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Ebersberg




Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ebersberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 558 m ü. NHN
Fläche: 40,84 km2
Einwohner: 12.239 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 300 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85560
Vorwahl: 08092
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 115
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 1
85560 Ebersberg
Website: www.ebersberg.de
Bürgermeister: Uli Proske (parteilos)
Lage der Stadt Ebersberg im Landkreis Ebersberg

Ebersberg ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern. Der nördlich von Ebersberg liegende Ebersberger Forst ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Die Stadt Ebersberg befindet sich am Übergang vom hügeligen Alpenvorland zur Münchner Schotterebene rund 33 Kilometer östlich der Landeshauptstadt München, die mit S-Bahn (S4 und S6), Regionalbahn ("Filzenexpress") und über die B 304 zu erreichen ist. Ebersberg liegt 28 Kilometer südlich von Erding, 32 Kilometer nördlich von Rosenheim, 20 Kilometer westlich von Wasserburg, das mit dem Filzenexpress und auf der B 304 zu erreichen ist, sowie 40 Kilometer vom Flughafen München entfernt.

Gewässer

Ebersberg liegt am westlichen Rand des Ebrachtals, das Stadtzentrum oberhalb des Tals. Im Nordwesten der Kernsiedlung befindet sich der Egglburger See, der die Ebersberger Weiherkette im Norden der Stadt speist, die wiederum in den Fluss Ebrach übergeht.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Bruck, Frauenneuharting, Grafing bei München, Hohenlinden, Kirchseeon und Steinhöring und die gemeindefreien Gebiete Ebersberger Forst und Eglhartinger Forst.

Geschichte


Bis zur Gemeindegründung

Die Geschichte Ebersbergs ist eng mit dem 934 von den Grafen von Sempt-Ebersberg (Burg Ebersberg) gegründeten Benediktinerkloster Ebersberg verbunden. Seit dem 14. Jahrhundert übte in Ebersberg die Klosterhofmark die niedere Gerichtsbarkeit aus. 1595 wurde das Benediktinerkloster von Papst Clemens VIII. aufgehoben und die Anlage dem Jesuitenorden übergeben, 1773 übernahm der Malteserorden die Gebäude. Bei der endgültigen Auflösung des Klosters 1808 gingen die Gebäude teils in staatlichen, teils in privaten Besitz über.

20. Jahrhundert

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Markt Ebersberg einen wirtschaftlichen Aufschwung; dieser war auch durch den schnellen Wiederaufbau, teilweise auch durch Gastarbeiter, nach dem Krieg begründet. Aufgrund des starken Wachstums des Markts in den 1950er Jahren wurde Ebersberg am 12. Juni 1954 zur Stadt erhoben und 1972 an die S-Bahn nach München angeschlossen.[2]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberndorf eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 kamen kleine Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Nettelkofen mit etwa zehn Einwohnern hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 9.234 auf 12.239[5] um 3.005 Einwohner bzw. um 32,5 %.

Religion


Gemäß der Volkszählung 2011 waren im Jahr 2011 14,2 % der Einwohner evangelisch, 53,3 % römisch-katholisch und 32,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[6] Derzeit (Stand 31. Dezember 2018) sind von den 12.239 Einwohnern 1.505 (12,3 %) evangelisch, 5.900 (48,2 %) römisch-katholisch und 39,5 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Religionsgemeinschaft an.[7]

Politik


Stadtrat

Die Wahl zum Stadtrat am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,38 % zu folgendem Ergebnis:[8]

Partei / Liste Stimmen % Sitze
CSU 43,53 % 10
SPD 19,46 % 5
Grüne 18,78 % 4
Freie Wähler 15,66 % 4
FDP 2,57 % 1
Gegenüber der vorigen Wahl 2008 verlor die CSU einen Sitz, die FDP konnte wieder mit einem Sitz in den Stadtrat einziehen. Weitere Veränderungen in der Zusammensetzung des Gremiums gab es nicht.

Wappen

Die Beschreibung des redenden Wappens lautet: In Gold auf grünem Dreiberg am rechten Schildrand aufsteigend ein schwarzer Eber.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Sehenswertes

Kultur

In Ebersberg wurde eine Straße (Valtortagasse) nach einer Kabarettgruppe, der aus Ebersberg stammenden Gruppo di Valtorta, benannt. Die zentrale Ebersberger Kultureinrichtung, das Alte Kino Ebersberg, wird heute von einem Trägerverein betrieben, der seine Wurzeln in ebendieser mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichneten Gruppe hat.[13]

Sport

In Ebersberg gibt es viele Anlaufstellen für Sportbegeisterte. Der größte Verein ist mit über 2300 Mitgliedern der TSV 1877 Ebersberg, der neben Fußball und Turnsport auch Tae Kwon Do oder Badminton anbietet.[14]

Die Fußballabteilung besteht aus insgesamt vier Sparten. Diese unterteilen sich in den Kleinfeldbereich (U5, U7, U9, U11), den Großfeldbereich in Kooperation mit dem TSV Steinhöring als JFG Ebrachtal 09 (U13, U15, U17, U19), den Herrenbereich sowie die Senioren in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Grafing, FC Ebersberg und ATSV Kirchseeon. Im Herrenbereich sind vier Mannschaften am Spielbetrieb angemeldet:

Der FC Ebersberg e.V. betätigt sich hingegen nur im Fußballsport und steht bei Einheimischen meist im Schatten des TSV.

Der Eishockey-Verein EHC Klostersee, benannt nach dem Ebersberger Klostersee, siedelte bald nach Vereinsgründung nach Grafing über.

Wirtschaft und Infrastruktur


Unternehmen

In Ebersberg ist eine Regionalgesellschaft von Aldi Süd angesiedelt.

Verkehr

Straßenverkehr

In Ebersberg kreuzen sich zwei Hauptverkehrsadern, die in Ost-West-Richtung (München–Ebersberg–Wasserburg–Traunstein–Salzburg) verlaufende B 304 und die regional bedeutsame in Nord-Süd-Richtung verlaufende Staatsstraße 2080 (Erding–Markt Schwaben–Ebersberg–Rosenheim). Die B 304 wird nach jahrzehntelanger Planung und Auseinandersetzung seit Ende 2009 südlich an Ebersberg in einer Ortsumgehung vorbeigeführt. Für den Nord-Süd-Verkehr wird seit 2008 vom Bauamt Rosenheim eine Umgehungsmöglichkeit erarbeitet, um die weiterhin überlasteten, engen Straßen der Ebersberger Innenstadt wirksam zu entlasten. Der Presse war zu entnehmen, dass sowohl eine Ostumfahrung als auch ein rund 800 Meter langer Tunnel in der Stadt als Lösungen in Frage kommen.

Eisenbahn

Die Stadt Ebersberg liegt an der Bahnstrecke Grafing–Wasserburg, diese wird umgangssprachlich auch Filzenexpress genannt und verläuft südlich des Stadtzentrums. Die Bahnstrecke nach Grafing wurde am 6. November 1899 in Betrieb genommen; der damalige Endpunkt war Ebersberg. Die Verlängerung nach Wasserburg erfolgte erst am 27. September 1903. Im Jahr 1905 wurde der Bahnhof Ebersberg mit drei täglichen Zugpaaren bedient. Neben dem Bahnhof Ebersberg lagen die Haltepunkte Oberndorf bei Ebersberg und Neuhausen im Stadtgebiet, heute sind diese Haltepunkte stillgelegt und abgebaut. Da in den 1960er Jahren beschlossen wurde, die stark nachgefragte Strecke von Grafing nach Ebersberg in das Netz der S-Bahn München aufzunehmen, wurde die Bahnstrecke bis Ebersberg im Jahr 1969 elektrifiziert. Die S-Bahn nahm im Jahr 1972 ihren Betrieb auf, damals fuhren die S-Bahnen im 40-Minuten-Takt von München über Grafing weiter nach Ebersberg.[15][16][17] Um 2000 wurde der Bahnhof modernisiert, die Bahnsteige wurden auf eine Höhe von 96 Zentimetern für die S-Bahn und auf eine Höhe von 76 Zentimetern für die Regionalbahnen angehoben. Der Bahnhof verfügt heute über zwei Gleise, die an einem Mittelbahnsteig liegen. Gleis 1 ist ein Stumpfgleis in Richtung Grafing, welches nur von den S-Bahn-Zügen genutzt wird. Gleis 2 wird vom Filzen-Express und von den S-Bahnen genutzt. Das Bahnhofsgebäude ist bis heute erhalten geblieben, im Gebäude befand sich ein Service Store der Deutschen Bahn[18] und ein Kiosk (derzeit durch einen Dönerladen angemietet). Der Bahnhof wurde 2013 barrierefrei ausgebaut.

Der Bahnhof Ebersberg wird heute im 20/40-Minuten-Takt von Zügen der S-Bahn-Linie S4 und S6 bedient. Diese verbinden Ebersberg mit Grafing, Kirchseeon, Zorneding, Haar, München, Fürstenfeldbruck, Buchenau, Grafrath und Geltendorf sowie mit Planegg, Gauting, Starnberg und Tutzing. Zusätzlich zum 20 bis 40-Minuten-Takt der S-Bahn verkehrt außerdem der so genannte Filzenexpress im Stundentakt zwischen Wasserburg und Grafing. In der Hauptverkehrszeit werden die Züge des Filzen-Express von Ebersberg über Grafing Stadt und München Ost weiter zum Münchner Hauptbahnhof geführt.

Busverkehr

Die Stadt Ebersberg liegt im Tarifraum des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Die Stadt besitzt neben dem Anschluss an das S-Bahn- und Regionalverkehrsnetz auf der Schiene auch eine Verknüpfung mit dem Busnetz. Im Stadtgebiet von Ebersberg verkehren derzeit sechs Buslinien sowie eine Ruftaxi-Linie. Sechs dieser Linien gehören dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund an, eine weitere Linie wird durch den Regionalverkehr Oberbayern (RVO), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, betrieben, ist jedoch auch mit Fahrscheinen des Verkehrsverbunds nutzbar. Im Stadtgebiet von Ebersberg verkehren derzeit folgende Bus- und Ruftaxilinien:

Die zum Stadtgebiet Ebersberg zählenden Orte Englmeng, Ruhensdorf und Traxl sind seit 15. Dezember 2014 durch die MVV-Rufbuslinie 443 erstmals an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.[19][20]

Persönlichkeiten


In Ebersberg geboren

Im Ort tätig oder gelebt

Ehrenbürger

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Commons: Ebersberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Ebersberg - Gründung Kloster Wallfahrtsort Entwicklung. 1. August 2012, abgerufen am 5. April 2020.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 572.
  5. Stadt Ebersberg Bevölkerungsbericht Daten aus dem Bürgerbüro Seite 28 , abgerufen am 9. März 2020
  6. Stadt Ebersberg Religion , Zensus 2011
  7. Stadt Ebersberg Bevölkerungsbericht Daten aus dem Bürgerbüro Seite 28 , abgerufen am 9. März 2020
  8. Ebersberg, Ergebnis Stadtratswahl 2014 . 2014. Abgerufen am 10. Juli 2014.
  9. Webseite des Museums für Wald und Umwelt . In: museumwaldundumwelt.de. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  10. Sehenswürdigkeiten > Aussichtsturm  (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf der Webseite der Stadt Ebersberg
  11. Wieland Bögel: Strahlende Aussichten. In: sueddeutsche.de. 31. Juli 2014, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 4. September 2017]).
  12. Lass den Aussichtsturm für dich leuchten. In: https://www.meine-anzeigenzeitung.de. 11. November 2016 (meine-anzeigenzeitung.de [abgerufen am 4. September 2017]).
  13. Sandra Langmann: 25 Jahre Kleinkunst im Wohnzimmer. In: Süddeutsche Zeitung. 27. September 2017, abgerufen am 13. September 2019.
  14. TSV 1877 Ebersberg e.V. In: www.tsv-ebersberg.de. Abgerufen am 22. November 2016.
  15. David Hruza: 100 Jahre Bahnlinie Wasserburg–Ebersberg. Hrsg.: Pro Bahn. Pro Bahn Verlag und Reisen GmbH, München 2005, ISBN 3-9809568-4-9.
  16. Stadt Ebersberg, Stadt Grafing (Hrsg.): 100 Jahre Lokalbahn Grafing–Ebersberg 1899–1999. Verlag Lutz Garnies, Neukeferloh 1999, ISBN 3-926163-17-8.
  17. Martin Geiger: Dampfroß ohne Feuer – Ein Eisenbahnbau in Oberbayern (Heimat am Inn, Band 3). Hrsg.: Heimatverein (Historischer Verein) e. V. für Wasserburg und Umgebung. Die Bücherstube Leonhardt, Wasserburg am Inn 1982, ISBN 3-922310-14-1.
  18. Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
  19. Omnibus Reisberger: Linienverkehr MVV
  20. Ebersberger Landrat muss früher aufstehen. In: merkur-online.de. 8. Januar 2015, abgerufen am 14. Januar 2015.
  21. Dr. Josef M. Wintrich bis 1958. Der Namenspatron der Realschule Ebersberg. In: www.rsebe.de. Abgerufen am 26. April 2016.



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Stand der Informationen: 04.05.2020 11:22:40 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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