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Die Villa (Tankred Dorst)

Die Villa ist ein Stück von Tankred Dorst, das am 20. September 1980 im Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Regie von Jaroslav Chundela und zugleich im Württembergischen Staatstheater Stuttgart unter der Regie von Günter Krämer uraufgeführt wurde.[1]

Inhaltsverzeichnis

Handlung


Anno 1948 ganz in der Nähe von Grünitz (Dorst meint seinen Geburtsort Sonneberg) – also in der Ostzone: Der Fabrikant Kurt Bergk und seine Gattin Elsa haben Flüchtlinge in ihre Villa aufnehmen müssen – den Schauspieler Herzog, den Studenten Robert Scharwenka und dessen Mutter sowie den blinden Herrn Dussek und dessen Schwester. Bergk beschäftigt nur noch zwanzig Arbeiter. Weiss und Rebhan – zwei Kommunisten – machen in der Bergkschen blechverarbeitenden Fabrik Inventur. Bergk will die beiden Genossen glauben machen, die verpackten Stanzen seien nicht für den Abtransport in den Westen bestimmt. Der Unternehmer will die von den Vätern ererbte Fabrik nicht im Stich lassen.

Die Ehe der Elsa Bergk ist unglücklich. Ihre Verachtung schreit sie dem Ehemann Kurt vor Dritten ins Gesicht. Da wärmt Elsa zum Beispiel die alte Geschichte von Kurts polnischer Mutter auf. Nach dem Kriege behauptet Kurt, er habe seine Mutter bis 1945 vor den Nazis beschützt. Und als die Mutter in Dresden ums Leben gekommen war, habe Kurt aufgeatmet. Der Beschuldigte bestreitet die ungeheuerlichen Anwürfe seiner Frau nicht, sondern konstatiert nur, seine Ehe ist nicht mehr zu kitten. Folgerichtig erlebt der Zuschauer ein Verhältnis Elsas mit Heinrich Merz. Letzterer versucht sich als Stückeschreiber. Weil er in der Ostzone als Bürgerlicher nicht studieren darf, ist er in den Westen gegangen. Ab und zu besucht er aber seine Mutter und den älteren Bruder Tilmann in Grünitz. Bei der Gelegenheit kommt ihm seine Ortskenntnis des innerdeutschen Grenzgebietes in der Nähe von Grünitz zugute. Heinrich schleust ein paar Sachsen in den Westen. Denn die Volkspolizei schnappt ortsunkundige Grenzgänger.

Elsa ist mit Tilmann in die Schule gegangen, ist also älter als Heinrich. Sie will von Heinrich in den Westen mitgenommen werden. Zu Elsas Leidwesen hält sich Heinrich schließlich lieber an das junge Fräulein Franz – Fränzchen genannt. Der Vater der angehenden Schauspielerin Fränzchen „war ein ganz schlimmer Nazi“[2] gewesen. Heinrich, der Fränzchen gern mitnehmen möchte, weist darauf hin, die Kommunisten hätten Herrn Franz umgebracht. Das ist aber, so scheint es, für Fränzchen kein Grund, mit Heinrich die Zone zu wechseln.

Nachdem sich Heinrich endgültig für die Jüngere entschieden hat, nimmt Elsa eine Überdosis Schlaftabletten.

Nebenhandlungen


Die Struktur der Deutschen Stücke (siehe verwendete Ausgabe) überrascht den Zuschauer in einem Punkt. Nebenfiguren bekommen in einem andern Stück Bedeutung. Zum Beispiel Herr Herzog in der „Villa“ – der Kommunist war im KZ inhaftiert gewesen und ist in der Ostzone Theaterdirektor geworden – ist Auf dem Chimborazo ein Gegenstand der Auseinandersetzung.

Ein anderer Kommunist, der junge Student Robert Scharwenka, muss zusammen mit seiner Mutter betrachtet werden. Der Junge sucht in der Ostzone seinen Weg. Und die Mutter kann einfach nicht glauben – in Ostdeutschland gibt es 1948 keine Herren mehr.

Rezeption


Literatur


Verwendete Ausgabe

Sekundärliteratur

Einzelnachweise


  1. Günther Erken bei Arnold, S. 86, rechte Spalte, 5. Eintrag v. o.
  2. Verwendete Ausgabe, S. 429, 2. Z. v. o.
  3. Wolfgang Höbel
  4. Bekes, S. 51
  5. Dorst, zitiert bei Bekes, S. 54, 5. Z. v. o.
  6. Barner, 678, 11. Z. v. u.



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