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Donaueschingen




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 686 m ü. NHN
Fläche: 104,62 km2
Einwohner: 22.526 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78166
Vorwahl: 0771
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 012
Stadtgliederung: Kernstadt und 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
78166 Donaueschingen
Website: www.donaueschingen.de
Oberbürgermeister: Erik Pauly (CDU)
Lage der Stadt Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis

Donaueschingen ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs, die etwa 13 km südlich der Kreisstadt Villingen-Schwenningen liegt. Das Mittelzentrum ist die zweitgrößte Stadt des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Bis zur Kreisreform am 1. Januar 1973 war Donaueschingen Kreisstadt des Landkreises Donaueschingen und gehört seitdem zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Seit dem 1. Juli 1993 ist Donaueschingen eine Große Kreisstadt.

Die nächsten größeren Städte sind neben Villingen-Schwenningen noch Tuttlingen etwa 24 km östlich, Singen (Hohentwiel) etwa 34 km südöstlich und das in der Schweiz gelegene Schaffhausen etwa 30 km südlich von Donaueschingen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Geographische Lage

Die Stadt liegt auf dem Hochplateau der Baar, zwischen dem Ostrand des südlichen Schwarzwalds und der westlichen Schwäbischen Alb in der Talung der Brigach, deren Zusammenfluss mit der Breg in der Nähe von Donaueschingen als der eigentliche Beginn der Donau gilt. Eine gefasste Karstaufstoßquelle im Schlosspark, die Donaubachquelle, wird auch als „Donauquelle“ bezeichnet. Als einzige Gemeinde erstreckt sich die Gemarkung durchgehend vom Granit und Gneis des Schwarzwalds über die Trias-Formationen der Schwarzwald-Ostabdachung und der Baar bis zum Jura der Schwäbischen Alb und kann sämtliche Gesteinsschichten des süddeutschen Schichtstufenlands aufweisen. Die Höhen senken sich von 1020 m im Schwarzwald auf ca. 660 m auf der Baar ab, um auf der Schwäbischen Alb die 900-m-Marke wieder zu überschreiten. Ein Modell stellt die außergewöhnliche geologische Situation der Stadt und ihres Umlands im Park gegenüber dem Bahnhof anschaulich dar.

Klima

Donaueschingen 2015–2020
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [1]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Donaueschingen 2015–2020
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,2 4,7 9,9 14,7 18,2 23,1 25,8 24,9 19,8 14,1 8,2 5,3 Ø 14,4
Min. Temperatur (°C) -4,2 -4,3 -1,4 1,4 5,8 10,1 11,7 11,1 6,7 3,5 0,0 -2,6 Ø 3,2
Temperatur (°C) -0,6 -0,2 3,9 8,0 11,9 16,6 18,7 17,8 12,9 8,4 3,8 1,0 Ø 8,6
Niederschlag (mm) 102 51 68 62 103 94 73 65 44 47 45 66 Σ 820
Regentage (d) 16 14 15 13 16 15 13 12 11 13 14 15 Σ 167
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25,8
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24,9
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-2,6
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Quelle: [2]

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Donaueschingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten genannt:

Vöhrenbach, Villingen-Schwenningen, Brigachtal, Bad Dürrheim (alle Schwarzwald-Baar-Kreis), Geisingen (Landkreis Tuttlingen) sowie Hüfingen und Bräunlingen (alle Schwarzwald-Baar-Kreis).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet besteht aus dem Stadtkern, den in den 1930er-Jahren eingegliederten Orten Allmendshofen und Aufen und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er-Jahre eingegliederten Gemeinden Aasen, Grüningen, Heidenhofen, Hubertshofen, Neudingen, Pfohren und Wolterdingen.

Die zuletzt eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne von § 67ff der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Zahl der Ortschaftsräte beträgt je nach Einwohnerzahl zwischen sechs und zehn.

Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:

Raumplanung

Donaueschingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, in der Villingen-Schwenningen als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Donaueschingen gehören neben der Stadt Donaueschingen noch die Städte Blumberg, Bräunlingen und Hüfingen.

Geschichte


Donaueschingen wurde 889 als Esginga erstmals urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Donaueschingen im Herzogtum Schwaben. Von 1101 bis ins 13. Jahrhundert gehörte der Ort zu einer örtlichen Adelsfamilie, die vermutlich Dienstleute des Klosters Reichenau waren. Spätestens Ende des 13. Jahrhunderts waren es die Herren von Blumberg, die bis Mitte des 15. Jahrhunderts über den Ort herrschten, dann folgte bis 1465 Ritter Sigmund vom Stein.[Anm 1]

Im Jahr 1283 belehnte Rudolf von Habsburg den Grafen Heinrich von Fürstenberg mit der Grafschaft Baar und Donaueschingen. Damit war auch das Recht verbunden, Bier zu brauen. Hier hat die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei ihren Ursprung.

Im Jahre 1488 ging der Ort Donaueschingen durch Kauf in den Besitz der Grafen von Fürstenberg über. Ab 1500 lag der Ort im Schwäbischen Reichskreis. 1653 wählte Ferdinand Friedrich von Fürstenberg Donaueschingen als Residenz. Seit 1716 ist der Ort Hauptsitz der Fürsten von Fürstenberg. 1801 wurde Donaueschingen Sitz eines Obervogteiamtes der Herrschaft Fürstenberg. Im Jahr 1806 kam der Ort zusammen mit dem Fürstentum an das Großherzogtum Baden und wurde ein Jahr später Sitz eines Amtes, das jedoch 1810 wieder aufgelöst wurde. Dafür erhielt Donaueschingen am 27. Januar 1810 das Stadtrecht. 1813 wurde das Amt Donaueschingen wieder errichtet, 1818 erneut aufgelöst und 1849 zum zweiten Mal wieder errichtet und später zum Bezirksamt erhoben. 1908 fiel ein großer Teil der Stadt einem Brand zum Opfer. Durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde Donaueschingen, das 1939 8.901 Einwohner zählte, zu 13 % zerstört.[2] Aus dem Bezirksamt Donaueschingen ging 1939 der Landkreis Donaueschingen hervor, der bei der Kreisreform 1973 aufgelöst wurde. Die meisten seiner Gemeinden und mit ihm die Kreisstadt Donaueschingen wurden dem neu gebildeten Schwarzwald-Baar-Kreis zugeordnet. Infolge der Eingliederung von sieben Nachbargemeinden in den 1970er-Jahren entwickelte sich Donaueschingen zur zweitgrößten Stadt des Kreises; 1992 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Juli 1993 beschloss.

Auch die Stadtteile Donaueschingens haben eine lange Geschichte. Sie gehörten meist zum Fürstentum Fürstenberg und kamen 1806 an Baden. Zunächst zum Oberamt Hüfingen, 1813 zum Amt Donaueschingen, 1819 wieder zum Amt Hüfingen und seit 1849 erneut zum Amt Donaueschingen, später Bezirksamt Donaueschingen, aus dem 1939 der Landkreis Donaueschingen hervorging. Grüningen kam jedoch erst 1936 zum Bezirksamt Donaueschingen.

Eingemeindungen

In die Stadt Donaueschingen wurden folgende Gemeinden eingegliedert:

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1750 1.800
1812 2.032
1830 3.023
1852 3.012
1855 2.758
1858 2.821
1860 2.980
1. Dezember 1871 3.109
1. Dezember 1880 ¹ 3.522
1. Dezember 1900 ¹ 3.758
1. Dezember 1910 ¹ 4.077
16. Juni 1925 ¹ 5.002
16. Juni 1933 ¹ 6.260
17. Mai 1939 ¹ 8.901
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 7.941
6. Juni 1961 ¹ 10.715
27. Mai 1970 ¹ 11.648
31. Dezember 1975 17.578
31. Dezember 1980 17.762
25. Mai 1987 ¹ 18.196
31. Dezember 1990 19.341
31. Dezember 1992 20.141
31. Dezember 1995 20.716
31. Dezember 2000 21.265
31. Dezember 2005 21.439
31. Dezember 2010 21.128
31. Dezember 2015 21.746
31. Dezember 2017 22.485

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen


Donaueschingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „vor der Wald“ zugeordnet. Da die Landesherren, die Fürsten von Fürstenberg die Reformation nicht einführten, blieben Donaueschingen und sein Umland bis ins 19. Jahrhundert überwiegend katholisch. Ebenso Grüningen, das jedoch 1326 an Vorderösterreich kam und 1805 über Württemberg 1806 an Baden kam. Seit 1821 bzw. 1827 gehören die katholischen Gemeinden im heutigen Stadtgebiet zum Erzbistum Freiburg und waren zunächst dem Landkapitel Villingen zugeordnet. Seit 1933 war Donaueschingen Sitz eines Landkapitels. Das Dekanat Donaueschingen wurde 1977 errichtet. Zu ihm gehören alle heutigen katholischen Pfarreien im Stadtgebiet. Sie sind seit 2016 zu einer Seelsorgeeinheiten zusammengeschlossen. Die Seelsorgeeinheit Donaueschingen umfasst die beiden Pfarreien St. Johann (Kirche von 1724/47 mit Filialkirche St. Jakobus Allmendshofen, erbaut 1721 (mit älterem Chor)) und St. Marien (Kirche von 1927/28 mit Filialkirche St. Vitus Aufen, erbaut 1756), sowie die Gemeinden St. Kilian Wolterdingen (Kirche 1903 im neugotischen Stil erbaut), St. Mauritius Grüningen (Kirche aus dem 14. Jahrhundert und Turm aus dem 16. Jahrhundert), St. Sebastian Hubertshofen (Kirche aus dem 17./18. Jahrhundert mit Erweiterung von 1885) (alle drei eingegliedert im Jahr 2015), St. Johannes d. T. Pfohren (Kirche von 1767 neu errichtet), St. Blasius Aasen (Kirche aus dem Jahr um 1100, 1725/26 barock erweitert), St. Hilarius Heidenhofen (Kirche aus dem 15. Jahrhundert) und St. Andreas Neudingen (Kirche aus dem späten 18. Jahrhundert mit St.Anna-Kapelle).

Die St.Marien-Kirche in Donaueschingen wurde unter dem damaligen Stadtpfarrer Heinrich Karl Joseph Feuerstein errichtet. Bis zu seiner Verhaftung im Dritten Reich durch die Gestapo im Jahr 1942 war er Stadtpfarrer von Donaueschingen. Er wurde verhaftet, da er mehrmals an Sonntagspredigten von der Kanzel in der St.Johann-Kirche gegen die Ermordung von Behinderten und psychisch Kranken Menschen sprach.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Angehörige der Evangelischen Kirche nach Donaueschingen. 1875 wurde die evangelische Kirchengemeinde gegründet. Die 1876 errichtete eigene Kirche wurde wegen Baufälligkeit 1912/1913 durch einen neobarocken Neubau ersetzt. Dieser wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1949 wieder aufgebaut, seitdem trägt er den Namen Christuskirche. Zur Evangelischen Kirchengemeinde Donaueschingen gehören heute auch die Evangelisch Gläubigen der Stadtteile Aasen, Grüningen, Hubertshofen, Neudingen, Pfohren und Wolterdingen. Die Evangelischen des Stadtteils Heidenhofen und des zu Pfohren gehörigen Weilers Immenhöfe gehören zur Nachbarkirchengemeinde Oberbaldingen und Biesingen (Stadt Bad Dürrheim). Alle genannten Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Villingen der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu evangelikalen Freikirchen gehören, darunter eine Freie evangelische Gemeinde.

Auch die Zeugen Jehovas sind in Donaueschingen mit einem Königreichssaal vertreten.

Politik


Verwaltungsverband

Die Stadt ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Donaueschingen, dem die Städte Bräunlingen, Donaueschingen und Hüfingen angehören.

Gemeinderat

In Donaueschingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Donaueschingen hat nach der letzten Wahl 34 Mitglieder (2014: 35). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Gewinne und Verluste
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,9 10 36,8 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,6 5 16,4 6
FDP/FW FDP/Freie Wähler 24,4 8 17,6 6
GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 17,5 6 14,6 5
GUB Gemeinschaft unabhängiger Bürger e.V 14,6 5 14,6 5
Gesamt 100 34 100 35
Wahlbeteiligung 55,9 % 47,6 %

Bürgermeister/Oberbürgermeister

An der Spitze der Gemeinde Donaueschingen stand seit dem 13. Jahrhundert ein Ortsvogt sowie ein Bürgermeister und das Gericht (Gemeinderat). Ab 1807 gab es ein Bürgermeister und 8, später 9 Gemeinderäte. Ab 1821 gab es ferner einen Bürgerausschuss. Sowohl Gemeinderat und Bürgerausschuss wurden für vier Jahre gewählt. Ab 1935 gab es einen Bürgermeister und zwei ehrenamtliche Beigeordnete.

Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1992 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Bürgermeister von Donaueschingen seit 1800

  • 1800–1811: Johann Hirt
  • 1811–1817: Johann Engesser
  • 1817–1820: Johann Georg Seyfried
  • 1820–1826: Josef Heinemann
  • 1826–1828: von Würthenau
  • 1828–1833: Johann Georg Seyfried
  • 1833–1838: Josef Heinemann
  • 1840–1848: Johann Raus
  • 1848: Albert Willibald
  • 1849: Johann Raus
  • 1849–1852: Nikolaus Gall
  • 1852–1854: Ludwig Kirsner
  • 1854–1866: Karl Gleichauf
  • 1866–1885: Heinrich Ganter
  • 1885–1909: Hermann Fischer
  • 1909–1919: Friedrich Schön
  • 1919–1934: Friedrich Fischer
  • 1934–1945: Eberhard Sedelmeyer
  • 1945–1953: Leopold Messmer
  • 1953–1973: Robert Schrempp
  • 1973–2004: Bernhard Everke
  • 2004–2013: Thorsten Frei (CDU)
  • seit 2014: Erik Pauly (CDU)

Wappen

Das Wappen von Donaueschingen zeigt in einem von Silber und Blau geteilten Schild ein sechsspeichiges Rad in verwechselten Farben. Die Flagge ist weiß-blau. Das Wappen wurde in seiner heutigen Form 1895 angenommen.

In den Siegeln des Ortes ist ab 1790 das Fleckenzeichen, das Sester, abgebildet. Anfang des 19. Jahrhunderts nahm man den fürstenbergischen Adler mit dem Sester in den Fängen in das Siegel auf. Teilweise ist auch das badische Staatswappen in Kombination mit dem Sester zu finden. Mitte des 19. Jahrhunderts war das Sester das alleinige Symbol des Stadtsiegels. 1895 wurde das heutige Wappen auf Vorschlag des Generallandesarchivs Baden angenommen. Dabei griff man auf das Rad zurück, das als Wappen der Herren von Eschingen zurückgeht. Die Blasonierung wurde in den fürstenbergischen Farben blau-weiß gewählt.

Wappen der Ortsteile

Städtepartnerschaften

Die Stadt Donaueschingen pflegt seit 1964 eine Städtepartnerschaft mit der unterelsässischen Stadt Saverne. Seit 1993 bestehen partnerschaftliche Beziehungen zur ungarischen Stadt Vác und seit 1995 zur japanischen Stadt Kaminoyama.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Kulturgeschichte

Bereits Thomas Mann verewigte Donaueschingen in seinem Roman Doktor Faustus als Zentrum neuer Musik literarisch. Donaueschingen ist seit den 1920er-Jahren ein wichtiger Ort europäischer Musikgeschichte. Unter der Schirmherrschaft des Fürsten von Fürstenberg fanden hier seit 1921 die Festtage Neuer Tonkunst unter dem Titel „Donaueschinger Kammermusik-Aufführungen zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst“ statt, auf denen zahlreiche Vertreter der europäischen Avantgarde ihre Werke vorstellten.

Museen

Sport

Musikalische Einrichtungen

Bauwerke

Donauhallen

Die Donauhallen (bis 1974 Stadthalle Donaueschingen) sind ein Messe-, Kongress- und Veranstaltungszentrum in der Stadtmitte. Sie umfassen insgesamt drei Hallen und drei Seminarräume mit einer Gesamtfläche über 3.000 Quadratmetern. Am 11. September 2010 wurden die Donauhallen neu eröffnet. Das architektonische Ziel war es, die beiden bestehenden einzelnen Hallen – Mozart-Saal und Bartók-Saal – mit dem neuen Strawinsky-Saal, einer Foyerlandschaft und dem neuen Seminarbereich zu einem Hallenensemble zusammenzufügen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur


Unternehmen

In Donaueschingen ist eine Regionalgesellschaft von Aldi Süd angesiedelt.

Verkehr

Donaueschingen ist ein wichtiger regionaler Eisenbahnknoten, an dem sich insgesamt vier Eisenbahnstrecken treffen. Der Bahnhof Donaueschingen ist Durchgangsbahnhof auf der Schwarzwaldbahn von Karlsruhe nach Konstanz und Beginn der Höllentalbahn von Donaueschingen über Neustadt nach Freiburg im Breisgau. Diese beiden Strecken der Eisenbahn gelten als technisch außergewöhnliche Bauwerke. Donaueschingen ist ebenfalls Anfangspunkt der Bregtalbahn nach Bräunlingen, die früher weiter bis Furtwangen führte. Die Stadt gehört zum Gebiet des Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar und ist an das Ringzug-System angeschlossen. Donaueschingen ist Intercity-Halt und hat so beispielsweise einzelne, durchgehende Verbindungen nach Dortmund und Hamburg.

Die Stadt liegt an der A 864, einem Zubringer zur A 81 Stuttgart-Singen (Hohentwiel). Des Weiteren schneiden sich in der Stadt die Bundesstraßen 27 Stuttgart-Schaffhausen (Schweiz), 31 Freiburg im Breisgau-Lindau und 33 Offenburg-Konstanz.

Donaueschingen liegt an einer Ferienstraße. Dies ist die grenzüberschreitende Grüne Straße/Route Verte, die in den Vogesen in Contrexéville beginnt, bei Breisach am Rhein den Rhein überschreitet und in der Nordroute in Lindau und in der Südroute in Konstanz endet.

Der Verkehrslandeplatz Donaueschingen kommt auf rund 27.500 Starts und Landungen im Jahr, angestrebt sind 37.000.

Ein Airbus A319-100 der Deutschen Lufthansa mit der Registrierung D-AILW trägt den Namen „Donaueschingen“.

In Donaueschingen beginnt der Donauradweg, einer der touristisch bekanntesten und längsten Radwanderwege in Europa.

Gerichte und Behörden

Donaueschingen ist Sitz eines Amtsgerichts, das zum Landgerichtsbezirk Konstanz gehört, sowie eines Notariats und hat ferner Außenstellen des Finanzamts Villingen-Schwenningen und des Landratsamts Schwarzwald-Baar-Kreis. Außerdem hat Donaueschingen einen Dienstsitz des Regierungspräsidiums Freiburg im Breisgau, der für Bundesautobahnen und Bundesstraßen im Bereich der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg zuständig ist.

Das Staatliche Schulamt Donaueschingen ist die Schulaufsichtsbehörde für alle Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen sowie sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Rottweil.

Medien

Über das lokale Geschehen in Donaueschingen berichten als Tageszeitungen eine Lokalausgabe des Südkurier und eine Lokalausgabe des Schwarzwälder Boten. Das neue Radio Neckarburg als zuständiger Lokalsender berichtet auch über die Stadt, der UKW-Empfang ist aber nicht überall im Stadtgebiet zufriedenstellend.

Militär

In der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen befindet sich ein Standort der Deutsch-Französischen Brigade, der das deutsche Jägerbataillon 292 und die 3. Kompanie des Deutsch-Französischen Versorgungsbataillons beherbergt. Das französische Infanterieregiment 110 war bis zu seiner Auflösung ebenfalls in Donaueschingen stationiert. Ende Juni 2014 verließen die französischen Soldaten nach einer Parade Donaueschingen.[8][9]

Bildungseinrichtungen

In Donaueschingen gibt es in Trägerschaft der Stadt ein allgemeinbildendes Gymnasium (Fürstenberg-Gymnasium), eine Realschule (Realschule Donaueschingen), ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Lernen (Heinrich-Feurstein-Schule), eine Grund- und Werkrealschule (Eichendorffschule), drei Grundschulen (Erich Kästner-Schule mit Außenstellen in Allmendshofen und Grüningen, Grundschule Pfohren mit Außenstelle Aasen und Grundschule Wolterdingen).

Der Schwarzwald-Baar-Kreis ist Träger der beiden Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schulen Donaueschingen und Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schulen (KHS Donaueschingen) unter anderem mit einem Wirtschaftsgymnasium) und einem technischen Gymnasium sowie des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (Karl-Wacker-Schule).

Die Volkshochschule Baar, ein Zweckverband der Städte Donaueschingen, Blumberg, Bräunlingen und Hüfingen, hat als kommunale Weiterbildungseinrichtung ihren Sitz in Donaueschingen.

Die Abendrealschule, die Altenpflegeschule des Caritasverbandes für die Erzdiözese Freiburg e. V. und die Fachschule für Landwirtschaft runden das schulische Angebot in Donaueschingen ab.

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Die Stadt Donaueschingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Söhne und Töchter der Stadt

Personen mit Bezug zur Stadt

Anmerkung


  1. In Donaueschingen erwähnt werden 1292 Bertholdus pupillus, in Tůnovweschingen residentes, […] Johannes de Tůnovweschingen: „Die Burg Donaueschingen war ein uralter Stammsitz des Blumberger Geschlechts.“ (Andre Bechthold: Blumberg. S. 39, Zitat in Anm. 80 in: Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Bd. 1, S. 110.) Die Blumberger Herrschaft bestand dort bis 1450 zum Tod von „Rudolf von der alten Blumberg d. J. zu Donaueschingen, [… der] ohne männliche Erben zu hinterlassen starb. Sein Schwager, Ritter Sigmund vom Stein, vermochte sich, ohne daß wir über die Vorgänge im einzelnen unterrichtet sind, in den Besitz der Eigen- und Lehensgüter zu setzen.“ (Karl Bader: Herrschaft Blumberg. S. 19 f.)

Literatur


Weblinks


Commons: Donaueschingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Donaueschingen – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. https://www.leo-bw.de/media/kgl_atlas/current/delivered/pdf/HABW_7_11.pdf
  3. Christian Roder: Die Pfarrkirche zu Grüningen und die neulich in derselben entdeckten alten Wandgemälde. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), Jg. 45 (1891), S. 636–644 (Digitalisat ).
  4. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 494.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 517.
  6. Staatsanzeiger, 8. August 2008. S. 28
  7. Haus Fürstenberg: Fürstenberg Polo Cup . Archiviert vom Original am 16. Juni 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  8. Südwest: Deutsch-französische Brigade: Franzosen ziehen Soldaten ab – Stab bleibt vorerst in Müllheim . In: Badische Zeitung, 1. November 2013, abgerufen am 8. Dezember 2013
  9. Stephanie Jakober: Schmerzhafter Abschied von Freunden. In: Südkurier vom 24. Juni 2014.
  10. Mozart Saal - Ideal für Kongresse, Hochzeitsfeiern, Bankette, Galas, Theater und Konzerte. (Nicht mehr online verfügbar.) donauhallen.de, archiviert vom Original am 10. Dezember 2014; abgerufen am 5. Dezember 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Marc Terenzi zieht es nach Berlin – Ab zu Sarah! , N24, 20. April 2010, abgerufen am 23. November 2012








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