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Doubs (Fluss)

Doubs

Der Flussverlauf des Doubs

Daten
Gewässerkennzahl FRU2--0200 , CH: 135
Lage Frankreich, Schweiz
Flusssystem Rhône
Abfluss über Saône → Rhône → Mittelmeer
Quelle bei Mouthe
46° 42′ 18″ N, 6° 12′ 34″ O
Quellhöhe 937 m
Mündung bei Verdun-sur-le-Doubs in die SaôneKoordinaten: 46° 54′ 5″ N, 5° 1′ 26″ O
46° 54′ 5″ N, 5° 1′ 26″ O
Mündungshöhe 170 m
Höhenunterschied 767 m
Sohlgefälle 1,7 ‰
Länge 453 km[1]
Einzugsgebiet 7710 km²
Abfluss NNQ
MQ
HHQ (1990)
21 m³/s
176 m³/s
1400 m³/s
Linke Nebenflüsse Drugeon, Dessoubre, Clauge, Loue, Orain, Guyotte
Rechte Nebenflüsse Allan, Sablonne
Großstädte Besançon
Mittelstädte Montbéliard, Dole
Kleinstädte Pontarlier
Schiffbar abschnittsweise

Der Doubs zwischen Laissey und Deluz, kurz vor Besançon.

Der Doubs [du] (deutsch Dub[2]) ist ein französisch-schweizerischer Fluss im Osten Frankreichs und im Nord-Westen der Schweiz. Er ist linker und grösster Nebenfluss der Saône. In der Antike führte der Doubs, der im Gebiet der Sequaner lag, den Namen Dubis und wurde u. a. von Julius Caesar[3] und Strabon[4] erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Source du Doubs

Die Source du Doubs (dt. Quelle des Doubs) ist eine mächtige Karstquelle in einem stark verkarsteten Bereich des Juragebirges. Sie liegt bei Mouthe, im Regionalen Naturpark Haut-Jura, auf einer Höhe von 937 m am Fusse der bewaldeten, bis zu 1419 m hohen Bergkette des Mont Risoux, auf der die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz verläuft. Der Doubs entspringt einer Höhle im Felsen aus einem kleinen, etwa fünf Meter tiefen Quelltopf. Die Quelle schüttet durchschnittlich 1740 Liter pro Sekunde[5] und ist der Ausgang eines komplexen Höhlensystems mit mehreren Siphons. Die Schüttung kann sehr stark variieren. Am Felsen über der Quelle kann man mehrere Gesteinsschichten unterscheiden. Unterhalb der Quelle stürzt der Fluss über einen kleinen Wasserfall hinab. Etwa zwei Kilometer unterhalb der Source du Doubs mündet der ungefähr 9 km lange Cébriot in den Doubs.

Flussbeschreibung

Der Doubs wendet sich nach seiner Quelle zunächst nordöstlich durch Pontarlier, durchfliesst in seinem Lauf den Grenz-Stausee Lac de Moron in Richtung Delémont, wobei er ab Les Brenets die Grenze zur Schweiz bildet. Er stürzt über den Saut du Doubs, einen 27 m hohen Wasserfall, herab und fliesst dann auf einem kurzen Stück von etwa 29 km ganz auf Schweizer Hoheitsgebiet. Dieser Flussabschnitt wird Clos du Doubs genannt. Nach Saint-Ursanne ändert der Fluss seine Richtung wieder in Richtung Westen und verlässt das Schweizer Terrain bei Ocourt und La Motte auf der Schweizer Seite und Brémoncourt auf der französischen Seite.

Eine Besonderheit bildet der Grenzverlauf des Doubs entlang der Französisch-Schweizerischen Landesgrenze. Anders als bei Flüssen sonst allgemein üblich, verläuft die Grenze nicht in der Flussmitte, sondern der Doubs gehört dort ganz zu Frankreich. Dies ergab sich aufgrund von Verträgen zwischen dem Fürstbischof von Basel und dem König von Frankreich.[6]

Die Geschwindigkeit der Strömung des Doubs ist nicht beständig, an manchen Stellen fliesst er ruhig mit nur 5 km/h, an anderen erreicht er Spitzengeschwindigkeiten bis zu 12 km/h. Die Flussbreite ist auch sehr unterschiedlich von 6 bis 30 Metern (Durchschnitt) und bis zu 200 Metern Breite an einigen Stellen. Die Umgebung ist weitgehend menschenleer und wegen der umliegenden Wälder und Juraberge schwer zugänglich.

Ab Saint-Ursanne westlich fliessend tritt der Doubs wieder in Frankreich ein und fliesst unterhalb von Saint-Hippolyte, wo er links den Dessoubre aufnimmt, durch ein Quertal der Montagnes du Lomont nach Norden bis Audincourt. Hier nimmt er gleich darauf rechts die Allaine auf, wendet sich dann in seinem Unterlauf nach Südwesten und strebt über Baume-les-Dames, Besançon und Dole, wo er links die Loue aufnimmt, der Saône zu, in die er in 170 m Höhe in Verdun-sur-le-Doubs etwa 16 km nordöstlich von Chalon-sur-Saône mündet.

Ab Goumois (neben dem französischen Ort gibt es auf Schweizer Seite eine gleichnamige Gemeinde), dem Weiler Clairbief auf der französischen Grenze oder ab Soubey werden für die Strecke in Richtung Saint-Ursanne Kajaks angeboten. Die Strecke 2 Kilometer nach Soubey kann je nach Wasserstand wegen der herausragenden Steine und der starken Strömung in der Klus sehr gefährlich sein. Auf einer Länge von ca. 2 km ist die Schwierigkeit gemäss Wildwasserschwierigkeitsskala III.

Der Doubs ist 453 km lang, wobei Quelle und Mündung nur 90 km voneinander entfernt liegen. Er entwässert ein Gebiet von 7710 km². Er hat Merkmale eines Karstflusses wie z. B. eine sehr unregelmässige Wasserführung (zwischen 21 m³/s bei Niedrigwasser und 1430 m³/s beim Hochwasser im Februar 1990). Teile des Wassers des Doubs versickern bei Pontarlier und kommen in der Karstquelle der Loue bei Ouhans wieder zum Vorschein. Dieses Phänomen wurde entdeckt, als 1901 eine Absinth-Destillerie in Pontarlier in Brand geriet und grössere Mengen Absinth in den Fluss strömten. Einige Tage später roch das Wasser der Loue stark nach Anis. Spätere Färbungsversuche bestätigten diese Beobachtung.

Im Doubs kommt die seltene Fischart Rhone-Streber (Zingel asper) vor.

Nebenflüsse

Die Zuflüsse des Doubs sind (flussabwärts):

Linke Zuflüsse:

  • Cébriot, 9 km
  • Taverne, 10 km
  • Ruisseau du Saut
  • Drugeon, 36 km
  • Tanche
  • Bief de Fuesse
  • Raie de Charbonney
  • Bief de Tevey
  • Dessoubre, 33 km
  • Barvèche, 14 km
  • Ranceuse
  • Ruisseau du Monnot
  • Ruisseau des Noyes
  • Ruisseau du Bief
  • Cusancin, 13 km
  • Rougnon
  • Ruisseau de Arcier
  • Ruisseau des Mercureaux
  • Ruisseau du Moulin Caillet
  • Ruisseau de la Ètang
  • Morte
  • Bief
  • Bief de la Fontaine
  • Clauge, 35 km
  • Loue, 122 km
  • Orain, 39 km
  • Charetelle
  • Guyotte, 41 km

rechte Zuflüsse:

Schifffahrt


Zwischen Montbéliard und Dole ist der Doubs teilweise kanalisiert und bildet ein Teilstück des Canal du Rhône au Rhin. Auch in seinem Mündungsabschnitt zwischen Navilly und Verdun-sur-le-Doubs kann der Fluss mit Schiffen befahren werden.

Bildergalerie


Siehe auch


Weblinks


 Commons: Doubs  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Doubs bei SANDRE (französisch)
  2. Regesten und Register zu den Acta Helvetica Gallica, Germanica 1984, Bd. 27, S. 12
  3. Caesar, De bello Gallico 1, 38.
  4. Strabon, Geographika 4, 186; 4, 189; 4, 192.
  5. hydro.eaufrance.fr (Station: U2002010 Le Doubs à Mouthe, Option: Synthèse) .
  6. Tages-Anzeiger vom 15. März 2016, Seite 23.



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