rund 12 Megawatt (MW).

Zehn Jahre später (1908) wurde die Aktiengesellschaft Kraftwerk Laufenburg (KWL) gegründet. 1912 ging das Doppelkraftwerk Augst-Wyhlen in Betrieb. Die auf der deutschen Seite gelegene Kraftwerkshälfte in Wyhlen wurde von KWR errichtet. In Laufenburg begann KWL 1914 mit dem ersten quer zum Fluss gebauten Kraftwerk mit zehn Turbinen und einer installierten Leistung von 40 MW mit der Energie-Erzeugung aus Wasserkraft.

Zu einem zweiten Standbein entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Handel mit elektrischem Strom. Die Nachfrage nach Strom in der Schweiz stieg rasant an und es musste Strom importiert werden. KWL verschaffte sich eine Schlüsselposition im Energieverbund Südwest-Deutschland, der Schweiz, Italien und Frankreich. 1956 wurde die Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg (EGL) (heute: Axpo Trading AG) als Tochter der KWL gegründet und ein Jahr später an die Börse gebracht. Sie übernahm den Stromhandel und nach und nach die Stromleitungen aus dem Verbundsystem. Die frühere Schalt- und Umspannanlage von KWL wurde als „Stern von Laufenburg“ zu einem Knotenpunkt des europäischen Energieaustauschs. Die Schweizer Elektrowatt, die bereits die Wasserkraftwerke in Rheinfelden, Wyhlen und Laufenburg finanziert hatte, stieg 1969 zu 51 % bei der EGL ein, erwarb zu Beginn der 1990er Jahre weitere Anteile und schließlich 2002 dann die restlichen 8,3 Prozent.

In den Jahren 1986 bis 1990 wurden die Konzessionen für Laufenburg, Wyhlen und Rheinfelden verlängert, verbunden mit der Auflage, die installierte Leistung der Kraftwerke zu erhöhen. Wyhlen und Laufenburg wurden modernisiert, während Rheinfelden vollständig neu gebaut wurde. Der Baubeginn des Neubaus Rheinfelden erfolgte 2003. 2010 wurden die ersten Turbinen in Betrieb genommen. Im September 2011 wurde das neue Wasserkraftwerk Rheinfelden offiziell eingeweiht.

Ende der 1990er Jahre liberalisierte sich der Strommarkt in Deutschland und veränderte die Situation schlagartig. Ehemalige monopolistisch agierende Unternehmen mussten sich plötzlich einem harten Wettbewerb stellen. Die Folge waren stark sinkende Strompreise für die Kunden und eine Neuorganisation der deutschen Energieversorger. KWL und KWR kooperierten zunächst miteinander und näherten sich immer weiter an. Beide Unternehmen gründeten 1998 die NaturEnergie AG und begannen so schon sehr früh bundesweit Strom aus erneuerbarer Energie zu vertreiben. NaturEnergie ist einer der ersten Ökostromanbieter in Deutschland.

Der rechtliche und kapitalmäßige Zusammenschluss von KWR und KWL erfolgt in den Jahren 2002 bis 2003. Die Anteile der KWR wurden durch die KWL erworben und KWR Anfang 2003 in Energiedienst AG umbenannt. KWL änderte kurz darauf auch den eigenen Namen in Energiedienst Holding AG. Die Struktur der damit gegründeten Energiedienst-Gruppe besteht heute aus der Energiedienst Holding AG (EDH), sowie den Tochtergesellschaften Energiedienst AG, ED Netze GmbH, EnAlpin AG, TRITEC AG, winsun AG und Messerschmid Energiesysteme GmbH.[2]

Im Januar 2004 übernahm die EnBW mit knapp 76 % die Aktienmehrheit an der Energiedienst Holding AG. Dabei erhielt die Energiedienst-Gruppe mit der Marke NaturEnergie im EnBW-Konzern die Funktion eines überregionalen Ökostromanbieters. 2008 übernahm EDH von der EnBW deren Anteile an der EnAlpin AG, einem im Wallis beheimateten regionalen Energieversorger; im Gegenzug stockte die EnBW im Wege einer Kapitalerhöhung bei der EDH ihren Anteil auf 81,7 % auf. Im Dezember 2011 beteiligten sich die Stadtwerke Genf (Services Industriels de Genève, SIG) mit 15,05 % an der EDH und wurden damit zweitgrösste Aktionärin, während der Anteil der Hauptaktionärin EnBW auf 66,7 % sank.

Beteiligungen


Die wichtigsten Beteiligungen der Energiedienst-Gruppe sind:

Aktie


Die Aktien des Unternehmens sind an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange notiert, werden aber auch an den Börsen in Berlin, Frankfurt und Stuttgart gehandelt. Hauptaktionärin der Energiedienst Holding war bis Dezember 2011 mit 82 % die deutsche EnBW. Zweitgrösste Aktionärin ist seit 22. Dezember 2011 die Services Industriels de Genève (SIG) mit 15,05 %, während der Anteil der Hauptaktionärin auf 66,7 % sank.[7]

Für das Jahr 2017 wurde eine Dividende von 1 CHF je Aktie gezahlt.[8] Der Kurs lag etwa bei 25 CHF, so dass diese Dividende einer 4%igen Verzinsung entspricht.

Zahlen


Die Energiedienst-Gruppe hatte im Jahr 2017 in Südbaden auf einer Fläche von 3.800 km² rund 246 000 Privat- und Gewerbekunden, sowie rund 24 000 Geschäftskunden und 41 weiterverteilende kommunale Kunden. Im Jahr 2017 wurden rund 8,3 Mrd. kWh Strom abgesetzt, wodurch Energiedienst ein Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 34,6 Mio. Euro und ein Unternehmensergebnis von 30,6 Mio. Euro erzielte. Die Eigenkapitalquote ist für ein Unternehmen dieser Größe mit 53 % (723,6 Mio. Euro) erstaunlich hoch.[9]

Stromkennzeichnung


Nach § 42 EnWG zur Stromkennzeichnung sind seit dem 15. Dezember 2005 alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms zu veröffentlichen. Für die Energiedienst AG ergaben sich folgende Werte für das Jahr 2017:[10]

  bundesweiter
Durchschnitt
Energiedienst
Erneuerbare Energieträger 26 % 67 %
Kernenergie 17 % 9 %
Fossile Energieträger + sonstige 57 % 24 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0004 0,0002
CO2-Emissionen (g/kWh) 511 215

Kraftwerke


Die leistungsstärksten von der Energiedienst-Gruppe betriebenen Kraftwerke sind:

Darüber hinaus betreibt Energiedienst zahlreiche Kleinwasserkraftwerke.

Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. a b Geschäftsbericht 2019. Energiedienst Holding, abgerufen am 24. Mai 2020.
  2. Über uns – Energiedienst Holding. Energiedienst Holding AG, abgerufen am 20. Dezember 2015.
  3. Stadtwerke Bad Säckingen GmbH - Beteiligungen
  4. Energiedienst und Tritec bündeln ihr Know-how , 15. Juni 2015
  5. Strategische Partnerschaft zwischen Energiedienst und winsun
  6. Die winsun AG wird zu 100 Prozent Teil der Energiedienst-Gruppe. Abgerufen am 26. Februar 2020.
  7. EnBW AG: „Services Industriels de Genève erwirbt einen Anteil in Höhe von 15,05 % an der Energiedienst Holding AG (EDH) von der EnBW“ , Pressemitteilung vom 22. Dezember 2011.
  8. Presseinformation vom 23. März 2018 zur Generalversammlung der Energiedienst Holding AG
  9. Geschäftsbericht 2017. Abgerufen am 4. April 2018.
  10. Stromkennzeichnung. (PDF) gemäß § 42 Energiewirtschaftsgesetz für Stromlieferungen an unsere Kunden im Jahr 2017. Energiedienst Holding AG, abgerufen am 4. April 2018.








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